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Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4973
Wohnort: Taipeh
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Verfasst am: Mo Mai 07, 2007 21:31 Titel: A Chinese Ghost Story |
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Sien nui yau wan
aka A Chinese Ghost Story
Hong Kong 1987
Regie: Ching Siu-Tung
Kamera: Poon Hang-Seng, Wong Wing-Hang, und Weitere
Drehbuch: Yuen Kai-Chi, Pu Songling (Roman)
Kostüme: Chen Gufang, He Huiying
Kampfchoreographie: Ching Siu-Tung, und Weitere
Musik: Romeo Diaz, James Wong
Pruduzent: Tsui Hark
DarstellerInnen: Leslie Cheung, Joey Wong, Wu Ma, Lau Siu-Ming, Lam Wai
„Es gibt Menschen, die sind schlimmer als Geister.“
Auf der Suche nach einer Unterkunft für die Nacht wird der jungen Steuereintreiber Ling von den Bewohnern eines unwirtlichen Dorfes an einen verlassenen Tempel verwiesen. Dort trifft er auf die geheimnisvolle Siu Seen und verliebt sich in die schöne Fremde. Er ahnt nicht, daß Siu Seen eigentlich ein Geist ist, der von einem Baumdämon gezwungen wird, junge Männer anzulocken, um ihnen das Leben auszusaugen.
Ling steckt in Schwierigkeiten
„A Chinese Ghost Story“ ist ein unumstrittener Hong Kong Filmklassiker. Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist es das Script, das auf einer Geschichte Pu Songlings aus dem 17./18. Jahrhundert basiert und das eine zeitlose, tragische Liebesgeschichte erzählt. Traurrige Liebesgeschichten scheinen eine größere Anziehungskraft auf Menschen zu haben als Glückliche! Im Film ist diese Erzählung bewegend, aber ohne große kitschige Reden umgesetzt worden. Außerdem kombiniert der Film die Liebesgeschichte genreübergreifendend mit Elementen des Horror-, des Fantasy und des Wuxiafilms. Solche Vermischung können leicht dazu führen, daß in der Geschichte Brüche entstehen, aber bei „A Chinese Ghost Story“ ist die Verschmelzung so gut gelungen, daß man erst bei späterem Nachdenken bemerkt, daß der Film mehrere Genre vereint.
Noch wichtiger als das Script ist, meiner Meinung nach, aber der Einsatz von fliegenden Schleiern, Vorhängen und Gewändern. Diesen wird in A Chinese Ghost Story sehr viel Mühe und sehr viel Screentime gewidmet. Sie dienen nicht nur dazu, die besondere Atmosphäre des Films zu schaffen, sondern werden auch in den Kampfszenen eingesetzt. So entsanden einzigartige Szenen, die noch heute vielen anderen Filmen als Vorlage dienen.
In den flatternden Gewändern und den wehenden Schleiern steckt die Schauspielerin Joey Wong (God of Gamblers, Picture of a Nymph), Darstellerin der Siu Seen, die den Effekt der Gewänder mit grazilen Bewegungen unterstützen mußte. Die Kombination verlieh ihr tatsächlich etwas Übernatürliches und dem Film einen leicht erotischen Touch und so hatte Joey Wong mit dieser Rolle ihren großen Durchbruch.
Der etwas tollpatschige aber gutherzige Unglücksrabe Ling wurde von Leslie Cheung (Inner Senses, Lebe wohl meine Konkubine, Verführerischer Mond, Ashes of Time, A Better Tomorrow) gespielt. Eigentlich ist Leslie Cheung bei uns eher für seine Rollen in ernsten Dramen bekannt, aber nur wenn man ihn auch in leicht komödiantischen Rollen wie in A Chinese Ghost Story gesehen hat, kann man sich ein vollständiges Bild seines großen Talents machen und erahnen, welch ein Verlust sein Selbstmord vor vier Jahren war.
Interessant gestaltet ist auch die Rolle des Baumdämons, der von Lau Siu-Ming (Swordsman, A Better Tomorrow II) dargestellt wurde. Die Figur hat etwas adrogynes, der Schauspieler trägt eher eine weibliche Frisur und Gewandung und spricht nur eine Hälfte seines Textes. Die andere wird von einer Frauenstimme gesprochen. Diese Kombination dient dazu, daß der Zuschauer diese Figur als jenseits der Menschenwelt einordnet.
Eine weitere wichtige Rolle in A Chinese Ghost Story spielt Wu Ma (Swordsman), der einen taoistischen Mönch verkörpert und im Grunde genommen für den Humor, sowie die wenigen Martial Arts Szenen verantwortlich ist.
Die Musik des Films mischt traditionelle und moderne Weisen, stellenweise begleitet sie Frauengesang. Sie trägt ebenfalls ihr Schärflein zur unheimlich-anziehenden Atmosphäre des Films bei. Einzige Ausnahme bildet ein Musikstück, das Kampfvorbereitung Wu Mas hinterlegt. Das sehr schnelle, sehr „moderne“ Stück fällt leider etwas aus dem Rahmen.
Was aus heutiger Sicht eventuell etwas störend sein könnte, sind die „Monster“ des Films. Sie sind schlicht und ergreifend veraltet, entlocken dem Betrachter dafür aber ein kleines nostalgisches Schmunzeln.
Siu Seen versucht den schüchternen Ling zu verführen
Auch wenn A Chinese Ghost Story in manchen Punkten vielleicht nicht mehr ganz up-to-date ist, ist er dank der zeitlosen Geschichte und der liebenswerten Charaktere sehenswert und wird das wahrscheinlich auch noch ein paar weitere Jährchen bleiben.
Der große Erfolg von A Chinese Ghost Story führte zu zwei Sequels: A Chinese Ghost Story II, ebenfalls mit Joey Wong und Leslie Cheung, das einige Jahre nach den Ereignissen von A Chinese Ghost Story spielt und A Chinese Ghost Story III, ohne Leslie Cheung und seinen Charakter Ling, aber wieder mit Joey Wong und der Unterstützung von Tony Leung Chiu Wai und Jacky Cheung.
Mit persönlich gefällt A Chinese Ghost Story besser als seine zwei Nachfolger. Den zweiten Teil fand ich noch ganz nett, den dritten dann allerdings schon etwas überflüssig.
DVD
e-m-s
FSK 16
Keepcase
Laufzeit ca. 92 min
Bild: 1,78:1 anamorphic widescreen
Ton: Deutsch DD 5.1, Kantonesisch DD 5.1
Untertitel: deutsch
Extras: Trailer
Es gibt die DVD einzeln oder in der Trilogiebox zusammen mit A Chinese Ghost Story II, A Chinese Ghost Story III und dem Dokumentation „Film ohne Fesseln – Das neue Hong Kong Kino“.
Weitere Filme von Ching Siu-Tung bei cineglobe:
Swordsman
An Empress and the Warriors
Weitere Filme mit Tsui Hark Beteiligung bei cineglobe:
The Killer
Swordsman
Peking Opera Blues
Once Upon a Time in China

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Zuletzt bearbeitet von Namu am Mo Dez 08, 2008 16:42, insgesamt 8-mal bearbeitet |
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Commander CineMaster


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Verfasst am: Di Mai 08, 2007 07:33 Titel: |
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Kann dem nur zustimmen. Ein sehr schöner Film, mit prächtigen Farben, einer gelungenen Atmosphäre und tollen Szenen. _________________
nisch mit mir, nisch mit dem Commander
Lache...und die Welt lacht mit Dir! Weine...und Du weinst allein!
Lieber ein Haus im Grünen als einen Grünen im Haus |
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Der weisse Tiger Bin neu hier

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Verfasst am: Do Mai 17, 2007 12:02 Titel: |
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Der Film is echt klasse und löste durch seinen Erfolg eine Welle von Fantasie Eastern aus die bis mitte der 90er anhielt.
Ein paar Beispiele:
Claws of Steel
Das unbesiegbare Schwert
Kung Fu Cult Master
Swordsman I - III
Allerdings fand ich den zweiten Teil nur noch mittelmäßig, besonders durch die aufgesetzen Slapstick Elemente. |
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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Do Mai 17, 2007 14:45 Titel: |
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| Der weisse Tiger hat Folgendes geschrieben: |
Der Film is echt klasse und löste durch seinen Erfolg eine Welle von Fantasie Eastern aus die bis mitte der 90er anhielt.
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Gehören diese Lorbeeren nicht eher an Zu Warriors from the Magic Mountain, auch wenn der damals gefloppt hat? Dadurch hat Tsui Hark erst seine eigene Firma gegründet und Filme wie Chinese Ghost Story, die Swordsman Filme usw. produziert. |
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Der weisse Tiger Bin neu hier

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Verfasst am: Do Mai 17, 2007 17:18 Titel: |
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Zu Warriors war höchstens ein beispiel dafür das der erste große Boom der Eastern bzw. Fantasieeastern vorbei war. In den 80ern dominierten Actionkomödien wie Policestory oder heroic bloodshed Filme wie city wolf das asiatische Kino. Tsui Hark dreht bzw produzierte nach Zu Warriors filme wie Mad Mission (action komödie) oder Shanghai Blues.
Deswegen war es so verwunderlich, das er 1987 Chinese Ghost Story produzierte. Viele Kritiker behaupteten damals das der Film ein flop werden würde, da dieses genre einfach nicht "in" war zu der Zeit. Also denke ich das das a chinese ghost story die lorbeeren verdient hat. 
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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Do Mai 17, 2007 19:20 Titel: |
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Ich sehe Zu Warriors trotzdem als eine Art Vorstufe an. Er hat nun mal neue Elemente ins Hong Kong Kino eingeführt und daher kann man ihn schlecht als das Ende von irgendetwas zählen.
Mir war auch gar nicht bekannt, daß es vorher eine große Fantasywelle gab, außer wenn Du das auf die Wuxia-Welle beziehst, die King Hu in den 60er Jahren wieder ins Rollen gebracht hat.
Übrigens ich mag A Chinese Ghost Story auch lieber als Zu Warriors.  |
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Der weisse Tiger Bin neu hier

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Verfasst am: So Mai 20, 2007 11:36 Titel: |
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Nein, ich beziehe das nicht auf Wuxia Pien Filme, obwohl es manchmal mal schwer ist eine grenze zu ziehen. Fantasy Eastern gibt es bereits seit den 60er allerdings gab es in den 70ern eine große Fantasywelle, leider kamen die meisten davon nicht nach Deutschland:
Die 7 goldene Vampire (1974) Shaw Brothers & Hammer Film / Regie: Roy Baker
Black Magic (1975) Shaw Brothers / Regie: Ho Meng Hua
Black Magic II (1976) Shaw Brothers / Regie: Ho Meng Hua
Im Todesnetz der gelben Spinne (1976) Shaw Brothers / Regie: Chu Yuan
Das Blut der roten Python (1977) Shaw Brothers / Regie: Pao Hsueh Li
Black Magic III (1979) Shaw Brothers
Die Todesgrotten der Shaolin (1979) Seasonal Film / Regie: Tsui Hark
Wir kommen und werden euch fressen (1979) Seasonal Film / Regie: Tsui Hark
Sollte genügen um ein kleinen überblick zu bekommen. In Deutschland sind nur wenige erschienen. |
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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Mo Mai 21, 2007 08:21 Titel: |
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Ich wollte mit der Frage eigentlich mehr wissen, ob Du da in Richtung Hong Kong denkst und nicht an gesamt Asien. Aber die Frage hat sich ja dann mit Deinen Beispielen beantwortet.
Bei Hong Kong hast Du natürlich recht. In den 80er Jahren war da mehr Realität gefragt.
Du hast auch damit recht, daß wahrscheinlich durch Chinese Ghost Story das Publikum dort wieder Interesse an Fantasyfilmen fand.
Trotzdem gehört für mich Zu Warriors eindeutig in Richtung Anfang der neuen Fantasywelle. Zu Warriors ist der erste großbudgierte Hong Kong Fantasyfilm und dazu noch der erste Hong Kong Film, der sich westlicher CG und Special Effekts bediente. Klar, er hat gefloppt. Das Interesse solche Filme aber weiterhin zu produzieren, ist Tsui Hark geblieben. Er gründete also erst einmal seine eigene Produktionsfirma, bevor es damit weiterging. Du wirst ja aber wissen, daß seinen folgenden Filmen Budget und CG geblieben sind. Dadurch unterscheiden sie sich von früheren Filmen. Und Zu Warriors, denke ich, markiert diesen Einschnitt.
Andrew Schroeder arbeitet das sehr schön im ersten Kapitel von "Tsui Hark's Zu: Warriors From the Magic Mountains", (Hong Kong University Press 2004) einer Veröffentlichung der The New Hong Kong Cinema Series heraus. |
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gamer59 Bin neu hier


Anmeldedatum: 03.04.2009 Beiträge: 16
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Verfasst am: Do Jun 04, 2009 09:08 Titel: |
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Namu, danke für die tolle Rezension!  |
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