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Achteinhalb Filmkritik

 
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plam
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BeitragVerfasst am: Di Jun 03, 2008 10:00    Titel: Achteinhalb Filmkritik

Man kann wohl mit einigem Recht behaupten, dass Fellinis „Achteinhalb“ in einem Atemzug genannt werden darf mit Filmen wie „Citizen Kane“, die scheinbar bis in alle Ewigkeit die Liste der besten Filme aller Zeiten anführen werden. Völlig verdient hat „Achteinhalb“ daher wohl auch seine zwei OSCARS erhalten, für den besten fremdsprachigen Film und für die besten Kostüme. Fellini selbst zählt ohnehin mit Meisterwerken, wie „La Strada“ oder „La Dolce Vita“ nicht nur zu den wichtigsten Vertreter des italienischen Neorealismus, sondern zu den wohl wichtigsten Regisseuren dieser Welt überhaupt. Doch gerade in Bezug auf den italienischen Neorealismus führte „Achteinhalb“ eher zu geteilten Meinungen, da dieser doch offenbar einen Bruch mit den gängigen Regeln des Neorealismus herbeiführt.

Erzählt wird die Geschichte des Regisseurs Guido, wunderbar gespielt von Marcello Mastroianni, der sich in einer schweren Schaffenskrise befindet. Ohne Kreativität und Motivation für seinen neuen Film zieht er sich in ein Kurbad zur Erholung zurück. Unentwegt liegen ihm dabei der Produzent, ebenso wie seine Darstellerin in den Ohren, die wissen wollen, wann und vor allem wie es mit dem geplanten Film nun weitergeht. Doch Guido schweigt, und zieht von Episode zu Episode, unfähig zur Kommunikation und verliert sich dabei immer öfter in Wunsch- und Traumvorstellungen. So begibt er sich auf seine ganz persönliche, mentale Reise durch Kindheitserinnerungen und philosophiert über die Kunst, die Wirklichkeit, die Fantasie und natürlich die Frauen. Unterdessen laufen die Vorbereitungen in der Filmstadt an der Kulisse ungehindert fort. Doch am Ende lässt Guido den riesigen, für seinen Film errichteten, Stahlturm wieder abbauen. Wird er seinen Film überhaupt noch beginnen können, oder hat der Film, den er drehen will, nicht längst schon begonnen?

Die Antwort auf diese Frage ist schnell gefunden. Denn „Achteinhalb“ ist einmal mehr ein Beispiel für jene Kategorie der „Film-Im-Film“-Filme. Die Art und Weise, wie Fellini dieses Thema hier jedoch bearbeitet, hebt „Achteinhalb“ doch deutlich von ähnlich gearteten Filmen ab, die von ihrer eigenen Entstehung handeln. Denn das Thema Film innerhalb des Films zu zeigen, wird hier in mehrfacher Hinsicht offenbart: Der Film handelt nicht nur vom Filmemachen, von einem Regisseur eben, der einen Film drehen will, sondern er handelt von sich selbst als Film.

Damit eröffnet „Achteinhalb“ eine interessante Paradoxie, erzählt der Film doch schließlich von sich selbst als Film. „Achteinhalb“ ist damit einerseits selbstreflexiv, denn er handelt von sich selbst und er ist andererseits selbstreferentiell, denn er bezieht keinerlei Außenwelt in sein Geschehen mit ein, sondern stellt alles, was er benötigt, sich selbst zur Verfügung. Im Grunde ist diese Kritik, die hier gerade gelesen werden kann, ebenso überflüssig, denn selbst der Filmkritiker ist in Fellinis Film schon enthalten.

Wirklich paradox wird es dann aber dadurch, dass der Film, den man sehen kann, Fellinis „Achteinhalb“, von dem Film erzählt, den man gerade sehen kann, nämlich Fellinis „Achteinhalb“, dabei aber zugleich unentwegt deutlich macht, dass dieser Film eben gerade nicht gedreht werden kann. Der Regisseur Guido kommt ja gerade nicht dazu, mit seinem Film zu beginnen und doch entsteht der Film, auch wenn er sich selbst permanent negiert.

Der Titel "Achteinhalb" verweist bereits auf den halbdokumentarischen, selbstreferenziellen Bezug des Films zu sich selbst - und zu seinem Regisseur, Fellini. Denn es ist in der Tat dessen achteinhalbter Film, noch nicht der Neunte. Und dennoch ist „Achteinhalb“ weit mehr, als ein bloßes autobiografisches Filmdokument, welches auf Fellini als Regisseur selbst verweisen will. Zweifelsohne lassen sich Parallelen zwischen Guido im Film und Fellini herausarbeiten, doch damit wird man „Achteinhalb“ nicht vollständig gerecht werden.

Gerade die paradoxen Elemente machen „Achteinhalb“ zu jenem bislang unerreichten Meisterwerk im Bereich der „Film-Im-Film“-Erzählungen. In einer Szene kann man Probeaufnahmen sehen, Szenen eines anderen Films also, der von Guido gedreht werden soll und man muss erkennen, dass es sich auch bei diesen Probeaufnahmen einmal mehr um keinen anderen Film als „Achteinhalb“ selbst handelt. Und so verdoppeln und wiederholen sich die Figuren und Motive des Films immer weiter: Man erkennt, dass das Kurbad nur eine Filmkulisse ist, die ein Kurbad darstellt, welches ein Kurbad darstellt, welches eine Filmkulisse ist…

Und so erkennt der aufmerksame Zuschauer am Ende, dass er soeben nicht nur einen, sondern in gewisser Weise gleich drei Filme sehen konnte: Der eine Film, der gedreht werden sollte, aber nicht gedreht wurde, denn die Kulissen werden schließlich abgebaut. Daneben gibt es einen zweiten Film, der gedreht wurde und der von eben diesem nicht gedrehten ersten Film handelt. Es ist jener Film, den man als Zuschauer soeben sehen kann. Und dann gibt es noch einen dritten Film, den Film, den Guido am Ende des zweiten Films beginnt, den man jedoch nicht mehr kennenlernen wird. Das Scheitern des ersten Films wird zur Voraussetzung des Gelingens des dritten Films und ermöglicht damit überhaupt erst die Entstehung von „Achteinhalb“.

Was bleibt, ist ein meisterlich vertrackter Film, welcher ob seiner Kulissenhaftigkeit dem Neorealismus tatsächlich eher fremd ist, jedoch Kraft seiner Erzählung und Inszenierung dem Neorealismus näher zu sein scheint, als so manch anderer filmische Vertreter dieser Filmgattung.
10/10

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yun
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BeitragVerfasst am: Di Okt 21, 2008 12:54    Titel:



wer schon immer einmal wissen wollte, was:

ASA NISI MASA

zu bedeuten hat ... wenn man von jedem wort jeweils die letzte silbe weglässt ... dann kann man folgendes lesen ...

ASA NISI MASA

A NI MA

ANIMA

was auf lateinisch die Seele ist, aber auch die Frau im Unbewussten des Mannes.
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