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Bangkok Dangerous - Filmkritik

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yun
CineMaster
CineMaster


Anmeldedatum: 28.03.2008
Beiträge: 2262


BeitragVerfasst am: Fr Apr 04, 2008 23:28    Titel:

hm ... was soll ich nur sagen? ... mich beeindruckte der film ... erzählerisch, visuell und vor allem wegen der vielen kleinen und klitzekleinsten details ... wie den regentropfen, die in der schlussszene vom himmel fallen, die wespe, die in einem spinnenetz gefangen ist ... ein schweißtropfen, der auf dem boden zerplatzt ... das kleine mädchen auf dem gegenüberliegenden dach, während kong gerade zugange ist, einen auftrag auszuführen ... die trauernde familie eines der opfer ... fons großmutter, die immer nach kongs namen fragt ... die vielen vielen details, die einem zeigen, das kong, joe und aom nicht in einem luftleeren raum leben, sondern inmitten von lebendigen menschen ...

sicherlich, die handlung ist knapp ... mehr als das, sie hätte sogar auf einer briefmarke platz ... doch macht das nichts ... das wichtigste kommt dennoch rüber ... an kongs arbeit ist nichts cooles ... sie ist schmutzig, dreckig und mies ... das von kong und joe gelebte leben öde und leer ... es gibt keine loyalität und sicherheit in diesem *job* ... und wenn es sein muss, wird man von seinem boss einfach aus dem weg geräumt, ganz gleich wie gut man seinen *job* bisher nachgegangen ist ... es gibt nichts, worauf verlass wäre ... freundschaft kann sich in diesem mileu nicht entfalten und liebe hat darin keinen platz und auch keine zukunft ... es bleibt einem nichts, als irgendwann einmal ganz elend zu grunde zu gehen ... vielleicht kommt diese *botschaft* beim zuschauer sogar rüber ... hm ... na gut ... eher nicht ... dennoch ist es einen versuch wert ... zu oft, wurde das leben von auftragskillern idealisiert ... hier nicht ...

die handlung ist spannend, man fühlt mit den einzelnen charakteren mit ... viele worte fallen nicht, aber das ist auch nicht nötig ... das wichtigste sieht und bekommt man auch so mit ... optisch ... gibt es viele - wie ich finde - gelungene überraschungen ... manches erinnerte mich etwas an wong kar-wai *fallen angel*, aber dieser hat ein ganz anderes thema ... beide filme überschneiden sich da nicht ... wie gesagt ... die vielen kleinen details und visuelle experimente, die man zu sehen bekam, empfand ich als aufregend (ok. ich bin auch mehr der visuelle typ) ... die musik war für mich äußerst passend gewählt (zum beispiel das weihnachtliche motiv in hongkong, was sich nach dem mord in der u-bahn leicht variiert wiederholte) ... die schauspieler füllten ihren part überzeugend aus und konnten bei mir interesse für ihre charaktere wecken ... ich wollte jeden augenblick wissen, wie es weiter geht ... auch wenn man sich denken konnte, wie alles ausgeht ...

hm ... also ich war zufrieden mit dem film ... das ende mit kong und der heran stürzenden fon war vielleicht etwas melodramatisch, aber es sollte ja auch nur zeigen, was kong in diesem augenblick - eigentlich schon jahre zuvor - wegzuwerfen im begriff stand ... es war ein wichtiger moment ... mir gefiel der film, was natürlich nichts heißen muss ... die geschmäcker sind verschieden ... was ja auch wieder etwas gutes hat ^^
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Namu
Die CineGLobe Perle


Anmeldedatum: 21.09.2006
Beiträge: 4973
Wohnort: Taipeh

BeitragVerfasst am: Fr Jun 20, 2008 15:21    Titel:

FrEaKnoT hat Folgendes geschrieben:
hab i-wo oben den Begriff "Film Noir" gelesen...aber dafür war der Film zu bunt, zu laut, zu hektisch...


Film Noir ist ein extrem schwammiges, weit gefächertes, diversen Veränderungen unterworfenes Genre/bzw. Begriff, das zudem noch diverse Subgenres nach sich zog.
Eine Reduktion allein auf die Gesaltung ist meines Erachtens hierbei nicht angebracht. Im klassichen Noir wurde sehr viel mit Schatten gearbeitet, gleichzeitig ging es aber oft auch inhaltlich um die Schatten der Gesellschaft, bzw. Figuren im Schatten der Gesellschaft oder isolierte Figuren, wie das hier der Fall ist.
Mal abgesehen davon werden bei Bangkok Dangerous die hektischen, lauten und hellen Elemente der Stadt als Kontrast eingestzt, wie das auch oft im Hong Kong Noir üblich ist.
Ich würde daher den Film ganz klar in diese Richtung sortieren.
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