Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Do Sep 24, 2009 15:23 Titel: Beethoven Virus |
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Beethoven Virus
베토벤 바이러스
Südkorea 2008
MBC Miniserie
18 Folgen à ca. 65 min
Regie: LEE Jae-gyu 이재규
Produzent: OH Gyeong-hun 오경훈
Drehbuch: HONG Jin-a 홍진아 & HONG Ja-ram 홍자람
Genre: Drama
Cast:
KIM Myeong-min 김명민 ----------- KANG Geon-u / Maestro Kang (KANG Ma-e), Dirigent
JANG Geun-seok 장근석 ---------- KANG Geon-u, Trompete, Dirigentlehrling
LEE Ji-a 이지아 ---------- DU Ru-mi, Geige
SONG Ok-suk 송옥숙 ---------- JEONG Hee-yeon, Tante des jungen Geon-u, Cello
JEONG Seok-yong 정석용 ---------- PARK Hyeok-kwon, Kontrabass
HYEON Jyu-ni 현쥬니 ---------- HA I-deun (wird ausgesprochen zu Hayden), Querflöte
LEE Sun-jae 이슨재 ---------- KIM Gab-yong, Oboe
PARK Cheol-min 박철민 ---------- Kabaretist BAE Yong-gi, Trompete
JO Se-eun 조세은 ----------- Ju-yeon, Geige
PARK Eun-ju 박은주 ---------- Ju-hee, Geige
KIM Yeong-min 김영민 ---------- JEONG Myeong-hwan, Freund und Rivale des älteren Geon-u, Dirigent
und viele weitere...
Trailer:
Story:
Die Beamtin und ehemalige Musikhochschulabsolventin Ru-mi soll für die Stadt ein Konzert auf die Beine stellen. Sie macht sich mit Feuereifer an die Arbeit, wird aber um ihr Etat geprellt. Da sie sich keine Berufsmusiker leisten kann, stellt sie notgedrungen ein Amateurorchester zusammen.
Dazu versucht sie auch ihren Nachbarn Kang Geon-u zu überreden, einen jungen Polizisten, der sich autodidaktisch das Trompetespielen beigebracht hat und ein verstecktes musikalisches Genie ist, leider aber klassische Musik verachtet.
Richtig problematisch aber wird es, als der von Rumi engagierte, weltberühmte Dirigent, der ebenfalls den Name Kang Geon-u trägt, eintrifft. Dieser Kang Geon-u ist ein arroganter Perfektionist mit einer schwierigen, divenhaften Persönlichkeit, der im Ruf steht, daß ihm selbst die Besten nicht gut genug sind. Er ist außerdem nicht ganz unbeteiligt am Haß, den der Trompeter Kang Geon-u für klassische Musik empfindet.
Trotzdem sind es ausgerechnet der junge Geon-u und die mittelmäßige Geigenspielerin Ru-mi, die es mit den Allüren des Dirigenten aufnehmen und gegen dessen Willen Einfluß auf sein Leben nehmen.
Kommentar:
„Beethoven Virus“ war 2008 eine recht populäre Serie in Südkorea, die sich nicht nur hoher Zuschauerzahlen erfreute, sondern auch Cast und Crew zahlreiche Preise bescherte. Das ist nicht sonderlich verwunderlich, denn während viele, viele koreanische Serien nach Schema F verlaufen, ist Beethoven Virus ein klein wenig anders. Zwar kennt man die Geschichte vom berühmten Dirigenten, der sich mit einem kleinen Provinzorchester bzw. hier Amateurorchester herumschlägt schon zu Genüge, jedoch fängt Beethoven Virus da an, wo Filme dieser Thematik normalerweise aufhören: Das grandiose Konzert, das der Dirigent mit dem Orchester auf die Beine stellt, bildet nicht den abschließenden Höhepunkt der Geschichte, sondern die Serie schildert viel mehr das „Danach“. Man könnte fast sagen, sie befaßt sich mit dem Anfang vom Ende.
Auch das übliche Liebesdreieck, nimmt in „Beethoven Virus“ manchmal Wege, die man selten in anderen Serien gesehen hat und ich war mir manchmal nicht sicher, mit wem unsere weibliche Hauptfigur am Ende eigentlich zusammen sein wird (ich werde es jetzt auch nicht verraten, aber ich war mit der Lösung zufrieden). Zudem besteht es nicht zum Selbstzweck, sondern die amourösen Entwicklungen sind ein wichtiger Teil, der Einfluß auf das Verhältnis der beiden Geon-us nimmt, deren unterschiedliche Ansichten und Charaktere einen großen Teil des Plots ausmachen, da die „Clash“s, die daraus resultieren, die Entwicklung und das Handeln der Hauptfiguren determinieren.
Aufgebaut ist „Beethoven Virus“ eigentlich fast mehr in Episoden als in einer auf einen einzigen Höhepunkt zulaufenden Erzählung. Bei diesen „Episoden“ stehen nicht immer die Hauptfiguren im Vordergrund, sondern oft sind es die Geschichten der Nebenfiguren, die hier erzählt werden (die natürlich aber mit der Geschichte der Hauptfiguren verbunden sind und dadurch nicht von der Thematik wegführen). Das hat den Vorteil, das ein sehr breites Spektrum an Problemen aufgezeigt wird, die das Spielen in einem Orchester (sowohl in einem Berufs- als auch in einem Amateurorchester) mit sich bringt: Sei es nun die finanziellen Schwierigkeiten, die Abhängigkeit von der Politik, Zeitaufwendigkeit, das besonders für Korea geltende Motto „Prestige über Können“ usw. usw.: Alles findet seinen Platz! Dabei sind manche Geschichten auch mehr persönlicher Art, so daß das Emotionale in der Serie nicht zu kurz kommt.
Interessanterweise führen übrigens nicht alle diese Episoden und Geschichten zum Happy End. Und noch überraschenderweise werden die „Nicht Happy End“ selten dazu genutzt, um mit allzu bittersüßen, melodramatischen Elementen, große Heulorgien auszulösen.
Da eine relativ große Anzahl Leute in „Beethoven Virus“ eine wichtige Rolle spielen, ist es natürlich wichtig, daß die Besetzung bis zu den kleinsten Figuren stimmt. Man hat sich hier auf eine Mischung aus alten Hasen und vielversprechenden Newcomern verlassen und dieses Konzept ist auch aufgegangen: Die Schauspieler leisten allesamt großartige Arbeit!
Kim Myeong-min spielt seine Figur mit starkem Charisma und Lee Ji-ah und Jang Geun-seok beweisen einmal mehr, das auf ihnen nicht umsonst die Hoffnung für die Zukunft liegt. Und an Nebendarstellern kenne ich tatsächlich nur noch The World That They Live In, das schauspielerisch genauso viel (evtl. sogar ein wenig mehr) zu bieten hätte.
Mir hat es in dieser Serie vor allem Hyeon Jyu-ni als ”Hayden” angetan. Ich hatte vorher nie etwas von dieser jungen Dame gehört, aber ich habe jede Sekunde genossen, die sie auf dem Bildschirm zu sehen war. Ich bin sogar am Überlegen, ob ich nicht doch IRIS anschauen soll, denn anscheinend spielt sie da auch mit…
Gestört hat es mich persönlich aber ein wenig, daß ich mich schon wieder mit einer „lustigen“, überzogenen, comichaften Figur herumzuschlagen hatte. Nun ja, die Koreaner lieben diese Figuren wohl einfach und man muß da wohl ein wenig mit einer „Augen zu und durch Mentalität“ herangehen.
Zum Abschluß bleibt dann nur noch zu sagen, daß es angenehm war, daß aufgrund der Thematik relativ wenig Popsongs zur Hintergrundmusik von „Beethoven Virus“ zählten. Hauptsächlich war es ein Song von Tae-yeon, was für mich angenehm war, da ich Tae-yeon Lieder als Soundtracksongs von Serien noch ganz hinnehmbar finde.
Bei der Verwendung der klassischen Stücke hat man sich verständlicherweise vor allem auf die sehr eingängigen besonnen. Für Fans von klassischer Musik könnte das eventuell ein wenig ärgerlich sein.
Dafür hat derjenige, der sie arrangiert hat, sich zum Teil von seinem Sinn für Humor leiten lassen, was ich persönlich dann auch ganz amüsant fand.
So, wie sich aus diesem langem Kommentar wahrscheinlich problemlos herauslesen läßt, halte ich „Beethoven Virus“ nicht für „Stangenware“, sondern für eine empfehlenswertere Serie, die mich auch persönlich sehr angesprochen hat.
P.S.: Ich habe übrigens sehr lange gebraucht, um zu kapieren, daß der Hund „Toven“ nach Beethoven benannt ist. Der Groschen ist erst gefallen, nachdem ich gemerkt habe, daß im Koreanischen die Silben des Namens anders zusammengefaßt werden als bei uns und das H ganz wegfällt (auf koreanisch ist es so: Be-to-ven).
P.P.S.: Die Serie ist englisch untertitelt als US-Box bestehend aus 7 DVDs erschienen, das man über amazon.com und amazon.co.uk beziehen kann. Die Bildqualität der DVDs ist jedoch nicht ganz zufriedenstellend.
Maestro Kangs kaltschnäuziges Verhalten...
...sorgt bei Geon-u und Ru-mi für Erstaunen, ...
... während der Rest des Orchesters dann doch lieber auf der Straße spielt?
Musikvideo „Deulli nayo“ 들리나요 (Can You Hear Me?) von Tae-yeon 태연:
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