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Verfasst am: Mi März 24, 2010 15:28 Titel: Belle de Jour |
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Belle de Jour
(Frankreich 1967)
Regie: Luis Bunuel
Drehbuch: Luis Bunuel und Jean-Claude Carrière
DarstellerInnen: Catherine Deneuve, Jean Sorel, Michel Piccoli, Geneviève Page
Spielfilmlänge: 96 min.
FSK: 16
Belle de Jour (Catherine Deneuve) ist eine junge Frau Anfang zwanzig, die in einem der besseren Etablissements der Stadt Paris arbeitet und das auch erst seit kurzem, auch nicht an jedem Tag, nur an manchen und das auch nur bis fünf Uhr nachmittags. An ihrem ganzen Auftreten, ihrer überaus teuren und geschmackvollen Kleidung, dem Wert des von ihr getragenen Schmucks, überhaupt anhand ihrer ganzen Erscheinung kann man ersehen, dass es nicht wegen des Geldes oder des vermeintlichen Spaßes ist oder weil sie etwa von jemanden dazu gezwungen würde, weshalb sie diese Art von Tätigkeit nachgeht.
Was niemand in diesem Etablissement zu ahnen und schon gar nicht zu wissen scheint, ist, das Belle de Jour, die im wirklichen Leben Séverine heißt, die Ehefrau eines jungen, sehr gut aussehenden und überaus erfolgreichen Arztes ist. Beide leben, samt Dienstmädchen, in einer großen und luxuriös eingerichteten Wohnung und zu ihrem Bekanntenkreis gehören Menschen (z.B.: Henri Husson , der von Michel Piccoli gespielt wird), die so reich sind, dass sie nicht arbeiten gehen müssen und allem überdrüssig, müßig, in den Tag hinein leben.
Séverine liebt ihren Mann (Jean Sorel) über alles, doch weist sie seine liebevollen Zärtlichkeiten zurück. In ihren Träumen verleiht sie ihm eine Rolle, die er im wirklichen Leben ihr gegenüber nicht einnehmen kann und es wohl auch nicht wollen würde.
Alles eskaliert, als Marcel (Pierre Clémenti), einer der Kunden Belle de Jours, von raubtierhafter und animalischer Natur, sich in sie verliebt und meint, seine „Besitzansprüche“, ihr gegenüber und vor allem gegenüber ihrem Mann, mit allen Mitteln durchsetzen zu müssen.
Vordergründig scheint es Bunuel in seinem Film Belle de Jour um die Darstellung einer sexuellen Obsession zu gehen, die von Séverine vor allem in ihrer Phantasie ausgelebt wird (im Film ist es am Anfang nicht immer leicht, zu unterscheiden, was nun Phantasie und was Wirklichkeit ist). Doch habe ich denn Verdacht, dass es dem Regisseur hintergründig um die Demaskierung seines Lieblingsobjektes geht (quasi dem obskuren Objekt seiner Begierde), den Schleier des Scheines zu lüften, den die Bourgeoisie (wohlhabendes Bürgertum) sich selbst umgelegt hat, um sich damit von anderen abzugrenzen.
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