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Anmeldedatum: 20.02.2007 Beiträge: 405
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Verfasst am: Sa Okt 20, 2007 00:03 Titel: Betty und ihre Schwestern |
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Betty und ihre Schwestern
aka Little Women
Columbia Pictures 1994
Regie: Gillian Armstrong
Kamera: Geoffrey Simpson
Drehbuch: Robin Swicord
Kostüme: Colleen Adwood
Musik: Thomas Newman
DarstellerInnen: Winona Ryder, Gabriel Byrne, Trini Alvarado, Samantha Mathis, Kirsten Dunst, Claire Danes, Christian Bale, Eric Stoltz, John Neville, Mary Wickes, Susan Sarandon, Florence Paterson
“Betty und ihre Schwestern” ist die bis heute aktuellste Verfilmung des berühmten Kinder- und Jugendromans “Little Women“, der gleichzeitig eine Autobiographie der Autorin Louisa May Alcott ist. Zu Beginn der Geschichte befinden sich die Vereinigten Staaten noch in dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861 – 1865). Jo March (Winona Ryder), so der Name der zweit ältesten Tochter der Familie March und Hauptfigur der Geschichte, erzählt die Geschichte ihrer Familie aus der Zeit ihrer Jugend. Vater March, ein ehemaliger Lehrer, kämpft an der Front gegen die Südstaaten; Mutter March (Susan Sarandon) hilft in der Stadt als Krankenschwester und ist gleichzeitig für die Erziehung ihrer vier heran wachsenden Töchter verantwortlich. Meg (Trini Alvarado), die älteste der vier Schwestern, ist sehr hübsch und erwachsen, sie hilft der Familie, indem sie als Privatlehrerin für zwei Kinder aus reichem Hause arbeitet; Jo, die nur ein Jahr jünger als Meg ist, schreibt mit Leidenschaft aller Art von Geschichten und möchte eines Tages Schriftstellerin werden. Jedoch treibt sie ihre Schwestern mit ihrer burschikosen Art manchmal ganz schön in den Wahnsinn; Betty (Claire Danes) ist die vernünftigste aber auch die schüchternste, deshalb geht sie nicht zur Schule und wird stattdessen Zuhause unterrichtet; Amy (jung: Kirsten Dunst) ist die jüngste, die mit ihrer 12 Jahren schon eine richtige Dame sein will; und der reiche Nachbarsjunge Laurie (Christian Bale), der sich schnell mit Jo angefreundet hat und für alle wie ein Bruder ist, sorgt für noch mehr Abenteuer.
Wie Jo zu Beginn des Films so schön sagt: „Die Not ist in der Tat die Mutter der Erfindung, irgendwie schien unsere Familie, die Familie March, in dieser düsteren Zeit, ihr ganz eigenes Licht zu entfachen.“ Es ist eine Zeit, die für alle nicht einfach ist. Und gerade in dieser Zeit des Verlusts, der Not und in der es noch nicht selbstverständlich ist, dass Mädchen auf die gleiche Art und Weise erzogen werden wie die Jungs, lernen die vier Schwestern ihre Ängste, Freude, Stärken und Schwächen kennen. Während des ganzen Films erleben die Zuschauer das Erwachsenwerden der March-Töchtern und lernen das Alltagsleben der Familie March kennen. Vom ersten Ball, der als Einstieg in die Gesellschaft gilt, auf dem Meg sich den Fuß wegen einem Paar unbequemen Schuhen verletzt; zum Theaterbesuch, bei dem Amy nicht dabei sein durfte und aus Wut und Eifersucht Jos Manuskripte verbrennt, sodass Jo sich hinterher schwört, Amy niemals zu verzeihen; bis hin zur schweren Erkrankung Bettys, die sich nie wieder davon erholt und einige Jahre darauf stirbt aber auch die Vermählung Megs und Amys und die Geburt von Megs Kinder rufen beim Zuschauer Herz erwärmende Gefühle hervor und diese kleinen Geschichten zu etwas ganz Ungewöhnlichem machen.
Nachdem Betty gestorben ist, findet Jo auf dem Dachboden zu ihrer großen Überraschung all die Dinge wieder, die sie längst weggeworfen glaubt, nämlich all die kleinen Dinge, die ihr unwichtig erschien, von kleinen Zeitungsartikeln, die die vier Schwestern aus Zeitvertreib verfasst hatten, bis hin zu kleinen Papierschnipseln, die Jo längst aus ihrem Gedächtnis gelöscht hat. Auf einmal wird die Erinnerung aus jenen Tagen wieder lebendig und Jo beschießt, all diese Geschichten niederzuschreiben, woraus später der Roman geworden ist, der von Generationen gelesen und geliebt wird. Der Film endet an der Stelle, als Jos Roman veröffentlicht wird und Friedrich (Gabriel Byrne), ein deutscher Professor, den Jo aus ihrer Zeit in New York kennen gelernt hat, ihr diese Nachricht überbringt. Gemeinsam beschließen sie eine Schule und eine Familie zu gründen…
Die schauspielerischen Leistungen der DarstellerInnen, insbesondere Winona Ryder und Susan Sarandon, sind alle hervorragend. Man sieht hier auch die noch sehr junge Kirsten Dunst als junge Amy und Christian Bale als verspielter Junge von nebenan. Was mich an der Besetzung ein bisschen stört, ist einmal, dass Claire Danes als die sanfte Betty in ihrer physischen Erscheinung noch größer und kräftiger wirkt als Jo und Vater March älter aussieht als der Großvater von Laurie, welcher im Roman als alter Herr mit weißen Haaren beschrieben wird. Ansonsten ist alles, besonders die Filmmusik und natürlich der Film an sich, wärmstens zu empfehlen. Dieser Film ist einer der wenigen, die ich mir immer wieder anschaue und dessen nie müde werde und welcher oft zu Weihnachten im Fernsehen gezeigt wird. Alle, die ein Herz für Kostümfilme und Familiendramen haben, werden diesen Film lieben.
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