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Masako CineMaster


Anmeldedatum: 27.05.2008 Beiträge: 365
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Verfasst am: So Apr 05, 2009 19:40 Titel: Big Bang Love, Juvenile A |
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Ich habe mir vor zwei Tagen "Big Bang Love, Juvenile A (46 oku nen no koi)" angesehen und bin völlig überrascht und fasziniert worden. Die Filme von Takashi Miike, die ich bis jetzt gesehen hatte, waren bestimmt von Gewalt, schräg, grenzüberschreitend. "Big Bang Love, Juvenile A (46 oku nen no koi)" würde ich als zärtlich, besonders und in Auseinandersetzung mit Gewalt beschreiben. Da mich vor allem die Bilder sehr mitgenommen haben, kommt im Folgenden eine sehr persönliche "Filmbeschreibung in Bildern":
"Big Bang Love, Juvenile A (46 oku nen no koi)" ist ein Film über "traurige, junge Männer" in mehreren Kapiteln, der - ausgehend von einem Mordfall - die klassischen Fragen eines jeden Kriminalromans stellt:
Jun ARIYOSHI, der behauptet Shiro KAZUKI getötet zu haben, beim Verhör
Welchen Hintergrund haben Täter und Opfer?
Wer hat ein Motiv? Und welches?
Welchen Wert hat das Geständnis Juns?
Welche Beweise gibt es?
Das ist das Grundgerüst, aber eigentlich geht es um ganz andere Themen. Die Kindheitserinnerungen Juns - oder besser seine Kindheitstraumata - werden Anfangs des Film - auf dem Hintergrund der Frage "Was für ein Mann willst du werden?" - in einer der schönsten, beeindruckendsten Tanzszenen, die ich je in einem Film gesehen habe, gezeigt:
Der ganze Tanz ist eine Demonstration der Anmut, die in Kraft und Stärke begründet liegt.
Wir sehen die Ohnmacht des kleinem, wahnsinnig dünnen Jun ...
... und die bedrohliche Stärke, des Mannes, ...
... auf den er trifft.
Was ist hier mit ihm geschehen? Was hat es aus ihm gemacht?
Als junger Erwachsener trifft er im Gefängnis auf Shiro. Beide sind wegen Mordes verurteilt.
In dieser Szene fällt auf, was für breite Strecken des Films gilt:
Das "Bühnenbild" ist extrem reduziert, eigentlich wirkt der ganze Film eher wie ein verfilmtes Theaterstück.
Shiro KAZUKI zeigt sich als höchst gewaltbereit.
Jun wirkt eher passiv - hat aber auch seine "Aussetzer".
Der Zuschauer wird mit Bildern, Metaphern, Symbolen konfrontiert:
Der Schmetterling - Symbol der Beziehung zwischen Jun ARIYOSHI und Shiro KAZUKI - oder steht er für die emotionale Seite von Jun?
Die Schmerzen Juns lassen sein Herz bluten.
Jun erinnert sich - Zeit und Raum verschmelzen im Film. Gezeigt wird eher das Innere Juns als harte Fakten - und doch nähert man sich der "Wahrheit".
Die Aztekenpyramide wird ...
... der Rakete gegenüber gestellt.
Himmel gegen All - ungreifbare Sehnsucht gegen eine Welt, die sich anfassen läßt - unsichtbare Realität gegen sichtbare - gibt es eine unsichtbare Realität?
Jun und Shiro kommen sich nahe. Zu nahe?
Werden wir - wenn wir unsere Sehnsüchte und unseren Schmerz zulassen - so verletzlich - schwach wie ein Kind -, dass sie letzlich eine Bedrohung für uns sind in einer Welt der Gewalt?
"Big bang love" ist keine leichte Kost, aber sehr eindrückliche. Reduzierte Bilder und in gewisser Hinsicht auch reduzierte Dialoge - immer wieder sind auch Szenen "zu ertragen", in denen sehr wenig geschieht oder gesprochen wird - haben mich angesprochen und berührt. Bringt man die Bereitschaft mit sich darauf einzulassen, kann einem der Film viel geben.
_________________ Normalerweise sind dem Krieger die Wege des Konfuzianismus, des Buddhismus, der Teezeremonie und des Nô gleichgültig. Wenn aber jemand wirklich einem Weg folgt, wird er Gemeinsamkeiten mit Menschen feststellen, die anderen Wegen folgen. Dabei ist wichtig, dass jeder sich ernsthaft und sorgfältig auf dem Weg seiner Wahl übt.
Miyamoto Musashi (Das Buch der fünf Ringe, Erde)
Zuletzt bearbeitet von Masako am Mo Apr 06, 2009 06:20, insgesamt 2-mal bearbeitet |
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plam CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 676
Wohnort: Jena
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Verfasst am: So Apr 05, 2009 20:32 Titel: |
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Da kann ich Masako bedingungslos zustimmen. Dieser Film ist ein Film, der im Kopf bleibt, das hier ist echtes Kunst und hat wirkt auf mich fast schon wie ein Denkmal, welches sich Miike selbst gesetzt hat.
Ich habe bislang nichts über diesen Film geschrieben, da er schlichtweg derart visuell arbeitet und funktioniert, dass es keine passenden Wörter dafür gibt. Masakos Kritik in Bildern entspricht exakt meinen Gedanken zu diesem Film, pardon: Kunstwerk in bewegten Bildern! _________________ plams DVD-Sammlung
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