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Blessing Bell

 
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Namu
Die CineGLobe Perle


Anmeldedatum: 21.09.2006
Beiträge: 4975
Wohnort: Oferdingen

BeitragVerfasst am: So Apr 29, 2007 10:55    Titel: Blessing Bell

Kôfuku no kane
aka Blessing Bell
Japan 2002





Regie: „Sabu“ (Tanaka Hiroyuki)
Kamera: Nakabori Masao
Musik: Murase Yasuhisa
Screenplay: Tanaka Hiroyuki
DarstellerInnen: Terajima Susumu, Shiomi Sansei, Itao Itsuji, Shinohara Ryoko, Suzuki Seijun, Naomi Nishida


Trailer: *klick*


„Ich erzähl Dir was. Es war total verrückt...“

Ein Mann, Igarashi, geht morgens zur Arbeit, nur um die Fabrik verschlossen und sich selbst arbeitslos zu finden. Orientierungslos läßt er sich einen Tag und eine Nacht durch die Stadt treiben und trifft dabei auf allerhand seltsame Gestalten...





Es ist gar nicht so einfach zu sagen, um was es in „Blessing Bell“ eigentlich geht. Vordergründig bestimmt um eine momentane Depression. Weiter wohl aber auch, um das Leben an sich und den Mut es so zu nehmen, wie es kommt. Die Personen, auf die Igarashi trifft, stecken alle in irgendwelchen Problemen, die sie irgendwie akzeptieren müsse, oder eben auch nicht...
Weiter handelt der Film auch von Zufällen. Und Igarashis Tag ist so voll von Ihnen, daß kein Film sondern nur noch das Leben selbst mit mehr auwarten könnte. Wink
Ich habe leider nur einen anderen Film des Regisseurs Sabu gesehen, aber Zufälle und zufällige Beggebunugen sollen wohl der rote Faden sein, der sich durch all seine Filme zieht.

„Blessing Bell“ ist ein extrem langsamer Film. Er ist sogar noch langsamer, als andere japanische Filme. Schon allein die erste Einstellung, die ein paar Blumen zwischen Eisenbahnlinien zeigt, dauert Minuten, in denen dann die Kamera gemächlich nach oben geführt wird, die Blumen langsam verlassen werden und Straße und Haus in den Blick kommen.

Dafür sind die wenigen Schnitte teilweise von großer Bedeutung, da sie als Ellipsen dienen und eine Verlegung zu einem anderen Ort mit sich bringen oder die Zeit verkürzen. So finden wir uns zum Beisipiel, nachdem wir uns lange an der Ansicht eines Polizisten auf einem Fahrrad erfreuen durften, nach dem Schnitt in der Polizeiwache wieder.

Die übrigens zum Teil wirklich sehr schönen Aufnahmen selbst erwecken stellenweise einen fast surrealistischen Eindruck, obwohl sie eigentlich keine Surrealität darstellen.

Auch das Schauspiel in „Blessing Bell“ ist sehr speziell. Während Igarashi, gespielt von Terajima Susumu (Sonatine, Hana) nur minimale Mimik und Gestik einsetzt und fast den gesamten Film über nicht spricht, spielen die Leute, die er trifft, fast theaterhaft. Sie halten lange Monologe und bentzen Mimik und Gestik verstärkt. Dadurch wird Igarashis Beobachterposition deutlich hervorgehoben.

Musik wird nur gegen Ende des Film eingesetzt.

Trotz seiner Langsamkeit und des weitgehenden Verzichts auf Musik und Dialoge wird „Blessing Bell“ nicht langweilig. Igarashi fängt schnell die Sympathien des Publikums ein und die Anteilnahme, die man für ihn empfindet, läßt einen, bis zum doch irgendwie ungewöhnlichem Ende, problemlos durchhalten.





Ich hatte die Sabu-DVDs eigentlich nicht wegen „Blessing Bell“, sondern wegen „Monday“ gekauft. Lustigerweise hat mich „Blessing Bell“ aber dann viel mehr beeindruckt. „Monday“ ist auch besonders, einerseits durch seine Absurdität, andereseits durch die ebenfalls offenen Interpretierbarkeit. Aber „Blessing Bell“ bezaubert durch seine Einfachheit, was ich persönlich sehr ansprechend finde, und durch die surreale Darstellung von Realität, oder die reale Darstellung von Surrealität? Wer weiß das schon...
Auf jeden Fall hat sich der Film in den oberen Teil der Liste meiner Lieblingsfilme geschlichen! Very Happy

Meines Erachtens wird „Blessing Bell“ auch oft unterbewertet, und ich habe den Eindruck, daß das daher rührt, daß er eben vielen doch einfach nur zu langsam ist... Sehr schade!


2 DVD-Set Sabu Double Feature (Monday und Blessing Bell)
rem - Rapid Eye Movies
Digipak
Laufzeit Monday FSK 16: ca. 98 min
Laufzeit Blessing Bell FSK 12: ca. 88 min
Bildformat Monday: 1.77:1 anamorphic widescreen
Bildformat Blessing Bell: 1,85:1 anamorphic widescreen
Audio Monday: Deutsch DD 5,1; Japanisch DD 2.0
Audio Blessing Bell: Japanisch DD 2.0
Untertitel: Deutsch
Extras: Trailer; zusammengefaltetes Wendeposter

Die DVDs, wenn sie auch in einem hübschen, stabilen Digipak stecken, sind wirklich sehr spärlich ausgestattet.


Weitere Filme von Sabu bei cineglobe:
Blessing Bell
Drive




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