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Brügge sehen...und sterben?

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plam
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BeitragVerfasst am: Fr Mai 23, 2008 08:33    Titel: Brügge sehen...und sterben?

Nach gestriger "Begutachtung" dieses von mir mit hohen Erwartungen verbundenen Films will ich nun hier meine Eindrücke zum Besten geben.

Ken und Ray sind Auftragskiller, die von ihrem Boss Harry aus fragwürdigen Gründen ins belgische Brügge geschickt werden. Zunächst scheint es, als sollten beide nach einem durch Ray verursachten Fehler in dem verschlafenen Touristenort untertauchen und auf weitere Anweisungen von Harry warten. Doch schon mit dieser Aufgabe ist zumindest Ray nicht zufriedenzustellen. Während Ken sich ganz mustergültig als Tourist von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit bewegt, taucht Ray ins Nachtleben ein, vergnügt sich die Zeit mit einer drogendealenden Gelegenheitsdiebin, feiert Kokspartys mit Zwergen und legt sich mit Jedem an, der ihm dumm kommt. Dabei will er doch im Grunde nur Eines: Endlich raus aus diesem Kaff. Dann plötzlich meldet sich Harry und teil Ken seinen nächsten Auftrag mit: Er soll Ray töten...

Der Film ist unter der Regie von Martin McDonagh entstanden und ist gleichsam dessen Regiedebüt, zumindest fast. Denn genau genommen hat McDonagh ja schon einen Oscar, den er jedoch für einen Kurzfilm (2006: "Six Shooter") bekommen hat. BRÜGGE SEHEN...UND STERBEN? ist nunmehr sein erster abendfüllender Spielfilm. Und was für Einer!

Die Wahl der Darsteller erweist sich als absoluter Glücksgriff, allen voran Colin Farell, dessen Schauspiel eine wahre Freude ist. Auch der ziemlich spät auf der Leinwand auftauchende Ralph Fiennes geht voll und ganz in seiner Rolle als stetig fluchender Harry auf. So hat man Fiennes mit Sicherheit noch nicht erleben dürfen. Daneben kann aber auch, der mir bislang unbekannte Brendan Gleeson, als Rays Kumpel Ken durchweg überzeugen.

Eines war ja gerade schonmal angedeutet: das Fluchen. Geflucht wird wahrlich ungemein viel. So muss nicht nur der entnervte Harry seinem Unmut lautstark verbal Luft machen, sondern allen voran natürlich auch Ray, dem die Kulturausflüge seines Freundes mächtig gegen den Strich gehen. Was unter dem Fluchen entsteht, sind unzählige aberwitzige Wortspiele, Metaphern und schlichtweg saukomische Dialoge, die den Film in keiner Sekunde langweilig werden lassen.

Doch BRÜGGE ist nicht nur ein Film zum Lachen, denn er schlägt oft, völlig unvermittelt und direkt, melancholische und teilweise zutiefst traurige Töne an. Der Fehler, den Ray begangen hat, lässt ihn nicht los. Ebenso wird Ken zunehmend zerissen von der Frage, ob er als Profi Harrys Auftrag durchführen muss, oder ob er Ray das Leben retten sollte.

Aber so ernst der Film auch in der einen Minute noch ist, so schnell kippt es wieder ins Urkomische zurück. Dann zum Beispiel, wenn Ken Ray erschießen will, dieser jedoch, ob seines schlechten Gewissens wegen des verpatzten Auftrags sich selbst töten will. Der Killer soll also einen suizidgefährdeten Menschen töten - und rettet ihm erstmal das Leben!

Wer sich jetzt immernoch nicht so recht ein Bild von dem Film machen kann, dem seien vergleichsweise Filme ans Herz gelegt, die sich durchaus in einem Atemzug mit BRÜGGE nennen lassen dürfen. Oft genug war in Kritiken zu BRÜGGE zugleich auch der Bezug zu Tarantino zu lesen. Und zweifelsfrei hat BRÜGGE auch Etwas von PULP FICTION, aber irgendwie doch auch auf ganz andere Weise. BRÜGGE versucht nicht einfach nur das coole Gangsterszenario zu kopieren, BRÜGGE ist ein eigenständiger Film. Dennoch dürften Leute, denen PULP FICTION gefallen hat, ihre helle Freude an diesem Film haben. Und nicht zuletzt könnte es wohl auch Tarantino nicht schaden, sich diesen Film mal anzusehen. Vielleicht gibt das seiner eingeschlafenen Kreativität mal wieder neue Kraft.

Ferner erinnert der Film auch an LUCKY#SLEVIN, aber auch nur teilweise. SLEVIN überzeugt ja nicht nur durch seine Darsteller und die ebenfalls coolen Dialoge, sondern vor allem auch durch seine interessante Handlung mit all ihren Wendungen. Solche Wendungen gibt es hier in BRÜGGE nicht, aber dennoch kann der Film locker mit dem Charme und der Coolness der genannten Beispiele mithalten.

Sehr gelungen ist in diesem Zusammenhang schließlich, dass der Film eben diese Vergleiche zu anderen Filmen zulässt und auch nahelegt, aber dennoch kein billiger Abklatsch ist. Immer wieder gibt es Szenen zu sehen, die erfrischend neu daherkommen. Ich verweise nur auf den Showdown, den es in dieser Form sicherlich in noch keinem Gangsterfilm gegeben hat. Mehr sei jedoch nicht verraten, aber es ist einmal mehr saukomisch und unglaublich skurril, was da in BRÜGGE geschieht.

Insofern kann ich abschließend diesen Film unbedingt empfehlen, denn wie ich es auch schon bei LUCKY#SLEVIN feststellte, gibt es auch hier keine Schwachpunkte, die den Film irgendwann einmal weniger sehenswert machen würden. Hier stimmt einfach alles.

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mannen
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BeitragVerfasst am: Fr Mai 23, 2008 20:12    Titel:

Dein Beschreibung von diesem Film erinnert mich irgendwie an Sabu-Filme. In Klartext: muss ich unbedingt mal anschauen.
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阿弥陀佛
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Crenshaw
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BeitragVerfasst am: Sa Mai 31, 2008 11:58    Titel:

so,

ich bins ins kino gegangen, um mir mal eine pause von den ganzen superhelden und dem fetten Hollywood-krawallkino zu gönnen. besser hätte es gar nicht laufen können, denn McDonaghs film ist ein winzig kleiner, grosser film, ganz nach art des europäischen filmemachens.

ich werde hier keine worte mehr zur story verlieren, sondern mich gleich plam anschließen.

der film glänzt mit seinen hauptdarstellern. der eher simpel gestrickte, aber doch iregdnwie liebenswürdige haudrauf Ray, der bedachtsame, nachdenkliche und erfahrene Ken (richtig klasse : Brendan Gleeson (besser bekannt aus Gangs of NY), die kleine drogenbitch Chloe
(Clemence Poesy, zuletzt in der ZDF-produktion "Krieg und Frieden" als Natasha Rostova zu sehen), Ralph Fiennes als sadistischer, aber prinzipientreuer, genervter chefkiller Harry.

BSuS ist ein Jim Jarmusch-ähnliches kammerspiel in kleinen kulissen, das gänzlich auf seinen schneidigen dialogen und seinen darstellern aufbaut.
es tu unhemilich gut zu sehen, dass der sonst macho-artige badboy Colin Farrell aus Alexander und Daredevil hier mal eine probe seiner fähigkeiten zum besten gibt- so schlecht sind diese bei weitem nicht.

so ab mitte des films verliert der film seine seicht-lockere spielart mit schwarzem humor, und absurd-komischen "fuck"-sprüchen, die schon fast vom grossen Dude stammen könnten.er siedelt dann zu überraschend ernsten themen wie ehre, freundschaft, aufrichtigkeit und die fähigkeit, sich am leben allein zu erfreuen. obwohl im ganzen film sanft biblisch angehauchte untertöne untergebracht sind, brechen die barocken vanitas-motive gegens ende aus und verwandeln den düster werdenden film in ein üppiges gemälde mit allegorien und metaphern. es wird aus dem vollen geschöpft, viele interpretationansätze kommen dann in den film, der - interessanterweise- sich dann der frage zuwendet, ob es sachen gibt, für die es sich zu sterben lohnt, gestellt aus einer John Woo-ähnlichen situation der moralischen verwurzelung und offener feindschaft.
zwar bewegen wir uns nach wie vor im milieu von coolen killern, aber dadurch erreicht der film eine ungeahnte tiefe.

waren zu anfang noch die weichen auf einen spassigfen film a ala Snatch gestellt, wird man feststellen müssen, dass es hier um weitaus mehr geht.
ich würde den film eigentlich dem genre der tragikomödie zuordnen, aber dies würde dem zT recht blutigen und spannenden krimi darin nicht gerecht werden.

dieser film ist ein kleines meisterwerk.er ist unterhaltsam, regt zum nachdenken an, und serviert sehr ernste themen mit einem lachenden und einem bitter weinenden auge, schon fast eine "Das Leben ist schon"-leistung.fernab von grossen explosionen und robotern aus dem weltall laufen hier menschen durch einen kleinen ort und bemühen sich um eine gescheite, integere existenz, mehr nicht - und das bewegt.

für mich ist er uneingeschränkt sehenswert, wenngleich der bittere humor wohl nicht jedermanns sache ist. allein die skurrillen figuren, die auch noch in mäanderartigen bildern im neuen licht wiederkommen, sind mit ihren wahnwitzigen dialogen einen besuch wert.vom humor her erinenrt der film tatsächlich frappierend an den witz der Coen-brüder - und ihr hauskomponist Carter Burwell verstärkt diesen eindruck auch noch.

4,5 von 5, naaah, eigentlich 5.die killer-thematik dürfe aber einigen aufs gemüt schlagen und zimperlich ist das ganze auch nicht - damit trifft es aber genau meine vorlieben Wink

Cool Cool Cool Cool Cool
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FrEaKnoT
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BeitragVerfasst am: Sa Mai 31, 2008 12:04    Titel:

verdammt dann muss ich mir tatsächlich noch angucken...zwei guten Kritiken von Crenshaw und Plam...der ist gebongt, hoffentlich läuft der hier im Kino auch -.-*
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plam
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BeitragVerfasst am: Sa Mai 31, 2008 12:06    Titel:

FrEaKnoT hat Folgendes geschrieben:
verdammt dann muss ich mir tatsächlich noch angucken...zwei guten Kritiken von Crenshaw und Plam...der ist gebongt, hoffentlich läuft der hier im Kino auch -.-*


Unbedingt. Ansonsten hast Du Filme nie wirklich lieb gehabt! Very Happy

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Namu
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BeitragVerfasst am: Mi Nov 12, 2008 13:17    Titel:

Der Film kommt übrigens demnächst auf DVD heraus und ist bei amazon schon vorbestellbar.



Klicke hier, um den Artikel bei Amazon.de anzuschauen.
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Nomak
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BeitragVerfasst am: So Mai 17, 2009 18:30    Titel:

hab ihn mir nun dieses WE angesehen und war aufgrund der positiven meldungen überaus positiv eingestellt. leider wurde ich etwas enttäuscht. den wenn hier von PULP FICTION, Snatch und Lucky#Slevin die rede ist stufe ich alle 3 weitaus höher ein als diesen hier. warum? naja eigentlich hat er ja coole dialoge viel witz und auch viel drama! wenn da nicht diese beinah stillen, langatmigen phasen wären. diese ziehen sich teilweise so in die länge das man droht einzuschlafen. wird dann endlich wieder gesprochen(aufgeweckt) ist man froh den dialog nicht verpasst zu haben da dieser wirklich klasse ist.
weiss nicht recht was ich davon halten soll jedoch rate ich jedem: falls du die 3 oben genannten filme noch nicht gesehen haben solltest zieh sie diesem vor!

Rating: 6/10 Punkten
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Zuletzt bearbeitet von Nomak am Mo Mai 18, 2009 07:10, insgesamt einmal bearbeitet
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Seppel
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BeitragVerfasst am: So Mai 17, 2009 19:41    Titel:

Für mich waren gerade die ruhigen Passagen und die beeindruckenden Aufnahmen der Brügger Altstadt das Großartige an dem Film. Neben den von dir angesprochenen Dialogen und dem fantastischen Witz.
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FrEaKnoT
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BeitragVerfasst am: Fr Mai 22, 2009 16:24    Titel:

Fand den Film selten witzig, konfus und insgesamt lahm durch einige Hänger. Einzig Farrel mit seinem ständigem Overacting war herrlich. 2 von 5 Punkten.
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plam
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BeitragVerfasst am: So Mai 24, 2009 19:33    Titel:

Konfus?? Wie kann man diesen Film denn konfus finden?
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