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Chihiros Reise ins Zauberland!

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droppingpenny
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BeitragVerfasst am: Fr Apr 02, 2010 17:49    Titel:

Das war nicht der Sinn des Films, ob Haku und Chihiro sich wiedersehen, ist für die Story vollkommen irrelevant. Der Schlußstrich ist bereits gezogen.

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yun
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BeitragVerfasst am: So Apr 04, 2010 13:27    Titel:

Wie man das Ende des Filmes vielleicht auch sehen kann ...

Haku ist ja ein Flussgott, im Zauberland in der Gestalt eines Menschen und Drachen und in der Welt der Menschen in der Gestalt eines Flusses.

Haku erinnerte sich ja an Chihiro von früher, als sie, noch als kleines Mädchen, in ihn hinein fiel und vom ihm wieder ans Ufer des Flusses gespült wurde (wobei sie einen Schuh verlor). Chihiro hatte an Haku zuerst keine Erinnerung mehr (wie auch, im Zauberreich hatte er ja die Gestalt eines Jungen angenommen), die kam erst bruchstückartig wieder, als sie den vermeintlichen Schlammgott im Badehaus half, seine ursprüngliche Gestalt (der in Wahrheit ein weiterer Flussgott war) wieder anzunehmen (das Badehaus des Zauberreiches als Ort der Reinigung für die einzelnen Shinto- und Naturgötter, vielleicht wenn sie mit der Welt der Menschen in Berührung kamen?).

Chihiro lernte im Zauberreich nicht nur Haku (der für die Natur steht) lieben, sondern auch Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, indem sie ihren Platz im sozialen Gefüge des Badehauses einnahm (soll heißen, die eines Menschen im Verhältnis zu den einzelnen Shinto- und Naturgötter, was im Grunde auf ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen der Natur und der Menschen hinausläuft) und das man etwas dafür tun muss, um dieses Gleichgewicht aufrecht zu erhalten und seine Ziele zu erreichen (Haku zu heilen und ihre Eltern wieder zu Menschen werden zu lassen).

In der Welt der Menschen selbst hat man kein Auge mehr für die Anwesenheit der einzelnen Shinto- und Naturgötter (siehe die steinernen Figuren, die halb verwittert am Straßenrand liegen, an denen sie am Anfang des Filmes auf der Suche nach ihrem neuen Haus mit dem Auto vorbei fuhren), zwar bewundert man die Schönheit der Natur (so wie Chihiros Eltern), doch besitzt man keinen Sinn mehr für die Zusammenhänge (das Verhältnis zwischen Natur und Menschen, was darin gezeigt wird, als Chihiros Eltern an der Imbissbude in ihrer unersättlichen Gier alles in sich hinein stopften und darauf hin in Schweine verwandelt wurden, denn das Essen war ja nicht für sie bestimmt).

Ganz anders dagegen Chihiro, die im Zauberreich so vieles sah, kennen und lieben lernte, was ihre Eltern (die in dieser Zeit in der Gestalt von Schweinen nur fraßen und schliefen), nie zu Gesicht bekamen. Als alles endlich gut ausging verließ Chihiro in Begleitung ihrer Eltern (wieder in der Gestalt von Menschen) das Zauberreich.

Ein offenes Ende?

Chihiro hat etwas für ihr zukünftiges Leben gelernt und als Erwachsene wird sie wissen, wie wichtig es ist, etwas für das Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen der Natur und der Menschen zu tun.

Und da sich nicht wenige der jüngeren Zuschauer mit Chihiro identifizieren, werden sie in Zukunft, wenn sie einmal erwachsen sein werden, (hoffentlich) wissen, was zu tun ist!

Haku besitzt in der Welt der Menschen die Gestalt eines Flusses, ihn und seinesgleichen (mit anderen Worten die Natur) zu schützen, dass wird in den Händen Chihiros und damit auch in den unseren liegen!


Zuletzt bearbeitet von yun am So Apr 04, 2010 13:31, insgesamt einmal bearbeitet
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droppingpenny
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BeitragVerfasst am: So Apr 04, 2010 13:30    Titel:

Sollte man das nicht so sehen? Das Motiv, dass der Held seine Abenteuer vergisst, aber die Erfahrungen die er dabei gesammelt hat nicht, ist doch ein relativ häufig widerkehrendes Motiv in den japanischen Erzählungen, oder?
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yun
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BeitragVerfasst am: So Apr 04, 2010 13:36    Titel:

Ich bin jetzt nur einmal darauf eingegangen, ob man das Ende des Filmes als ein offenes oder nicht offenes betrachten kann ...
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droppingpenny
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BeitragVerfasst am: So Apr 04, 2010 13:40    Titel:

Naja wie gesagt, ich stimme da ja mit dir überein, das Ende ist auf keinen Fall offen. Wink
Die Frage wollte ich trotzdem noch mal loswerden.

Wobei ich denke, dass der ganze Film auch darüber war, dass Chihiro lernt ihren Instincten zu vertrauen: Sie isst z.B. das Esssen nicht mit ihren Eltern, und will anfangs auch nicht in den Tunnel rein. Am Ende hat sie aber kein Problem mehr zu erkennen, dass ihre Eltern nicht unter den Schweinen sind.

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yun
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BeitragVerfasst am: So Apr 04, 2010 13:51    Titel:

Der Tunnel (der vielleicht für eine neue Erfahrung steht) stellt ja für niemanden eine Gefahr dar (dennoch muss man, um eine neue Erfahrungen machen zu können, erst einmal seine Angst vor dem Unbekannten überwinden) ... das Essen selbst ... steht symbolisch für etwas was einem nicht gehört (es war ja auch für die Shinto- und Naturgötter gedacht), weil es aber über alles verlockend ist und Begehrlichkeiten weckt ... und weil man glaubt, mit Geld alles bezahlen zu können ... stopfen sich Chihiros Eltern alles in sich hinein ... Chihiro dagegen weiß, dass man ungefragt sich nichts nehmen darf (der Mensch nimmt sich in der Natur in der Regel ja alles ungefragt und bezahlt früher oder später dafür ... aber nicht mit seinem Geld) ... Chihiro besitzt im Gegensatz zu ihren Eltern noch einen Sinn für ... Grenzen (fällt mir jetzt im Augenblick kein besseres Wort dafür ein) ...
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droppingpenny
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BeitragVerfasst am: So Apr 04, 2010 14:01    Titel:

Du darfst, aber auch nicht vergessen, dass Myazaki die "Modernen Eltern" kritisiert:
Wenn auf die aufforderung langsamer zu fahren, der Vater antwortet er habe ja einen 4 Rad Antrieb, der Vater sich auch sicher ist, alles mit seiner Kreditkarte zu regeln.Und die Mutter das auch nicht in Frage stellt. Die Eltern sind die Ersten die in den Tunnel reingehen, und diejenigen die in Schweine Verwandelt werden, weil sie eben es nicht besser wissen. Chihiro ist hingegen noch ein unbeschriebenes und reines Blatt.
Der verlassene Freizeitpark, soll die Wegwerfmentalität der Menschen Symbolisieren und ist gleichzeitig eine Kritik dafür, dass die Alten Götter, die in diesem Fall die Natur Symbolisieren nicht mehr respektiert werden. Ok das war jetzt nicht schwer herauszufinden, da in jedem Myazaki Film eine Message über die Natur Versteckt wird (ausser Porco Rosso, Kiki's kleiner Lieferservice, und Whisper of the Heart), trotzdem war sie in SA nicht so offensichtlich wie in Mononoke-hime.
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yun
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BeitragVerfasst am: So Apr 04, 2010 14:09    Titel:

Stimmt, Chihiros Eltern stehen für die Gegenwart, in der mit einem Auto mit 4 Rad Antrieb und Geld alles machbar zu sein scheint.

Chihiro dagegen steht für eine mögliche Zukunft, sie war es, die im Zauberreich einem vermeintlichen Schlammgott (der in Wirklichkeit ein Flussgott war), seine ursprüngliche Gestalt wieder gab (ihn also vom Müll und Unrat und Abfall der Menschen befreite, die sie in den Fluss warfen) und zum Dank dafür von ihm eine Kräuterkugel bekam (die die Kraft der Heilung besaß).

Und Chihiro wird in der Welt der Menschen ihr Wissen um die Zusammnehänge auch umsetzen.
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droppingpenny
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BeitragVerfasst am: So Apr 04, 2010 14:18    Titel:

Wobei, das eher dieses unbewusste Wissen sein wird, da sie sich offensichtlich nicht mehr an die Götter selbst erinnert. Wink
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yun
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BeitragVerfasst am: So Apr 04, 2010 14:28    Titel:

droppingpenny hat Folgendes geschrieben:
Wobei, das eher dieses unbewusste Wissen sein wird, da sie sich offensichtlich nicht mehr an die Götter selbst erinnert. Wink


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