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I'm a Cyborg, but that's O.K.

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Namu
Die CineGLobe Perle


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BeitragVerfasst am: Do Dez 07, 2006 17:17    Titel: I'm a Cyborg, but that's O.K.

Cyborgjiman gwaenchanha
싸이보그지만 괜찮아
aka I'm a Cyborg, but that's O.K.
Südkorea 2007





Regie: PARK Chan-wook
Kamera: CHUNG Chung-hoon
Drehbuch: PARK Chan-wook, JEONG Seo-gyeong
Musik: JO Young-wook
Kostüme: CHO Sang-kyung
DarstellerInnen: LIM Soo-jung, JUNG Ji-hoon (Rain - 비), OH Dal-soo. PARK Joon-myeon, LEE Yong-nyeo





„The purpose of life is...“

Young-gun ist ein Cyborg. Das ist zumindest ihre Meinung. Nach einem Unfall bei einem Energieladevorgang, der auf ihr Umwelt wie ein Selbstmordversuch wirkt, wird sie in ein Heim für psychisch kranke Menschen gebracht. Dort trifft sie auf den Masken tragenden Il-soon, einen äußerst begabten Dieb, der nicht nur in der Lage ist, Wochentage zu stehlen, sondern auch Fähigkeiten und Charakterzüge anderer Leute. Nachdem Young-gun ihn bittet, ihre Sympathie zu stehlen, entwickelt er Interesse an der jungen Frau. Schon bald ist Il-soon gezwungen, all seine Talente einzusetzen, um Young-gun vor dem Hungertod zu bewahren, denn diese weigert sich, andere Nahrung als Batterien zu sich zu nehmen...





Als Park Chan-wook WÄHREND des Drehs zu Lady Vengeance bekannt gab, er wolle als Nächstes einen Vampirfilm mit dem Titel „Fledermaus“ bzw. Evil Live drehen, überraschte das Niemanden. Seine Ankündigung NACH Lady Vengeance, er würde zuvor doch noch eine romantische Komödie drehen, tat es hingegen um so mehr.
Ursprünglich als Low-Budget Film geplant, entwickelt sich „I'm a Cyborg, but that's O.K” bald zu einer kommerziellen Produktion, oder vielleicht eher zu dem, was Park Chan-wook unter einem kommerziellen Film versteht?

Eines ist nach dem Genuß des Films auf jeden Fall klar: „I'm a Cyborg, but that's O.K“ ist keine vollkommene Abkehr von Park Chan-wooks vorherigem Schaffen und das nicht nur, weil „Rache“ wieder als kleines Unterthema auftaucht Wink. Der Film - zum ersten Mal wurde hier in einem Park Chan-wook digitale Kamera verwendet - weist wiederum einen Hang zu cinematographischem Perfektionismus auf.
Wieder wurde viel Wert auf Ausstattung, Kostüme, Settings, sowie deren Abstimmung aufeinander geachtet. Natürlich mit dem Unterschied, daß dieses Mal alles knallig bunt und pastellfarben ist.
Errhalten blieb uns auch der ungewöhnliche Einsatz von Musik. Eine Mischung zwischen Ragtime, ¾ Takt Alpenmusik komplett mit Jodeln und einer umgedichteten Version von „Stille Nacht, heilige Nacht“ ist nicht gerade das, was man von einer romantischen Komödie erwartet (Genauso, wie man ja auch nicht in Oldboy erwartet hatte, Folterszenen mit Vivaldis Vier Jahreszeiten untermalt zu sehen...). Übrigens hat mir die Jodelszene, gesungen von Hauptdarsteller Jung Ji-hoon, vor Filmbeginn Angst und Schrecken bereitet, da ich mir nicht vorstellen konnte, wie man so etwas in einen Film einbauen kann, ohne daß es peinlich wirkt. Tatsächlich fügte sie sich aber, wie auch der Rest der Musik, sehr gut in den Film ein.

Von der Thematik her könnte man „I'm a Cyborg, but that's O.K.“ als anthropologischen Film bezeichnen. In der Nicht-realen Nervenheilanstatt setzen sich die PatientInnen, die auf nichtreale Weise an manchmal doch irgendwie sehr realen Krankheiten leiden mit Urmenschlichem, wie Verlustängsten, Suche nach Stabilität und Kontrolle und Verlust derselbigen, sowie damit verbunden, der Suche nach dem Sinn der Existenz, der Suche nach Identität, mit Tot und Geburt auseinander...
Die Themen werden angeschnitten, Lösungen zum Glück aber nicht präsentiert, geht es hier doch um Fragen und Ängsten, bei denen man Lösungen und Antworten auch nicht von Anderen aufgedrängt bekommen kann.

Übrigens machen es die Nichrealen Teile des Film einem zu Beginn nicht gerade leicht, sich in den Film einzufinden. Zwar erfreut man sich an den Bildern und den Ideen, aber bis man etwas tiefer in den Film vorgedrungen ist, ist man doch versucht zu fragen: was soll das alles eigentlich? Die Erzählweise, die vieles erst in Rückblenden erklärt und am Anfang gar mehrere Geschehenisse übereinandergelagert darstellt, erleichtert einem das natürlich auch nicht und fordert zudem noch Geduld und Aufmerksamkeit vom Zuschauer.
Später, wenn man mit den Figuren etwas mehr vertraut ist, fällt es einem aber zusehends leichter dem Film zu folgen.

Zum Schluß möchte ich mich noch zu den DarstellerInnen äußern. Die Hauptcharaktere wurden von Lim Soo-jung (vielen bekannt als ältere Schwester in A Tale of Two Sisters) und Jung Ji-hoon gespielt. Lim Soo-jung war in dieser Rolle schlicht und ergreifend großartig! Sie wirkt so unheimlich verletzlich, daß ich beim Zusehen wirklich Angst um sie bekam! Auch von Jung Ji-hoon war ich angenehm überrascht. Man ist ja immer skeptisch, wenn berühmte Popstars auf der Leinwand auftauchen. Aber hier muß ich sagen, daß er mir als Schauspieler wesentlich besser gefällt als als Sänger. Wink
Die Leistungen der NebendarstellerInnen fand ich leider etwas durchwachsen. Viele Rollen waren sehr gut besetzt, aber einige, wie die Ärztin und Young-guns Mutter, konnten nicht immer überzeugen.
Man sollte ihnen aber zu Gute halten, daß diese halb-wirklich-halb-unwirklichen Rollen auch nicht einfach zu spielen waren.





Viele Leute waren von diesem Film nicht sehr überzeugt, in Korea selbst wurde er sogar nach nur zwei/drei Wochen völlig aus dem Kino genommen, aber mir selbst hat er ganz gut gefallen, habe ihn auch in der Zwischenzeit mehrmals angeguckt und ich kann daher obige Reaktion schwer nachvollziehen. Vielen war es wohl nicht möglich, sich mit den Hauptchrakteren zu indentifizieren. Eventuell könnte das daran ligen, weil diese sich etwas den filmischen „Archetypen“ entziehen?
Auf jeden Fall würde ich empfehlen, den Film vor Kauf erst einmal anzuschauen!

Übrigens hat Cyborg von allen Park Chan-wook Filmen den höchsten Bodycount. Wink

“I’m a Cyborg, but that’s OK” hat auf der diesjährigen Berlinale den Alfred-Bauer Preis für neue Perspektiven in der Filmkunst gewonnen.





Korea 2-Disc Special Edition
CJ Entertainment / Bear Entertainment
R3 / NTSC
Keep Case
Laufzeit laut Cover: 105 min
Bild: 1.85:1 anamorphic widescreen
Ton: Koreanisch DD 5.1 Surround
Untertitel: Koreanisch, Englisch
Extras: Audiokommentare, Interviews, Deleted & Alternate Scenes, Cyborg & Antisocial, Über Romantische Komödien, Über die Arbeit mit der Digitalkamera, Über die Berlinale, Director’s Choice, Teaser, Trailer


Eine deutsche DVD wird Mai 2008 erscheinen. Sie ist bereits bei amazon vorbestellbar, dort gibt es auch den dt. Trailer anzusehen. (Link siehe unten!)


Weitere Filme von Park Chan-wook bei Cineglobe:
Lady Vengeance
Oldboy
Thirst







Klicke hier, um den Artikel bei Amazon.de anzuschauen.


Zuletzt bearbeitet von Namu am Mi Jun 03, 2009 17:25, insgesamt 20-mal bearbeitet
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Namu
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BeitragVerfasst am: So Jan 07, 2007 19:51    Titel:

Kleines Update:

Der Film hat es geschafft, nach nur 2 Exclamation Wochen aus dem Kino genommen zu werden.

Mich hat das jetzt noch neugieriger gemacht als vorher:
Ist der Film einfach so schlecht?
Oder ist er dem koreanischen Publikum doch zu avantgardistisch, wie einige der Kritiker schon vorher vermutet hatten?
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Tribun
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BeitragVerfasst am: Fr Feb 02, 2007 09:03    Titel:

Hat den keiner gesehen? Würde mich echt Interessieren.
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Namu
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BeitragVerfasst am: Fr Feb 02, 2007 10:03    Titel:

Tribun hat Folgendes geschrieben:
Hat den keiner gesehen? Würde mich echt Interessieren.


Eher unwahrscheinlich, da müßte man ja gerade in den zwei Wochen in Korea gewesen sein, in denen er dort lief und zu dieser Zeit auch noch ins Kino gegangen sein.

Es kann jetzt aber nicht mehr so lange dauern, bis die Korea-DVD rauskommen wird. Gibt zwar noch keinen Erscheinungstermin, aber erfahrungsgemäß dürfte das jetzt höchstens noch zwei Monate dauern.
Wenn der Erscheinungstermin bekannt gegeben wird, dann werde ich das natürlich hier posten.


Da ich die DVD auf jeden Fall bestellen werde, kann ich auch versprechen, etwas darüber zu schreiben, nachdem ich den Film gesehen haben werde.


Falls ihn aber doch schon jemand gesehen haben sollte, würde mich das natürlich auch sehr, sehr, sehr interessieren!
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Namu
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BeitragVerfasst am: Di Feb 06, 2007 09:46    Titel:

Wer I'm a Cyborg, but that's o.k. sehen will, kann das auf der diejährigen Berlinale tun. Er wird da in der Wettbewerbskategorie laufen und Park Chan-wook wird wahrscheinlich mit beiden Hauptdarstellern anreisen.

Ich wäre gerne hingegangen, habe aber die nächsten zwei Wochen einen Berg Klausuren am Hals und daher keine Zeit für eine Reise ans andere Ende von Deutschland.

Schade! Crying or Very sad
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Namu
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BeitragVerfasst am: Di Feb 13, 2007 08:58    Titel:

Ein ziemlich ausführliches englischssprachiges Interview mit Park Chan-wook zu "I'm a Cyborg, but that's o.k." gibts *hier* .
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Namu
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BeitragVerfasst am: So Feb 18, 2007 15:42    Titel:

"I'm a Cyborg, but that's o.k." hat auf der diesjährigen Berlinale den Alfred-Bauer-Preis gewonnen:

http://www.berlinale.de/de/das_festival/preise_und_juries/preise_internationale_jury/index.html

Der Preis wird an Filme verliehen, die neue Perspektiven in der Filmkunst eröffnen.
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Namu
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BeitragVerfasst am: Do Apr 12, 2007 06:59    Titel:

Die Korea DVD wird vorraussichtlich Mitte Mai erscheinen.
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Namu
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BeitragVerfasst am: Fr Jun 01, 2007 15:45    Titel:

So, da ich ja den Film in der Zwischenzeit (mehrmals) gesehen habe, habe ich mal mein erstes Post, also das erste Post des Threads zu einer Review ergänzt.
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Namu
Die CineGLobe Perle


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BeitragVerfasst am: Di Jun 26, 2007 09:51    Titel:

Wenn jemand im Rhein-Neckar-Gebiet wohnt:

Der Film läuft am 28.06. in Mannheim im Cinema Quadrat.
Er wird in OV mit englischen Untertiteln gezeigt.
Besser, aber vorher nichts auf der Webseite von Cinema Quadrat darüber lesen. Die haben intelligenterweise den gesamten Film inkl. "Clou" gespoilert. (Ich hab da auch versucht hinzuschreiben und mich zu beschweren, aber natürlich funktioniert die Emailadresse an die man so etwas richten soll nicht! Evil or Very Mad)

Übrigens ist der Film hier FSK 18. Das wundert mich etwas. Ich hab mal in der Pädagogischen Hochschule einen Kurs zu dem Vergeben von Altersfreigaben bei Filmen besucht und da haben wir gelernt, daß preisgekrönte Filme in Deutschland im zweifel mit der FSK etwas runtergehen müssen, weil bei uns Kunst nicht zensiert werden darf. Ich weiß auch, daß das bei der FSK-Vergebung zu Pulp Fiction eine Rolle gespielt hat.

Cyborg hat ja eigentlich den Alfred Bauer Preis gewonnen...
Komisch...

In Korea war er ab 12 Jahren. Und bei denen ist doch sonst alles ab 18, was bei uns ab 16 ist...

Die FSKs sind eines der goßen Rätsel der Menschheitsgeschichte... Wink
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