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Dark Floors

 
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Kittie
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Anmeldedatum: 20.09.2006
Beiträge: 932
Wohnort: Gegenerde

BeitragVerfasst am: Do Nov 18, 2010 22:49    Titel: Dark Floors



Regie: Pete Riski

Darsteller: Bandmitglieder von Lordi, Skye Bennett, Noah Huntley,
Dominique McElligott, Ronald Pickup, Philip Bretherton

Story:

Ben will seine Tochter Sarah aus dem Krankenhaus bringen, denn er
denkt, dass seine Tochter nicht die bestmögliche Behandlung aufgrund der
Ratlosigkeit der Ärzte bekommt. Als er sie mitten in der Nacht
wegbringen will, wird er von der Krankenschwester Emily vor einem Aufzug
entdeckt. Sie will ihn davon abhalten seine Tocht wegzubringen, aber es
gelingt ihr nicht und sie betritt mit den Aufzug und es gesellen sich
auch ein Wachmann, ein Vertreter (?) und ein alter Mann. Als die kleine
Gruppe mit dem Aufzug nach unten fährt, kommt es zu technischen
Problemen und sie bleiben stecken. Als das System wieder zu
funktionieren scheint und sich die Aufzusgtür öffnet, findet die Gruppe
sich zwar wieder im Krankenhaus, aber es ist scheinbar verlassen.
Anfangs treffen sie auf keine anderen Menschen. Erst später sollen sie
auf Entstellte, Leblose und Monster treffen und allein Sarah weiß was es
mit den seltsamen Geschehnissen auf sich hat.

Kommentar:

So viel erstmal zur Zusammenfassung von diesem Film. Es mag erstmal
etwas schlicht klingen, aber Dark Floors hat einiges zu bieten und
weißt auch ein paar Besonderheiten auf. Das offensichtlichste ist wohl
das dieser Film von und mit Lordi ist. Denn die Idee zum Drehbuch
stammt von Mr.Lordi selbst und später umsetzen durfte es der Regieneuling
Pete Riski. Hinzu kommt hier auch noch, dass es sich um den teuersten
finnischen Film aller Zeiten handelt. Es stand ein Budget zur Verfügung
von etwas mehr als 4 Millionen Euro. Für eine Mainstream-Hollywoodproduktion
wäre das nichts, aber für unsere europäischen Verhältnisse ist dies schon
verdammt viel. Dann schauen wir uns doch mal an wie gut das Geld investiert
wurde.

Ich weiß nicht wie sie es geschafft haben, aber gleich von Anfang an
ist die Spannung schon auf einen hohen Niveau. Der Film läuft gerade mal
ein paar Minuten und schon ist man sofort gefesselt von der Atmosphäre.
Es kann gut daran liegen, dass die Geschichte in einem Krankenhaus
spielt und Krankenhäuser haben schon von Natur aus irgendwas
unheimliches an sich. Egal wie neu und modern sie auch sein mögen. Unter
all dem Weiß lauert etwas Schreckliches. Hier werden dann auch schnell
alle wichtigen Figuren eingeführt und besonders fällt hier Sarah auf.
Auch wenn sie keins von den Horrorkindern ist wie man sie aus
zahlreichen anderen Filmen kennt, geht von ihr eine seltsame Strahlung
aus. Dabei macht sie gar nicht viel, denn ihre Figur ist recht apathisch
und sie sitzt meist nur in ihren Rollstuhl und malt in ihren
Zeichenblock rum. Dennoch unheimlich und schnell wird klar, dass sie
eine der Schlüsselfiguren ist. Ähnlich dem alten scheinbar verwirrten
Mann, der eine Sehnsucht oder Neigung nach dem Tod hat. Will hier aber
gar nicht all zu viel verraten, denn das sollte man lieber selbst für
sich entdecken.

Darüber hinaus gibt es auch noch andere besondere Figuren im Film – die
Bandmitglieder von Lordi. Einer nach dem Anderen wird eingeführt
und ihre Auftritte sind einfach nur toll. Die Kostüme an sich sind schon
Hingucker und tragen zur Atmosphäre bei und dann treten die auch noch
richtig in Aktion. Das Bühnenprogramm dieser Bnd hat schon eine tolle
Wirkung, aber in inen Horrorfilm kommen sie auch sehr gut rüber. Schade
nur das alle nur so wenig Screentime bekommen haben. Aber ich meine,
dass Mr.Lordi in einem Interview mal sagte, dass er gar nicht wollte, dass
sich die Lordi-Monster allzu sehr in den Vordergrund rücken sollen.
Ist zwar eine recht vernünftige Einstellung, aber wenn man ein kleiner Fan
ist, kann man von ihnen nicht genug zu sehen bekommen.

Was auch auffällt ist, dass dieser Film mehr auf Atmosphäre setzt und
es nicht nur auf Effekthascherei ankommt. Der Film ist nun zwar auch
schon wieder 2 Jahre alt, aber in den letzten Jahren wo sich ein Begriff
wie “torture porn” prägen konnte, wurde und wird die
Horrorfilmlandschaft doch durch einen hohen Gewalt- und Blutgrad
dominiert. Bei Dark Floors ist dies weniger der Fall, denn auch
wenn es ein paar kleine blutige Einlagen gibt, bei denen die SFX auch
sehr gut gelungen sind, geht es doch mehr darum eine Gruselstimmung zu
verbreiten. Wen es also wirklich nur auf Splatter- und Goregedöns
ankommt, wird wenig Freude an diesen Film finden. Die Anderen bekommen
hier ein hohes Maß an Spannung geboten und erfreulicherweise kann die
schon zu Anfang an aufgebaute Spannung auch bis zum Ende halten. Und die
Bilder im Film spiegeln dies auch wieder, denn je länger sie sich in
diesem “anderen” Krankenhaus aufhalten, desto dunkler, dreckiger und
düsterer wird es. Auf den ersten Schritten ist es noch recht hell und
auch sauber, aber langsam kommen die Grautöne druch bis sie sich
schließlich im Schwarzen wieder finden. Auch als Zuschauer taucht man
immer weiter mit ab in diese Tiefe. Finde ich großartig und es war mal
wieder eine Abwechselung zu den sonstigen blutigen Einheitsbrei. (Nicht
das diese Filme schlecht wären, aber auch Dauer ist sowas doch recht
ermüdend.)

Ansonsten gibt es nicht mehr viel zum Film zu sagen. Die Darsteller
liefern alle gute Leistungen ab und passen auch gut zu ihren Figuren.
Pete Riski als Regieneuling hat hier auch eine sehr gute Arbeit
abgeliefert. Da kann man gar nichts anderes sagen und sonstige
Auffälligkeiten haben sich nicht bemerkbar gemacht. Im Gesamtpaket
betrachtet ist Dark Floors ein sehr spannender Film, der einem
mal Abwechselung bietet und auch ein wichtiger Beitrag dazu, dass das
europäische Horrorkino sehr gut gegen das Amerikanische halten kann.
Aber von dort wird man zu Zeit sowieso nur mit Remakes überflutet und
das die Europäer auch verdammt gute Horrorfilme herstellen können, haben
die Franzosen schon lange vorgemacht, aber das ist auch wieder ein
Thema für sich.
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