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Das Verbale im Spielfilm - Examensarbeit

 
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losingmymind
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Anmeldedatum: 31.07.2008
Beiträge: 15


BeitragVerfasst am: Do Jul 31, 2008 10:32    Titel: Das Verbale im Spielfilm - Examensarbeit

Hallochen zusammen,

erstmal vorweg, ich bin mir nicht ganz sicher, ob der Thread in diese Kategorie passt. Falls jemand einen besseren Platz dafür kennt, so möge er ihn doch bitte dorthin "umsiedeln", danke.

Und nun zum eigentlichen Inhalt:

Ich bin Lehramtsstudent (Deutsch und Englisch; Grund-, Haupt-, Real- u. Gesamtschule) und zurzeit bei der Vorbereitung meiner Examensarbeit zum Thema "Das Verbale im Spielfilm und seine sprach- und mediendidaktischen Aspekte für den (Deutsch-)Unterricht der Sekundarstufe I".

Ein Großteil der formalen Filmanalyse beschäftigt sich vorrangig mit der Art und Weise, in der der Film Bedeutung erzeugt – d.h. wie er aus den Beziehungen seiner darstellerischen Mittel zueinander Sinn gestaltet. Der Film bietet eine ungewöhnlich ausgeprägte Fülle künstlerischer Elemente, weshalb Cineasten ihn auch als die „Synthese aller Künste“
bezeichnen. Doch dieser enormen Vielseitigkeit zum Trotz konzentrieren sich die Untersuchungen von Filmsprache in den meisten Fällen vorrangig auf die vielfältigen Formen ihres visuellen Instrumentariums, welche sehr genau analysiert, beschrieben, definiert, klassifiziert und interpretiert werden. Dem Ton wird dabei in der Regel nur marginale Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl er – in Form von Musik, Geräuschen und dem gesprochenen Wort, das gemäß des Titels im Fokus dieser Arbeit stehen soll – das Filmerlebnis maßgeblich mitgestalten kann.

Meine Suche nach (altersgerechten) Filmen, in denen gesprochene Sprache auf besonders auffällige Weise vorkommt (oder eben auch nicht vorkommt, ohne jedoch ein Stummfilm im eigentlichen Sinne zu sein) verlief bisher nicht sonderlich erfolgreich; Filme etwa, die von einer markanten Erzählerstimme begleitet werden. "Die Fabelhafte Welt der Amelie", "Uhrwerk Orange", "American Beauty" und "Nach Fünf im Urwald" etc. sind mir bei meiner Recherche schon oft begegnet. Besonders interessieren mich weniger geläufige Titel. Oder Filme, in denen die Stimme eine besondere Funktion hat oder irgendwie skurril erscheint, wie etwa in den Filmen von David Lynch. Für Hinweise auf Filmzitate, die in die Alltagssprache eingegangen sind, wie das Angebot, das man nicht ablehnen kann (Der Pate) oder evtl. auch noch ein "Schau mir in die Augen, Kleines" (obwohl Bogart das ja nie so gesagt hat, auch nicht die englische Entsprechung) wäre ich ebenso sehr dankbar.

Was mich interessiert ist, wie Sprache im Film die Rezeption beeinflusst, wie die Prosodie das Filmerlebnis prägt, wie sie etwa zum Entstehen von Komik beiträgt (hierauf würde ich gerne, nach bisherigen vorstellungen, den schwerpunkt meiner arbeit legen) und den filmischen Raum mitgestaltet bzw. zu dessen Durchbrechung führen kann. Wie kann man die Erkenntnisse der Filmwissenschaft didaktisch fruchtbar machen? Dies sind einige der Fragen, denen ich in meiner Arbeit nachgehen möchte.

Es wäre mir daher eine große Hilfe und Freude, wenn euch das ein oder andere Beispiel dazu einfallen würde, ihr mir mit Literaturhinweisen dienlich seien oder mir weitere Anlaufstellen nennen könntet, bei denen ich in dieser Angelegenheit auf positive Resonanz stoßen könnte.

Sprache im Film ist wirklich ein sehr interessantes und umfangreiches Thema.

Hier mal mein bisheriges Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung
2. Als die Bilder sprechen lernten
3. Das Verhältnis von Wort und Bild im Film
4. Formen von Sprache im Film
4.1. Der Dialog
4.1.1. Der Charakter des Filmdialogs
4.1.2. Die Aufgaben des Filmdialogs
4.1.2.1. Dialog und Emotionen
4.1.2.2. Dialog und Informationsvermittlung
4.1.2.3. Dialog und Figurendefinition
4.2. Der Kommentar (off-stimme)
4.3. Der Monolog
5. Funktionen von Sprache im Film
5.1. Illusion der Kontinuität des filmischen Raums
5.2. Die Durchbrechung der Illusion
5.3. Sprache, Mimik und Gestik
5.4. Sprache und Komik
5.5. Sprache und Ambiente
5.6. Synchronisation
6. Sprach- und mediendidaktische Aspekte
7. Fazit und Ausblick

Was haltet ihr davon? Welcher Aspekt fehlt? Auf welchen Punkt könnte man verzichten? Welchen sollte/könnte man besonders intensiv behandeln? Wäre die Arbeit so gut strukturiert?

Es würde mich sehr freuen, wenn ihr mir in meinem Bemühen, eine schöne Arbeit zu verfassen, etwas behilflich sein würdet. Darüber hinaus ist es aber auch einfach ein interessantes Thema, über das sich vortrefflich reden/diskutieren/grübeln/lachen etc. lässt.

Also los! Very Happy

Und an alle, die sich an diesem Thema beteiligen werden, schonmal ein großes DANKE!

Cineastische Grüße
losingmymind
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jade.day
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BeitragVerfasst am: Do Jul 31, 2008 10:49    Titel:

Bei sowas wendest du dich am Besten an plam, der hat grade sein erstes Buch veröffentlicht: http://www.amazon.de/David-Cronenbergs-Spider-Medienreflexion-Wahrnehmung/dp/3639031873/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1214376303&sr=8-1

@plam: Hoffe du hast nichts dagegen, wenn ich ein wenig Werbung für dich mache? Wink
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für einen nicht mehr gelten kann ... dann beginnt das Sterben,
und der Tod erhält einen Stellenwert, den eigentlich das Leben verdient hätte.
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losingmymind
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BeitragVerfasst am: Do Jul 31, 2008 11:15    Titel:

@ jade.day:
Vielen Dank für den Hinweis. Über die Werbung für sein Buch wird sich plam sicher nicht beschweren, zumal es, laut der Beschreibung auf Amazon, schon sehr in die Richtung meiner Arbeit geht. Ich habe bei meinen bisherigen Recherchen festgestellt, dass es doch schon einiges an Literatur zu dem Thema "Sprache im Film" gibt. Allerdings ist mir eine didaktische Aufarbeitung bisher noch nicht begegnet.

Ich werde mir den Film "Spider" auf jeden Fall mal genauer betrachten und behören.

Welche anderen Filme lohnt es sich denn eurer Meinung nach quasi unter die Ohren zu nehmen?
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plam
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BeitragVerfasst am: Do Jul 31, 2008 13:47    Titel:

@jade.day:

Danke für die Werbung. Ich will damit nun selbst nicht so hausieren gehen.

@losingmymind:

Gutes, viel zu wenig beachtetes Thema. "Spider" dürfte durchaus in dein "Beuteschema" passen. Daneben gibts aber noch eine Reihe anderer Filme, die gerade den Ton ungemein in den Vordergrund stellen. Ich muss aber selbst erst nochmal in Ruhe meine Filme so durchgucken, um konkrete Empfehlungen geben zu können.

"Das Testament des Dr. Mabuse" von 1931 ist so ein spezieller Fall. Nicht der erste Tonfilm, aber wohl noch fest in dieser Zeit des "neuen" und von nun an vor allem "lauten" Films zentriert, macht er Krach, die Sprache der Dinge, zu einem besonderen Thema.

Daneben gibt es eine hervorragende Auseinandersetzung mit dem filmischen Tonraum von Michel Chion. Wer sich mit dem Ton im Film beschäftigt, kommt an seinen Überlegungen nicht vorbei. Google einfach mal nach diesem Autor, da gibts meines Wissens nach auch eine Menge deutschsprachiger Sekundärliteratur. Seine Einteilung des Tons in verschiedene "Räume", je nach narrativer Bedeutung ist jedenfalls bis heute unbestritten und gilt als Standardvokabular beim Schreiben über den Ton.
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plams DVD-Sammlung

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losingmymind
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BeitragVerfasst am: Do Jul 31, 2008 18:11    Titel:

@plam:

von chion habe ich auch bereits gehört. er hat schon einen platz in meiner recht umfangreichen literaturliste, die aber sicherlich noch erweitert werden kann.

wer sich dafür interessiert, dem kann ich diese liste und einen vorläufigen entwurf meiner arbeit per mail zukommen lassen.

ich bin immer dankbar für hinweise, ratschläge, kritik, verbesserungsvorschläge etc.
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