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Der Baader-Meinhof Komplex 25.09.2008

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plam
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BeitragVerfasst am: Di Sep 23, 2008 12:29    Titel:

Ok, dann begrüßen wir den Schritt von Constantin hiermit in aller Deutlichkeit. Ich sehe durchaus ein, dass man, wenn man besonders kleinlich an die Sache herangehen möchte, mit einem Vergleich mit China nicht weit kommt. Daher ist die absolut logische Konsequenz, dass man das Vorgehen von Constantin natürlich nicht verurteilen braucht.

Wenn ich die Rückschlüsse hier richtig deute, ist also Alles, was nicht ansatzweise bspw. mit China zu vergleichen ist, grundsätzlich erstmal nicht schlimm. Dann freue ich mich jetzt natürlich auch über das Vorgehen von Constantin.

Endlich eine Firma, die sich traut, die öffentliche Meinung, die Meinungsbildung und die bislang eventuell unabhängige Berichterstattung zu unterwandern und zu beeinflussen. (Entschuldigung, wo ist an dieser Stelle nochmal der Unterschied zu China? Ich habe ja nirgends über die Art und Weise der Durchsetzung solcher Maßnahmen gesprochen, sondern von den Maßnahmen an sich).

Hoffentlich folgen bald noch mehr diesen durchweg zu begrüßenden Weg, Nachrichtenagenturen, Politker etc. Ihr habt vollkommen Recht, was ich mich nur so darüber aufrege. Es ist wahrlich toll, was Constantin da gemacht habt, ich hab es nur lange nicht wahrhaben wollen. Danke, dass Ihr mit deutlich machen konntet, das alles gar nicht so schlimm ist.

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yun
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BeitragVerfasst am: Di Sep 23, 2008 12:48    Titel:

plam hat Folgendes geschrieben:
Wenn ich die Rückschlüsse hier richtig deute, ist also Alles, was nicht ansatzweise bspw. mit China zu vergleichen ist, grundsätzlich erstmal nicht schlimm. Dann freue ich mich jetzt natürlich auch über das Vorgehen von Constantin.



sei froh, dass wir in keinen chinesischen (oder anderen nicht demokratischen) verhältnisse leben ... deine kritik kannst du schreiben ... daran wird dich niemand hindern ... vielleicht wird diese auch gelesen ... vielleicht dient diese für den einen oder anderen auch als grundlage zu seiner meinungsbildung ... vielleicht auch nicht? ... wo ist das problem?

vorkritiken halte ich für problematischer ... weshalb? ... damit werden meinungen schon gebildet - ehe - ein zuschauer überhaupt die chance hat, sich selbst eine eigene und von vorkritiken unbeeinflusste meinung zu bilden Wink

jede kritik die wir lesen beeinflusst unsere wahrnehmung eines werkes ... womit im ungünstigsten fall, das werk für den zuschauer ruiniert wird ...

kritiken lese ich grundsätzlich erst - wenn überhaupt - nachdem ich einen film gesehen habe ...
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plam
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BeitragVerfasst am: Di Sep 23, 2008 14:09    Titel:

Ich lese Kritiken eben grundsätzlich im Vorfeld. Warum? Weil "Film" ein Erfahrungsgut ist, welches mich im schlimmsten Fall an einem Wochenendkinobesuch ein Vermögen kosten kann. Da will ich vorab natürlich das Risiko einer Fehlinvestion vermeiden. Schön, wenn Du hier ohne Kritiken klarkommst, aber deshalb kannst Du nicht abstreiten, dass manch einer die Filmkritik in meinem geschilderten Sinne nutzt.

Macht das Beispiel Constantin Schule werden andere Verleiher möglicherweise früher oder später ebenso handeln. Damit wird die Filmkritik dann aber grundsätzlich redundant. Denn wenn es, dank Kontrolle, nur noch wohlgesonnenen Autoren ermöglicht wird, im Vorfeld einen Film zu begutachten, dann wird es automatisch auch vorab nur noch positive Kritiken geben. Folglich sind also vor dem Kinostart zwangsläufig alle Filme als durchweg gut zu bewerten, und schon wird eine Kritik überflüssig, eben redundant. Damit wird es dann aber Leuten wie mir, schwerer gemacht, mich vorab aus der Vielzahl an Neuerscheinungen für die Richtige zu entscheiden.

Zitat:
sei froh, dass wir in keinen chinesischen (oder anderen nicht demokratischen) verhältnisse leben ...


Wenn wir weiterhin alles immer mit totaler Gleichgültigkeit und "Was kümmert es mich"-Mentalität einfach so hinnehmen, bereiten wir einen idealen Nährboden für einen Weg in Richtung derartiger Verhältnisse. Unser Besorgnis erregender Innenminister hat garantiert nicht eine wahnwitzige Idee nach der anderen, wenn er nicht um die deutsche Gleichgültigkeit wüßte und die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Schade nur für ihn, dass es da noch die SPD und die Opposition gibt, das Volk hätte schon längst diverse Vorschläge von ihm, ohne mit der Wimper zu zucken, durchgewunken. Dieser Thread hier bestätigt meine Ansicht der Dinge mal wieder wunderbar.
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yun
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BeitragVerfasst am: Di Sep 23, 2008 15:19    Titel:

kritiken schützen einen nicht vor fehlinvestitionen ... hätte ich auf jede kritik gehört, die ich in meinen leben schon gelesen habe ... wären mir jede menge sehr guter filme entgangen (neuerdings zum beispiel die filme von wim wenders) ... oder umgekehrt ... bei so mancher kritik frage ich mich bis heute, ob man denn wirklich den gleichen film sah ... so oder so ... es mag menschen geben, die nicht ohne eine vorkritik auskommen können ... inwieweit man aber willens und bereit ist, sich des ersten und unverfälschten eindruckes eines filmes nehmen zu lassen - also ein vorkritik zu lesen, statt sich den film selbst anzuschauen und sich selbst darüber eine meinung zu bilden - muss jeder für sich selbst entscheiden ... wende sich da jeder der möchte, an den kritiker seines/ihres vertrauens ... pech nur, wenn der betreffende kritiker zu einem film, den man gerne sehen möchte, keine kritik schreiben sollte ...

das mit den *positiven vorkritiken wohlgesonnener kritiker* ist kein überzeugendes argument, da diese *masche* nicht beliebig lange erfolg haben kann ... nach einer gewissen zeit verlören die betreffenden kritiker jegliches vertrauen der leser ... ist der ruf aber erst einmal ruiniert ... hm ... der markt würde sich damit schon von ganz alleine regulieren ... da ... es nach dem kinostart ja noch andere kritiken gibt Wink

auf den vergleich mit china gehe ich nicht mehr ein ... der gravierende unterschied beider systeme sollte jedem klar sein ...
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plam
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BeitragVerfasst am: Di Sep 23, 2008 18:04    Titel:

Erstens: ich habe ja auch nie behauptet, dass man mit Kritiken automatisch vor schlechten Filmen im Kino sicher ist. Ganz im Gegenteil habe auch ich schon genug Mist im Kino gesehen, der mich wegen einiger, glaubhaft guter Kritiken ins Kino lockte. Daneben will ich nicht wissen, wieviele gute Filme ich schon verpasst habe, auf Grund von Kritiken die mich eher zum Fernbleiben animiert haben. Dennoch sind und bleiben Kritiken das erste Mittel für Viele, sich vorab ein Bild vom zu erwarteten Ergebnis zu machen.

Zweitens: Ich kann auch durchaus Dein Argument für den Filmgenuss gänzlich ohne Vorabinformationen verstehen, allerdings kann ich für meinen Teil ganz gut damit umgehen und lasse mir nicht durch zehn oder zwanzig Zeilchen den Ersteindruck des Films vermiesen. Konkreter formuliert kann ich etwaige Kritiken durchaus für meinen Geschmack ausreichend während eines Filmbesuchs ausblenden und erst danach wieder zum Abgleich mit meinem persönlich gewonnenen Eindruck abgleichen.

Drittens: Naja und das China-Argument sollten wir vielleicht wirklich lieber lassen, scheinbar reden wir hier meilenweit aneinander vorbei. Du glaubst doch nicht allen Ernstes, dass ich eine deutsche Filmverleihfirma mit politischen Methoden eines kommunistischen Regimes gleichzusetzen versuche? Ein zugegeben äußerst naives Unterfangen. Wenn Du mein Argument also nur auf diesen tatsächlich nicht funktionierenden Vergleich reduzierst, dann haben wir uns schlichtweg nicht verstanden und werden uns diesbezüglich wahrscheinlich auch niemals verstehen.

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yun
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BeitragVerfasst am: Di Sep 23, 2008 18:27    Titel:

plam hat Folgendes geschrieben:
Erstens: ich habe ja auch nie behauptet, dass man mit Kritiken automatisch vor schlechten Filmen im Kino sicher ist. Ganz im Gegenteil habe auch ich schon genug Mist im Kino gesehen, der mich wegen einiger, glaubhaft guter Kritiken ins Kino lockte. Daneben will ich nicht wissen, wieviele gute Filme ich schon verpasst habe, auf Grund von Kritiken die mich eher zum Fernbleiben animiert haben.


da sind wird einer meinung ...


Zitat:
Dennoch sind und bleiben Kritiken das erste Mittel für Viele, sich vorab ein Bild vom zu erwarteten Ergebnis zu machen.


was - wie ich finde - sehr bedauerlich ist ... denn einen ersten eindruck kann es ja nur ein einziges mal geben ... ansonsten hast du natürlich recht ...

Zitat:
Zweitens: Ich kann auch durchaus Dein Argument für den Filmgenuss gänzlich ohne Vorabinformationen verstehen, allerdings kann ich für meinen Teil ganz gut damit umgehen und lasse mir nicht durch zehn oder zwanzig Zeilchen den Ersteindruck des Films vermiesen. Konkreter formuliert kann ich etwaige Kritiken durchaus für meinen Geschmack ausreichend während eines Filmbesuchs ausblenden und erst danach wieder zum Abgleich mit meinem persönlich gewonnenen Eindruck abgleichen.


womit der sinn einer (vor)filmkritik aber doch in frage gestellt wird ... wenn man die daraus gewonnenen erkenntnisse während des filme schauens aus seinem bewusstsein ausblendet?

Zitat:
Drittens: Naja und das China-Argument sollten wir vielleicht wirklich lieber lassen, scheinbar reden wir hier meilenweit aneinander vorbei. Du glaubst doch nicht allen Ernstes, dass ich eine deutsche Filmverleihfirma mit politischen Methoden eines kommunistischen Regimes gleichzusetzen versuche? Ein zugegeben äußerst naives Unterfangen. Wenn Du mein Argument also nur auf diesen tatsächlich nicht funktionierenden Vergleich reduzierst, dann haben wir uns schlichtweg nicht verstanden und werden uns diesbezüglich wahrscheinlich auch niemals verstehen.


das wollen wir jetzt einmal nicht weiter vertiefen ... Wink


Zuletzt bearbeitet von yun am Di Sep 23, 2008 18:35, insgesamt 2-mal bearbeitet
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plam
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BeitragVerfasst am: Di Sep 23, 2008 18:32    Titel:

Nun, ich denke, mein Filmerlebnis und meine Vorbetrachtung von Kritiken schildere ich Dir gern mal per PN, da ich diesen Thread mit meinen persönlichen Anekdoten nicht ausarten lassen will. Die Nachricht bekommst Du aber nicht mehr heute, denn ich für meinen Teil will mich nun dem gemütlichen Teil des Tages widmen. Dennoch sind es natürlich interessante, grundlegende Fragen, die Du an eine Filmkritik generell stellst.

Und auch wenn es nicht das eigentliche Thema der Vorberichterstattung in diesem konkreten Fall enstpricht, kann man mit deinen Fragen die Filmkritik und damit grundsätzlich ja auch die Pressevorführungen, wie exklusiv auch immer, ganz grundlegend in Frage stellen, will man deiner Argumentation folgen.
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Namu
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BeitragVerfasst am: Di Sep 23, 2008 20:59    Titel:

@plam: ich verstehe jetzt eigentlich nicht so ganz, warum jetzt Deiner Meinung nach das ganze Forum die Augen vor der Problematik der Vorkritikhandhabung veschließt, nur weil es einer Person nichts auszumachen scheint?

Mich hat das zum Beispiel sehr wohl interessiert (habe ich auch schon laut und deutlich gesagt) und ich habe danach sogar das gemacht, was meines Erachtens am günstigsten ist, nämlich die Leute in meinem Bekanntenkeis auch auf das Poblem aufmerksam gemacht.
Wegen ein, zwei anderer Stimmen gleich auf die ganze Welt zu schimpfen, finde ich übertrieben und auch ein wenig beleidigend.

Meines Erachtens ist es aber in erster Linie wirklich die Aufgabe von Leuten, die sich beuflich mit Film auseinandersetzen, da auch etwas dagegen zu organisieren! Auf die Bevölkerung zu schimpfen ist sicherlich nicht sehr hilfreich.
Aufklärung und Proteste täten meines Erachtens viel mehr Not.
Denn Du weißt ganz genau, daß wenn sich so Praktiken durchsetzen, tatsächlich sowohl der Sinn einer Vorkritik als auch übehaupt einer professionellen Kritik verloren gehen wird.
Ich glaube aber nicht, daß das jedem Kinogänger auf Anhieb klar sein dürfte, wenn er von dem Problem erfährt.
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Dari
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BeitragVerfasst am: Di Sep 23, 2008 23:29    Titel:

plam hat Folgendes geschrieben:
Weil "Film" ein Erfahrungsgut ist, welches mich im schlimmsten Fall an einem Wochenendkinobesuch ein Vermögen kosten kann.


Sind 5-10 Euro für dich ein Vermögen? Also ich verzichte gerne auf den teuren Popcorn-Cola-Dreck, den man uns da für ein "Vermögen" andrehen will.

plam hat Folgendes geschrieben:
Wenn wir weiterhin alles immer mit totaler Gleichgültigkeit und "Was kümmert es mich"-Mentalität einfach so hinnehmen, bereiten wir einen idealen Nährboden für einen Weg in Richtung derartiger Verhältnisse.


Damit hast du nicht ganz unrecht aber man sollte auch nicht ins ganz große Horn blasen, sobald eine Sache nicht bis zum Horizont nach Freiheit riecht. Ich finde es gut, auf so etwas aufmerksam gemacht zu werden aber bin trotzdem der Meinung, dass sich die Nachmache der anderen Firmen in Grenzen halten werden.
Schäubles Pläne sind da viel gravierender und besorgniserregender. Du als Medienkenner wirst das zu gut wissen.
In diesem Fall ist Schäuble für mich der Elefant und Constantin die Mücke.
Solange die Mücke Mücke bleibt ist für mich noch alles in Ordnung.
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plam
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 24, 2008 07:57    Titel:

@Dari:

Ohne auf meine finanzielle Situation als Student mit Kind näher einzugehen, ist es für mich tatsächlich eine Überlegung, auch ohne Popcorn und Cola, bspw. an einem Freitag oder Samstag ins Kino zu gehen. Wie Du richtig schreibst, sind dann auch bei mir vor Ort im extremsten Fall schonmal 9 oder 10 EUR fällig. Gehe ich dann mit Freundin ins Kino, sind dann eben 20 EUR schnell weg und dies ist für mich schon kein Schnäppchen.

Ansonsten: netter Vergleich mit der Mücke und dem Elefanten. Wollen wir hoffen, dass die Mücke tatsächlich Mücke bleibt, oder vielleicht gar zu Schnecke gemacht wird.
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