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Auda CineMaster


Anmeldedatum: 14.08.2007 Beiträge: 885
Wohnort: Kölner Bucht
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Verfasst am: Di Jun 24, 2008 00:35 Titel: Der Löwe im Winter / The Lion in Winter (UK, 1968) |
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Der Löwe im Winter / The Lion in Winter (UK, 1968)
F, 129 Minuten
Regisseur: Anthony Harvey
Drehbuch: James Goldman (nach seinem eigenen Theaterstück)
Musik: John Barry
Darsteller: Peter O'Toole (Henry II), Katharine Hepburn (Eleanor of Aquitaine), Anthony Hopkins (Richard), John Castle (Geoffrey),
Nigel Terry (John), Timothy Dalton (King Philip of France), Jane Merrow (Alais), u.a.
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„Du bist wie die Felsen von Stonehenge. Nichts wirft Dich um.“
Alais zu Henry.
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Der Löwe im Winter ist ein Drama um die Intrigen und Machenschaften zwischen dem englischen König Henry II, seiner in Verbannung lebenden Frau Eleonora von Aquitanien und deren Söhnen: Richard (später: Löwenherz), Geoffrey und John (später: Lackland) um die Nachfolge auf Henrys Thron. Das Drama spielt zu Weihnachten im Jahre 1183 auf dem Chateau Chinon in Westfrankreich, das zu Henrys riesigem Reich gehört.
Das Weihnachtsfest steht an. Henry II herrscht als König über England und Westfrankreich. Er ist 50 Jahre alt und will seine Nachfolge auf dem Thron klären, und zwar zugunsten seines favorisierten Sohnes John, des Jüngsten, der mit seinem Vater auf dem Schloß Chinon in Frankreich lebt. Zu diesem Anlaß ruft er seine anderen beiden Söhne Richard und Geoffrey zu sich und holt seine seit über 10 Jahren in der Verbannung festgesetzten Frau Eleanor von Aquitanien zu sich. Eleanor favorisiert Richard für den Thron.
Die Geliebte von Henry II, die junge Alais ist ebenfalls auf der Burg Chinon. Sie ist eigentlich aufgrund eines Abkommens zwischen Henry und ihrem (inzwischen verstorbenen) Vater, Louis VII von Frankreich, mit Henrys ältesten Sohn Richard verlobt. Ebenfalls geladen ist der französische König Phillip II, der Halbbruder von Alais.
Die Schwierigkeit, einen Thronerben zu ernennen, besteht darin, daß Henry Territorien seines Reiches seinen Söhnen bereits zugesprochen hat, aber die Macht nicht aus den Händen gibt. Er will vor allen eine Aufteilung seines Reiches vermeiden.
Was sich nun abspielt, ist ein permanentes Verhandeln, Intrigieren, Taktieren, Lügen, Provozieren, Drohen, etc., etc. Jeder kämpft gegen (fast) jeden, um seine Pfründe zu sichern und anderen zu schaden und sie zu verletzen. Das Ringen um den Thron und die Macht hat die Familienbande längst zerrüttet. Henry und Eleanor sind in inniger Haß-Liebe miteinander verbunden. Der Ausgang des weihnachtlichen Familientreffens sei hier offengelassen.
Die Vorlage des Films ist ein Theaterstück von James Goldman, der es selbst an das neue Medium angepaßt hat. Die Herkunft ist dem Film deutlich anzumerken, doch zugleich sein größtes Pfund. Die Dialoge sind so wunderbar geschliffen und scharfzüngig, das es in der Tat ein Fest ist. Derlei treffende und lebendige Texte sind selten in Filmen zu hören. In den letzen Jahren gab es derlei sicher nicht im Kino (zumindest nicht in Big-Budget-Filmen, die auf ein großes Publikum zielen). Und wie immer, wenn die Dialoge ein so großes Gewicht haben, lastet auf den Darstellern eine besondere Bürde. In diesem Fall standen dem Regisseur einige der größten Namen zur Verfügung, die das Kino zu bieten hatte: Die einzigartige Katharine Hepburn liefert hier eine ihre großartigen Altersrollen ab. Ihre emanzipierte, kluge, gewitzte Art paßt wunderbar zu der kämpferischen Königin. Peter O’Toole – der 14 Jahre jünger war, als seine Rolle – spielt den mächtigen, immer noch tatkräftigen und souveränen, aber alternden König kraftvoll und energisch. Die später berühmt gewordenen Darsteller Hopkins und Dalton halten gut mit.
Einzig Terry Nigel sticht (zumindest aus heutiger Sicht) negativ heraus. Seine Darstellung des John ist, speziell in der deutschen Jerry-Lewis-Synchronisation, zu übertrieben. So einen Narren mag man sich nicht mal als unpopulären John Lackland/Johann Ohneland vorstellen.
An einigen Stellen ist es dem Regisseur, der die Hauptakteure sicher führt (wenn sie überhaupt der Führung bedürfen), nicht ganz gelungen, die Bühnenatmosphäre abzuschütteln, wenn Akteure, die gerade keinen Text haben, etwas verloren herumstehen, was aber nur sehr selten spürbar ist. Der Film ist Anthony Harveys zweite Regiearbeit nach seiner Karriere als Cutter (u.A. für Kubrick).
Set und Kostüme sind gut (und Oscar-nominiert). Die Kameraführung wirkt heute etwas altbacken, ist aber grundsolide. Die Musik findet selten Einsatz, ist aber wirkungsvoll und trifft die Atmosphäre und erweitert den an sich dynamischen Film beizeiten um eine melancholisch-schicksalhafte Grundstimmung. Sie bleibt auf jeden Fall in Erinnerung.
Doch der Kern des Filmes sind jedoch Hepburn und O’Toole und die grandiosen Dialoge. Der Film ist der schlagende Beweis für die Kraft und Energie, die ein Dialogfilm versprühen kann. So ist es für mich einer der besten Dialog-Filme und Dramen überhaupt.
Der Film erhielt Oscars in den Kategorien Beste Hauptdarstellerin (Hepburn), Best Original Score (John Barry), Bestes adaptiertes Drehbuch (James Goldman) und Nominierungen für den besten Film, besten Hauptdarsteller (O’Toole), sowie Kostüme und Set.
Der Oscar für den besten Hauptdarsteller ging 1969 an Cliff Robertson für das vergessene Rührstück Charlie, eine unsägliche Entscheidung, insbesondere da der oft überragend spielende, inzwischen acht mal nominierte Peter O’Toole bisher immer leer ausging.
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„Oh Gott, es macht doch einen höllischen Spaß König zu sein.“
Henry II
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Die DVD gibt es z.B. bei Amazon.
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Zuletzt bearbeitet von Auda am Do Jun 26, 2008 18:39, insgesamt einmal bearbeitet |
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yun CineMaster


Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 2262
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Verfasst am: Di Jun 24, 2008 00:57 Titel: |
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| Zitat: |
| Doch der Kern des Filmes sind jedoch Hepburn und O’Toole und die grandiosen Dialoge. Der Film ist der schlagende Beweis für die Kraft und Energie, die ein Dialogfilm versprühen kann. So ist es für mich einer der besten Dialog-Filme und Dramen überhaupt. |
ich frage mich, ob es heute überhaupt noch dialogfilme von dieser qualität gibt ... die filme, die eine ähnliche magie des gesprochenen wortes besitzen sind alle älteren datums ...
*rat mal, wer zum essen kommt?*
*becket, oder die ehre gottes*
*mein essen mit andré*
*ein mann zu jeder jahreszeit*
*die 12 geschworenen*
*der löwe im winter* habe ich gesehen und er gefällt mir sehr gut ... gerade wenn katherine hepburn und peter o'toole gift und galle versprühen und sich gegenseitig abgrundtief hassen und doch nicht voneinander lassen können ... ^^ |
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