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Orlendo CineMaster


Anmeldedatum: 14.10.2007 Beiträge: 292
Wohnort: Rostock
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Verfasst am: Di Dez 09, 2008 20:43 Titel: Der seltsame Fall des Benjamin Button |
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Der seltsame Fall des Benjamin Button
Originaltitel: The Curious Case Of Benjamin Buttonm
Kinostart: 29.01.2009
Arbeitstitel: Benjamin Button
Regie: David Fincher
Drehbuch: Eric Roth
Produktion: Ceán Chaffin, Kathleen Kennedy, Frank Marshall
Kamera: Claudio Miranda
Handlung
"Ich wurde unter ungewöhnlichen Umständen geboren"
Die Handlung wurde den Buch "The Curious Case of Benjamin Button: Soon to be a Major Picture" von F. Scott Fitzgerald abgeleitet.
Nun unsere Reise beginnt 1918, kurz nach den Ersten Weltkrieg. Nach der Geburt von Benjamin Button stellt ein Arzt fest, das Benjamin Körper den eines 80 Jährigen ähnelt. Im laufe der Jahre stellt sich heraus, das Benjamin nicht wie wir ganz normal altert, sondern immer Jünger wird. Und eines Nachmittags traf er die Person die sein Leben für immer verändern würde. Ihr Name war Daisy und er verliebte sich ich sie. Doch das Problem war das er Jünger wurde und sie ganz normal alterte.....
Darsteller
Brad Pitt - Benjamin Button
Charles Henry Wyson - Benjamin Button mit 6 Jahren
Chandler Canterbury - Benjamin Button mit 8 Jahren
Spencer Daniels - Benjamin Button mit 12 Jahren
Jason Flemyng - Thomas Button
Cate Blanchett - Daisy
Ed Metzger - Teddy Roosevelt
Julia Ormond - Caroline
Webseite
http://www.benjaminbutton.com/
Deutscher Trailer
_________________ Jemand hat mir mal gesagt:" Dass Filmgeschäft ist eine Hirnlose und Grausame Geldmaschine. Dar Laufen Zuhälter und Diebe frei herum und gute Menschen gehen vor die Hunde. "
Er fügte noch hinzu:" Es hat auch negative Seiten "

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Baraka CineMaster


Anmeldedatum: 22.11.2008 Beiträge: 313
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martin12398 Bin neu hier

Anmeldedatum: 27.01.2009 Beiträge: 10
Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Di Jan 27, 2009 17:29 Titel: |
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Ich habe bis jetzt nur den Trailer des Filmes gesehen,
fand diesen aber sehr gut, oder ist es wirklich nur Spinnerei und Kitsch??? _________________ Webspace |
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plam CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 676
Wohnort: Jena
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Verfasst am: Mi Jan 28, 2009 22:47 Titel: |
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| martin12398 hat Folgendes geschrieben: |
Ich habe bis jetzt nur den Trailer des Filmes gesehen,
fand diesen aber sehr gut, oder ist es wirklich nur Spinnerei und Kitsch??? |
Nun, ohne vorschnell über diesen Film zu urteilen, den ich mir morgen abend im Kino ansehen möchte: Aber David Fincher hat Regie geführt. Er machte sich bislang einen Namen mit "Alien 3", "Sieben", "Fight Club", "The Game", "Panic Room" und "Zodiac", allesamt wunderbare Filme!!! Ich glaube nicht, dass man hier Spinnerei und Kitsch erwarten sollte. Und auch wenn man den OSCARS nicht blind vertrauen sollte...wenn man sich das bisherige Schaffen des Regisseurs ansieht, sind die 13 Nominierungen für "Benjamin Button" offensichtlich tatsächlich mal gut getroffen. _________________ plams DVD-Sammlung
FilmDenken - Texte zum Film |
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FrEaKnoT CineMaster


Anmeldedatum: 24.03.2008 Beiträge: 1166
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Verfasst am: Do Jan 29, 2009 06:54 Titel: |
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Wahrscheinlich wollte dir Jury sich rehabilitieren und rückwirkend etwas gutmachen...bester Tonschnitt für Fight Club...tzz 
_________________ Mehr als 1200 Kurzkritiken und einige Specials zu Filmen aller Genres und Zeiten:
www.filmsucht.org |
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plam CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 676
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Verfasst am: Fr Jan 30, 2009 00:18 Titel: |
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"Der seltsame Fall des Benjamin Button" wird zugleich zu einem seltsamen Film, der zeigt, wie Kino aussehen kann, oder sagen wir besser: sollte! Zur Handlung dürfte hinreichend Material im Netz zu finden sein, daher will ich darauf gar nicht weiter eingehen. Es soll jedoch gleich vorweg genommen werden, dass der Film, in dem es weniger um die marketingtechnisch angepriesene Liebesgeschichte, als vielmehr um das Leben, den Tod und die Zeit geht, sich Letztere überraschenderweise gönnt.
Allein die Spielzeit von 2 Stunden und 40 Minuten sollte all jene warnen, die es gern zügig, handlungs- und actionreich mögen, denn all dies fehlt hier zur Gänze. Der Film erzählt eindringlich und in gemächlichem Tempo seine Geschichte und weiß dabei den Reifeprozess seines Protagonisten sehr gut auf der dramaturgischen Ebene auf die Leinwand zu übertragen. Manch einer mag sich langweilen, oder zumindest fragen, wieso sich Regisseur Fincher für diese oder jene, narrativ eher unbedeutende Szene derart viel Zeit nimmt. Die Antwort ist einfach: ein Film, dessen Geschichte das Leben schreibt, muss eben auch solche Dinge zeigen: die einfachen Dinge des Lebens, die man vielleich erst später, im Alter zu schätzen weiß. So wirken auch einige dieser Szenen nach dem Film deutlich besser: man bemerkt erst hinterher, wie wunderbar und einzigartig dieser Film die kleinen und großen Dinge des Lebens einfängt.
Dabei sind Vergleiche zu "Forrest Gump" durchaus nicht aus der Luft gegriffen und doch geht Fincher mit seinem Protagonisten einen anderen Weg. Er wird größtenteils zum eher passiven Beobachter der Welt und ihrer Dinge, während Gump doch allzu oft mehr oder weniger unfreiwillig aktiv in das Geschehen eingegreift. Pitt hingegen, der sich allmählich wirklich zu einem Ernst zu nehmenden Schauspieler etabliert, nimmt sich all die Zeit die man eigentlich nicht hat, um das Leben zu beobachten.
Zum Leben gehören Ankunft und Abschied nunmal unabdingbar dazu. Dies sind die großen Themen des Films, der damit absolut den gängigen geisteswissenschaftlichen Überlegungen gerecht wird. Der Mensch lebt nunmal in der unangenehmen Gewissheit seiner eigenen Endlichkeit: wie wirst Du Dein Leben leben wollen? Würdest Du, Dein Lebensende schon vor Augen, Alles wieder so erleben wollen? Dies sind die Fragen, die man sich vielleicht nicht erst dann stellen sollte, wenn es zu spät ist, sondern jeden Tag aufs Neue: der Moment ist wichtig, der Augenblick, die Gegenwart...
Damit pendelt die Geschichte, mit all ihren Neuankömmlingen innerhalb der Narration und all den Abschieden/Todesfällen stets zwischen der Endlichkeit des Daseins und der Unendlichkeit des Lebens. Menschen werden geboren und Menschen sterben auch wieder, doch die Welt macht einfach immer weiter, keine Pause - auch dies vermag Fincher in eindringlichen Bildern zum Ausdruck zu bringen. Die letzte Einstellung trifft genau mit dieser unabwendbaren Wucht auf die Leinwand. Einzig Pitt wirkt im Film eher wie ein Anker, der einen festen Punkt sucht, von dem aus er seine Beobachtungen machen kann. Ohnehin kann er schließlich, auf Grund des umgekehrten Altersprozesses, nicht Fuss fassen in unserem zeitlichen Verständnis. Jeder Versuch, sich in "unserer" Zeit zu etablieren, läuft nach kurzer oder manchmal längerer Zeit auf sein Scheitern hinaus.
Natürlich kommt dieser Film dabei nicht ohne eine gehörige Portion an Emotionalität aus. Aber irgendwie wirkt diese Emotionalität hier ganz anders, als man dies sonst im Kino gewohnt ist. Es sind keine Momente dabei, die einem streng nach Drehbuchvorgabe die Tränen in die Augen schießen lassen sollen. Es sind vielmehr die kleinen Fragen, die der Film aufwirft, die noch im Kinosaal nachdenklich stimmen und wahrlich erfassen. Die Situation von Benjamin, über lange Passagen eher positiv konnotiert - wer möchte nicht gern mit zunehmendem Alter immer vitaler werden - wird dabei zur traurigsten Überlegung des gesamten Films.
Gerade deshalb, weil der Film zeigt, welch aufregendes und durchaus erfülltes Leben Benjamin hatte und warum er dennoch all die kleinen und großen Freuden des Lebens niemals wirklich auskosten kann, wird es umso ergreifender, wenn man sein nahendes Ende miterlebt: Benjamin ist ein kleiner Junge von 5 Jahren und hat mit den geistigen Problemen eines 80-jährigen zu kämpfen. So fühlt sich der kleine Junge, den wir am Ende sehen, als hätte er ein ganzes Leben hinter sich, und kann sich doch an Nichts davon erinnern. Er entwickelt sich zurück zu einem Baby, dessen Wahrnehmung zu beschränkt ist, um die Menschen zu erkennen, die ihm so wichtig waren.
Doch neben der inhaltlichen Seite des Films, weiß Fincher auch an allen anderen Stellen durchweg zu überzeugen. Die gewählte Spieldauer des Films ist absolut passend und es wäre eine Schande gewesen, wenn man hier aus Profitgründen auf marktübliche 90 Minuten gekürzt hätte. Der Score des Films ist vielleicht ein wenig zu oft zu hören, wirkt dabei aber nie aufdringlich und passt trotzdem ausgezeichnet zu den Bildern, die er begleitet. Die Aufnahmen und der Aufwand für ein höchstmögliches Maß an Authentizität sind einzigartig. Damit wird auch klar, dass der Computer an vielerlei Stellen seine Dienste getätigt hat. Vielleicht sollten sich all die CGI-Freaks aus Hollywood mal ein Beispiel an diesem Film nehmen, der zeigt, wie man sinnvoll mit einer enormen Vielzahl an digitalen Effekten durchaus eine Geschichte erzählen kann und der Film nicht nur wie ein Dauerwerbevideo aussieht, dass nur zeigen will, wie gut man mit Software umgehen kann (siehe "Transformers" - ein Film, der nichts weiter besitzt als Effekte).
Damit schafft der Film Etwas, was bislang nur wenige Filme schaffen. Sie verlieren nicht an Attraktivität, sie fristen nicht das Dasein im kurzen Ruhm. "Der seltsame Fall des Benjamin Button" ist ein Film für die Ewigkeit, der unser aller Dasein überdauern wird. Und die Welt dreht sich immer so weiter und so weiter und so weiter... _________________ plams DVD-Sammlung
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FrEaKnoT CineMaster


Anmeldedatum: 24.03.2008 Beiträge: 1166
Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: Do Feb 05, 2009 18:32 Titel: |
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Es gibt Filme, die durch ausgeklügelte Dramaturgiewendungen begeistern, durch hitchcock’schen Suspense oder durch Spannung die fast spürbar ist. Und es gibt Filme, die versuchen Gefühle zu erzeugen, wie Der seltsame Fall des Benjamin Button. Wenn dann noch der Avantgarde-Regisseur der 90er, David Fincher, am Werk ist und der Film schon im Vorfeld 13 Oscarnominierungen verbuchen kann ist ein berauschendes Erlebnis eigentlich vorprogrammiert.
Die Geschichte basiert auf einer kurzen Novelle von F. Scott Fitzgerald (Der große Gatsby), wurde aber, von der Grundidee abgesehen, komplett verändert, sowohl Ort, Zeit, als auch die Figuren entstammen aus der Feder der Filmautoren. Fragwürdig daher die Nominierung für die beste Drehbuchadaptierung, aber das passt zum Rest des Films, geht doch im Medienhype so Einiges unter: das David Fincher seine meisterhaften Fähigkeiten hintergeht, dass mehr CGI als Darsteller miteinander interagieren, dass der seltsame Fall wahrlich seltsam und unkonsequent und in vielem inkohärent ist. Dazu aber weiter unten mehr.
Der Cast ist beachtlich, große Namen mit Pitt als Vorreiter, bekannte Gesichter wohin man schaut. Doch wieviel Schauspiel bekommt der Zuschauer zu sehen? Die Gesichter sind brilliant animiert, trotzdem kostet es Mühe und einiges Wohlwollen, den Darstellern Emotionen zuzumessen. Pitt wirkt gerade in der ersten Phase des Films wie ein Fremdkörper, erst nach und nach, wenn weniger CGI-Effekte auf sein Gesicht projiziert sind, lässt sich erkennen dass Pitt gut spielt, wenn auch wieder mal nicht so gut wie die Medien es darstellen. Seiner Mimik beraubt, überzeugt er vor allem durch Gestik, Kleinigkeiten, die ein Genuß sind. Cate Blanchett dagegen kann einem nur Leid tun, durch den Computer mit einem Gesicht ähnlich einer japanischen Kabuki-Maske gestraft und den ganzen Film über wächsern wirkend. Das schauspielerische Highlight des Films ist Tilda Swinton, die eine der besten Leistungen ihrer Karriere zeigt und durch ihre Natürlichkeit gefällt.
Die Handlung hat nicht den Anspruch, logischen Gesetzen zu folgen, von der Grundidee, der ersten und der letzten halben Stunde einmal abgesehen, tut er dies glücklicherweise trotzdem. Positiv ist auch, dass der Film gar nicht erst versucht zu erklären, warum der Alterungsprozess Buttons rückwärts verläuft. Doch ist dieser Punkt noch positiv, ist dem Film negativ anzumerken dass innerhalb der Narration eindeutig zu wenig erklärt wird. Das Leben des Benjamin Button ist unstet und die wenigen Entscheidungen, die dem Charakter die Richtung vorgeben wirken spontan, ohne Nachdenken oder tieferen Sinn getroffen. So bleibt Benjamin Button stets unnahbar, keine Identifikationsfigur, nicht einmal ein Symbol, eine Metapher. Dasselbe Schicksal ereilt seine große Liebe Daisy, beide Figuren gehen im übergroßen Rahmen der Erzählung unter. Hier zeigt sich, dass die weitläufige Handlung nicht sehr vorteilhaft inszeniert ist, die in sich abgeschlossenen kleinen Episoden (der Anfang im Altenpflegeheim und vor allem, die Szenen in Murmansk) dagegen gelungen sind. Die Übersichtlichkeit in dem kleinen russischen Hotel, die greifbare Situation in der Benjamin Button sich befindet, macht den Charakter für den Zuschauer wieder fassbar, lässt ihn mitfühlen und Anteil nehmen. Nach der Murmansk-Episode ist Button aber mehr denn je entrückt und bleibt dies bis zum Ende des Films, wodurch Der seltsame Fall des Benjamin Button so Einiges an Potenzial verschenkt.
Der Grundgedanke des Films, dass das Kennenlernen und Verabschieden von Personen eine der Essenzen des Lebens ist, wird gut und begreiflich geschildert, ohne eine tiefgreifende Wertung oder vom Drehbuch geplante Emotionen freizusetzen, der Film zeigt das Leben, der Zuschauer fühlt von ganz alleine mit.
Typisch Fincher, ist der Film gespickt mit unzähligen kleinen Details, teils metaphorisch, teils zur Auflockerung, und nichts davon stört, aber, und das ist bei David Fincher sonst nicht üblich, kein Detail wäre nötig gewesen. So bauscht sich der Film mehr und mehr auf und steht folgerichtig bei einer Lauflänge von 160 Minuten, die auch gut auf glatte 2 Stunden hätte reduziert werden können. Dass der Film teilweise vorhersehbar geworden ist, ist dagegen nicht schlimm, schließlich will Benjamin Button nicht kein Spannungskino bieten. Trotzdem täte dem Film der eine oder andere Überraschungsmoment gut.
Formell ist Der seltsame Fall des Benjamin Button definitiv als gelungen zu bezeichnen. Obwohl Finchers Stärke eher im Bereich hintergründiger, beißender Düsternis liegt und obwohl Der seltsame Fall des Benjamin Button sein mainstreamigster Film ist versteht es Fincher auch hier, wunderschöne Bilder zu erzeugen, eine Sepiaoptik, die weit entfernt ist von seinen frühen Musikvideos. Doch gerade Filme wie Fight Club und Sieben sind Meilensteine in der Symbiose von Optik und Narration, diese Adelung bleibt Benjamin Button jedoch versagt. Eine Adelung durch einen Oscar wäre aber der Schnitt wert, auch die Kostüme sind sehr gelungen. Der Score von Alexandre Desplat ist stets perfekt akzentuiert und geht erstaunlicherweise nicht in der Bildgewalt unter.
Interessant ist, und das gibt Hoffnung hinsichtlich kommender Filme von Fincher, dass er die Rolle des Regisseurs von Der seltsame Fall des Benjamin Button annahm, damit ihm Paramount im Gegenzug ein „gewalttätiges und düsteres“ Werk, das ihm vorher entzogen worden war, zurückgab. (Focus Interview der Ausgabe 41/08 )
Fazit:
Mit Der seltsame Fall des Benjamin Button hat David Fincher einen eindrucksvoll bebildertes Drama geschaffen das handwerklich imponiert, narrativ aber Potenzial verschenkt. Atmosphärisch gelungen, fehlt dem Film die Nähe zu den Charakteren und ist ein Film zum Mitfühlen, solange man das Denken beschränkt. Somit ist Der seltsame Fall des Benjamin Button ein aufwendiges, überladenes Werk das, gerade im Hinblick auf Finchers Oeuvre, aussieht wie eine Übung, eine kleine Anbiederung an den Mainstream, die ironischweise mehr Beachtung findet als seine eigentlichen Meistwerke.
3 von 5 Punkten. _________________ Mehr als 1200 Kurzkritiken und einige Specials zu Filmen aller Genres und Zeiten:
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Cool Hand Luke CineExpert


Anmeldedatum: 23.08.2008 Beiträge: 103
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Verfasst am: Mo Feb 09, 2009 17:07 Titel: |
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...inkohärent...<--- das hässlichste Wort, was ich je gesehen hab
Ja, ich schwenke so zwischen den beiden obrigen Kritiken, einerseits kann ich voll mit Plam mitgehen, andererseits finde ich, hätte der Film mehr Tiefe vertragen können(der Arthaus-Effekt;-)). So wirkt er, trotz seiner vollkommenen Schönheit, teilweise recht banal. Er vermittelt zwar einige lebenskluge Grunderkenntnisse, ist aber nicht so bereichernd, wie ich es z.B. letztens bei "Zeiten des Aufruhrs erlebt habe. In Sachen Ästhetik sind sich ja alle einig, dagegen möcht ich auch net ansprechen. Dass die Entscheidungen spontan wirken, hat mir ansich gut gefallen, den BB ist nun mal ein Bauchmensch, genauso wie der ganze Film. Da hinter muss man nicht verzweifelt nach 'nem tieferen Sinn suchen, zumal die Entscheidungen ja nicht aus der Luft gegriffen wirken. Mit der Mimik der Darsteller hatte ich ein ähnliches Problem wie Freaknot, zwar wirkte die Technik wirklich gut ausgereift, zur Perfektion und damit zur 100% Echtheit, fehlte aber noch ein ganzes Stück. Dennoch waren die Darstellungen alle recht überzeugend, gerade der einigermaßen CGI-freie Mittelteil trug dazu bei.
Insgesamt lohnen sich die knappen 3 Stunden, für alle die ruhiges, emotionales, kluges Kino mögen. Dennoch würde ich nicht von einem Meisterwerk sprechen... _________________ "Brüll mich doch nicht so an!.....hier wird gestorben..." |
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Crenshaw CineMaster


Anmeldedatum: 08.01.2007 Beiträge: 784
Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Mo Feb 09, 2009 22:48 Titel: |
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habe den film nunmehr auch gesehen und würde mich vorbehaltlos plams kritik anschliessen.
faszinierend, was man an effekten hervorzaubern kann, wenn man 150 mio dollar mal in richtige bahnen lenkt [plam...mit Revenge of the Fallen komme auf uns wohl GANZ HARTE zeiten zu... ]. die effekte sind schon auf der höhe der zeit und was man alles hätte besser machen können...ich nehme das ganze eh nicht als effektspektakel, sondern lediglich als eine art von darstellung auf, ähnlich der in einem theaterstück.
TSCoBB ist ein faszinierendes werk, das alle klassischen elemente einer grossen menschlichen geschichte umfasst, in welcher man das leben aufkeimen und untergehen sieht - nur in umgekehrter reihenfolge.
ich will hier nicht mal ansatzweise all die themen anschneiden, die der film zu bieten hat (der persönliche umgang mit dem altern, der umgang der gesellschaft mit den langsam dahinschwindenden, die erste grosse freundschaft, die verantwortung ggü den mitmenschen, der verlust von nahestehenden, usw.usw)
ganz grosses kino.
die länge von 160min und Finchers vorliebe für detailreichtum werden den film auf dvd ob des wiederschauwertes auf jeden fall gut tun. _________________ FSK 6 = Der Held ist ein Mädchen.
FSK 12 = Der Held bekommt das Mädchen.
FSK 16 = Der Bösewicht bekommt das Mädchen.
FSK 18 = Jeder bekommt das Mädchen. |
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Nickigraus Bin neu hier

Anmeldedatum: 25.02.2009 Beiträge: 11
Wohnort: Uslar
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Verfasst am: Mi Feb 25, 2009 19:59 Titel: |
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Ich las von der Idee und fand es super Interessant. Ich sah den Trailer und wußte...den will ich sehen. Ich wollte auch ein kleines bißchen wegen Brad Pitt rein. Ich fragte meinen Mann nicht...ich setzte voraus, daß er mitzieht. Wir sahen das Making-Of und ich war von der Technik fasziniert.
Ich fand den Film durch und durch gut...nicht langatmig...genug tiefgang...faszinierend. Auch bei der Technik hielt ich den Atem an...Bard Pitt wurde jünger und jünger und sah 100 % aus, wie in alten Filmen. Ich drehte meine eigene Zeit zurück. Ich traute mich aber gar nicht meinen Mann an zu sehen. Nun lief der Film so lange und ich hatte Angst, daß er sich quält.
Wir kamen raus und er war Baff. Eigentlich ist er wirklich nur mir zu liebe mit reingegangen. Und sein Komentar:" Wer aus dem Film rausgeht und nichts fürs Leben mitgenommen hat, der hat den Film nicht verstanden!" Noch Tage später ging ihm immer wieder der Film durch den Kopf und wir redeten drüber.
Selten hat uns ein Film so fasziniert und die Stunden wurden zu Minuten. _________________ „Melancholie ist das Vergnügen, traurig zu sein.“ (Victor Hugo) |
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