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yun CineMaster


Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 2262
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Verfasst am: Mi Sep 30, 2009 13:21 Titel: Dersu Uzala |
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Dersu Uzala
(Japan / Sowjetunion 1975)
Regie: Akira Kurosawa
Drehbuch: Akira Kurosawa und Yuri Nagibin
Buch: nach einem Reisebericht von Vladimir Arsenyev
Kamera: Asakazu Nakai, Yuri Gantman, Fyodor Dobronravov
Musik: Isaak Shvarts
Darsteller: Maxim Munzuk und Yury Solomin
Genre: Drama
Spielfilmlänge: 140 min
In den schier endlos weiten Wäldern Sibiriens trifft im Jahre 1902 eine russische Expedition von Kartographen auf einen Jäger der Nanai (die Nanai sind ein Volk, welche in Russland und in China leben). Da der Nanai sich in der Gegend gut auskennt und über viele brauchbare Fähigkeiten verfügt, fragt man ihn, ob er sich der Expedition nicht vielleicht anschließen möchte. Anfangs noch belächelt und von den Russen als einen etwas seltsamen Menschen angesehen, gewinnt der Nanai, der Dersu Uzala heißt, schnell das Vertrauen, den Respekt und die Zuneigung der anderen. So einen Menschen wie ihn hatten sie bisher noch nicht gesehen. Dersu ist von einer großen Menschlichkeit und einer tiefen Ehrfurcht und Verständnis gegenüber der Natur erfüllt. Die Natur, so wunderschön sie auch sein kann, ist alles andere als ein Paradies, schnell kann sie für denjenigen tödlich sein, der sie nicht versteht und sich ihr gegenüber nicht anzupassen weiß. So nach und nach lernen die Russen die Natur mir Dersus Augen zu sehen und besonders zwischen dem Kommandanten der russischen Expedition Arseniev und Dersu entwickelt sich eine tiefe und aufrichtige Freundschaft.
Fünf Jahre später gibt es eine weitere russische Expedition in das gleiche Gebiet und man trifft nach einiger Zeit wieder auf Dersu und die Wiedersehensfreude ist groß. Vieles hat sich in der Zeit seit ihrer letzten Expedition verändert. Ging damals eine Gefahr von der Natur aus, wenn man sie nicht genügend respektierte, so sind diesmal Menschen hinzugekommen, die das Gesicht der zuvor nahezu menschenleeren Landschaft nachhaltig und ohne Sinn und Verstand mit ihrer unersättlichen Gier verändert haben.
Dersu Uzala ist alt geworden (er wird wohl über sechzig Jahre alt sein) und seine Augen werden immer schlechter. Ein Jäger mit diesen Augen und auf sich alleine gestellt ist in den Wäldern Sibiriens Rettungslos verloren. Sein Freund, der russische Kommandant der Expedition, Arseniev bietet Dersu an, nach Beendigung der Expedition bei ihm Zuhause in der Stadt zu leben. Nach anfänglichen zögern, willigt Dersu schließlich ein.
Von der Familie Arsenievs freundlich aufgenommen und nicht nur geduldet fühlt Dersu sich in der Stadt doch nicht wohl. Zu vieles ist anders, als sein bisher von ihm gewohnte Leben. Weder darf er in der Stadt sein Gewehr abfeuern (um es zu reinigen), noch zelten, noch Bäume im Stadtpark fällen und das der Wasserlieferant (das Haus in dem er lebt hat kein fließend Wasser) auch noch Geld für das Wasser verlangt, wo man es doch aus jedem Fluss schöpfen kann, ist ihm auch unverständlich.
Dersu will wieder in die Wälder zurück und sein Freund Arseniev und dessen Familie lassen ihn schweren Herzens ziehen. Zum Abschied bekommt Dersu ein modernes Gewehr geschenkt, mit dem man auch mit schlechten Augen sein Ziel noch trifft.
Wenig später bekommt Arseniev eine Nachricht, dass man vor der Stadt einen toten Nanai gefunden habe. Eine nähere Untersuchung ergibt, dass er ermordet wurde, vermutlich wegen des modernen Gewehres, welches er bei sich trug.
Dies und Das:
Im Film wird der Nanai Dersu Uzala als Goldi bezeichnet, welches der alte Name der Nanai ist.
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yun CineMaster


Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 2262
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Verfasst am: So Feb 27, 2011 14:31 Titel: |
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@Weddow
| Weddow hat Folgendes geschrieben: |
| ... auch eine ausführlichere meinung und kritik (zu dersu uzala) von dir hätte ich noch gern gelesen. |
... die hätte ich auch gerne verfasst, war mir dann aber doch zu aufwendig ... aber ich kann sie mal ganz kurz skizzieren:
um dersu uzala richtig einordnen zu können, müsste man auf die beiden vorherigen filme kurosawas eingehen ...
zuerst auf redbeard (1965), der die letzte zusammenarbeit zwischen toshiro mifune (der in 16 filmen kurosawas - zumeist in der hauptrolle - zu sehen war) und kurosawa war, in der es wegen der schwierigen produktionbedingungen zum bruch zwischen beiden kam ... kurosawa sollte danach nie wieder einen hauptdarsteller wie mifune haben (selbst ein tatsuya nakadai konnte ihn nicht ersetzen) und redbeard war der letzte große film im alten stil ... übrigens fand auch mifune nie mehr einen regisseur wie kurosawa einer war ...
als nächstes auf seinen film dodeskaden (1970), der für kurosawa sehr wichtig war (es geht hier um menschen, die am rande der gesellschaft auf einer müllhalde/einem schuttplatz leben, also um menschen, die im bewusstsein der japanischen gesellschaft einfach ausgeblendet waren), aber zu einem disaster für ihn wurde (praktisch niemand wollte sich so etwas anschauen) ... es geht das gerücht um, dass der film vom damaligen verleih auch um die hälfte gekürzt wurde (es gibt hier aber widersprüchliche angaben) und überhaupt, auch finanziell nicht sehr erfolgreich war ...
künstlerisch und finanziell am ende begann kurosawa einen selbstmordversuch ...
in diesem zustand bekam kurosawa dann ein angebot aus dem ausland (in japan wollte ihm keiner mehr seine filmprojekte finanzieren) und zwar von mosfilm (dersu uzala 1975) ... kurosawa nahm an ... es war seiner erster und einziger film, den er im ausland drehte ... mit hauptdarsteller, die keine japaner waren und einem motiv, in dem die japanische gesellschaft nicht im mittelpunkt der handlung stand ...
dennoch ist dersu uzala ein typischer kurosawa film geworden ... kurosawa hat (wie nahezu alle bedeutenden regisseure) ein einziges thema / motiv, welches er in allen seinen filmen immer wieder variierte ... nämlich ... die humanität in zeiten, die in einem starken umbruch / wandel begriffen ist ( die zeit, nicht die humanität) ... das ist kurosawa ureigenstes thema ...
nicht wenige halten akira kurosawa für einen action-regisseur (wegen seiner samuraifilme), übersehen dabei aber, das der mensch in allen seinen filmen im mittelpunkt der handlung steht (action ist nur ein mittel, einen menschen in einer besonderen - extremen - situation zu zeigen, in der es gilt, wichtige entscheidungen - aus einem verantwortungsgefühl heraus zugunsten anderer menschen - zu fällen) ... im grunde reflektieren alle seine filme (auch die historischen), auf das leben und verhalten der menschen im japan der gegenwart ... seine filme sind nichts anderes als ein spiegel, den er immer wieder der japanischen gesellschaft vorhält ... es kommt dann auf den jeweiligen menschen an, welches gesicht, er dann in kurosawas spiegel zu sehen bekommt ...
dersu uzala war für kurosawa ein guter und erfolgreicher film ... er besaß wieder ein hohes ansehen ... dennoch gab es für ihn in japan immer noch schwierigkeiten, geldgeber für seine zukünftige filmprojekte zu finden - für kagemusha (1980) fand er sie - woran niemand je gedacht hatte - mit george lucas und francis ford coppola als produzenten des filmes schließlich in den usa ... |
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yun CineMaster


Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 2262
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Verfasst am: Di März 01, 2011 17:25 Titel: |
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| janina_s hat Folgendes geschrieben: |
Habe den letzte Woche auf einer Asia Party gesehen.
Muss man aber wirklich Fan von sein. Obwohl dieser Stil schon ein gewisses Niveau hat. |
... ich denke auch nicht, dass der film für jederman geeignet ist ... |
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Weddow Bin neu hier


Anmeldedatum: 12.11.2010 Beiträge: 16
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Verfasst am: Di März 01, 2011 19:24 Titel: |
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hab mir heute "dodeskaden" angesehn. der film versteht zu bedrücken und vermittelt die meiste zeit eine ziemlich trostlose atmosphäre.
besonders gelungen und gleichermaßen bedrückend fand ich die geschichte um die zwei mit dem traum vom haus... und von dem straßenbahnfahrer hätte ich nur zugern mehr erfahren.
| janina_s hat Folgendes geschrieben: |
| Habe den letzte Woche auf einer Asia Party gesehen. |
auf einer asia party ist der film wohl auch eher fehl am platz  |
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yun CineMaster


Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 2262
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Verfasst am: Di März 01, 2011 19:35 Titel: |
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| Weddow hat Folgendes geschrieben: |
hab mir heute "dodeskaden" angesehn. der film versteht zu bedrücken und vermittelt die meiste zeit eine ziemlich trostlose atmosphäre.
besonders gelungen und gleichermaßen bedrückend fand ich die geschichte um die zwei mit dem traum vom haus... und von dem straßenbahnfahrer hätte ich nur zugern mehr erfahren. |
... der straßenbahnfahrer soll - so habe ich einmal gelesen - kurosawas alter ego sein
"mit dem traum vom haus" ... der vater und sein sohn? ... bei vielen wurde ja angedeutet, dass sie zuvor ein anderes leben führten (aus einer anderen schicht stammten - der vater war wohl mal ein architekt) und das irgendein ereignis sie schließlich aus der bahn geworfen haben muss ... hm ... wie gesagt, der film wurde vom verleih vermutlich um die hälfte gekürzt (es gibt da unterschiedliche angaben dazu) ... das interessante an kurosawa war schon immer, dass er sich für menschen interessierte, die aus dem bewusstsein der japanischen gegenwartsgesellschaft ausgeblendet waren ...
wie bist du so schnell zu diesen film gekommen? ...
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Weddow Bin neu hier


Anmeldedatum: 12.11.2010 Beiträge: 16
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Verfasst am: Di März 01, 2011 19:53 Titel: |
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| yun hat Folgendes geschrieben: |
| wie bist du so schnell zu diesen film gekommen? ... |
konnte ihn mir von jemandem leihen  |
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yun CineMaster


Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 2262
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Verfasst am: Di März 01, 2011 20:05 Titel: |
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ah ... das ist schön
es gibt drei filme von ihm, die in D nicht so bekannt, aber doch sehr empfehlenswert sind ... auf deutsch sind sie leider nicht erhältlich ... nur mit englischen untertitel ...
red beard (rotbart)
the bad sleep well
high and low
diese filme zeigen einen kurosawa, wie man ihn - zumindest in D - so nicht kennt ... alle drei sind ungemein ausdrucksstark ... gesellschaftskritisch ... und humanistisch ... |
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Weddow Bin neu hier


Anmeldedatum: 12.11.2010 Beiträge: 16
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Verfasst am: Di März 01, 2011 20:10 Titel: |
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danke für die empfehlungen, red beard wollte ich mir sowieso als nächstes ansehen  |
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yun CineMaster


Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 2262
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Verfasst am: Di März 01, 2011 20:20 Titel: |
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| Weddow hat Folgendes geschrieben: |
danke für die empfehlungen, red beard wollte ich mir sowieso als nächstes ansehen  |
red beard war ja die letzte zusammenarbeit zwischen mifune und kurosawa ... in diesem film kam es zwischen den beiden zum bruch ... wegen des bartes, den mifune für seine rolle tragen sollte ... nämlich einen echten! (kurosawa bestand darauf!) ... die pointe daran war folgende ... damals arbeitete man als schauspieler an mehreren filmprojekten zur gleichen zeit ... immer wenn einmal eine pause in einem film eintrat, arbeitete man solange in einem anderen film mit ... toshiro mifune war aber wegen seiner rolle in red beard dazu gezwungen einen echten bart zu tragen ... was für ihn bedeutete, dass er während dieser zeit keine anderen filmrollen annehmen konnte ... die filmaufnahmen zu red beart zogen sich aber über den zeitraum von zwei jahren hin ... was für mifune (der ja einen aufwendigen lebensstil zu pflegen führte) zu erheblichen finanziellen einbußen sorgte ... es kam zum streit und schließlich zum bruch zwischen dem regisseur kurosawa und seinem hauptdarsteller mifune ...
dennoch sprachen beide bis zu ihrem jeweiligen lebensende voller respekt und anerkennung voneinander ...
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