Crenshaw CineMaster


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Verfasst am: Fr Dez 10, 2010 16:09 Titel: Die Farbe - Review |
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Die Farbe
Horror
Regie: Huan Vu
Deutschland, 2010
85min
basierend auf der Kurzgeschichte von Howard Philips Lovecraft
"The Colour Out of Space"
http://www.die-farbe.com/index.htm - Danke, Yun!
Arkham, Massachusetts in den 70ern:
Der junge Jonathan Davis ist auf der Suche nach seinem Vater. Der rüstige Weltkriegsveteran ist vor 2 Wochen nach Süddeutschland aufgebrochen und hat sich seitdem nicht wieder gemeldet. Jonathan folgt der Spur seines Vaters und entdeckt einen grauenvollen Schatten der Vergangenheit. Der namenlose Schrecken, der das einst fruchtbare Land hat verdorren lassen und die Menschen in den Wahnsinn stürzte, ist zurück...
Rezension:
Der beste Horror-Film nach Lovecraft* und ein starkes Stück Tabak, das sich als No-Budget-Projekt vor "Paranormal Activity", "Tanz der Teufel", "Blair Witch Project" und "Night of the Living Dead" nicht zu verstecken braucht. Hier hat man alles richtig gemacht. Entstanden ist ein richtig guter, aber auch sehr ruhiger, sich langsam aufbauender Horrorfilm. Er bietet zahlreiche sehr solide Schockmomente und einige überaus verstörende Augenblicke. Es gibt kein Monster, das Menschen jagt, keine platzenden Leichen, keine zerstochenen Augen, keine Zombies, keine blassen Vampire. Stattdessen bekommt man Menschen zu Gesicht, die von Tag zu Tag immer mehr vom schleichenden Wahnsinn ergriffen werden, ohne sich dagegen wehren zu können - weder Vernunft, noch Wissenschaft, noch Religion, noch sonstwas kann sie retten. Am Ende wartet noch ein sehr intelligenter, erwachsener Plot Twist, der die Perpektive des Films und seines Inhalts ziemlich auf den Kopf stellt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass man - wie schon bei "Memento" und "The Sixth Sense" der "Farbe" beim zweiten Mal noch mehr abgewinnen können wird als beim ersten Durchgang.
Die Farbe ist ein großer Erfolg auf mehreren Ebenen: einmal als Studentenprojekt, das Enthusiasten in ihrer Freizeit (und zwei Jahren Post-Production) gezimmert haben; ferner als prima gruselnder, verstörender, Horrorfilm und letztendlich auch als ultimatives Low-Budget-Werk, das ohne weiteres alle vorherigen Lovecraft-Filme an die Wand spielt - ob "Necronomicon" oder "Dagon", ist letztlich nicht so wichtig. Da hat jemand seine Hausaufgaben gemacht.
Abgedroschene Klischeemomente plötzlicher Bewegungen oder Geräusche oder sinnloser Brutalität eines "Resident Evil" oder "SAW" sind nicht vorhanden. Am besten, man stellt sich eine sich ruhig entfaltende Mischung aus "Die Mächte des Wahnsinns", "Die Vögel" und "The Ring" vor. Für den modernen horrorfilmgewohnten Zuschauer, der sich an "Wrong Turn", "The Hills Have Eyes" oder "Hostel"orientiert, ist bei "Die Farbe" eher fehl am Platz. Hier werden sich Freunde von klassischen, nach heutigen Maßstäben schon fast gemächlich aufbauenden Streifen wie "Wicker Man", "Das Ding aus einer anderen Welt" von Howard Hawks oder "Nosferatu - Symphonie des Grauens", glücklich fühlen. Der hier gezeigte Horror ist fast nur menschlicher Natur, so viel übernatürliches gib es gar nicht.
Das schwarz-weiße Bild passt ausgezeichnet zu den beiden Handlungsebenen des Zweiten Weltkrieges und der 70er Jahre.
Die superbe, detailvernarrte Kameraarbeit trägt gemeinsam mit dem Score und dem sehr unangenehmen, unheimlichen Sounddesign zur überaus dichten Stimmung bei. Die CGI sind professionell in Szene gesetzt. Interessanterweise kommt der Film von seiner Intensität her aber auch ohne sie bestens aus. Kaum zu glauben, das dies der Abschlußfilm von zwei Absolventen der HdM Stuttgart ist, die fast alles (Drehbuchadaption, Schnitt, Kamera, Computereffekte) selbst bewerkstelligt haben. Der Film ist bei weitem kein Kammerspiel, das mit 2-3 Schauspielern in einem Raum abläuft. Zu keiner Zeit hat man das Gefühl, dass hier mit etwas mehr Budget mehr an Spannung, Effekten und Schauspielkunst hätte herausgeholt werden können.Die Sache ist einfach rund
Ich habe den Film gestern bei seiner Uraufführung in einem Berliner Underground-Kino gesehen und war begeistert. Wer ihn sehen möchte, dem sei die auf der Film-Website bestellbare DVD empfohlen, die mit 15 Euronen nicht viel mehr kostet als ein Kinobesuch für zwei Personen.
Trailer:
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*na gut, die Messlatte liegt hier aber auch nicht allzu hoch
EDIT: Sorry, habe heute nachmittag eine technisch halbgare Fassung hochgeladen, bei der große Reviewstücke fehlten. Müsste nun behoben sein.
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