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Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4975
Wohnort: Oferdingen
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Verfasst am: So Jun 24, 2007 19:29 Titel: Love and Honor |
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Bushi no Ichibun
武士の一分
aka Love and Honor
Japan 2006
Regie: Yamada Yôji
Kamera: Naganuma Mutsuo
Drehbuch: Fujisawa Shuuhei (Original), Yamada Yôji, Hiramatsu Emiko, Yamamoto Ichiro
Musik: Tomita Isao
DarstellerInnen: Kimura Takuya, Dan Rei, Sasano Takashi, Ogata Ken, Momoi Kaori, Bando Mitsugoro, Kobayashi Nenji
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„What does it matter? It simply means that you can’t see.”
Der Vorkoster Mimura Shinnoji wird durch eine giftige Speise sehr krank und erblindet. Für ihn und seine Frau Kayo beginnt eine Zeit voller Selbstzweifel und Zukunftsängste. Dabei wird auch ihr Vertrauen zueinander gestört. Als Shinnojo hinter ein Geheimnis Kayos kommt, sieht er nur einen Weg darauf zu reagieren und bringt auf diese Weise großes Unglück über beide...
„Love and Honor“ ist nach The Twilight Samurai und The Hidden Blade der dritte und letzte Film von Yamada Yôjis sogenannter Samuraitrilogie. Alle drei Filme entstanden nach Geschichten von Fujisawa Shuuhei und alle drei scheinen oberflächlich sehr ähnlich zu sein, denn sie laufen alle als Höhepunkt der Erzählung auf ein Duell mit einem geübteren Gegner hinaus.
Sie unterscheiden sich jedoch thematisch durch die Probleme, die sie ansprechen: Iguchi Seibei aus Twilight Samurai hadert mit dem Zeitalter, Katagiri Munezo aus Hidden Blade mit seinem Stand und Mimura Shinnojo mit sich selbst.
Der junge Vorkoster ist in einer utilitaristischen Umgebung aufgewachsen. Durch seine Blindheit, die ihn für andere „nutzlos“ macht, fühlt er sich wertlos. Das einzige, was ihm zu bleiben scheint ist seine Kriegerehre (der japanisches Filmtitel bedeutet Ehre des Kriegers). Zu spät dämmert es ihm, daß es sich dabei um leere Ideale handeln könnte.
Somit propagiert „Love and Honor“ eindeutig, was die anderen schon andeuteten, daß der Wert des Lebens im Leben selbst liege.
Außerdem versucht auch dieser Film dem Samuraimythios entgegenzuwirken. In diesem Fall wohl besonders dem des blinden Samurai, wir er zum Beispiel durch die Gestalt des „Zatoichi“ verkörpert wird.
So sagt zum Beispiel einer der Samurai im Schloß zu einem anderen über Mimura Shinnojos Zukunftsaussichten: It’s not that he can become a ballad singer or a masseur!
Dadurch daß Mimura Shinnojo einen inneren Kampf führt ist „Love and Honor“ sehr viel dunkler als seine Vorgänger mit den ausgeglicheneren Charakteren. Und das liegt nicht nur an der Thematik, sondern auch daran, daß die Gefühle, die im Inneren des blinden Samurais toben, äußerlich durch das Wetter veranschaulicht werden. Bei den ersten beiden Filmen werden ausschließlich Ereignisse aus Frühling, Frühsommer und Winter (mit sanftem Schneefall) erzählt, „Love and Honor“ spielt hingegen im Spätsommer und Herbst und kommt mit schwüler Hitze, Gewitter und Sturm daher.
Dies war meines Erachtens eine sehr gelungene und passende Darstellung.
Was mir an der Geschichte von „Love and Honor“ nicht gefallen hat, war jedoch das Ende, das ziemlich konstruiert und unglaubwürdig war und dem Film vieles seiner Aussagekraft wieder genommen hat.
Die sonstige Umsetzung des Filmes unterscheidet sich nicht viel von den zwei Vorgängern, was nicht sonderlich überraschend, handelt es sich doch um die gleiche Crew. Man kann sich also in diesem Bereich auf die gewohnte, ordentliche Arbeit einstellen.
Bei den DarstellerInnen gab es jedoch Änderungen. Hatte Yamada Yôji in den anderen Filmen auf erfahrene Charakterdarsteller gesetzt, hat er es hier mit TV- und Popstar Kimura Takuya (dem ein oder anderen hier vielleicht aus Wong Kar Wais "2046" bekannt) und Newcomerin Dan Rei versucht. Im Vorfeld sorgte diese Entscheidung für Zweifel unter den Kritikern, die sich im Nachhinein als unberechtigt erwiesen. Beide waren in ihren Rollen ganz hervorragend und wurden zurecht für einen Award der Japanese Academy nominiert. Kimura Takuya hat seine Nominierung leider abgelehnt, da seine Managerfirma fand, er sollte nicht mit älteren, erfahreneren Schauspielern konkurrieren.
Insgesamt sind alle drei Teile der Trilogie sehr sehensert und ich würde jedem raten, sie sich anzusehen.
Mein persönlicher Favorit bleibt aber „The Twilight Samurai“, den ich für ein Meisterwerk des Samuraifilms halte.
Die Filme sind übrigens ein schönes Gegenargument, wenn Leute die Ähnlichkeit aktueller Hollywoodfilme damit entschuldigen wollen, daß alle Themen bereits verfilmt wurden. Hier wird sehr schön gezeigt, daß man durch andere Charaktere und andere Beziehungskonstellation ähnliche Geschichten zu ganz eigenständigen Werken verarbeiten kann.
Japan Normal Edition
Shochiku
R2/NTSC
Keep Case
Laufzeit: 122 min
Bild: 1.85:1 anamorphic widescreen
Ton: Japanisch DD 5.1 und DD 2.0 Surround
Extras: Trailer und TV-Spots
Momentan ist auch noch eine Limitierte 3Disc-Edition aus Japan im Handel erhältlich.
Weitere Filme von Yamada Yôji bei cineglobe:
Kaabee
The Hidden Blade
The Twilight Samurai

Zuletzt bearbeitet von Namu am Mo Jun 25, 2007 06:55, insgesamt einmal bearbeitet |
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Joy CineMOD


Anmeldedatum: 20.02.2007 Beiträge: 405
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Verfasst am: Mo Jun 25, 2007 01:15 Titel: |
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Ich finde es interessant, dass die Blintheit hier die große Rolle spielt. Erst wenn man das Augenlicht verliert, sieht man besser. Leider ist das oft so im Leben. Eine kleine Frage am Rande (nicht den Film betreffend): haben die zwei weißen Streifen mit dem smiley irgendeine Bedeutung? Oder hat da die Zeichencodierung versagt?? _________________
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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Mo Jun 25, 2007 07:23 Titel: |
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Hm, eigentlich ist in dem Film genau das Gegenteil der Fall. Shinnojo verliert eher mit seiner Blindheit die Fähigkeit klar zu sehen. Er ist sozusagen nicht nur körperlich mit Blindheit geschlagen.
Aber natürlich macht er auch mehmals einen große Veränderung durch. Das macht den Film recht interessant.
Das weiße ist ein Spoiler-tag. Da habe ich darunter etwas versteckt, was jemandem Inhaltliches des Films zu stark verraten würde, sollte er den Film nicht gesehen habe. (In dem Fall ist es aber nur ein Spruch und es macht im Grunde genommen nichts, wenn man es trotzdem liest). Um das zu lesen, mußt Du einfach den Curser an dem weißen Feld ansetzen, die linke Maustaste gedrückt halte und darüber fahren.
Das ist eigentlich sehr viel besser als groß "Spoiler" darüberzuschreiben, denn selbst wenn man den Spoiler nicht lesen möchte, fällt beim scrollen der Blick darauf und man nimmt unabsichtlich Dinge wahr, die man eigentlich noch gar nicht wissen wollte. Wenn Du das selbst machen willst, mußt Du den Spoiler zwischen spoil und /spoil in eckiger Klammer schreiben.
Vielen Dank, daß Du für mich nachgeschaut hast, ob der Titel wirklich Ehre eines Kriegers heißt!  |
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Joy CineMOD


Anmeldedatum: 20.02.2007 Beiträge: 405
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Verfasst am: Di Jun 26, 2007 00:53 Titel: |
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Bitte schön, gern geschehen ^^
aber trotz spoiler, habe ich nicht den eindruck, dass da zu viel verraten wurde ^^° vermutlich bin ich einfach nicht drauf gekommen ^^° _________________
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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Mi Jun 27, 2007 05:04 Titel: |
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Ab nächste Woche ist von Love and Honor auch die Hong KOng DVD mit englischen Untertiteln erhältlich.
Wer sich aber lieber mit einer R2/Pal-Version ausstatten will, sollte lieber noch etwas warten, da den Flm auch ein europäisches (zumindest U.K.) Release erwartet.
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