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Drive

 
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Namu
Die CineGLobe Perle


Anmeldedatum: 21.09.2006
Beiträge: 4975
Wohnort: Oferdingen

BeitragVerfasst am: Mi Okt 31, 2007 12:40    Titel: Drive

Drive
ドライブ
Japan 2002





Regie: “sabu” (TANAKA Hiroyuki)
Kamera: SATO Kazuhiko
Drehbuch: “sabu” (TANAKA Hiroyuki)
Musik: BANDO Toshihide, MURASE Yasuhisa
DarstellerInnen: TSUTSUMI Shin’ichi, TERAJIMA Susumu, OSUGI Ren, ANDO Masanobu, KOU Shibasaki


„Wer langsam fährt, kommt schneller ans Ziel.“

Kenichi hält jeden Tag Punkt 12:00 Uhr mit seinem Auto in der Nähe der Bank, um seine Traumfrau, die um diese Zeit Mittagspause hat, aus der Ferne zu bewundern. Eines Tages werden dabei er und sein Auto von drei Bankräubern „gekidnappt“. Diese zwingen ihn dazu, ihren vierten Mann zu verfolgen, der sich mit der Beute aus dem Staub gemacht hat. Leider leidet Kenichi aber unter dem Zwang, alle Regeln einzuhalten, auch Verkehrsregeln... Mit 30 km/h kommt es zu einer ungewöhnlichen und für alle Beteiligten schicksalshaften Verfolgungsjagd.





Um ehrlich zu sein, fällt es mir nach sabus “Blessing Bell” und “Postman Blues” schwer, nun auch eine Review zu „Drive“ zu schreiben. Was kann ich schreiben, ohne daß sich alle drei Filmvorstellungen gleich anhören? Schließlich sind sich die Filme, so verschieden sie auch sein mögen, inhaltlich doch mehr als nahe. Immer haben wir Leute, die sich von A nach B bewegen, bei „Blessing Bell“ zu Fuß, bei „Postman Blues“ auf dem Fahrrad, bei „Drive“ mit dem Auto und die dabei Menschen begegnen, die eine innerliche oder äußerliche Veränderung in den Hauptpersonen hervorbringen. Vielleicht ist bei der Drive dieser Moment der Veränderung am explizitesten dargestellt, führt er hier doch zu einem radikaleren Umbruch im Leben der Protagonisten.
Drive verfolgt außerdem noch ein weiteres Motiv, das man aus sabu-Filmen kennt: das des Strebens nach Geld, das wie so oft in seinen Filmen, den Protagonisten hinderlich auf ihrer Suche nach Glück, Erfüllung ist.
Wie die anderen Filme lebt Drive von seinen skurrilen, manchmal fast und manchmal ganz surrealen Situationen und Geschehenissen, in die die Hauptpersonen kommen, bzw. in die sie verwickelt werden.

Was aber unterscheidet Drive von sabus anderen Filmen?
Trotz seiner Skurrilität ist Drive etwas weniger schwarzhumorig. Dafür ist das metaphysische Element stärker ausgebaut als in seinen anderen Filmen, mit Ausnahme von Monday. Eine psychologische Interpretation desselbigen ist außerdem möglich, drängt sich einem sogar fast auf. Drive ist wohl auch eine Reise ins Seelenleben unserer Hauptperson und ein Kampf mit den Schatten, die diese verfolgen. Ich denke, es ist daher nicht unbedingt falsch zu sagen, daß „Drive“ von allen Filmen sabus, derjenige mit der meisten Tiefe ist.

In den Hauptrollen spielen einige ebenfalls schon aus anderen sabu-Filmen bekannte Gesichter. Kenichi wird von Tsutsumi Shin’ichi verkörpert, dem üblichen Hauptdarsteller aus älteren sabu-Filmen wie Postman Blues, Monday, Unlucky Monkey usw. und die Rollen der Bankräuber gingen an Terajima Susumu, den man eigentlich in jedem sabu-Film findet und der die Hauptrolle in Blessing Bell spielt, an Osugi Ren, der ebenfalls immer mal wieder in sabu-Filmen auftaucht, den die meisten aber eher aus Kitano-Filmen wie Hana-Bi, Brother, Dolls, Takeshis’ usw. kennen werden und an Ando Masanobu (Nightmare Detectice, Kids’ Return, Monday). In einer kleineren Rolle ist außerdem noch die immer wieder bezaubernde Kou Shibasaki (Dororo, Maison de Himiko, Shaolin Girl, Battle Royale) zu sehen.




Für Leute, die sabu kennen und mögen, ist “Drive” ein “Heimspiel, (oder zumindest ein Treffen mit alten Bekannten Wink ).
Für alle anderen ist es ein gut Einstieg, um zu testen, ob sie etwas mit sabu anfangen können oder nicht, denn Drive gilt für viele Fans als sein bisher bestes Werk. Mir persönlich gefällt Postman Blues allerdings ein klitzekleines bißchen besser. Und ich würde auch sagen, daß „Monday“ viel außergewöhnlicher ist, wenn auch sehr viel abstrakter.





DVD
I-On Entertainment
Keep Case
Laufzeit laut Cover: 101min
Bild: 1.85:1 anamorphic widescreen
Ton: Deutsch DD 5.1; Japanische DD 5.1
Untertitel: deutsch
Extras: Making Of, Interviews, Premierenaufnahmen, Trailer, Wendecover

Das Interview, das im Menü mit Sabu und Ren Osugi betitelt wurde, ist in Wirklichkeit mit Sabu und Hauptdarsteller Tstsumi Shin’ichi.

Die Bildqualität der DVD ist nicht so überzeugend.


Weitere Filme von sabu bei cineglobe:
Postman Blues
Blessing Bell







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Nitschewo
CineMaster
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Beiträge: 280
Wohnort: Datenfeldweg

BeitragVerfasst am: Mi Okt 31, 2007 19:21    Titel:

Eine schöne Review....(Wahnsinn, du bist immer so fleißig. Ich würde auch gerne mehr schreiben, aber so richtig Muße hab ich selten...)
Als Sabu-Fan mag ich "Drive" natürlich auch sehr.
Allerdings finde ich "Monday" noch etwas besser, weil ich die Geschichte einfach genial finde. Es ist interessant zu sehen, wie sich durch gewisse Einflüsse ein Mensch komplett verändern kann…
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Seppel
CineMaster
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Anmeldedatum: 10.09.2007
Beiträge: 466
Wohnort: Wuppertal

BeitragVerfasst am: Mo Aug 11, 2008 22:02    Titel:

So.

Nach langer langer Zeit also nun mit "Drive" mein zweiter Sabu. Nach "Postman Blues" war ich ja etwas skeptisch, ob ich mit der doch eher ruhigen Erzählweise zurechtkomme. Drive hingegen hat mich restlos davon überzeugt, dass ich das definitiv kann. Das erste Mal hab ich mich bei der Menumusik in den Film verliebt. Ich habe selten ein so schönes Stück gehört. Läuft auch seit sicher 10 Minuten noch im Hintergrund (Weiß zufällig Jemand, welches ich meine und von wem das ist?). Das zweite Mal hab ich mich in die bezaubernde junge Dame mit dem roten Regenschirm verliebt.

Die skurilen Charaktere sowie der liebenswerte Hauptcharakter (auch wenn ich die Einführung zu Beginn eher dürftig fand...) haben mich von der ersten Minute mitgenommen. Wohl nicht zuletzt deswegen, weil ich ähnlich wie Asakura (so der Name im Deutschen) ein sehr penibler und ordnungsliebender Mensch bin und mich sofort in ihm wiedererkannt habe. Die Szenen rund um den vierten Gangster in Feld 13 waren mir zwar ein wenig zu abgedreht, doch kann ich da alles in allem drüber hinwegblicken, da sie im Gegensatz zum restlichen Film nicht allzu sehr aus der Rolle fallen. Alles in Allem ein sehr abwechslungsreicher Streifen, der mir mit seinem poetischen Ansatz nicht nur den Abend versüßt hat, sondern mir auch wohl noch eine Weile zu denken geben wird.

Eins versteh ich allerdings nicht: Ich hab hier am Bord schon öfters gelesen, dass Sabu gern mit Tarantino verglichen wird. Sind für mich zwei vollkommen unterschiedliche Paar Schuhe und weisen nur sehr sehr wenige Gemeinsamkeiten auf. Auch wenn ich früher großer Tarantino Fan war und seine Filme immernoch gern schau, so ist mir - zumindest zur Zeit - Sabu doch um Längen lieber. Und genau aus dem Grund werd ich jetzt "Unlucky Monkey" anschmeißen, den ich mir wie "Postman Blues" und "Drive" auf eure Empfehlung hin geholt habe Wink
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Namu
Die CineGLobe Perle


Anmeldedatum: 21.09.2006
Beiträge: 4975
Wohnort: Oferdingen

BeitragVerfasst am: Di Aug 12, 2008 12:42    Titel:

Seppel hat Folgendes geschrieben:
Das zweite Mal hab ich mich in die bezaubernde junge Dame mit dem roten Regenschirm verliebt.


Ich kann Dir zwar nicht mit der Musik weiterhelfen, aber dafür noch etwas zu der jungen Dame, Kou Shibasaki, sagen.
Zuerst einmal ist sie eine ungalublich gute, sehr wandelbare Schauspielerin. Der Unterschied von dem Sensenschwingendem Mädel in Battle Royale zu der etwas tollpatschigen, charmanten Schönheit In Drive bringt einem schon fast zum Schlucken. Zudem ist sie rund um den Globus recht beliebt, weshalb sich nun alle von den japanischen Indie-Und Arthouse Regisseuren bis hin zu den großen japanischen Blockbustermachern um sie reißen. Tarantino ist auch ein Fan von ihr und hätte sie gerne in Kill Bill gehabt. Da war sie aber zeitlich schon völlig ausgebucht und deshalb ging die Rolle ja dann an Chiaki Kuriyama (Ich weiß nicht, wie genau das stimmt. So sagt zumindest die Gerüchteküche).
Soweit ich weiß, ist sie auch als Sängerin sehr erfolgreich.
Mein Mann und ich lieben nur eine andere japanische Schauspielerin so sehr wie Kou Shibasaki und das ist Aoi Miyazaki.


Seppel hat Folgendes geschrieben:

Eins versteh ich allerdings nicht: Ich hab hier am Bord schon öfters gelesen, dass Sabu gern mit Tarantino verglichen wird. Sind für mich zwei vollkommen unterschiedliche Paar Schuhe und weisen nur sehr sehr wenige Gemeinsamkeiten auf.


Hat mir auch nie ganz eingeleuchtet. Aber damit werden seine Filme in Deutschland immer vermarktet. Zumindest Monday wurde auf diese Weise vermarktet. Vielleicht wegen der Gewalt? Aber eigentlich benutzt sabu viel weniger Gewalt als Tarantino und auf eine völlig andere Weise.


Seppel hat Folgendes geschrieben:
Und genau aus dem Grund werd ich jetzt "Unlucky Monkey" anschmeißen, den ich mir wie "Postman Blues" und "Drive" auf eure Empfehlung hin geholt habe Wink


Ui, hoffentlich wirst Du nach Drive nicht von "Unlucky Monkey" enttäuscht. "Drive" gilt für viele als sabus bester Film (ungefähr für alle diejenigen, die nicht Monday für seinen besten Film halten. Ich selbst tu mich ein bißchen schwer, mich zwischen Blessing Bell, Postman Blues und Drive zu entscheiden. Monday ist interessant, aber ich mag trotzdem die genannten Filme lieber, die haben irgendwie auch ein aufmunterndes Element dabei).
Unlucky Monkey finde ich irgendwie ein bißchen ernst und traurig. Den kann man nicht so oft schauen...
Hihi, insgesamt sind die alten Sabufilme alle ziemlich ähnlich! Wink
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mannen
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Beiträge: 342


BeitragVerfasst am: Di Aug 12, 2008 15:08    Titel:

Seppel hat Folgendes geschrieben:

Eins versteh ich allerdings nicht: Ich hab hier am Bord schon öfters gelesen, dass Sabu gern mit Tarantino verglichen wird. Sind für mich zwei vollkommen unterschiedliche Paar Schuhe und weisen nur sehr sehr wenige Gemeinsamkeiten auf. Auch wenn ich früher großer Tarantino Fan war und seine Filme immernoch gern schau, so ist mir - zumindest zur Zeit - Sabu doch um Längen lieber.

Ich finde dass die Charaktere der Sabufilme viel mehr Herz haben. In den Tarantinofilme sind sie eigentlich nur Cool.
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Seppel
CineMaster
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Anmeldedatum: 10.09.2007
Beiträge: 466
Wohnort: Wuppertal

BeitragVerfasst am: Di Aug 12, 2008 19:14    Titel:

Namu hat Folgendes geschrieben:
Ich kann Dir zwar nicht mit der Musik weiterhelfen, aber dafür noch etwas zu der jungen Dame, Kou Shibasaki, sagen.
Zuerst einmal ist sie eine ungalublich gute, sehr wandelbare Schauspielerin. Der Unterschied von dem Sensenschwingendem Mädel in Battle Royale zu der etwas tollpatschigen, charmanten Schönheit In Drive bringt einem schon fast zum Schlucken. Zudem ist sie rund um den Globus recht beliebt, weshalb sich nun alle von den japanischen Indie-Und Arthouse Regisseuren bis hin zu den großen japanischen Blockbustermachern um sie reißen. Tarantino ist auch ein Fan von ihr und hätte sie gerne in Kill Bill gehabt. Da war sie aber zeitlich schon völlig ausgebucht und deshalb ging die Rolle ja dann an Chiaki Kuriyama (Ich weiß nicht, wie genau das stimmt. So sagt zumindest die Gerüchteküche).
Soweit ich weiß, ist sie auch als Sängerin sehr erfolgreich.
Mein Mann und ich lieben nur eine andere japanische Schauspielerin so sehr wie Kou Shibasaki und das ist Aoi Miyazaki.


Danke für den kleinen Exkurs Smile


Namu hat Folgendes geschrieben:
Ui, hoffentlich wirst Du nach Drive nicht von "Unlucky Monkey" enttäuscht. "Drive" gilt für viele als sabus bester Film (ungefähr für alle diejenigen, die nicht Monday für seinen besten Film halten. Ich selbst tu mich ein bißchen schwer, mich zwischen Blessing Bell, Postman Blues und Drive zu entscheiden. Monday ist interessant, aber ich mag trotzdem die genannten Filme lieber, die haben irgendwie auch ein aufmunterndes Element dabei).
Unlucky Monkey finde ich irgendwie ein bißchen ernst und traurig. Den kann man nicht so oft schauen...
Hihi, insgesamt sind die alten Sabufilme alle ziemlich ähnlich! Wink


Ich muss sagen, dass mir "Unlucky Monkey" rückblickend von allen drei Filmen, die ich bisher gesehen hab, am mit Abstand wenigsten gefällt. Zwischenzeitlich baut der Film zwar eine beeindruckende Atmosphäre um die Gefühlswelt des Bankräubers auf, aber irgendwie stört mich der ganze Plot mit den Yakuza ein wenig. Wirklich verflochten sind die beiden Geschichten ja nun auch nicht und das Ende ist auch eher mäßig. Bisher ist "Drive" schon klarer Favorit. Blessing Bell und Monday stehen aber ganz oben auf der Einkaufsliste Smile.
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Namu
Die CineGLobe Perle


Anmeldedatum: 21.09.2006
Beiträge: 4975
Wohnort: Oferdingen

BeitragVerfasst am: Di Aug 12, 2008 19:30    Titel:

Bei Blessing Bell muß ich Dich aber vorwarnen: Das ist wirklich der ruhigste Film, den ich in meinem Leben gesehen habe. Dagegen sind die anderen Sabu-Filme die reinsten Actionblockbuster. Wink
Meines Erachtens wird man am Ende dafür belohnt, aber ich kenne auch viele Leute, die ruhigere Filme eigentlich gewohnt sind und sich mit Blessing Bell schwer getan haben... (Mein Mann zum Beispiel. Dem gefiel zwar der Film auch, aber ich glaube, ein zweites Mal würde er ihn sich nicht ansehen...)
Monday ist stellenweise ein bißchen abgedreht. Erinnert mich immer ein wenig an Kitano.

Apropos Kitano: Wenn Dir Drive gefallen hat, dann könnte Dir auch "Kikujiros Sommer" gefallen.
Ich füg Dir mal den amazon-Link ein.
Da hat Kitano nämlich auch sehr menschliche, traurige Themen ein bißchen lustig, ein bißchens skurril und ein bißchen warm verpackt.
Kikujiro ist übrigens - soweit ich weiß - der Name von Kitanos eigenem Vater.



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