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Ein Hauch von Zen

 
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yun
CineMaster
CineMaster


Anmeldedatum: 28.03.2008
Beiträge: 2262


BeitragVerfasst am: Do Mai 01, 2008 00:30    Titel: Ein Hauch von Zen

Xia Nü
俠女
aka: Ein Hauch von Zen
aka: A Touch Of Zen
Taiwan/Hong Kong 1970/1971

Regie: King HU Jinquan
Drehbuch: King HU Jinquan, PU Songling (Original)
Kamera: HUA Hiuying
Actionchoreographie: HAN Yingjie, PAN Yaokun
Kostüme: LI Jiazhi
Musik: WU Dajiang

Darsteller:

Shi Jun als Gu Shengzai
Xu Feng als Yang Huizhen
Bai Ying als General Shi
Tian Peng als Ouyang Nian
Xue Han als General Lu
Roy Chiao als Mönch Hiu Yan
Zhang Bingyu als Gus Mutter
Jia Lushi als Yang Lian
Wang Rui als Men Da
Miao Tian als Nie Qiu
Cao Jian als Magistrat
Han Yingjie als Xu Xianchun



china vor vielen hundert jahren. in einer kleinen stadt irgendwo am rande des reiches gelegen, lebt der junge gelehrte gu shengzai zusammen mit seiner mutter. obwohl sie ihn immer dazu drängt, die prüfung zur beamtenlaufbahn abzulegen und endlich zu heiraten (schließlich sei er ja schon 30 jahre alt), sträubt er sich gegen die pläne seiner mutter, möchte auch viel lieber lehrer werden, um eine eigene schule aufzumachen. beide leben von den zeichnungen, porträts und landschaftsmalerien, die er in der stadt an seinem stand für die laufkundschaft anfertigt. es ist nicht so, dass er keinen ergeiz besäße, es ist vielmehr die ahnung, sich von gewissen irdischen dingen (alles was mit macht und ihrer ausübung zu tun hat) doch besser fern zu halten. denn alles was wir zu besitzen meinen, ergreift früher oder später von uns besitz.





eines tages taucht ein unbekannter auf, der sich von ihm porträtieren lassen möchte, doch scheint es diesem fremden nicht wirklich um ein porträt zu gehen, sondern vielmehr darum, von diesem platz aus einen nachbarstand zu beobachten, der einem kräuterarzt und seinem sohn gehört, die auch erst vor kurzem in diese stadt gezogen sind. als dann auch noch eine junge frau mit ihrer amme ins nachbarhaus zieht, die sich vor irgendetwas oder jemanden zu fürchten scheint, merkt auch unser gelehrter, dass etwas nicht stimmen kann und das er da in etwas hineingezogen wird, wo er sich ganz gerne herausgehalten hätte. doch wie das leben so spielt, man möchte das eine und das andere wiederfährt dann einem.

die ganze atmosphäre des filmes ist in der ersten hälfte sehr geheimnisvoll und verwunschen ... alles scheint voller geheimnisse zu sein ... selbst der ort, an dem der gelehrter lebt ... nichts, aber auch wirklich nichts scheint das zu sein, was es zu sein vorgibt oder zu scheinen mag ... ein geheimnsvoller fremder, nicht unsymphatisch, vor denen die anderen neuankömmlinge der stadt angst haben ... mönche, die alleine durch ihre anwesenheit, den geheimnisvollen fremden in pure angstzustände versetzen können ... man ahnt das alles irgendwie miteinander zusammenhängt und das es dazu eine interessante vorgeschichte gibt, doch wer hängt mit wem aus welchen gründen zusammen und wer nicht? ... das bleibt alles erst einmal im dunkeln ... wir, als zuschauer, sind genauso ahnungslos, wie unser gelehrter ... aus dessen augen oder vielmehr aus dessen blickwinkel wir vieles sehen ...





so ist es in der ersten hälfte des filmes ... der ort der handlung, die ruine einer aufgegebenen festung, wird mit ihren alten häusern, mauern und türmen ausführlich dargestellt ... alle freie flächen sind zu einem verwunschenen garten verwildert in dem alles möglich sein mag ... die menschen darin ... zuerst nur unser gelehrter mit seiner mutter ... später noch die neue nachbarin ... wirken in dieser anlage irgendwie verloren ... obwohl es ja eine ehemalige festung ist, wirkt alles wie ein urwald ... der die anwesenheit von menschen nur zu dulden scheint ...





das thema des filmes ist schwer zu fassen - zumindest für mich - vielleicht geht es darum, dass jede form von macht, von vornherein dem untergang geweiht ist ... das alles irdische vergänglich ist ... das es einem trotzdem nichts bringt, sich aus allem heraus halten zu wollen, weil dann die andere seite zu einem kommt und man spätestens dann für eine seite sich entscheiden muss ... das nur eines wirklich von bestand ist ... ich weiß es nicht ... die zweite hälfte des filmes verliert sich in seiner handlung ... manches passt da nicht mehr so ganz ins harmonische gefüge des anfang hinein ... die stimmung und das thema scheinen sich zu ändern ... man hat das gefühl, dass der film auf einmal unbedingt zu ende gebracht wurde bzw. werden musste ...



Deutsche DVD

Label: WGF
Regionalcode 2 / PAL
Bild: 2.35:1 (16:9 anamorph)
Ton: Deutsch/Mandarin (Dolby Digital 1.0)
Untertitel: Englisch
Laufzeit: ca. 170 Minuten
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren


Zuletzt bearbeitet von yun am Fr Mai 02, 2008 14:38, insgesamt einmal bearbeitet
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Namu
Die CineGLobe Perle


Anmeldedatum: 21.09.2006
Beiträge: 4975
Wohnort: Oferdingen

BeitragVerfasst am: Do Mai 01, 2008 23:04    Titel:

Wie ich bereits sagte, drückst Du mit dem, was Du hier schreibst, ziemlich genau meine Gefühle zu diesem Film aus.
Der Film ist auf jeden Fall sehr ansprechend gestaltet, sehr ästhetisch.

Ab der zweiten Hälfte, gegen Ende zu, merkt man dann eventuell doch den Kulturunteschied. Es kommen einige buddhistischen Thematiken und Symboliken ins Spiel, von denen ich einfach überhaupt keine Ahnung habe, so daß sich mir das Ganze nicht mehr so erschließt. Das ist eigentlich schade... Crying or Very sad
Außerdem hatte ich den Eindruck, die Hauptperson des Films wechselt zweimal, einmal vom Scholar zu der Schwertkämpferin und dann von der Schwertkämpferin zu dem Mönch. Mit diesen Wechseln ändert sich auch der thematische Schwerpunkt, sowie das Tempo des Films. Das ist sehr verwirrend beim ersten Mal schauen. Ich möchte daher den Film zu gegebener zeit unbedingt noch einmal schauen! Aber vorher muß ich ich da unbedingt noch etwas mit dem Buddhismus auseinandersetzen...

Auf jeden Fall bin ich sehr froh, daß ich ihn zu Hause habe. Es ist ein wichtiger Klassiker des asiatischen Films, an dem sich viel Regisseure danach orientiert haben (nicht nur den bestimmten Aufnahmen, sondern auch den Aufnahmetechniken, mit denen ich mich jetzt wieder leider nicht auskenne)...

King Hu ist überhaupt ein interessanter Regisseur! Ich habe viel zu wenig Filme von ihm gesehen... Crying or Very sad
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yun
CineMaster
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Anmeldedatum: 28.03.2008
Beiträge: 2262


BeitragVerfasst am: Fr Mai 02, 2008 11:48    Titel:

hm ... ich glaube auch, dass besonders die zweite hälfte des filmes auf das wissen des (chinesischen) publikums aufbaut ... auf bekannte (volks)geschichten und prinzipien des buddhismus (zum beispiel der abt des klosters, der gegen ende des filmes verletzt wird und sich zurückzieht, dann aber von der sonne in ein gleißendes licht getaucht wird - in diesem augenblick erinnert er sehr stark an einer statue des buddha ... ebenso ... das er in diesem augenblick alles irdische hinter sich zu lassen scheint) ... eigentlich spiegeln beide teile des filmes religiöse prinzipien wieder ... im ersten teil vielleicht mehr die konfuzianischen und im zweiten teil mehr die buddhistischen ... ist allerdings nur eine vermutung von mir, da ich von beiden nichts weiß Sad


am 12. Juni 2008 soll von king hu *Der letzte Kampf des Lee Khan* auf deutsch erscheinen ...
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Namu
Die CineGLobe Perle


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Beiträge: 4975
Wohnort: Oferdingen

BeitragVerfasst am: Sa Mai 03, 2008 12:15    Titel:

yun hat Folgendes geschrieben:

am 12. Juni 2008 soll von king hu *Der letzte Kampf des Lee Khan* auf deutsch erscheinen ...


Vielen Dank für die Info. Das merke ich mir gleich mal vor!

Hm, ich bin mir nicht ganz sicher, ob das im ersten Teil sehr konfuzianisch ist. Nicht, daß ich mich damit auskenne, aber ich bekomme da doch schon etwas mehr durch die Koreanistik mit (Korea hat ja den Ruf das konfuzianischste Land der Welt zu sein) und irgendwie habe ich den Eindruck, daß der Scholar, also die Hauptperson, viel zu eigenbrötlerisch und dickschädelig ist, um in das konfuzianische Schema zu passen. Es kann aber natürlich sein, daß das gerade in Kontrast gebracht werden soll...?
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yun
CineMaster
CineMaster


Anmeldedatum: 28.03.2008
Beiträge: 2262


BeitragVerfasst am: Sa Mai 03, 2008 13:58    Titel:

Namu hat Folgendes geschrieben:
... und irgendwie habe ich den Eindruck, daß der Scholar, also die Hauptperson, viel zu eigenbrötlerisch und dickschädelig ist, um in das konfuzianische Schema zu passen. Es kann aber natürlich sein, daß das gerade in Kontrast gebracht werden soll...?


stimmt auch wieder ... weder möchte der scholar die beamtenlaufbahn einschlagen, noch heiraten, wie seine mutter es von ihm immer wieder verlangt ... hm ... ein wichtiger hinweis für die aussage des filmes scheint mir zu sein, dass die stadt, in der sie leben, am rande des reiches sich befindet ... der scholar sucht nicht die mitte ... auch möchte er nicht im zentrum der handlung stehen ... zumindest nicht solange, bis er den plan entwarf, um die soldaten des eunuchen in eine falle zu locken ... wie er lachte, als alles gut für sie ausging ... und ... wie er erschrak, als er die vielen toten am tag darauf zu sehen bekam ... in der zweiten hälfte des filmes verschwindet der scholar fast nahezu aus unseren augen und an seine stelle tritt schließlich der abt ... *sigh* ... ich weiß einfach zu wenig vom thema ... neugierig bin ich aber schon, da ich glaube, das in diesem film wesentlich mehr steckt, als das was ich gesehen habe ...
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