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Eureka

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GAMBIT
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BeitragVerfasst am: Do Sep 11, 2008 15:41    Titel:

Namu hat Folgendes geschrieben:
Hu, die Box ist ja cool, da sind noch einige andere Filme dabei, die ich unbedingt sehen will: Yi Yi und Ploy. Hoffentlich gibt es die dann auch einzeln!!!


Ging mir genau so mich würden ja glatt alle Filme aus der Box interessieren bis auf

Three Seasons
Fallen Angels
Eat Drink Man Woman

Weil dir hab ich schon und allein die sind schon genial – und vom Rest hat man fast nur gutes gehört wie eben „Yi Yi“ oder „Eureka“.

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Namu
Die CineGLobe Perle


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BeitragVerfasst am: Do Sep 11, 2008 15:50    Titel:

Hihi, ich will auch nicht die ganze Box aus dem Grund haben, daß ich da doch schon manches kenne. Wie eben Eureka, Tuyas Hochzeit und die drei von Dir genannten Filme.

Unloved und Chinese Box interessieren mich nicht so und von "What Time ist it there" hatte ich bisher nie gehört, aber es liest sich ganz interessant.

Eureka scheint wohl der einzige Film in der Box zu sein ohne deutsche Synchro? Vielleicht dachten sie, es lohne sich für die geringe Dialogmenge nicht?
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FrEaKnoT
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BeitragVerfasst am: Di Jul 13, 2010 15:35    Titel:

Habe Eureka nun auch gesehen und bin zwiegespalten. Mit der ruhigen Art hatte ich keine Probleme, mit der Lauflänge auch nicht, obwohl es da 40 - 60 Minuten weniger auch getan hätten.

Allerdings war mir der Film zu kühl und distanziert, ich bin eher ein Fan von Filmen die ein großes Ganzes auf eine kleine Ebene bringen, die Problematik brechen mit Humor oder Gewalt beispielsweise. Das passiert ja erst in der letzten halben Stunde, ich war etwas überrascht dass Eureka hier regelrecht abschweift, ich fand das etwas unpassend. Dagegen war mir das ausschlaggebende Ereignis am Anfang des Films zu kurz gehalten, die Geiselnahme ist immerhin das wichtigste Ereignis.

Die monochromen Bilder und die tolle Atmosphäre haben erwartungsgemäß sehr gut gefallen, auch der Verzicht auf einen ausgedehnten Score.
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yun
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BeitragVerfasst am: Di Jul 13, 2010 16:21    Titel:

FrEaKnoT hat Folgendes geschrieben:
Dagegen war mir das ausschlaggebende Ereignis am Anfang des Films zu kurz gehalten, die Geiselnahme ist immerhin das wichtigste Ereignis.


die geiselnahme ist nicht das wichtigste, sondern nur das auschlaggebende ereignis (man hätte sie auch weg lassen und den film erst nach der geiselnahme beginnen lassen können) ... in rund 190 von den 208 minuten des filmes geht es um die verarbeitung des für alle beteiligten traumatischen ereignisses ... hinzu kommt, dass die opfer von ihren angehörigen (durch deren hilflosigkeit) und ganz besonders von seiten der beteiligten behörden (vielleicht weil entsprechende hilfsprogramme nicht vorhanden bzw. vorgesehen sind?) in stich und sich selbst überlassen werden ... die opfer versuchen jedes für sich das trauma zu bewältigen (familien zerbrechen darüber) ... doch ohne erfolg ... schließlich gelingt es dem busfahrer (der selbst ein opfer der geiselnahme war) das vertrauen der geschwister zu gewinnen und sie (und sich selbst) aus ihrer inneren und äußeren isolation herauszuholen (eben durch diese reise in einem bus !!! durch japan) ... dass das nicht vollkommen gelingen kann (siehe den bruder, der erlebte gewalt einfach nur weiter geben kann) liegt in der natur der sache ... mit anderen worten ... opfer in japan zu sein, bedeutet, von allen und jeden im stich gelassen zu werden ... (ist in anderen ländern natürlich nicht viel anders) ... und dieses im stich gelassen werden (hier als besonders spezifisch japanische eigenheit) thematisiert der film eureka ... und 208 minuten sind dafür nicht zu lang ... schließlich verändert sich durch das trauma für die opfer auch ihr zeit- und raumgefühl bzw. die wahrnehmung von realität ...
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FrEaKnoT
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BeitragVerfasst am: Di Jul 13, 2010 18:54    Titel:

Sehe ich anders. Es geht um die Verarbeitung eines traumatischen Ereignisses dessen Wucht für den Zuschauer arg geschmälert wird weil es nicht ausreichend gezeigt wird. Die Betroffenen werden es nie vergessen und jahrelang aufarbeiten, der Zuschauer weiß nach zwei Minuten nicht mal mehr wie der Geiselnehmer aussah.

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yun
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BeitragVerfasst am: Di Jul 13, 2010 19:17    Titel:

FrEaKnoT hat Folgendes geschrieben:
... der Zuschauer weiß nach zwei Minuten nicht mal mehr wie der Geiselnehmer aussah.


yun hat Folgendes geschrieben:
die geiselnahme ist nicht das wichtigste, sondern nur das auschlaggebende ereignis (man hätte sie auch weg lassen und den film erst nach der geiselnahme beginnen lassen können)


eben ... weil die geiselnahme (in ihrem genauem verlauf) für das eigentliche thema des filmes nicht wichtig ist Wink

13 minuten des filmes werden für die einleitung und darstellung der geiselnahme verwendet ... dagegen 195 minuten für die situation, wie die opfer mit ihrem trauma in stich gelassen und sich selbst überlassen werden ... wie reagieren verwandte, freunde, bekannte, nachbarn und kollegen der opfer? ... wie die polizisten auf den busfahrer während des verhöres? ... wie verhielten sie sich (die polizisten), als ein neues verbrechen passierte? ... wie verarbeitete der junge (von den beiden geschwistern im bus) das erlebte und auf welche weise das mädchen? ... welches ziel war für den busfahrer am wichtigsten (obwohl er selbst sehr krank war)? ... und und und ...

die geiselnahme war nur der auslösende moment des traumas ... die bewältigung aber ... bzw. der versuch einer bewältigung des erlebten nahmen den größten teil des filmes für sich in anspruch ... nämlich 195 min. von den insgesamt 208 minuten spieldauer des filmes ...

in japan werden gewisse dinge ganz gerne verdrängt ... man redet nicht darüber ... ein unerträglicher zustand für die opfer ... und eben das ist das thema des filmes ... verbrechen werden in unzähligen anderen filmen beschrieben ... doch über das leiden der opfer während und in der zeit nach einem erlebten trauma gibt es (nahezu) keine filme in japan ... eureka stellt hier in der thematisierung der opfersituation eine ganz große ausnahme dar ...
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