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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Mo Jul 21, 2008 16:12 Titel: Das Who Is Who der Wing Chun Filme |
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Kleines „Who Is Who“ der Wing Chun Filme
Unser Forum ist momentan etwas überlastig an Filmen, die irgendwie mit Wing Chun und berühmten Wing Chun Meistern zu tu haben. Da dachte ich, ich mache mal eine kleine Übersicht, wer denn da eigentlich wen, wann, wo gespielt hat, denn die Verfilmungen orientieren sich A) an realen Pesonen, B) an den Legenden um diese Personen und C) aneinander. Eine kleine Einführung, soweit ich die Filme und Legenden kenne, dürfte daher nicht schaden.
Zuerst einmal allgemein zu Wing Chun (詠春):
Wing Chun ist eine chinesische Kampfsportart, die ihre Ursrünge in den Kampfkünsten der Shaolin hat. Es ist ein in erster Linie auf Angriff ausgerichteter Kampfstil, der aber gleichzeitig defensive Moves einsetzt. Wing Chun verlangt eine enge Nähe zum Gegner und der Sportler bewegt sich wenig von der Stelle.
Das hat zur Folge, daß Wing Chun eigentlich keine für den Film geeignete Kampfsportart ist, da Nähe kleine, schnelle Bewegungen zur Folge hat, die auf Leinwand natürlich weniger Einruck hinterlassen, als weite Bewegungen und hohe Kicke. Es gibt daher eigentlich gar nicht so viele Wing Chun Filme und es verlangt einiges an Interesse und Wissen eines Choreographen, um Wing Chun für den Unterhaltungsfilm zu adaptieren. In HK wurde Wing Chun vor allem von Sammo HUNG Kam-Bo filmisch genutzt.
Ziel von Wing Chun ist es, den Gegner möglichst festzusetzen, dann bzw. gleichzeitig zu attackieren und ihn schnell auszuschalten.
Daraus folgt, daß Wing Chun nicht eine dieser Kampfsportarten ist, denen man ein friedliches, „nur Verteidigen blabla“ anhängen kann. Die meisten Wing Chun Meister waren sich dessen wohl auch bewußt und es liegt nicht allein am Qing Regime der Mandschu, die die Kampfsportarten der Han-Chinesen mit Argusaugen beobachteten, sondern auch am Verantwortungsbewußtsein der Meister, daß sie das volle Wing Chun Programm nur an wenige auserwählte Schüler weitergaben.
In Filmen und Legenden sind die Wing Chun Meister oft ein wenig die Spidermen des Martial Arts (so ein bißchen nach dem Motto: mit großer Kraft, kommt große Verantwortung...)
Da Wing Chun also ursprünglich nie weit verbreitet war, gibt es auch wenige gesicherte Angaben zu den großen Meistern der Geschichte. Dafür gibt es eine ganze Menge Legenden, die gerne in Filmen aufgegriffen werden. Ich werde diese Legenden auch vorstellen, denn für den Chinesen ist es kein Problem Legenden als eine Form der Wirklichkeit zu akzeptieren und für mich ist es das auch nicht...
Für genauere Infos und Entmythologisierungsversuche, wende man sich am Besten an www.wingchunpedia.com
Anmerkung: In den folgenden Abschnitten werden die Familiennamen der Personen durch Großschrift gekennzeichnet!
Gründerin NG Mui
Wing Chun geht auf die buddhistische Nonne NG Mui zurück. Wahrscheinlich war NG Mui eine der Überlebenden der Zerstörung des Shaolin Tempels 1644 durch die Qing Truppen und war von da an auf der Flucht. Einer Legende nach (die aber wahrscheinlich wirklich nicht stimmt) erschuf sie die speziellen Wing Chun Bewegungen, als sie sich auf ihrer Flucht unter einem Baum ausruhte und dabei eine Schlange und einen Kranich beim Kämpfen beobachtete.
Seltsamerweise gibt es keinen eigenen NG Mui Film. Sie kommt aber kurz in dem Film „Wing Chun“ (1994) von YUEN Woo-ping vor, in dem sie ihrer Schülerin YIM Wing-Chun einen kleinen Ratschlag erteilt. Dort wird sie von CHENG Pei-Pei gespielt.
CHENG Pei-Pei: Cheng Pei-Pei war eigentlich Tänzerin und wurde von King HU Jinquan entdeckt, der sie als „Golden Swallow“, der Heldin in seinem nun zum Martial Arts Klassiker gewordenen „Come Drink With Me“ (Das Schwert der gelben Tigerin), einsetzte. „Come Drink With Me“ machte CHENG Pei-Pei berühmt und es folgte eine steile Karriere als Shaw-Brothers-Actiondarstellerin. Sie ist bis heute eine der großen Shaw-Ikonen. Die westlichen Zuschauern dürfte sie aber eher als „Jade Fuchs“ in Ang LEEs „Tiger & Dragon“ kennen. Sie wird demnächst in der Videospielverfilmung „Street Fighter: Legend of Chun-Li“ zu sehen sein.
Der Jackie Chan/Jet Li Film The Forbidden Kindom hat eine Referenz zu der Figur Golden Swallow“ und dem Film „Come Drink With Me“.
NG Muis Schülerin YIM Wing-Chun
NG Muis bekannteste Schülerin war YIM Wing-chun, eine Tochter YIM Yees. Der Legende nach war YIM Yee ein Tofuverkäufer in einer kleinen Stadt, in der NG Mui untergetaucht war. Eines Tages fiel die hübsche Wing-Chun einem Banditen ins Auge, dem die junge Frau so gut gefiel, daß er ihrem Vater drohte, er werde demnächst wiederkommen und sie als Braut zu sich holen.
NG Mui entdeckte das weinende Mädchen später und brachte die Geschichte aus ihr heraus. Daraufhin gab sie Wing-Chun einen Crash Kurs ihres Kampfstils, mit dem die gelehrige Schülerin in der Lage war den ungeliebten Freier so zu vermöbeln, daß dieser aus dem Dorf getragen werden mußte und sich dort nie wieder blicken ließ.
Einer der vielen Geschichten nach wurde Wing-Chun zur Lieblingsschülerin NG Muis, die ihren Kampfstil dann nach ihr benannte.
Der Figur „Wing Chun“ ist der Film „Wing Chun“ (1994) von YUEN Woo-ping gewidmet, in dem übrigens sehr wenig Wing Chun Kampfstil vorkommt.
Es geht hier um eine bereits ältere Wing Chun, die einer jungen Witwe hilft und gleichzeitig mit den Problemen, die man als Frau in einem „Männerberuf“ hat, zu kämpfen hat. Wing Chun wird hier von Michelle YEOH gespielt.
Michelle YEOH Chu-Kheng: Michelle YEOH dürfte eigentlich allgemein bekannt sein, da sie schon als Bondgirl tätig war und außerdem in den neuen „Drei Engel für Charlie“ Filmen dabei war. Sie spielt übrigens wie CHENG Pei-Pei in Ang LEEs „Tiger & Dragon“ und auch ihre Martial Arts Vorraussetzungen liegen im Tanz. Sie stammt ursprünglich aus Malaysia und war eine malaysische Schönheitskönigin. Karriere machte sie aber weniger als Schönheit, denn als Actiondarstellerin. Ihre Kicks lassen manchen Martial Artisten vor Neid erblassen und ihre Stunts haben Jackie Chan zu der spassigen Aussage verleitet, „sie sei seine größte Konkurrenz“.
Michelle YEOH wird demnächst in dem Hollywoodfilm Die Mumie 3 bei uns im Kino zu sehen sein.
Michelle YEOH als YIM Wing-Chun
Wing-Chuns Ehemann LEUNG Pak-Tao
LEUNG Pak-Tao (manchmal auch LEUNG Bak-Lao oder LIANG Bo-liu) ist der Legende nach ein Martial Artist, der auf der Suche nach einem stärkeren Kampfstil als seinem eigenen durch das Land zog und irgendwann auf NG Mui und Wing-Chun stieß. Einer anderen Geschichte zufolge stammte er aus dem gleichen Dorf wie Wing-Chun und war bereits mit ihr verlobt, als sich der unglückliche Vorfall mit dem Banditen ereignete. Es ist nicht ganz eindeutig, ob er von Wing-Chun lernte oder ein Schüler NG Muis wurde.
Auf jeden Fall heiratete er Wing-Chun und war maßgeblich an der Weiterentwicklung des Kampfstils beteiligt.
Entgegen der Geschichte NG Mui habe den Kampfstil Wing-Chun getauft, könnte es auch so sein, daß LEUNG Pak-Tao nach Wing-Chuns Tod ihrem Kampfstil seiner Frau zu Ehren diesen Namen gab.
Auch LEUNG Pak-Tao kommt in „Wing Chun“ (1994) von YUEN Woo-ping vor. Die Figur wird von Donnie YEN Ji-Dan verkörpert und die Handlung spielt bevor LEUNG Pak-Tao Wing-Chun lernte, bzw. vor seiner Hochzeit mit dem Mädchen Wing-Chun.
Donnie YEN Ji-Dan: Donnie YEN Ji-Dan wurde 1963 in China geboren, zog dann in die USA und kehrte später zurück, um bei Wu Bin zu lernen, der auch Jet Lis Lehrer war. Später machte er sich in der HK Filmindustrie einen Namen. Er geört heute zu den bekanntesten Hong Kong Actionstars, die noch aktiv sind. Wahrscheinlich wird er sich aber in Zukunft mehr dem Schauspiel oder der Arbeit hinter der Kamera widmen. Man dürfte ihn im Westen zumindest aus ZHANG Yimous Hero kennen.
LEUNG Pak-Taos Schüler LEUNG Lan-Kwai
Es gibt eigentlich keine Filme zu ihm, daher ist er mir so gut wie gar nicht bekannt. Es gibt eine Theorie, daß erst Leung Lan-Kwai Wing Chun Wing Chun nannte, als Eherbietung an die Frau seines Lehrers.
LEUNG Lan-Kwais Schüler WONG Wah-Bo und LEUNG Yee-Tai
WONG Wah-BO und LEUNG Yee-Tai scheinen wohl das schillerndste Pärchen der Wing-Chun Geschichte zu sein. Sie werden immer als ausgeprochen exzentrisch dargestellt. Das liegt natürlich daran, daß sie höchtwahrscheinlich Martial Arts auf dem Schiff einer Peking Opern Truppe lernten (ein beliebtes Versteck für von den Mandschus verfolgte Martial Artisten). Zumindest war LEUNG Yee-Tai Mitglied einer solchen Truppe. Er war Darsteller für die weiblichen Rollen. Er starb früh an einer längeren Krankheit. Da gibt es Kontroversen, ob es sich um Tuberkulose oder eine schwere Asthmaerkrankung handelte. Heutzutage läßt sich die Krankheit einfach nicht mehr identifizieren.
Über WONG Wah-Bo ist noch weniger bekannt. In Geschichten werden LEUNG Yee-Tai und WONG Wah-Bo gerne als miteinander quengelnde, aber doch verbundene Konkurrenten dargestellt. Um LEUNG Yee-tai einen Gegepol zu geben, wird gerne erzählt, Wong Wah-Bo wäre Darsteller der männlichen Rollen gewesen und später habe der eine ihrem gemeinsamen Schüler LEUNG Jan die Yin und der andere die Yang-Seite WING Chuns gelehrt.
Es existiert aber auch die Theorie, Wong Wah-Bo habe sich auf dem Boot vor den Mandschus versteckt und da eher „schiffahrerische“ Tätigkeiten übernommen.
Außerdem gibt es noch die Theorie LEUNG Yee-tai habe eigentlich eine andere Kampfsportart gelernt gehabt, nämlich ein Stockkampfart und nur Wong Wah Bo wäre ein Wing Chun Ausübender gewesen. Die beiden hätten sich gegenseitig als Schüler genommen und die jeweils andere Kampfsportart gelehrt. Dies ist übrigens die wahrscheinlichste Theorie.
Darsteller von LEUNG Yee-Tai waren:
LAM Ching-ying in The Prodigal Son (1982), Regie Sammo HUNG Kam-Bo
LEUNG Kar-Yan in der TV-Serie Real Kung Fu, 2005
LAM Ching-ying ist ein Peking Opern Sänger, ein Schüler FAN Fok-Fas, nach YU Jim-Yuen die bekannteste Peking Opern Lehrerin dieser Zeit. Er begann seine Karriere bei den Shaws und arbeitete dann im Stuntmanteam von Bruce Lee. Er war ein enger Freund Sammo Hungs. Er war sowohl als Darsteller als auch als Martial Artist sehr, sehr begabt und galt in beiden Bereichen als Perfektionist. Leider verstarb er sehr früh an Krebs. Heute ist er vor allem durch die Mr. Vampire Filme bekannt.
LEUNG Kar-Yan ist ein andere Figur, die ihre Karriere bei den Shaws begann. Ohne Martial Arts Kenntnisse und Peking Opern Ausbildung, mit einer Liebe zu Actionfilmen beschloß er seines Tages, sich einfach bei den Shaws zu bewerben und wurde sofort genommen. Er hat ein unwahrscheinliches Talent darin, die Bewegungen anderer perfekt und mit Grazie zu imitieren und wurde auf diese Weise auch zu einem Martial Arts Darsteller... (und hat bis heute keine Kampfsportart gelernt... Was kein Mensch merken würde...)
Heute gilt er in Hong Kong als Charakterdarsteller.
Darsteller von WONG Wah-Bo waren:
Sammo HUNG Kam-Bo in The Prodigal Son (1982), Regie Sammo HUNG Kam-Bo
YUEN Wah in der TV-Serie Real Kung Fu, 2005
Sammo HUNG Kam-Bo in der TV Serie Wing Chun, 2007 (In Wing Chun kommt übrigens kein LEUNG Yee-Tai vor, weil die Serie sich als Fortsetzung des Films The Prodigal Son (1982) versteht...)
Sammo HUNG Kam-Bo ist ein weiterer Peking Opern Schüler. Er lernte zusammen mit Jackie Chan und anderen bekannten Hong Kong Actiondarstellern unter YU Jim-Yuen. Er verließ die Schule nach einer Verletzung und kam beim Film unter. Sehr schnell nicht nur als Darsteller, Stuntman und Choreograph, sondern auch in allen anderen filmischen Belangen. Er wurde auch recht schnell Regisseur und fördert bis heute viele Talente in der Hong Kong Filmindustrie. Er hat ein gutes Gefühl für Trends und so eigentlich viel getan, um auch den gesamten Hong Kong Actionfilm zu fördern. Er ist außerdem ein guter Martial Artist und trotz seines Körperumfangs sehr agil und grazil. Er hat ein ziemlich beeindruckendes Wissen über chinesische Kampfsportarten, was seinen Filmen zu Gute kommt. (Mal ganz abgesehen davon, daß er auch weiß, wie man sie auf die Leinwand bringt...)
Meines Erachtens ist Sammo auch ein sehr guter, oft aber verkannter Darsteller.
YUEN Wah ist auch ein Mitschüler Sammo Hungs und Jackie Chans. Während ihrer Ausbildung galt er als das Martial Arts Genie unter den Jungs. Er konnte außerdem höher und weiter als alle anderen springen. Bruce Lee machte Yuen Wah zu seinem perönlichen Stuntdouble. Yuen Wah dürfte bei uns heute vor allem durch seine Rolle als „Landlord“ in Kung Fu Hustle bekannt sein.
LAM Ching-Ying als LEUNG Yee-Tai
LEUNG Yee-Tais und WONG Wah-Bos Schüler LEUNG Jan bzw. Herr Jan von Foshan
LEUNG Jan ist in China eine bekannte Figur, fast so etwas wie ein Nationalheld. Das liegt nicht nur daran, daß er ein begabter Martial Artist war, sondern auch daran, daß er ein sehr respektierter Arzt war, der nach humanistischen Werten lebte (man erinnere sich bitte, daß Asien und Europa nicht unbedingt von vornherein die gleichen Werte haben). Er hatte eine Klinik in Foshan und war dafür bekannt, daß er arme Menschen kostenlos behandelte und der Kampfsport für ihn eher nur eine Art Hobby war. Er hatte außerdem nur eine Handvoll Schüler.
Sein Ansehen führte dazu, daß er von seinen Mitmenschen einfach nur Herr Jan von Foshan (Fotshan/ Fatshan etc.) genannt wurde. Lustigerweise kommt aus dem genannten Foshan auch ein anderer Martial Artist-Arzt-Nationalheld, nämlich Hung Gar Meister WONG Fei-Hung. WONG Fei-Hung kennt man evtl. dadurch, daß er öfter von Jet Li portraitiert wurde. In Hong Kong ist sein Bild aber eher durch eine Filmreihe mit KWAN Tak-Hing geprägt, die am Ende um die hundert Filme umfaßte...
Von LEUNG Jan soll es auch ältere Filme gegeben habe, diese sind aber wenig bekannt und ich persönlich habe nicht einmal die Namen herausbekommen. Heute verbindet man den Namen LEUNG Jan vor allem mit Sammo Hungs Martial Arts Klassiker The Prodigal Son (1978) und die Figur ist daher etwas mit dem Darsteller YUEN Biao verknüpft. In Sammos erstem Wing Chun Versuch, dem Film „Warriors Two“ spielt allerdings der oben genannte LEUNG Kar-Yan LEUNG Jan. Hier war YUEN Biao nur als Stunt-und Martial Arts Duo, sowie als assitierender Actionchoreograph beteiligt.
Also hier noch einmal eine Zusammenfassung, wer Leung Jan in welchem der bekannteren Filme mit dieser Figur spielt:
LEUNG Kar-Yan in „Warriors Two“ (1978), Regie: Sammo HUNG Kam-Bo
YUEN Biao in The Prodigal Son (1982), Regie: Sammo HUNG Kam-Bo
YUEN Biao in der TV-Serie Real Kung Fu, 2005
YUEN Biao in der TV Serie Wing Chun, 2007
YUEN Biao als LEUNG Jan und Maggie SIU Mei-Kei in der TV-Serie "Real Kung Fu"
LEUNG Jans Schüler
LEUNG Jan hatte nur eine Handvoll Schüler und auch hier ist es schwer zu sagen, was von den Geschichten über sie eigentlich stimmt oder nicht. Ein historisch verbürgter Schüler und auch sein bekanntester ist CHAN Wah-Shun, der von 1833 bis 1913 lebte. CHAN Wah-Shun war ein Nachbar LEUNG Jans und von Beruf Geldwechsler. Er hörte daher auf den Spitznamen Geldwechsler Wah. Der Legende nach bat CHAN Wah-Shun LEUNG Jan desöfteren ihn als Schüler zu nehmen, wurde aber von LEUNG Jan, der ja eigentlich keine Schüler bzw. nicht mehr Schüler unterrichten wollte, immer wieder abgelernt. CHAN Wah-Shun machte jetzt etwas für Martial Artisten Ungeheuerliches: Er beobachtete LEUNG Jan beim Unterrichten seiner anderen Schüler von weitem und trickste einen Freund LEUNG Wah (Spitznamen Holzmann Wah, weil er immer so kräftig den Wing Chun Übeholzmensch bearbeitete, daß dieser in Stücke ging), der ein Bekannter und Schüler LEUNG Jans war, dazu ihm einiges über die Theorie zu lernen. Er versuchte beides zusammenzubringen und unterrichtete sich so quasi autodidaktisch Wing Chun. Als LEUNG Jan einmal weg war, hatte CHAN Wah-Shun Krach mit LEUNG Jans Sohn, der ihn zu einem Duell herausforderte. CHAN Wah-shun gewann diesen Kampf mühelos, aber im Eifer des Gefechts zerstörten die Duellanten LEUNG Jans Lieblingsstuhl. Sie flickten diesen notdürftig zusammen, um die Episode geheimzuhalten, aber ihr Flickwerk brach leider unter LEUNG Jan zusammen, als dieser sich nach seiner Rückkehr draufsetzte. Daraufhin kam die ganze Geschichte ans Tageslicht. LEUNG Jan schickte dann LEUNG Wah nach CHAN Wah-shun. Aber LEUNG Wah, aus Angst, LEUNG Jan wäre auf CHAN Wah-shun böse (der ja immerhin heimlich die Technik geklaut hatte), überredete seinen Freund zur Flucht. LEUNG Jan konnte ihn zum Glück noch einholen und statt wütend zu sein, nahm er ihn als Schüler auf.
CHAN Wah-shun war wahrscheinlich LEUNG Jans begabtester Schüler. Er vertrat ihn bei Wettbewerben bei Duellen und lernte später auch das Arztwesen von ihm.
Neben Holzmann Wah gehörten zu LEUNG Jans Schülern höchtswahrscheinlich noch beide oder einer seiner Söhne LEUNG Bik und LEUNG Chun. Nur ist die Sache mit den Söhnen etwas schwierig. Es gibt nämlich die Theorie LEUNG Jan habe nur einen Sohn in Martial Arts und den anderen in Medizin unterrichtet. Dann gibt es die Theorie einer der Söhne wäre ein geistig behindertes Kind gewesen und schließlich gibt es noch die Theorie LEUNG Jan habe überhaupt nur einen Sohn gehabt...
Über beide Söhne ist also so gut wie gar nichts bekannt.
Darsteller von CHAN Wa-shun waren:
Casanova Wong (aka KIM Yong-ho) in „Warriors Two“ (1982), Regie: Sammo HUNG Kam-Bo
Timmy HUNG Tin-Ming in der TV Serie Real Kung Fu, 2005
Casanova Wong ist ein Hong Kong Actiondarsteller, der wie HWANG Jeong-ri (Hwang Jang Lee) ursprünglich auch ein Taekwondo Unterweiser der südkoreanischen Armee war.
Timmy HUNG Tin-Ming ist Sammo Hungs ältester Sohn. Er spielt seit einigen Jahren in Hong Kong Fernsehserien.
Darsteller von LEUNG Wah waren:
Sammo HUNG Kam-Bo in „Warriors Two“ (1978), Regie: Sammo HUNG Kam-Bo
(Seine Rolle ist zumindest dieser Figur nachempfunden)
Darsteller von LEUNG Bik waren:
Nicholas TSE Ting-Fung in der TV-Serie Wing Chun, 2007
(In Wing Chun kommt außerdem auch LEUNG Jans anderer Sohn LEUNG Chun vor. Leider weiß ich nicht von wem er gespielt wird. Nicholas Tses Rolle ist hier angeblich ein wenig der von YUEN Biao in The Prodigal Son (1982) nachempfunden.)
Casanoca Wong als CHAN Wah-shun in Warriors Two. Bei den Extras in braunen Klamotten mit Schwert sind auch YUEN Biao und Lam Ching-Ying dabei. Das was er hier veranstalten ist aber - soweit ich das zuordnen kann (EDIT: und wie nuazo jetzt betätigte) - kein Wing Chun.
CHAN Wah-Shuns Schüler YIP Man
Auch CHAN Wah-shun hatte nur wenige Schüler. Sein letzter Schüler war YIP Man, den er aufnahm als er selbst schon über 70 war. Er konnte ihn nur drei Jahre unterrichten, dann verstarb er. YIP Man wurde daraufhin von einem anderen Schüler CHAN Wah-Shuns unterrichtet und man sagt, er wäre zudem noch von LEUNG Jans Sohn LEUNG Bik unterrichtet worden.
YIP Man war von Beruf Polizist. Er lebte in einer recht schwierigen Zeit. Immer wieder wurde er von den japanischen Kolonialherren aufgefordert für diese zu arbeiten, weigerte sich aber standhaft. Später mußte er vor den Kommunisten aus China fliehen, weil er zur gegnerischen Kuomintang gehörte. Er ließ sich in Hong Kong nieder und gründete dort die erste Wing Chun Schule. Daraufhin konnte sich Wing Chun in der ganzen Welt verbreiten.
YIP Man wird gerade erst jetzt für den Film entdeckt. Momentan wird der Film Yip Man mit Donnie YEN Ji-Dan in der Rolle des Wing Chun Meisters, und Sammo HUNG Kam-Bo als Choreograph produziert und auch WONG Kar-Wai hat seit geraumer Zeit das Biopic Grandmaster Yip Man mit Tony LEUNG Chiu-Wai als YIP Man in Planung.
Donnie YEN Ji-Dan als YIP Man
YIP Mans Schüler Bruce Lee
Es wird kaum jemand geben, der nicht schon von Bruce Lee gehört hat. Er war ursprünglich ein Schüler YIP Mans, entwickelte aber später seinen eigenen Stil Jeet Kun Do, eine Mischung aus Wing Chun und anderen Kampfsporarten aus aller Herren Länder.
Die meisten von Euch kennen sich mir Bruce Lee und Bruce Lee Filmen besser aus als ich. Da ich außerdem finde, man müsse Bruce Lee eben eher zu Jeet Kun Do als zu Wing Chun zählen, beende ich das Post hier mit der Nennung von YIP Man bekanntestem Schüler.
Meiner Ansischt nach ist das auch durchaus ein würdiger Abschluß. 
Zuletzt bearbeitet von Namu am Do Jul 24, 2008 23:30, insgesamt 4-mal bearbeitet |
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nuazo CineMaster


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Verfasst am: Mo Jul 21, 2008 18:58 Titel: |
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Wow Wie lang hast du nur an dieser megamäßigen Vorstellung gearbeitet?! Ist ja Wahnsinn!
Ich fand deine Ausarbeitung sehr interessant, da ich selbst mal Wing Tsun Unterricht genommen hab (leider hab ichs aufgegeben - aber irgendwann möcht ich wieder damit anfangen ). Eine äußerst beeindruckende Kampfkunst, die du eingangs sehr gut beschrieben hast.
Der Kampfstil in deinem Clip hat übrigens rein gar nichts mit Wing Tsun zu tun, zumindest nicht in der inzwischen entwickelten Form. Aber wer weiß, vielleicht sahen so die Anfänge aus?
Ich glaube, ich sollte mir mal ein paar der hier genannten Filme ansehen! _________________ MyDVDs
Ich hab mal einem Mann ausgeredet den Sears Tower zu sprengen, aber ich schaffs nicht, dass meine Frau aus dem Bad kommt und meine Tochter aufhört zu telefonieren. - Verhandlungssache |
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Nitschewo CineMaster


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Verfasst am: Mo Jul 21, 2008 19:33 Titel: |
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Das war wieder sehr aufschlußreich... Besonders jetzt da ich aktuell mit der Serie Wing Chun beschäftigt bin, interessiert mich sowas schon... (Wie der Darsteller heißt der Liang Chun spielt weiß ich leider auch nicht...Hab auch nichts vernünftiges darüber gefunden)
Irgendwie bekomme ich so langsam Lust auf The Prodigal Son.  |
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Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4900
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Verfasst am: Di Jul 22, 2008 01:17 Titel: |
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| nuazo hat Folgendes geschrieben: |
Wow Wie lang hast du nur an dieser megamäßigen Vorstellung gearbeitet?! Ist ja Wahnsinn! |
Eigentlich ging das dieses Mal relativ flott - ich habe fast alle der Filme sowieso schon mehrmals gesehen gehabt und auch die historischen Figuren sind mir seit langem vertraut gewesen.
Ich habe nicht am Stück daran gearbeitet, aber wenn ich es zusammenrechne, dann waren es gerade Mal 3 Tage.
Am schwierigstens ist es mir gefallen, die Darsteller vorzustellen...
Und ich habe den ganzen Text auch noch nicht überarbeitet. Er hat also leider noch ca. eine Millionen Flüchtigkeits-, Rechtschreib- und Ausdrucksfehler.
| nuazo hat Folgendes geschrieben: |
Ich fand deine Ausarbeitung sehr interessant, da ich selbst mal Wing Tsun Unterricht genommen hab (leider hab ichs aufgegeben - aber irgendwann möcht ich wieder damit anfangen ). Eine äußerst beeindruckende Kampfkunst, die du eingangs sehr gut beschrieben hast. |
WOW! Wenn ich das gewußt hätte, dann hätte ich mich nicht getraut, das hier hier zu posten, sondern irgendwo versteckt...
Ich hoffe Du empfindest es nicht als anmaßend von mir, daß ich mir als totaler Laie erlaubt habe, über diese Kampfsportart zu schreiben...
Ich führe aber zu meiner Verteidigung an, daß ich eben ein begeisterter Wing Chun Filme Seher bin. Leider gibt es nur sehr wenige und sogar von denen benutzen dann manche noch nicht mal Wing Chun (zum Beispiel der Film "Wing Chun" aus den 90ern)
Man kann da auch wirklich gar nicht oft genug betonen, daß es wirklich Sammo Hungs Verdienst war, Wing Chun überhaupt erst einmal auf die Leinwand zu bringen! Und wie man sieht, sind sogar jetzt noch fast alle Wing Chun Filme (in denen auch Wing Chun benutzt wird) irgendwie mit Sammo verbunden...
| nuazo hat Folgendes geschrieben: |
Der Kampfstil in deinem Clip hat übrigens rein gar nichts mit Wing Tsun zu tun, zumindest nicht in der inzwischen entwickelten Form. Aber wer weiß, vielleicht sahen so die Anfänge aus?  |
Wenn ich einen Tip abgeben müßte, würde ich sagen, daß es sich dabei zum größten Teil um Taekwondo handelt. Gar nicht mal weil das Casanova Wongs Gebiet ist, sondern weil sehr viele hohe Kicks vorkommen.
Ich glaube, sie erklären das damit, daß er - also der Charakter CHAN Wah-Shun - in diesem Film vorher eine andere Kampfsportart gemacht habe (so ganz habe ich das nie durchschaut...)
Ich hatte mich entschieden, das Video trotzdem zu posten, weil es keinen eigenen Thread zu dem Film gibt, ich aber auch keine andere Kampfszene des Films als Video gefunden habe. Und wenigstens sieht man so, wer der Darsteller ist...
Der Film hat dann später andere Sequenzen, in denen dann tatsächlich Wing Chun benutzt wird (natürlich auch noch allerlei anderes Zeugs und Akrobatik). Normalerweise sind Leute, die Wing Chun gemacht haben, trotzdem zufrieden mit dem Film. Ich persönlich finde den Film etwas anstrengend, weil er mir manchmal zu albern ist.
Momentan gelten aber "Warriors Two" und "The Prodigal Son" immer noch als DIE Wing Chun Filme.
Ich setze jedoch große Hoffnungen auf den bald kommenden Yip Man Film!
Hier ist noch ein bißchen ein seltsamer Trailer (die Leute von dem Label hatten Sinn für Humor!) zu "Warriors Two". Da sieht man dann, daß schon auch Wing Chun in dem Film vorkommt:
| nuazo hat Folgendes geschrieben: |
Ich glaube, ich sollte mir mal ein paar der hier genannten Filme ansehen! |
Also, ich bin ja doch jemand, der selten sagt, man müsse einen Film gesehen haben, aber vorrausgesetzt man ist in der Lage einen Old School Martial Arts Film bis zum Ende durchzuhalten, würde ich es als Verlust bezeichnen, "The Prodigal Son" nicht gesehen zu haben...
Und damit das auch nicht falsch verstanden wird: Ich bin kein Fan von The Prodigal Son, weil ich Yuen Biao mag, sondern ich bin ein Fan von Yuen Biao geworden, weil er zufällig der Hauptdarsteller von "The Prodigal Son" war. Und "The Prodigal Son" ist eben mein Lieblingsfilm unter dieser Sorte Film...
Leider gibt es keine deutsche DVD des Films. Die UK DVD ist OOP und nur noch sehr teuer erhältlich und die US-DVD ist geschnitten. (Allerdings nur um die kurze Singszene. Ich finde trotzdem schade. Irgendwie denke ich, die Singszene gehört zum Film schon dazu...)
Wing Chun ist auch ein netter Film, obwohl Michelle Yeoh da kein Wing Chun macht, sondern eher ihre grazilen Kicks auf die Gegner anwendet...
| Nitschewo hat Folgendes geschrieben: |
| Wie der Darsteller heißt der Liang Chun spielt weiß ich leider auch nicht...Hab auch nichts vernünftiges darüber gefunden |
Er ist auch nicht soooo wichtig in der Serie, oder? Ich hatte es mir immer so vorgestellt, daß es den größten Teil um LEUNG Bik geht und sein Bruder nur so mal ab und an in der Serie auftaucht.
| Nitschewo hat Folgendes geschrieben: |
| Irgendwie bekomme ich so langsam Lust auf The Prodigal Son |
Das freut mich!
Leute, die "The Prodigal Son" gesehen haben/sehen wollen/Interesse daran haben, lösen in mir immer Glückshormone aus...
Nur befürchte ich, daß ich so viel von dem Film schwärme, daß jeder der meine Kommentare gelesen hat und danach den Film sieht, total enttäuscht sein wird...  |
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Nitschewo CineMaster


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Verfasst am: Di Jul 22, 2008 08:23 Titel: |
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| Namu hat Folgendes geschrieben: |
Er ist auch nicht soooo wichtig in der Serie, oder? Ich hatte es mir immer so vorgestellt, daß es den größten Teil um LEUNG Bik geht und sein Bruder nur so mal ab und an in der Serie auftaucht.
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Es geht zum großen Teil natürlich schon um Leung Bik, aber sie haben Leung Chun ab der Hälfte auch eine nette, kleine Nebenhandlung gebastelt. Aber wie du schon sagt, das ist nicht so wichtig...
| Namu hat Folgendes geschrieben: |
| Nur befürchte ich, daß ich so viel von dem Film schwärme, daß jeder der meine Kommentare gelesen hat und danach den Film sieht, total enttäuscht sein wird... |
Das kenne ich nur zu gut...
Da mir aber durch die Serie und die Beiträge hier Yuen Biao, Sammo Hung, Wing Chun und die Geschichte des ehrenhaften Arztes Liang Jan samt Sohn etwas näher gekommen sind, interessiert mich das schon sehr. Wer weiß vielleicht bekomme ich endlich Zugang zu den alten Martial Arts Klassikern...
| Namu hat Folgendes geschrieben: |
| Meines Erachtens ist Sammo auch ein sehr guter, oft aber verkannter Darsteller. |
Das er verkannt wird glaube ich ehrlich gesagt eigentlich nicht... Sammo Hung hat ja sehr viele Fans und die wird er meines Erachtens nicht ohne Grund haben...
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Nomak CineMaster


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Verfasst am: Di Jul 22, 2008 09:54 Titel: |
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wow wirklich sehr schön geschrieben namu! wusste gar nicht das diese filme einen teilweise so realen hintergrund haben.
The Prodigal Son steht bei mir schon des längeren (war ein früherer thread von dir) auf meiner Wunschliste darum hoff ich auf ein deutsches Release auch wenn ich noch Jahre warten muss  _________________ Homecinema:
AV-Receiver: Denon AVR-1911, DVD-Blu-Ray-Player: Playstation 3 (250GB), Projektor: Sanyo PLV-Z4000, Boxen: Elac Linie 120 5.1 Set, Sat-Receiver: Kathrein UFS 910, Leinwand: WS-Spalluto Elastic Frame |
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Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4900
Wohnort: Taipeh
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Verfasst am: Di Jul 22, 2008 11:39 Titel: |
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| Nitschewo hat Folgendes geschrieben: |
| Namu hat Folgendes geschrieben: |
| Meines Erachtens ist Sammo auch ein sehr guter, oft aber verkannter Darsteller. |
Das er verkannt wird glaube ich ehrlich gesagt eigentlich nicht... Sammo Hung hat ja sehr viele Fans und die wird er meines Erachtens nicht ohne Grund haben... |
Die meisten seiner Fans lieben seine Choreographien und seine Martial Artskünste.
Ich habe das tatsächlich auf seine schauspielerischen Fähigkeiten bezogen. Wegen seiner Körperfülle und dem Trend, das im Film jeder immer gut aussehen muß, ist seine Rollenauswahl oft recht eingeschränkt. Und ich habe schon desöfteren vernommen, er sähe ja immer gleich aus. Aber das liegt meines Erachtens nur daran, daß er eben nicht 08/15 aussieht und man ihn dann natürlich immer sofort erkennt.
Ich persönlich finde nicht, daß er immer gleich aussehen würde, sondern meiner Ansicht nach, spielt er ähnliche Rollen unterschiedlich. Und ich finde, er hat auch Screenpräsenz. Und jedenfalls bringt er mich immer dazu, daß ich das Leben, Leiden, Lieben und Lachen seiner Figuren sehr stark mitempfinde...
Für mich ist er einfach auch ein guter Schauspieler und ich wünschte, er hätte mehr Chancen gehabt, sich auch auf diesem Gebiet zu entfalten...
| Nomak hat Folgendes geschrieben: |
wusste gar nicht das diese filme einen teilweise so realen hintergrund haben |
In vielen älteren Martial Arts Filmen haben die Figuren einen geschichtlichen Hintergrund oder sind literarische Prototypen (zum Beispiel die beliebten Martial Arts Bettler).
Die Geschichten sind dann je nach Film mehr oder weniger frei erfunden.
Jackie Chans berühmter Film "Drunken Master" ist zum Beispiel eine sehr, sehr freie Interpretation der Jugend des Nationalhelden Wong Fei Hung.
Es ist lustig, solche Hintergründe zu wissen, weil mit diesen Figuren auch bestimmte Eigenschaften verbunden werden, bestimmte Motive oder bestimmte Dinge, die man mit der Figur vebindet, sich durch alle Filme ziehen, egal wer sie produziert oder dreht.
Wenn zum Beispiel Wong Fei Hung in irgendeinem Film auftaucht, geschieht das zumeist mit dem Lied "A Man of Determination" (Allerdings jetzt gerade bei Drunken Master mal nicht). Das Lied ist in der Zwischenzeit auch hier bekannt, weil es das Titellied der "Once Upon A Time in China" Filme mit Jet Li ist. Jet Li spielt da ja Wong Fei Hung.
Wenn man so Dinge weiß und man beginnt den Film und da kommt gleich "A Man of Determination", dann hat man sofort das Wong Fei Hung Feeling. (so ungefähr, wie die Musik von Star Wars immer das Star Wars Feeling in einem auslöst).
Der Effekt ist ganz anders als wenn man mit dem Lied nichts verbindet und es einfach nur ein Titelsong ist...
Hm, irgendwie bin ich jetzt vom Thema abgewichen...
Das Opening von "Once Upon a Time in China" ist wirklich sehr schön. Fast der beste Teil des Filme.
Ich hab es schon öfter gepostet, aber ich stelle es noch einmal unten rein.
Kann man nicht genug ansehen....
Wenn Mads und ich nächstes Jahr nach China gehen, dann werde ich ihn auf jeden nach Foshan schleppen und dann muß er dort mit mir sowohl das Leung Jan, als auch das Wong Fei Hung Museum besichtigen!!!
| Nomak hat Folgendes geschrieben: |
darum hoff ich auf ein deutsches Release |
Ich weiß nicht, ob ich das schon einmal gesagt habe, aber Splendid Entertainment hat ja das englische Label Hong Kong Legends aufgekauft und die hatten Rechte an "The Prodigal Son". Mir hat das ja Hoffnung gemacht, daß der Film daher vielleicht ein deutsches Release bekommen würde/wird. Bisher habe ich aber noch nichts davon gehört...
"A Man of Determination" kantonesische Version, gesungen von Lam Chi-Cheung
@Nitschewo: Ich hoffe aber, daß der Beitrag ein wenig verständlich macht, warum Leung Jan in der Serie "Wing Chun" so zurückhaltend dabei ist, Leung Bik zu unterrichten... (Sorry, ich schreib die Namen um, so wie sie mir zuerst über den Weg kamen... Aber ich denke/hoffe, das klappt schon, sie irgendwie zuzuordnen...) |
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Nomak CineMaster


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Verfasst am: Di Jul 22, 2008 17:17 Titel: |
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Wirklich faszinierend! Das lied kenn ich, ja eben aus Once Upon a Time in China, aber mir ist nicht aufgefallen das schon mal in einem andren film gehört zu haben.
Kannst mir ein Beispiel geben?
Muss zugeben das ich auch nicht wusste das Jet Li hier Wong Fei Hung spielt. irgendwie ignoriere ich die asiatischen namen immer gleich sofort nachdem ich sie höre da ich sie mir sowieso nicht merken kann
Da würden viele Filme wohl eine ganz andre Bedeutung erlangen wenn man solche Hintergründe kennt wie du. _________________ Homecinema:
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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Di Jul 22, 2008 23:00 Titel: |
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| Nomak hat Folgendes geschrieben: |
Wirklich faszinierend! Das lied kenn ich, ja eben aus Once Upon a Time in China, aber mir ist nicht aufgefallen das schon mal in einem andren film gehört zu haben.
Kannst mir ein Beispiel geben? |
Es kam öfter in den alten Filmen mit Kwan Tak Hing vor. Nur sind die nie mit Untertiteln oder bei uns rausgekommen, also kenne ich da keinen.
Wong Fei Hung hatte im wirklichen Leben mehrere bekannte Schüler, die in den Kwan Tak Hing Filmen recht wichtig waren: Leung Foon, Lam Sai-Wing aka Porky Wing bzw. Butcher Wing, Ling Wan-Gai und Buckteeth Seo, irgendwie hat er auch was mit Beggar So zu tun. Die Schüler kommen übrigens auch in den "Once Upon a Time"Filmen vor. Sie habe auch ihre eigenen Charakter, die ihnen zugeordnet werden: Foon ist dickköpfig, zu Streichen aufgelegt und bringt Wong Fei Hung immer in Schwierigkeiten. Aber er ist auch recht gutherzig. Butcher Wing ist immer ziemlich tough und meistens etwas dicklicher.
Ich glaube, in China ist Leung Foon faßt so beliebt wie Wong Fei Hung selbst (was Filme betrifft).
Von diesen Schülern gibt es eigene Filme, in denen Wong Fei Hung auch in Begleitung des Liedes auftritt.
So zum Beispiel in Dreadnaught (1981), der erfundenen Geschichte eines Freundes Leung Foons oder in "The Magnificent Butcher" (1979) von Yuen Woo-Ping mit Sammo Hung als Butcher Wing.
Ich wollte Dir eigentlich die Stellen als Video posten. Aber von Dreadnaught habe ich gar kein Video gefunden und von Magnificent Butcher ist die Stelle nur in einem 10 Minuten Clip erhältlich. Ich poste Dir daher von beidem den Originaltrailer. Die enthalten beide das erste Auftreten Wong Fei Hungs im jeweiligen Film mit dazugehörigem "A Man of Determination". Bei dem Trailer zu Dreadnaught ist die Stelle ab 0:37; bei Magnificent Butcher ab 2:33.
Trailer Dradnaught:
Trailer The Magnificent Butcher:http://www.youtube.com/watch?v=vML06LEo0_U
(Sorry, ich mußte den Link als copy-paste schreiben, weil das eines der Videos ist, die man nur angucken kann, wenn man direkt aud die youtube-Seite geht.)
| Nomak hat Folgendes geschrieben: |
Muss zugeben das ich auch nicht wusste das Jet Li hier Wong Fei Hung spielt. irgendwie ignoriere ich die asiatischen namen immer gleich sofort nachdem ich sie höre da ich sie mir sowieso nicht merken kann |
Das Problem liegt gar nicht an Dir, sondern an den Leuten die Untertitel und Synchronisationen machen. Diese Menschen rauben nämlich den Personen ihre Namen und geben ihnen leichter zu merkende, frei erfundene Namen... Wahrscheinlich ist das lieb gedacht, aber wer soll da hinterher noch kapieren, daß es hier um reale Gestalten geht oder einen Bezug zu einem anderen Film mit den gleichen Figuren machen (in dem die Charaktere dann nämlich wieder einen völlig anderen Namen verliehen bekommen haben)?
Ich hab zum Beispiel bis heute wegen der falschen Namen in Magnificent Butcher nicht rausbekommen, ob eigentlich Wei Pei oder Yuen Biao Leung Foon spielt. Es ist da aber zum Glück auch nicht so wichtig...
| Nomak hat Folgendes geschrieben: |
Da würden viele Filme wohl eine ganz andre Bedeutung erlangen wenn man solche Hintergründe kennt wie du. |
Ich denke schon: für Chinesen hat zum Beispiel die Verbrennung von Bo Chi Lam, der Klinik Wong Fei Hungs in Once Upon A Time in China eine völlig andere Bedeutung als nur das Abbrennen eines Hauses...
Bo Chi Lam, in dem Wong Fei Hung heimlich auch Triadenmitglieder - also als sie noch die Rebellen waren, die gegen das Mandschuregime gekämpft haben und nicht das, was man jetzt darunter versteht - behandelt hat, steht natürlich für Aufrichtigkeit und Vaterlandsliebe und die Verbrennung ist daher ein Sinnbild für die Unterdrückung des Volkes - mal ganz abgesehen davon, daß es mehr oder weniger das Ende des alten China markiert, aber das geht auch aus dem Film selbst hervor.
Wenn man Bo Chi Lam nicht kennt, dann entgeht einem ein Teil und das Bild des vebrannten Hauses ist dann bei weitem nicht mehr so bedrückend und trostlos.
Oder in Dreadnaught ist es viel lustiger zu sehen, wie Leung Kar-Yan (den Schauspieler habe ich ja sogar im ersten Post dieses Threads kurz vorgestellt ) Yuen Biaos Charakter immer mit recht ausgefallenen Methoden helfen will - wenn man weiß, daß Leung Kar-Yan eben Leung Foon spielt. Man weiß dann schon vorher: Ohoh, das kann nicht gut gehen und dann freut man sich, wenn es wirklich nicht gut geht, weil es einfach so typisch Leung Foon ist. Einem ist die Figur sozusagen schon von vornherein ans Herz gewachsen. Sie braucht auch nicht mehr eingeführt zu werden. |
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Masako CineMaster


Anmeldedatum: 27.05.2008 Beiträge: 365
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Verfasst am: So Jul 27, 2008 10:56 Titel: |
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Erst mal viiiielen Dank für den langen und ausführlichen Artikel. Habe heute endlich Zeit, ihn (und die ganzen Antworten) in aller Ruhe zu lesen
äh ... und Fragen dazu zu stellen ...
Und zwar zum Namen an sich:
詠春 ist bei meinem Lieblingswörterbuch (nochmal danke Namu) gar nicht bekannt. Dort machen sie gleich 咏春 draus, was sie dann in Pinyin mit yǒng chūn wiedergeben. Warum sagt man bei uns Wing Chun und nicht Jong Chun bzw. gibt es kein Schriftzeichen für wing? *verwirrt*
| Namu hat Folgendes geschrieben: |
| Daraufhin gab sie Wing-Chun einen Crash Kurs ihres Kampfstils, mit dem die gelehrige Schülerin in der Lage war den ungeliebten Freier so zu vermöbeln, daß dieser aus dem Dorf getragen werden mußte und sich dort nie wieder blicken ließ. |
Isses witzig
Außerdem: zwei Themenbereiche sind noch aufgetaucht, über die ich miserabel informiert bin:
Die Peking Opera läuft mir häufiger über den Weg, ohne dass ich wirklich kapieren würde, was sie ist. Irgendwie scheint "jeder" einen Teil seiner Ausbildung dort absolviert zu haben und es klingt immer nach harter Zeit. Wo gibt es da gute Einführungen?
Das zweite Thema ist die Geschichte der Triaden. Waren das mal "gute Jungs"? Oder ist das Teil des Mythos? Kommen aus dieser Zeit die ganzen Rituale, der Codex, die Geheimzeichen und Codes? Hält sich da wirklich noch jemand dran ode wird das einfach so in den Filmen verbraten? Mag da vielleicht mal jemand was drüber schreiben?  _________________ Normalerweise sind dem Krieger die Wege des Konfuzianismus, des Buddhismus, der Teezeremonie und des Nô gleichgültig. Wenn aber jemand wirklich einem Weg folgt, wird er Gemeinsamkeiten mit Menschen feststellen, die anderen Wegen folgen. Dabei ist wichtig, dass jeder sich ernsthaft und sorgfältig auf dem Weg seiner Wahl übt.
Miyamoto Musashi (Das Buch der fünf Ringe, Erde) |
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