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Geliebte Jane - Filmkritik

 
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Namu
Die CineGLobe Perle


Anmeldedatum: 21.09.2006
Beiträge: 4977
Wohnort: Oferdingen

BeitragVerfasst am: So Okt 14, 2007 21:30    Titel: Geliebte Jane - Filmkritik

Becoming Jane
aka Geliebte Jane
UK 2007





Regie: Julian Jarrold
Kamera: Eigil Bryld
Drehbuch: Kevin Hood, Sarah Williams
Musik: Adrian Johnston
Kostüme: Eimer Ni Mhaoldomhnaigh
DarstellerInnen: Anne Hathaway, James McAvoy, Anna Maxwell Martin, Joe Anderson, Lucy Cohu, Julie Walters, James Cromwell, Maggie Smith, Laurence Fox

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„Herzensangelegenheiten? ...Wissen Sie denn etwas darüber?“

England Ende des 18. Jahrhunderts. Die junge Jane Austen verbringt ihre freie Zeit mit dem Schreiben kleinerer, für ihr privates Umfeld bestimmter Werke. Einer Hochzeit aus materiellen Gründen steht sie eher abgeneigt gegenüber. Als der charismatische, aber finanziell von seinem engstirnigen Onkel abhängige Tom Lefroy in ihr Leben tritt, muß Jane feststellen, daß Geld im Leben jedoch eine größere Rolle spielt als erwartet und bekommt die gesellschaftlichen Fesseln ihrer Zeit zu spüren...

„Geliebte Jane“ sollte eine imaginäre Darstellung eines Lebensabschnittes der berühmten englischen Autorin Jane Austen (1775-1817) werden. Speziell sollte es dabei um die Jahre gehen, indem die junge Jane ihr literarisches Schaffen aufnahm und die nachweislichen Fakten zu ihrem Leben aus dieser Zeit sollten mit den Inhalten ihrer Romane verknüpft werden. Man richtete sich dabei vor allem nach den Biographien „Becoming Jane Austen“ von Jon Spence, der den Film auch als historischer Berater unterstützte und „Jane Austen“ von Claire Tomalin.
Der Film ist in vielen Punkten durchaus befriedigend ausgefallen. Dem Auge bietet er ästhetische Aufnahmen und die zeitlich akkuraten Kostüme. Das Ohr wird mit einem passenden und ebenso adäquaten Soundtrack umschmeichelt. Die Schauspielerriege ist sehr erlesen und die Darstellungen der Figuren durch dieselbigen ist sehr erfreulich. Da ich selbst keine Engländerin bin und den Film zudem synchronisiert angeschaut habe, mußte ich mir zudem auch keine Gedanken darüber machen, ob Anne Hathaway in der Lage ist, einen britischen Akzent zu imitieren oder nicht.
Was an „Geliebte Jane“ wirklich stört, ist das Drehbuch und stellenweise eine Kombination von Drehbuch, Regisseur und eventuell auch der Hauptdarstellerin. Aus dem ehrgeizigen Versuch Leben und Werk der Autorin zu vermischen, wurde mehr oder weniger ein neuer Aufguß des geraden verfilmten „Stolz und Vorurteils“. Vom verbürgten Leben der Autorin und den anderen Werken war weit weniger zu sehen. Im Gegensatz zu anderen Filmen, die nach dem gleichen Muster vorgingen, wie zum Beispiel „Shakespeare in Love“ wurden Fakten und Romanteile auch nicht zu etwas Neuem arrangiert. Manches wurde zudem auch gar nicht näher erklärt, sondern völlig sinnlos in den Film hineingeschmissen, wie zum Beispiel das sporadische Auftauchen von Janes Austens behindertem Bruder, der in keinster Beziehung zur Handlung des Filme beiträgt und von dem, soweit ich mich erinnere, nicht einmal gesagt wird, daß es sich um ihren Bruder handelt. Um den Zuschauern verstehen zu geben, wie feingeistig die berühmte Engländerin war, hat man der Darstellerin ab und an einen weisen Spruch in den Mund gelegt, der zumeist völlig aufgesetzt wirkte, ihren Freigeist hat man völlig übertrieben dargestellt, so daß die Historizität, die durch andere Aspekte des Film hervorgerufen wurde, wieder schwer beeinträchtigt wurde und ich nehme mal an, daß sogar jemand der in seinem Leben nie zuvor etwas von Jane Austens Werken gehört haben sollte, nach dem Film noch im Schlaf wiedergeben könnte, daß sich die Werke der Autorin durch Ironie auszeichneten. Es wurde mehr als genug betont.
Ich muß zugeben, daß ich mich von dem Film etwas auf den Arm genommen fühlte und wirklich den Eindruck hatte, daß die Macher nicht besonders viel von den geistigen Kapazitäten ihrer potenziellen Zuschauer halten würden.

Fazit:
Geliebte Jane ist in erster Linie eine schön gefilmte Liebesgeschichte in historischem Gewand. Mehr sollte man sich davon aber nicht erwarten.



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Joy
CineMOD
CineMOD


Anmeldedatum: 20.02.2007
Beiträge: 405


BeitragVerfasst am: Mo Okt 15, 2007 01:40    Titel:

Der Film hat mir in erster Linie gefallen. Mich hat hauptsächlich die Auswahl der Hauptdarstellerin gestört. Nichts gegen Anne Hathaway, aber ich persönlich fand sie zu "amerikanisch" für diesen Film. Und wie Mimi bereits geschrieben hat, manches wirkt wirklich zu sehr aufgesetzt, das liegt aber eher am Drehbuch. Um einen Film über Jane Austen zu drehen, hätten die Macher sich besser vorbereiten können/müssen.
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