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Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4977
Wohnort: Oferdingen
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Verfasst am: Mo Feb 04, 2008 15:38 Titel: Gilsoddeum |
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Gilsoddeum
길소뜸
Südkorea 1986
Regie: IM Kwon-taek
Kamera: JEONG Il-seong
Drehbuch: SONG Gil-han
Musik: Kim Seong-gil
DarstellerInnen: KIM Ji-mi, SHIN Seong-il, HAN Ji-il, KIM Ji-yeong, LEE Sang-a, KIM Jeong-seok, CHOI Pul-am, JEON Mu-song
1983 startet in Südkorea eine Fernsehaktion, die Familienmitglieder, die sich im Koreakrieg aus den Augen verloren haben, zusammenzubringen. Riesige Mengen nehmen daran Teil. Hwa-yong meint im Fernsehen ihren verschollenen Sohn zu erkennen. Aber sie zögert, sich beim Sender zu melden. Schließlich läßt sie sich von ihrem Mann überreden. Dort angekommen trifft sie Dong-jin, aus ihrem jetzt zu Nordkorea gehörendem Heimatdorf Gilsoddeum und Vater des Jungen. Die beiden beschließen gemeinsam die Person aufzusuchen, bei der es sich um ihren Sohn handeln könnte.
Im Kwon-taeks Film "Gilsoddeum" ist, auch wenn die Synopse anderes zu versprechen scheint, schwere Kost. Kein tränenrührendes Familiendrama erwartet einen, sondern ein Film über Entfremdung.
Wie so oft bei Ims Filmen aus dieser Zeit, tritt das menschliche Schicksal der Charaktere in den Hintergrund, da sich diese als Symbole für das Schicksal des Landes zu erkennen geben.
Der Film blendet immer wieder tränenreiche Radio-und Fernsehübertragungen von Familienzusammenführungen ein, die sehr stark mit dem Zusammentreffen Yong-hwas, Dongjins und ihres Sohnes kontrastieren.
Die Einblendungen betonen das "Wir gehören doch zusammen" Gefühl. Oder, wie Yong-hwas Ehemann sagt "Blut ist die stärkste Bindung", aber in der Realität wird sehr bald klar, daß die Hauptprotagonisten durch 30 Jahre unterschiedliche Lebenserfahrungen keine gemeinsame Basis mehr haben. Kleinigkeiten werden anders bewertet und das jeweilige Verhalten stößt "bei der anderen Seite" auf Unverständnis.
Ich finde es erstaunlich, daß dieser Film schon vor der deutschen Wiedervereinigung enstanden ist, da ich angenommen hatte , daß dieses Problem den Koreanern erst danach bewußt wurde.
Interessantwerweise kommt Gilsoddeum fast ohne Musik aus. Untermalt sind hauptsächlich Hwa-yongs Reise zum Fernsehsender und ihre spätere Rückreise.
Das Drehbuch des Films stammt übrigens aus der Feder von Song Gil-han, mit dem Im des öfteren erfolgreich zusammen arbeitete, unter anderem in "The Surrogate Woman" und "Mandala".
Auch Kameramann Jeong Il-seong ist ein alter Bekannter, der in den letzten 20 Jahren seinen Teil zur Mehrzahl von Ims Filmen beitrug.
Schauspielerisch schien mir auch alles in Ordnung zu sein. Ich muß aber zugeben, daß ich das hier nicht richtig beurteilen kann, da ich den Film auf deutsch gesehen habe und die Synchronisation furchtbar war. Koreaner drücken sich eben anders aus als Deutsche und ich denke eine etwas weniger wörtliche, aber sinngemäße Übersetzung hätte dem Film nicht geschadet. Manches hört sich auf deutsch einfach zu übertrieben an.
Gilsoddeum lief 1984 in der Wettbewerbskategorie der Berlinale.
Weitere Filme von Im Kwon-taek bei cineglobe:
Chunhyang
Beyond the Years
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Joy CineMOD


Anmeldedatum: 20.02.2007 Beiträge: 405
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Verfasst am: Di Feb 05, 2008 00:01 Titel: |
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schon allein das thema (koreakrieg, entfremdung) macht das ganze zu einem film, der wahrscheinlich schwer zu "verdauen" sein wird.
ich würde den film auch gerne in der originalsprache ansehen. da kommen die emotionen und die problematik auch besser rüber.
Zuletzt bearbeitet von Joy am Mi Feb 06, 2008 05:24, insgesamt einmal bearbeitet |
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Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4977
Wohnort: Oferdingen
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Verfasst am: Di Feb 05, 2008 10:04 Titel: |
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Der Koreakrieg spielt eigentlich eine kleinere Rolle, eher die Trennung.
Der Film ist schwierig zu verdauen, weil er so real ist.
Hm, ich habe ziemlich Probleme damit, das zu beschreiben, weil ich den Film eigentlich nicht spoilern will. Wenn man zuviel darüber schreibt, ist der, der es liest zu sehr auf das vorbereitet, was passiert und ich glaube, daß es dann, wenn er den Film sieht, nicht mehr den gleichen Effekt hat.
Daher auch die sehr spartanische, oberflächliche Review. Das lag nicht daran, daß ich zu faul war, sie ordentlich zu schreiben.
Wenn ich geschrieben hätte, was ich schreiben wollte, hätte ich den Text von oben bis unten weiß machen müssen...
Mit der Sprache ist es bei Gilsoddeum wirklich ein Problem. Die Koreaner drücken sich ja viel blumiger aus als wir und hier sind die Figuren auch noch instrumentalisiert und die Realität des Films entsteht nicht durch die Dialoge, sondern durch andere Faktoren (Die Charaktere verstecken die Gefühle, man erkennt diese eher an symbolischen Handlungen. Der spartanische Einsatz von Musik. Das Geschehen an sich). Die Dialoge hingegen versorgen den Zuschauer mit Infos. In der deutschen Synchronisation wirkt das natürlich sehr aufgesetzt...
Ich denke auch, daß es in dieser Hinsicht nicht Ims bester Film ist. In späteren Filmen hat er sich da mehr zurückgehalten und den Film an sich sprechen lassen.
Ich mag ja Ims Filme ganz gerne, weil sie eigentlich weniger unterhalten als ergreifen und zum Nachdenken anregen. Nach seinen Filmen bin ich immer fix und fertig.
Es gibt aber auch Kritiker die das anders sehen. Für viele wirken die Figuren zu steif. Das kommt, wie gesagt, daher, daß sie instrumentalisiert werden, aber auch zum Teil dadurch, daß seine Figuren nicht "gut" sind. Sie sind auch nicht "schlecht". Es sind eben Menschen, aber nicht unbedingt Sympathieträger. Weiter liegt es auch noch daran, daß sie eben nicht dazu neigen, sich großen Gefühlsaubrüchen hinzugeben.
Anscheinend reagiert man da unterschiedlich darauf.
Für mich sind seine Figuren trotz allem echter, als die aus den meisten anderen Filmen. Insgesamt kommt das natürlich auch wieder auf die Filme an. Er hat ja sehr unterschiedliche gemacht. Ich spreche jetzt eher über die Filme, die Ähnlichkeit mit Gilsoddeum haben. |
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Joy CineMOD


Anmeldedatum: 20.02.2007 Beiträge: 405
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Verfasst am: Mi Feb 06, 2008 05:31 Titel: |
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dass die protagonisten weder gut noch schlecht sind, den eindruck habe ich schon, als ich das bild zum film gesehen habe. es macht auf mich eher den eindruck, dass der film vor allem die kühlen, verletzlichen seiten des menschen zeigen und hervorheben...vielleicht daher schwer verdaulich...
aber gut, dass du nicht so viel verraten hast ^^ _________________
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