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Heartless

 
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FalkR
Gast






BeitragVerfasst am: Mi Jan 12, 2011 18:48    Titel: Heartless

Heartless



Originaltitel: Heartless

Regie: Phillip Ridley
Darsteller: Jim Sturgess, Noel Clarke, Clémence Poésy, Joseph Mawle

Inhalt:
Seit seiner Geburt ist Jamie (Jim Sturgess) durch ein herzförmiges Muttermal in seinem Gesicht entstellt. Da sein Vater schon während seiner Kindheit verstarb, lebt er mit seiner Mutter zusammen und arbeitet im Fotostudio mit seinem älteren Bruder und dessen Sohn zusammen. Auf der Suche nach ausgefallenen Fotomotiven entdeckt der schüchterne Jamie auf einem nächtlichen Streifzug eine vermeintliche Jugendgang, deren Gesichter zu reptiliengleichen Fratzen verzerrt sind. Verschreckt von dem Erlebnis flüchtet er und verfolgt in den folgenden Tagen Nachrichtenberichte von einer Jugendgang, die als Monster maskiert wahllos Opfer in Brand setzen. Als eines Abends in seinem Beisein auch seine Mutter einem Brandanschlag zum Opfer fällt, sieht Jamie sein Leben am Abgrund. Er freundet sich kurzzeitig mit seinem neuen Nachbarn an, doch auch dieser verschwindet spurlos. In diesem Moment trifft er auf den mysteriösen Papa B, welcher ihm das Angebot macht, ihn von seinem Muttermal zu befreien. Jamie geht den Pakt ein und findet ohne seine Entstellung auch endlich die Liebe in Form von Fotomodel Tia (Clémence Poésy). Doch der Pakt hat auch Nachteile, denn wie sich herausstellt, will Papa B (Joseph Mawle) als Gegenleistung Blut sehen...

Trailer:
Hier!

Fazit:
Ein gut geschnittener Trailer lockte mich, also ging ich das Wagnis ein, doch wurde leider nicht belohnt. 15 Jahre hat Phillip Ridley für seinen neuen Film gewartet und wer schon The Passion of Darkly Noon aufgrund seiner Holzhammermetaphorik nicht mochte, wird auch hier nicht glücklich.

Der Film eröffnet mit stimmungsvollen Bildern der verdreckten Ecken Londons, durch die der zum Außenseiter abgestempelte Jamie mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze auf die gespenstige Monstergang trifft. Man mag nur erahnen, wie groß die Paranoia angesichts steigender Jugendkriminalität in der englischen Großstadt ist, in der Messerstechereien, Binge-Drinking und Happy Slapping in den letzten Jahren immer mehr zum Alltag wurden. So wendet sich der Film zuerst dem Familiendrama um Jamie zu, der nach dem gewaltsamen Tod seiner Mutter nicht mehr in der gemeinsamen Wohnung wohnen will und an seiner Existenz als einsamer und entstellter Mensch zu zerbrechen droht. Ab hier driftet der Film allerdings leider in einer seltsame Absurdität ab. Spätestens mit dem ersten Auftritt vom diabolisch spielenden Joseph Mawle verliert sich der Film zunehmend in einer oberflächlich faustischen Geschichte, die vor keinem noch so billigen Horrorklischee zurückschreckt. War es bei Passion of Darkly Noon noch ein silberner Riesenschuh, der unvermittelt mitten im Wald einen Fluss herunterschwimmt, ist es bei Heartless der Leibhaftige, der einem sprechenden, abgeschlagenen Kopf ins Gesicht beißt, was für unfreiwillige Komik sorgt. Das ist es wohl, was sich jemand unbedarftes unter einem Horrorfilm vorstellt. Dass währenddessen im Schnelldurchlauf eine Liebesgeschichte erzählt wird, macht die Sache nicht unbedingt besser. - Vor allem, wenn das Finale des Films alles Geschehene plötzlich wieder in Frage stellt, was eigentlich nur zur Folge hat, dass man dem Regisseur Unsicherheit angesichts der eigenen Geschichte unterstellt.

Letztlich verzettelt sich der Film mit all seinen angekratzten Themen und vermag so nicht ein kohärentes Ganzes herzustellen. Ridley möchte, dass sein Film zu gleichen Teilen sowohl Familiendrama, Sozialkritik, Horrorfilm als auch Liebesgeschichte ist und das kann leider nicht gut gehen. Wie so oft: Weniger ist mehr.


Note: 5/10
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