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HEAT Filmkritik

 
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Crenshaw
CineMaster
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Anmeldedatum: 08.01.2007
Beiträge: 784
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: Fr Jun 15, 2007 14:19    Titel: HEAT Filmkritik

HEAT



1995
Regie und Buch : Michael Mann

Inhalt :

Neal McCauley ( Robert de Niro), ein mit allen Wassern gewaschener Profi-Gangster, macht mit seinen verlässlichen Komplizen Michael (Tom Sizemore) und Chris (Val Kilmer) Los Angeles unsicher. Die sehr bedacht agierenden Schwerverbrecher knacken Geldtransporter, überfallen bei Tageslicht gut besuchte Bankfilialen und löschen nebenbei diverse unliebsame Trittbrettfahrer von der Mafia-Konkurrenz aus – ihren Verfolgern sind sie immer einen Schritt voraus.

Neals Widersacher ist der Polizist Vincent Hanna (Al Pacino), seines Zeichens kompromissloser, unnachgiebig- machiavellistischer Cop, der mit seiner Sondereinheit den Verbrechern den Garaus machen soll. Anfangs noch auf verlorenem Posten, gewinnt Vincent mit seinen radikalen Ermittlungsmethoden jedoch nach und nach den Boden unter seinen Füssen wieder...




Kritik :

Den Kern des Films bilden zwei sehr ähnliche, beinahe identisch gestrickte Menschen, die auf verschiedenen Seite des Gesetzes stehen – eine klassische John Woo-Exposition. Um sie herum rotiert auf Hochtouren ein hochkomplexes menschliches Universum aus Gaunerehre, Loyalität, Freundschaft, (gescheiterten) Beziehungen, Liebesandeutungen, Rache, permanenter Gewalt und dem allzeit präsenten Tod.



Dies wird in einer solch immensen Tiefe und in ruhiger, poetischer Vielschichtigkeit dargeboten, wie man sie sonst nur in Werken a la "Once Upon A Time in America" kennt – Filmen, die sich alle Zeit der Welt nehmen, um von der seltsamen, tragisch anmutenden Spezies Mensch zu erzählen.



So ist der nur oberflächlich eiskalte, berechnende Neal ein ebenso sich nach Liebe und zwischenmenschlichen Gefühlen sehnendes Individuum wie Vincent, der nach einem 72-Stunden-Tag nach Hause kommt und seine Lebensgefährtin im Bett mit einem anderen Mann vorfindet. Beider Männer durchleben eine Vielzahl von erschütternden Krisen, als deren privates Umfeld während der Laufzeit von knapp 3 Stunden in all ihrer Grässlichkeit seziert und entblößt wird.



Die mit ihnen verknüpften Figuren und Handlungsstränge – die schüchterne Eadie (Amy Brenneman), die sich an Neal heranwagt, die in Trümmern liegende Beziehung zwischen Chris und seiner Frau Charlene (Ashley Judd), die suizidal veranlagte Tochter von Vincents Freundin (Natalie Portman) --- sorgen für eine beklemmende Atmosphäre in dem sich entfaltenden Kriminaldrama. Obwohl blutig und durchaus actionreich, sind die Auseinandersetzungen im Film trotz ihres Detailreichtums und ihrer Länge ( faszinierend : die ewig dauernde Schlacht in und vor der Bank) stets nur Beiwerk, niemals Hauptfokus.



Die lange Laufzeit ermöglicht es, alle großen Haupt- wie Nebendarsteller ( neben den o.g. : Mykelti Williamson, Wes Studi, Tom Noonan, Jon Voight, Ted Levine, Diane Venora, Dennis Haysbert ) so unterzubringen, dass alle, aber auch wirklich alle ausreichend Screentime erhalten, um ihr Können zu demonstrieren.


Vollkommen jenseits dieser Welt sind jedoch Robert DeNiro in seiner gewohnt minimalistischen Art und Al Pacino mit seinem bekannten Over-Acting, die beide nicht ähnlicher und unterschiedlicher hätten sein können. Beide demonstrieren eine derart immense Palette an menschlichen Seiten mit allen Höhen und Tiefen, daß es den Zuschauer innerhalb der 180min niemals losläßt.

John Woo trifft auf Sergio Leone – welcome to the real world, gentlemen.

Heat ist einer der weltbesten modernen Action-Thriller der Neuzeit, der es auf einzigartige Art und Weise schafft, packende Actionszenen in einer tragisch verlaufenden Storyline mit einem überragenden Darstellerensemble fehlerfrei umzusetzen. Ein grandioser Mix aus von alltäglichen Niederlagen gezeichneten Charakteren, perfekt inszenierten Ballersequenzen in einer epischen Spielfilmlänge. Nennenswert ist auch der stille OST von Elliott Godenthal und Brian Eno.




My two cents : eine gewalttätige, bleihaltige Elegie an den fast gescheitert-überforderten, jedoch bis zum bitteren Ende hart kämpfenden Mann in der modernen Welt.

6 von 5 Punkten
Very Happy Very Happy Very Happy Very Happy Very Happy Very Happy

_________________
FSK 6 = Der Held ist ein Mädchen.
FSK 12 = Der Held bekommt das Mädchen.
FSK 16 = Der Bösewicht bekommt das Mädchen.
FSK 18 = Jeder bekommt das Mädchen.
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Montana
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Anmeldedatum: 20.09.2006
Beiträge: 144


BeitragVerfasst am: Fr Jun 15, 2007 18:28    Titel:

ja die bewertung würde ich auch vergeben. zählt zu meinen favoriten in diesem genre. Very Happy
danke für das review!
_________________
I always tell the truth, even when I lie.

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