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Kat CineMOD


Anmeldedatum: 18.06.2008 Beiträge: 1087
Wohnort: No Man's Land
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Verfasst am: Mo Mai 26, 2008 01:03 Titel: Hero |
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Hero
Originaltitel: Ying Xiong
Regie: Zhang Yimou
Genre: Martial Arts
Land: Hongkong / China
Jahr: 2002
FSK: 12 Jahren
Länge: 95 Minuten
Cast: Jet Li, Tony Leung Chiu-wai, Maggie Cheung Man-Yuk, Ziyi Zhang, Chen Dao Ming
Handlung:
In einer Zeit, in dem das chinesische Volk unter dem Krieg der sieben Königreiche Qin, Zhao, Han, Wei, Yan, Chu und Qi leidet, sammeln sich immerwieder Attentäter an, um das Elend zu beenden. Einer von ihnen ist der namenlose Krieger aus Zhao, der mit seiner Zehn-Schritte-Technik den König von Qin ermorden will. Dieser war rücksichtsloser und tyrannischer als alle anderen. Ihm allein soll die Vorherrschaft über alle unter dem Himmel zu teil sein und obwohl er schon sechs Reiche eingenommen hat, strebt er auch noch nach dem siebten. Mit Hilfe einiger Verbündeter gelingt es ihm zum König vorzudringen um ihm seine Geschichte zu schildern. Doch dieser ist schlauer als er denkt und sein Vorhaben wird somit durchschaut.
Meinung:
Hero wird nicht ohne Grund als Meisterwerk gehandelt. Er ist eins! Zugegeben, erst wollte ich ihn nicht sehen. Jet Li ist nicht auch gerade mein Favourit, da er mich schon in The One ziemlich enttäuscht hat, dennoch hat mich der Trailer überzeugt.
Was ich sehr fazinierend finde war die Farbenpracht, die ich bis dahin in noch keinem Film in diesem Ausmaß bewundern konnte.
Am besten gefiel mir die rote und die blaue Epoche. Der Kampf zwischen Fliegender Schnee und Leuchtender Mond stellte somit schonmal ein Sinnbild für den ganzen Film da und katapultierte den Kampf zwischen Weiter Himmel und den Namenlosen vollständig in den Schatten.
Einzig an die Namen mußte ich mich erst gewöhnen, da ich zuerst nicht gleich erkannte, wen der Namenlose mit Zerbrochenes Schwert, Weiter Himmel und Fliegender Schnee meinte.
Sehr schön auch die Art, wie die Geschichte erzählt wurde. Die erfundene, die spekulierte und die wahre Geschichte.
Auch dieses unglaublich starke Gefühl der Liebe zwischen Fliegender Schnee und Zerbrochenes Schwert war fabelhaft erzählt und wie sie ihr Ende besiegelten. Verblüffend finde ich hierbei, wie der gesamte Film somit ohne einen einzigen Kuß ausgekommen ist.
Auch die perfekte Kameraführung lässt keinen Ansatz zum rummäckern aufkommen. Besser gehts kaum.
Besonderes Highlight ist der Soundscore von Tan Dun, besonders die Titelmelodie.
10 von 10 Königreichen
Info:
~ Mit über 30 Millionen Dollar Produktionskosten ist Hero die teuerste chinesische Produktion
~ Die "Ära der Streitenden Reiche" wurde auch "Epoche der einhundert geistigen Schulen" genannt, da viele Ideen und Gedanken während dieser Zeit entstanden.
~ Regisseur Zhang Yimou war schon immer Fan von Material Arts Romanen (Wuxia-Literatur) und nach drei Jahren Entwicklung stellte er die Geschichte zu Hero fertig, die gleichzeitig eine Legende des alten Chinas wiederspiegeln sollte.
~ Die Kostüme wurden eigens für den Film von der Kostümbildnerin und Oscarpreisträgerin Emi Wada hergestellt wobei über tausend Meter Stoff gefärbt und verarbeitet wurden
_________________ Lips red as blood, hair black as night. Bring me your heart, my dear, dear Snow White
Zuletzt bearbeitet von Kat am So Aug 08, 2010 10:43, insgesamt 2-mal bearbeitet |
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Joy CineMOD


Anmeldedatum: 20.02.2007 Beiträge: 405
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Verfasst am: Mo Mai 26, 2008 01:12 Titel: |
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dieser farbenprächtiger film fand ich auch sehr schön anzusehen.
chen daoming ist einer meiner lieblingsschauspieler, den ich schon von klein auf des öfteren im fernsehen gesehen habe
maggie cheung war in dem film hervorragend ^^ _________________
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Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4977
Wohnort: Oferdingen
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Verfasst am: Mo Mai 26, 2008 10:37 Titel: |
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Ich bin wirklich froh, daß es jetzt einen Thread zu Hero gibt. Yun hatte da ja Einiges auf dem Herzen, was sie dazu sagen wollte, und ich slebst wollte mich ja auch mal dazu äußern.
Worum es jetzt bei Yuns und meiner angefangenen Konversation ging, war ja, wie der Film bei Kritik und Zuschauern ankam, bzw. wie er versehentlich an das falsche Publikum kam.
Ein Problem davon ist relativ schnell geklärt. Sowohl Jet Li und Donnie Yen sind beide ursprünglich Kampfsportler, die dadurch zum Film kamen. In gewisser Weise wurde dadurch bei manchen die Erwartung ausgelöst, daß man mit "Hero" etwas Richtung traditionellem Martial Arts, zumindest aber einen actionreichen, gradlinige Wuxia-Film geboten bekommen würde.
Leider ist "Hero" aber weder ersteres, noch ausschließlich zweiteres. Hero betont den künstlerischen Aspekt, der sich in Farben und Bewegungen widerspiegelt, die bestimmten Emotionen zugeordnet werden.
Die Erzählweise, die eine Geschichte in verschiedenen Varianten erzählt - und mich in gewisser Weise irgendwie immer ein klein wenig an Kurosawas Rashomon erinnert - ist nicht unbedingt nach jedermanns Geschmack. Sie ist einfach vergleichsweise handlungsarm (das bedeutet nicht gleich inhaltsarm!).
Das Problem mit den Kritikerstimmer ist schon etwas schwieriger zu definieren.
Dem Film wurde vorgeworfen, Zhang Yimous Film wäre nicht nur keine Kritik mehr an der chinesischen Regierung, sondern würde auch noch die Alleinherrschaft und Tyrannei unterstützen.
Nun, Zhang Yimou und westliche Kritiker sind ein altes Kapitel. Und auch die erste Frage ist nicht unbedingt neu. Zhang Yimou wirft seinerseits den westlichen Kritikern vor, daß chinesische Filme hier nicht aus filmischen oder künstlerischen Aspekten anerkannt werden, sondern aus politischen Inhalten. Ein Maßstab, der aber an westliche selbst Filme nicht angelegt wird.
Wie gesagt, diese Frage ist nicht nur ein Zhang Yimou Problem, sondern wird auch an anderen Beispielen diskutiert: inwieweit ist ein Künstler verpflichtete, durch seine Kunst auf das politische Geschehen einzugehen... Eine Frage, die man in Deutschland gerne an Thomas und Heinrich Mann diskutiert.
Es bleibt aber immer noch die Frage, inwieweit es tatsächlich stimmt, daß Zhang Yimou seiner Regierung den Rücken stützen würde...
Meines Erachtens ist dieser Vorwurf nämlich nicht unbedingt richtig. Ich gehe mal davon aus, daß er auch durch eine Assoziationskette hervorgerufen wurde, die dadurch entstand, daß Kritiker hier bei bei Assassinen, die den ersten chinesischen Kaiser ermorden wollen automatisch an Chen Kaiges kritisches Portrait dieses Kaisers in "Der Kaiser und sein Attentäter" denken und automatisch "Hero" mit diesem Film vergleichen. Wodurch sich natürlich die Frage stellt, warum nun der Kaiser auf einmal bei Zhang Yimou so ein netter Kerl ist?
Nun ist es aber so, daß "Hero" viel mehr Wuxia als Historienfilm ist, und "Der Kaiser und sein Attentäter" viel mehr oder ganz Historienfilm ist.
Wuxia befaßt sich mit Individuen, in einer mal mehr mal weniger historisch verankerten Fantasiewelt. Die Geschichte gelten zumeist schon von vornherein als Obrigkeitskritisch.
Hero setzt sich nicht unbedingt mit der historischen Figur des Kaisers auseinander, viel mehr mit typischen Individuen in dieser Welt und was sie auszeichnet, so daß sie unter das Wort "Held" fallen.
Ich will das jetzt nicht alles so ausklamüsern, aber da ist zum beispiel mal Maggie Cheungs Charakter die auch unter Riskierung ihres Lebens den Pflichten gegenüber ihren Eltern nachkommt. Tony Leungs Charakter zeichnet sich durch seine Treue aus und am Festhalten an dem, was sein Herz im sagt, was richtig ist. Jet Lis Charakter stellt später seine persönlichen Angelegenheiten zurück... Der Kaiser hat eine Idee, die er verfolgt und durchaus auch Nachteile für ihn mitbringt, von der er meint, sie diene einem größeren Zweck. dazu muß man auch wissen, daß die chinesischen Bevölkerung in ihrer Geschichte am meisten gelitten hat, wenn das Land innerlich zerrissen war. Der Gedanke eine Einheit und Frieden zu schaffen ist also nicht unbedingt negativ. Er wird auch in Chen Kaiges Film nicht kritisiert. "Der Kaiser und sein Attentäter" kritisiert den Weg, den der Kaiser genommen hat, nicht das Ziel. Aber auch "Hero" kritisiert - und das scheinen einige zu übersehen - den Weg des Kaisers und zwar durch Jet Lis Und Maggie Cheungs Figur. Jet Lis Figur wird am Ende sogar mehr oder weniger zu einer personifizierten Aufforderung an den Kaiser (und an die Regierung oder an die Regierungen), nicht zu vergessen, wem seine/ihre Taten eigentlich dienen soll!
Hm, ich hoffe, ihre versteht halbwegs, was ich sagen wollte, denn ich habe mal ausnahmsweise versucht, mich kurz zu fassen... |
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Kat CineMOD


Anmeldedatum: 18.06.2008 Beiträge: 1087
Wohnort: No Man's Land
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Verfasst am: Di Jun 03, 2008 01:01 Titel: |
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Das war die kurze Fassung?
Also vor eurer Konversation (wo ist Yun eigentlich?) dachte ich eigentlich nur, dass es ein schöner Film ist. Über Aussage, vorallem im asiatischen Raum, mache ich mir anfangs keinen Kopf, da ich mich mit dem Thema so gut wie (ach was sag ich,- gar nicht) auskenne.
Mit dieser neuen Erkenntnis werde ich Hero nochmal Revue passieren lassen müssen. _________________ Lips red as blood, hair black as night. Bring me your heart, my dear, dear Snow White |
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