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House Of Flying Daggers

 
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Kat
CineMOD
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Anmeldedatum: 18.06.2008
Beiträge: 1087
Wohnort: No Man's Land

BeitragVerfasst am: Mo Mai 26, 2008 00:45    Titel: House Of Flying Daggers

House of Flying Daggers



Originaltitel: Shi mian mai fu
Regisseur: Yimou Zhang
Drehbuch: Feng Li, Bin Wang, Yimou Zhang
Genre: Action, Abenteuer, Drama, Fantasy, Romance
Jahr: 2004
Land: Hong Kong
Länge: 119 Minuten
FSK:
Darsteller: Takeshi Kaneshiro, Andy Lau, Zhang Ziyi, Dandan Song


Klappentext:
859 nach Christus: Die ehemals grosse Tang-Dynastie ist am Zerbrechen, der Kaiser ist inkompetent, seine Beamten korrupt. Gegen dieses System rebellieren die Menschen - vor allem eine Geheimorganisation namens "Haus der Fliegenden Dolche". Der Bund raubt das Geld der Reichen und gibt es an die Armen in der Feng-Tian-Provinz, weshalb sie in der Bevölkerung starken Rückhalt haben. Die Polizei muss sich also einen Trick einfallen lassen, um den Clan und seinen neuen Anführer auszuschalten. Hauptmann Leo (Andy Lau Tak-Wa) schickt dazu seinen jungen Partner Jin (Takeshi Kaneshiro) in das "Peony Pavillon"-Bordell. Dort soll ein neues Mädchen arbeiten, das er unter die Lupe nehmen soll. Sie heisst Mei (Zhang Ziyi) - und ist blind. Sie ist auch die Tochter des alten "Dolch"-Anführers. Als Leo sie verhaftet, befreit Jin sie und gibt sich als Krieger "Wind" aus, auf dass sie ihn zum Versteck der "Dolche" führe. Die schöne Mei ist erst überzeugt, als Jin sie aus mehreren Gefahren rettet. Dabei kommen sich die zwei auch näher ...


So denn:
Welch grandioses Meisterwerk,- mal wieder. Zhang Yimou ist auf seinem Gebiet einfach göttlich und mit diesem Cast kann ja nichts falsch gehen.

Was mich zu Beginn etwas gehindert hat den Film sehen zu wollen, war die Tatsache, dass Mei blind ist, aber selbst so konnte sie überzeugen. Obwohl es mir ja immer etwas spanisch (oder chinesisch) vorkam, wenn sie immer genau wußte, dass sich Soldaten anschleichen.
Die Kämpfe waren wieder erstklassisch, von der Optik gar nicht zu sprechen, denn diese ist es, was House of Flying Daggers wieder zu einem Augenschmaus macht.

Mit Zhang Ziyi und Takeshi Kaneshiro hat man sicherlich nicht nur zwei attraktive, sondern auch sehr begabte Schauspieler an Bord geholt und wo ich bei The Returner noch etwas skeptisch gegenüber Takeshi war, so hat er mich hier doch vollends überzeugt.

"Ich will so frei sein wie der Wind."

Was mir ein bißchen zu lang war, das "Dem Unsterblichen folgen" Spiel, da mir das trommeln zu penetrant wurde, der fight danach hat hingegen alles wieder wett gemacht. Zudem wußte ich garnicht, wie flexibel Zhang Ziyi überhaupt ist, bis jetzt. *g*
Was mir sehr stark aufgefallen ist, dass Zhang Ziyi mal wieder die Kleider vom Körper gerissen wurden. Hero, House of Flying Daggers und in Die Geisha ebenfalls.


Lustigste Szene:
~ Wie er sie nach dem Tanz zu sich zieht.
~ Das Abtasten von Jin im Wald.
Eigentlich so ziemlich alle mit Mei und Jin.

Richtiger Brüller war ja die Frage, ob er sie heiraten würde. Wink

Highlight war unter anderem für mich der Kampf im Bambuswald. Da gings ja nur noch zack auf zack bzw. Bambus auf Bambus.

"Der freie Wind kann auch bleiben,- wenn er es will."

Den Plot hinter dem Haus der fliegenden Messer finde ich auch erste Sahne ausgedacht und so schafft es der Film, immerwieder aufs neue zu überraschen. Zwar hätte ich mir schon den finalen Kampf zwischen den Messern und der Polizei gewünscht, aber die Richtung des Filmes drehte sich eigentlich nur um drei Personen und deren Schicksal, womit der Wegfall des Kampfes erklärt wäre. *g*
Was mich richtig faziniert hat, war die Dramatik, die sich letztendlich durch die Eifersucht spiegelte und mit dieser der Film endete. Diese wahnsinnige Itensität hat Regisseur Yimou Zhang im finalen Kampf hervorragend eingefangen und stellt somit das Szenario im Bambuswald bei genauer Überlegung schon wieder in den Schatten. Was in Hero das verfärben der Bäume von gelb in blutrot war, symbolisiert hier das Einbrechen des Winters samt der eisigen Kälte am Gipfel des Todes. Wenn die beiden Liebenden versuchen, das Leben des anderen zu retten und dies doch vergebens war steht so manches Auge geschockt offen. Zurück bleibt ein Gefühl von Melancholie und die Erkenntnis, das das chinesische Kino Hollywood weit vorraus ist.

"Stirb für eine Schönheit und du bist ein romantischer Geist."

Und so:
Genau wie Hero vermittelt der Film den unbeschreibbaren Geist der Liebe und die Gefühle, die diese in jedem Einzelnen auslöst. Somit ist der Film nicht nur rein optisch wunderschön, sondern auch in seiner Botschaft.

9 von 10 fliegenden Messern

_________

Ich habe weder einen Link zu diesem Film, noch zu Hero gefunden, was mich sehr verwundert. Deshalb stelle ich beide ein. Sollte es schon Threads dazu geben, dann hab ich A) wirklich Tomaten auf den Augen und B) bitte dann diesen Beitrag verschieben. Thx.

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Lips red as blood, hair black as night. Bring me your heart, my dear, dear Snow White


Zuletzt bearbeitet von Kat am So Aug 08, 2010 10:45, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Joy
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Anmeldedatum: 20.02.2007
Beiträge: 405


BeitragVerfasst am: Mo Mai 26, 2008 00:57    Titel:

auch dieser beitrag gefällt mir sehr gut ^^
mir persönlich hat der film leider nicht so gut gefallen, aber optisch gesehen (außer...naja, mimi weiß schon ^^°) ist der film wirklich erstklassig...

interessant finde ich zudem, dass takeshi sich wegen dem film extra die haare hatte wachsen lassen (im film trug er keine perücke). ich finde, dass ihm das sehr gut stand...
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Namu
Die CineGLobe Perle


Anmeldedatum: 21.09.2006
Beiträge: 4977
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 26, 2008 00:58    Titel: Re: House Of Flying Daggers

Kat hat Folgendes geschrieben:

Was mir sehr stark aufgefallen ist, dass Zhang Ziyi mal wieder die Kleider vom Körper gerissen wurden. Hero, House of Flying Daggers und in Die Geisha ebenfalls.


Wow, was Dir alles auffällt! Darauf habe ich bisher noch gar nicht geachtet, aber das ist echt wahr!!!
Das werde ich jetzt bestimmt auch für den Rest meines Lebens nicht mehr vergessen. Wink

Die Szene mit dem Schnee und dem Winter war wohl übrigens gar nicht geplant. Das sollte am letzten Drehtag in Rumänien gedreht werden und über Nacht kam es zu einem plötzlichen Schneesturm und am nächsten Tag lagen meterweise Schnee mit denen man sich dann eben irgendwie arrangieren mußte.


Kat hat Folgendes geschrieben:

Ich habe weder einen Link zu diesem Film, noch zu Hero gefunden, was mich sehr verwundert. Deshalb stelle ich beide ein. Sollte es schon Threads dazu geben, dann hab ich A) wirklich Tomaten auf den Augen und B) bitte dann diesen Beitrag verschieben. Thx.


Das stimmt schon. Es gibt (bzw. jetzt eher "gab") tatsächlich noch keine Threads zu den Filmen... Embarassed Embarassed Embarassed
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Kat
CineMOD
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Beiträge: 1087
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 26, 2008 02:12    Titel: Re: House Of Flying Daggers

Namu hat Folgendes geschrieben:
Das werde ich jetzt bestimmt auch für den Rest meines Lebens nicht mehr vergessen. Wink


Japp, das kannst du im Ordner "Unnötiges Wissen" abheften. Ich habe ein ganzes Lagerhaus voll davon.
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Yin Chi
CineMaster
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BeitragVerfasst am: Mo Aug 17, 2009 22:33    Titel:

House of Flying Daggers hat mich, ehrlich gesagt, ziemlich enttäuscht. Es ist nicht so, dass Takeshi Kaneshiro, Andy Lau und Zhang Ziyi schlecht gespielt hätten, ganz im Gegenteil. Auch die Landschaftsaufnahmen waren atemberaubend, einfach nur beeindruckend. Das Gleiche gilt auch für meine Lieblingsszene: Zhang Ziyis Tanz.

Warum dann mein negatives Urteil ? Ganz einfach, die Story, so wie sie verfilmt wurde, gibt einfach nicht viel her. Will sagen am Anfang des Filmes ist die Rebellion der Geheimorganisation 'House of the Flying Daggers' und die Suche nach den Drahtziehern DAS Thema. Da hätte ich erwartet, dass nun im Folgenden über den Freiheitskampf berichtet wird. Pustekuchen!

Takeshi Kaneshiro flieht mit der blinden Zhang Ziyi. Dabei stoßen sie letztendlich auf einige Rebellen besagter Organisation. Im Laufe dieser Begegnung wird eine Dreiecksbeziehung transparent und man erfährt, dass nicht jeder das ist, was er zu sein scheint. Achja, und am Ende opfern sich die Liebenden für ihre Liebe!

Aber das ist auch schon alles...! Sad
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yun
CineMaster
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BeitragVerfasst am: Mo Aug 17, 2009 23:53    Titel:

@kat ... sehr schöne filmvorstellung Very Happy


@yin chi ... house of flying daggers gibt schon etwas mehr her ... denke ich ... alle drei hauptakteure (zhang ziyi, takeshi kaneshiro und andy lau) gehören ja ihrer jeweiligen gruppe an ... tragen kritiklos deren absichten und ziele mit ... hinterfragen nichts ... führen das aus, was man ihnen sagt ... werden früher oder später zu einer spielfigur auf einem schachbrett, die man ganz nach belieben ziehen ... und die man ganz nach belieben auch opfern kann ...

im laufe der handlung entdecken sie auf einmal etwas, was ihnen bis zu diesem zeitpunkt fremd gewesen schien ... ihr eigenes ICH ... ihre eigenen BEDÜRFNISSE ... ihre einmalige und unverwechselbare INDIVIDUALITÄT ... und schließlich die LIEBE ... eine liebe, die die grenzen überschreitet ... eine liebe, die zwischen feinden erblüht ...

doch steht diese entwicklung ganz massiv den interessen ihrer jeweiligen gruppen entgegen ...

schließlich gehen sie den einzigen weg, der ihnen bleibt, wenn sie mit ihrem neuen SEIN überleben wollen ...

sie trennen sich von ihrer gruppe ...

sagen sich von ihnen los ...

der eine (andy lau) aus puren egoismus und besitzgier ...

die anderen beiden (zhang ziyi und takeshi kaneshiro) aus liebe zu einem menschen ... für den sie bereit sind, auch ihr eigenes leben zu opfern, um ihn zu beschützen ... sich für einen menschen zu opfern und nicht für eine abstrakte idee ... was für ein unterschied ... !

der film beschreibt die entdeckung und die bedürfnisse des eigenen ICHs ... das es da etwas gibt, welches weit über den interessen einer großen gruppe stehen kann ...

eigentlich ist es eine absage an der idee des kollektivs ... es ist ein eindeutiges ja zur individualität eines jeden einzelnen menschen und seinem recht, selbst über sein eigenes leben entscheiden und bestimmen zu dürfen ...

zhang yimou ist in meinen augen auch in seinen letzten filmen der politische filmemacher geblieben, der er schon immer war ... und der sehr kreativ in dem ist (sein muss), was er zu sagen hat ... Wink

hm ...

und in diesem zusammenhang ist es auch nicht mehr (so) wichtig, wie der kampf zwischen den kaiserlichen und den rebellen ausgeht ... denn die zugehörigkeit zu ihnen wurde ja im laufe der handlung überwunden ...

schau dir einmal die kleidung an, die die kaiserlichen und die die rebellen tragen ... darin wird jede noch so geringe form von individualität verwischt und unkenntlich gemacht ... einzelne menschen (und ihre gesichter) lassen sich unter ihnen nicht mehr ausmachen ... ob kaiserlich oder rebell ... darin unterscheiden sie sich nicht voneinander ... darin sind sie sich gleich ...

und vergleiche sie dann mit der kleidung von zhang ziyi und takeshi kaneshiro ... Wink
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Yin Chi
CineMaster
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Anmeldedatum: 05.08.2009
Beiträge: 1797


BeitragVerfasst am: Mi Aug 19, 2009 23:15    Titel:

@Yun, Du argumentierst einfach auf einer ganz anderen Ebene als ich. Wenn ich einen Titel lese, der "House of the Flying Daggers" heißt. Dann erwarte ich einfach von besagtem Film, dass er auch von dieser Geheimgruppierung handelt, und ich nicht sozusagen eine "Reise ins Ich" mitmache.

Dass die Charaktere eine Wandlung vollziehen, möchte ich gar nicht bestreiten. Wobei ich betonen möchte, dass Takeshi nicht freiwillig zum Renegaten geworden ist. Aus seiner Sicht blieb ihm gar nichts anderes übrig, als sich gegen seine Verfolger zur Wehr zu setzen, da sie, hier vertraut er ja seinem Kollegen und Freund, nicht über seine eigentliche Rolle als Spion informiert worden sind.

Will sagen, wären die Umstände anders gewesen, hätte er auch wieder auf seinen ursprünglichen Posten zurückkehren können. Bei Andy Lau wiederum ist m.E. ungewiß, ob und in welcher Weise er sich überhaupt geändert hat. Im Endeffekt weiß man einfach zu wenig über ihn... Zhang Ziyi wiederum opfert sich für ihre Liebe. Bei ihr ist der Wandel zur Individualität als Einzige so, wie Du ihn beschreibst.

Aber mal abgesehen von der sicher wie auch immer gearteten faszinierenden Transformation der drei Hauptfiguren, übrigens kein unbedingt neues Thema, hat der Film für mich einfach zu wenig "materielle Substanz".

Achja, was die Kleidung anbelangt, so wäre es schon etwas seltsam gewesen, wenn ein Beamter in offizieller Kleidung geflohen wäre. Man hätte ihn als Staatsdiener überall wiedererkannt und Zhang Ziyi ist deshalb als Junge verkleidet, weil es so für sie einfach sicherer gewesen ist. Die Wahl der Kleidung beider Hauptdarsteller ist nicht Ausdruck ihrer Individualität sondern kann ganz einfach logisch begründet werden.
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