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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Fr März 30, 2007 10:20 Titel: Hula Girl |
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Hula Girl
Japan 2006
Regie: Lee Sang-il
Kamera: Yamamoto Hideo
Musik: Jake Shimabukuro
Drehbuch: Lee Sang-il, Habara Daisuke
DarstellerInnen: Matsuyuki Sasuko, Aoi Yû, Toyokawa Etsushi, Fuji Junko, Yamazaki Shizuyo, Kishibe Ittoku
„... aber vielleich können diese Mädchen eine Welt schaffen, in der man beim Arbeiten lächeln kann“
In den 60er Jahren droht der Kohlmine von Iwaki, einer kleinen Stadt im Norden Japans die Schließung. Um wenigstens einige der Arbeiter davor zu retten, völlig ohne Job darzustehen, wird ein Touristenzentrum im Hawai-Stil geplant. Zu diesem Zweck wird eine Tänzerin aus Tokyo engagiert, die den jungen (und älteren ) Töchtern der Minenarbeiter das Hula-Tanzen beibringen soll. Eine Aufgabe, die sich als schwierig erweist, denn die Ortsansäßigen wollen nicht an eine Schließung der Mine glauben und stehen dem Hawai-Center und der „halb nackt tanzenden Großstadtfrau“ feindlich gegenüber.
„Hula-Girl“, Japans Beitrag zur Oskarverleihung 2007, beruht auf einer wahren Geschichte. Und obwohl der Film als Komödie beginnt, ist man sehr darum bemüht, den Tatsachen mit dem nötigen Ernst entgegenzukommen. Der Darstellung der verzweifelten Situation und den daraus erwchsenden Gefühlen der Minenearbeiter wird sehr viel Zeit gwidmet. Und auch der Hula-Tanz verkommt nicht, wie man annehmen könnte, zur lustigen Alternative, sondern wird mit viel Respekt, als harte Arbeit dargestellt. Dadurch gewinnt der Film eine Tiefe, die man auf den ersten Blick gar nicht erwartet.
Leider wirkt der Film diesem selbst wieder entgegen, in dem er zu hart versucht, die Gefühle der Zuschauer anzusprechen. Er setzt alle Tricks und leider auch jedes Klischees ein, um den Betrachter zu Tränen zu rühren (siehe obiges Zitat). Dem weniger emotional veranlagten Zuschauer wird es dadurch schwer, den Film und damit verbunden auch seine Geschichte wirklich ernst zu nehmen.
Dafür sind die Charakterzeichnungen und dere Darstellung wieder sehr gelungen. Es ist positiv, daß sich der Film weder nur auf eine Person konzentriert, so daß man eventuell auch nur eine Seite des Problems richtig kenenngelernt hätte, noch zu viele Leute in den Blick genommen werden, was dazu geführt hätte, daß man mit keiner richtig vertraut geworden wäre.
Die eine Hauptperson des Films ist die toughe Tänzerin Frau Hirayama aus Tokyo, die kaum mit dem Abstieg, den der Job in der ländlichen Gegend bedeutet, fertig wird und die nicht wirklich große Lust hat, die Mädchen zu unterrichten. Die andere ist Kimiko, ein Mädchen, das zu stolz ist, um die herablassende Art der Lehrerin zu akzeptieren und die für ihre Zukunft auch einen Zerwürfnis der Familie in Kauf nimmt. Erstere wird sehr gut von Matsuyuki Sasuko dargestell. Aoi Yû als Kimiko war auch ganz in Ordnung.
Von den Nebenpersonen ist vor allem Kimikos Mutter zu erwähnen, die durch ihren Widerstand gegen das Hawaicenter eigentlich stellvertretend für den Großteil der Minenarbeiter steht. Fuji Junko setzt mit dieser Rolle die schauspielerischen Glanzpunkte des Films.
Weitere Nebenrollen waren auch passend besetzt. Bei der Rolle Toyokawa Etsushi, die ich zwar ebenfalls für gut besetzt halte, bin ich mir bis jetzt allerdings noch nicht über deren Funktion klar geworden. Toyokawa spielt Kimikos Bruder Yojiro und ich hege die Vermutung, daß die Rolle einzig und allein dem Zweck dient, noch einen jungen Mann in dem Film unterzubringen.
Mit so vielen starken Frauengestalten, ist der Film nämlich schon fast feministisch.
Die Hula-Tanz-Szenen sind schön anzusehen und überraschend abwechlungsreich.
Die an manchen Stellen des Films auftretende, leichtherzige Atmosphäre wird vor allem durch die ordentliche Kameraarbeit unterstützt.
Leider leistet die Musik eher das Gegenteil, denn der rührselige Soundtrack, der zu den gefühlsgeladenen Stellen gespielt wird (und manchmal auch zu den Hulatänzen), unterstütz nur den emotionalen Übereffekt. An den meisten Stellen wäre es besser gewesen, man wäre bei den Hulaklängen geblieben.
Der Film ist ein einmaliges Anschauen auf jeden Fall wert. Zu einem DVD-Kauf würde ich aber nur raten, wenn man entweder ein Fan von Aoi Yû ist, oder sich sicher ist, daß einen die Rührseligkeit nicht stört.
Japan DVD – Normal Edition
R2 / NTSC
Happinet
Amaray Case
Laufzeit: ca. 120 min
Bild: Letterbox 16:9
Ton: Japanisch DD 5.1. + DTS 5.1
Untertitel: Englisch, Japanisch
Extras: Audiokommentar, Teaser, Trailer, TV-Spot, Cast & Crew
Es gibt auch noch eine Japanische 3-DVD „Memorial Box“ zu Hula Girl.

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