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Königreich der Himmel (Directors Cut) Filmkritik

 
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plam
CineMaster
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Anmeldedatum: 20.09.2006
Beiträge: 676
Wohnort: Jena

BeitragVerfasst am: Di Feb 27, 2007 20:18    Titel: Königreich der Himmel (Director´s Cut) Filmkritik




Königreich der Himmel - Director´s Cut

Regie: Ridley Scott

Darsteller: Orlando Bloom, Eva Green, Jeremy Irons, Edward Norton

Laufzeit: 185 min.


Zum Inhalt:

Balian ist ein Schmied in Frankreich der alles verloren hat. Er begibt sich schließlich ins heilige Land, wo er den Platz seines verstorbenen Vaters einnehmen will. Dort sieht er sich jedoch schon bald mit einem aufkommenden Krieg konfrontiert. Balian fühlt sich dem pazifistischen König von Jerusalem verpflichtet. Dieser versucht mit aller Kraft, das friedliche Miteinander von Christen und Moslems zu erhalten. Doch gerade diese Kraft schwindet mehr und mehr in dem von Krankheit gezeichneten König. Seine Gegner, allen voran der Templer Guy de Lusignan, lauern schon auf seine Chance, den Thron zu besteigen und die Christen in die große Schlacht gegen die Moslems zu führen...


Kritik:

Mit gemischten Gefühlen mag man an eine solche Großproduktion, noch dazu aus Hollywood herangehen. Zu oft wurde man schließlich bereits enttäuscht mit dem simplen "Schwarz-Weiß-Denken" amerikanischer Filme. Ähnlich ließe sich schließlich auch hier ein vorhersehbares Bild der "guten" Christen gegen die "bösen", unmenschlich barbarischen Moslems erwarten, erst recht in Zeiten des Kriegs gegen den Terror.

Umso erstaunlicher ist dann jedoch das Ergebnis welches Ridley Scott hier abliefert. Zunächst einmal bedient er natürlich alle, wirklich alle, Erwartungen, die man an einen großen Ritterfilm heutzutage noch haben darf: Es gibt gigantische Schlachtengemälde, mutige Helden, hübsche Frauen, die es zu erobern gilt usw. Doch darüber hinaus ist man zudem erstaunt, wie wenig Freiheiten sich Scott hier im Umgang mit historischen Fakten genommen hat. Sehr nah bleibt er an den Geschehnissen im 12. Jahrhundert dran und präsentiert eine Geschichte, in welcher sich der heute Nahost-Konflikt bereits verwurzelt sieht.

Interessant ist eben dabei auch das Ausbleiben der vorgezeichneten Stereotype, gerade im Hinblick auf die Religionen. Der Film nimmt sich Zeit für beide Seiten und argumentiert in beiden Fällen sowohl für, als auch gegen den Krieg. Noch erstaunlicher ist dabei die Tatsache, dass es durchaus die Christen sind, die in Scotts Betrachtung "schlechter" abschneiden. Auch damit erweist sich der Regisseur als sehr Faktentreu, denn es waren zu jener Zeit schließlich die Tempelritter, die alle "Ungläubigen" töten wollten. Der Film offenbart damit zwei mögliche Zivilisationen: die eine Zivilisation, in der ein friedliches Miteinander aller Menschen möglich ist und die zweite Zivilisation, die daran zu Grunde geht, da sie nicht zivilisiert genug ist.

Zuweilen finden sich in den Weiten des Internets noch eine Vielzahl an durchwachsenen Kritiken zu diesem Film. Dies mag vielleicht auch daran liegen, dass die Kinofassung doch recht radikal gekürzt wurde. Vor allem im Mittelteil wirkt die Handlung dadurch zu sehr gerafft und ungenau. Dieser Umstand ist nun jedoch, dank des auf DVD erschienenen Director´s Cut, welcher über 1 Stunde länger läuft als die Kinofassung, beseitigt.

Doch es sei auch davor gewarnt, hier einen actiongeladenen Film zu erwarten. Natürlich sind die großen Schlachten in einer bombastischen Umsetzung auch Bestandteil dieses Films. Doch es geht vielmehr um die Geschichte selbst, als nur um den Krieg. Der Krieg ist Teil der Geschichte, aber eben nicht ausschließlich. Daher nimmt sich Scott vor allem in Bezug auf seine Charaktere und Handlungsstränge mitunter sehr viel Zeit, um diese entsprechend zu entfalten. Doch wer das nötige Interesse an historischen Filmen besitzt, der wird in jeder Hinsicht mit dieser Langfassung von "Königreich der Himmel" belohnt.

Zwei kleine Kritikpunkte gibt es dann allerdings doch noch zu benennen, für die jedoch der Regisseur selbst keine Verantwortung trägt:

Zum Einen hat der deutsche Verleih wohl etwas oberflächlich übersetzt, denn Ridley Scotts "Kingdom of Heaven" benennt präziserweise das "Königreich des Himmels" und kein Königreich der Himmel. Gerade bei einem Film, dessen moralische Botschaft sich auf eine Einheit, ein gemeinsames Miteinander bezieht, sollte man in der Übersetzung dann nicht mit einem Ort im Plural arbeiten.

Dramatischer ist jedoch die Ausstattung der vier DVDs umfassenden Directors Cut Box zu beurteilen. Ein Film von 185 min. Länge passt meines Wissens ohne jegliche Probleme auf eine DVD. Der Directors Cut, welcher hierzulande zu haben ist, macht sich jedoch die Mühe, den Film auf zwei DVDs aufzuteilen. Über Sinn und Unsinn dieser Aktion lässt sich wirklich streiten. Ich empfinde es jedoch als störend, den Film unterbrechen zu müssen. Doch auch die zwei weiteren DVDs sollen wohl eher das Bild einer prall gefüllten DVD-Box suggerieren, als tatsächlich mit Masse aufzuwarten: Denn auf den Scheiben 3 und 4 ist eine Dokumentation "Behind the Scenes" enthalten. Dabei ist auf DVD Nummer 3 die Doku rund 30 Minuten lang und auf Scheibe Nummer 4 die restliche Doku mit nochmals rund 1 Stunde Laufzeit. Auch hier hätte man sich wohl einen größeren Gefallen getan, die Doku einfach ganz rational auf einer DVD zu veröffentlichen.

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Kat
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Anmeldedatum: 18.06.2008
Beiträge: 1087
Wohnort: No Man's Land

BeitragVerfasst am: Mo Jun 09, 2008 02:10    Titel:

Als ich damals in den Film gegangen bin, habe ich nicht sonderlich viel darüber gewußt. Dachte mir, dass es so eine Mischung aus Troja und King Arthur ist (Ja, ich mochte die Filme), was jedenfalls von der Vorschau zu vermuten war. Groß beeindruckt war ich nicht, da immerwieder die gleiche Grundidee dahintersteckt. Armer Schlucker verliebt sich in die Königin, ist aber zu stolz bla bla bla. An manchen Stellen hat mich Balian von seinem Character her etwas ermüted. Desweiteren schien ihm ja alles in den Schoss zu fallen.
Die Entschlacht war hingegen sehr gut gemacht, vorallem was das Fallen der Türme angeht, nur warum reden sie nicht früher? Es müssen erst ein paar tausend Leute sterben, bevor er Jerusalem doch aufgibt.
Schlecht war der Film nicht, aber eben auch nicht herrausragend.
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