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mannen CineMaster


Anmeldedatum: 18.12.2006 Beiträge: 342
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Verfasst am: So Okt 14, 2007 08:57 Titel: Kitchen Stories --- Filmkritik |
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Kitchen Stories
Originaltitel: Salmer fra kjøkkenet
Norwegen 2003
Regie: Bent Hamer
Drehbuch: Jörgen Bergmark, Bent Hamer
DarstellerInnen: Joachim Calmeyer, Tomas Norström, Bjørn Floberg, Reine Brynolfsson
Im Jahr 1946 wurde das schwedische Forschungsinstitut für Heim und Haushalt gegründet. Dieses Institut hatte als Ziel, den Haushalt zu optimieren, in dem man das Verhalten der schwedischen Hausfrauen beobachtete. Es war dabei erfolgreich, nur leider wurde eine Zielgruppe nicht beachtet: nämlich Junggesellen.
Wir sind nun in den 50-iger Jahren und eine lange Kolonne forschungswütender, schwedischer Linksfahrer überquert die norwegische Grenze. Ziel: Ein dutzend alleinstehender Männer, die sich freiwillig als Forschungsobjekte zur Verfügung gestellt haben.
Nach dem Erfolg mit den Hausfrauen will das Forschungsinstitut für Heim und Haushalt auch die Küche der Junggesellen verbessern.
Der schwedische Beobachter Folke Nilsson und seine Kollegen haben klare Richtlinien bekommen: Sie sollen in der Küche nur als objektive Beobachter tätig sein. Sie sollen nicht an den täglichen Tätigkeiten teilnehmen und sollen auf gar keinen Fall mit dem Beobachtungsobjekt reden.
Diese Gebote scheinen für Nilsson einfacher zu sein als erwartet, denn sein Beobachtungsziel, der schweigsame Isak Bjørvik, ist nicht besonders kooperativ: Er lässt Folke gar nicht erst zur Tür herein. Als es dem Schweden endlich gelingt in Isaks Haus zu kommen, boykottiert Isak das Datensammeln, in dem er sich einfach selbst von der Küche fernhält…
Die Handlung von Kitchen Stories hört sich im ersten Moment nicht besonders spannend an. Das Geschehen spielt sich zumeist an einem Platz ab, nämlich in Isak Bjørviks Küche, und es wird sehr wenig geredet. Obwohl nicht viel passiert, ist der Film jedoch nie langweilig, sondern sehr fesselnd. Er nimmt die Eigenheiten an Norwegern und Schweden mitsamt ihren gegenseitigen Vorurteilen aufs Korn, und stellt dies so herzhaft dar, daß man gar nicht anders kann als lachen.
Der Film porträtiert außerdem die subtile Freundschaft zweier Männer aus konkurrierenden Ländern, samt anfänglicher Schwierigkeiten. Er zeigt, wie wenige Wörter und Geste so viel bedeuten können.
Es ist lustig anzusehen, wie schwer es ist, mit dem Versuchsobjekt nicht reden zu können und nichts in der Küche anfassen zu können. Wie fast unmöglich es ist, zu beobachten ohne Eingriff in das Beobachtete zu nehmen. Sobald der Beobachter im Versuch wahrgenommen wird, hat er eigentlich seine Objektivität verloren.
Die Bilder sind sehr statisch und widerspiegeln die kühle Atmosphäre Skandinaviens. Es gibt viel Schnee, die Norweger sind ein bisschen phlegmatisch, und wie schon gesagt, es passiert nicht viel. Aber das gibt viel Spielraum für Kontraste. Ein paar freundliche Wörter oder ein kleines Lächeln wirken Wunder am Zuschauer, und plötzlich erscheinen die Norweger viel herzlicher. Gleichzeitig reicht ein kleiner böser Blick, um das Gegenteil zu bewirken. Die Schauspieler sind zum Glück sehr überzeugend. Die zwei Hauptdarsteller tragen den Film von Anfang bis zur Ende, und machen das hervorragend.
Man muß kein Skandinavienkenner sein, um den Film genießen zu können, aber ein wenig Interesse an den nordischen Ländern wird einem helfen die Witze und Anspielungen besser zu verstehen.
Die deutsche DVD des Films enthält die Schwedisch-Norwegische Originalversion mit ausblendbaren deutschen Untertiteln und die synchronisierte deutsche Fassung.
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Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4980
Wohnort: Oferdingen
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Verfasst am: So Okt 14, 2007 09:59 Titel: |
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Kitchen Stories habe ich in der Zwischenzeit dreimal gesehen und finde ihn immer noch ganz wunderbar. Wie mannen gesagt hat, glaube ich aber nicht, daß es ein Film ist, der jedem gefallen würde, dafür ist er erstens einfach zu ruhig und zweitens hat er recht viele "Insider" Witze. Schon die ganze Schokoladenszene zum Beispiel.
Für den "normalen" Zuschauer hat diese Szene nur den Anschein, daß Isaks Schokoladenverzehr Folke Schokoladenhungrig gemacht hat. Das Ganze ist aber viel amüsanter, wenn man weiß, daß die Norweger vor allem auf eine Sache stolz sind: nämlich auf ihre geliebte Freia-Schokolade, die ihrer Meinung nach, die Beste der Welt ist... Haha, wir bekommen sogar "Care-Packete" mit Freia-Schokolade geschickt .
Letzteres scheint mir aber eher ein geringfügiges Problem zu sein, denn auch ohne diese Anspielungen ist Kitchen Stories ein netter Film über skurrile Käuze, seltsame Projekte und Freundschaft...
Es ist schade, daß die schnellen Reizabfolgen heutiger Kinofilme, die Zuschauer geradezu unfähig machen zu scheinen, solche kleinen, langsamen Filme wertschätzen zu können. (Ähm, das sollte keine negative Bemerkung sein. Es ist tatsächlich so, daß man sich an eine schnellere Reizabfolge gewöhnt. Dazu kann man nichts...) |
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