Kittie CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 932
Wohnort: Gegenerde
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Verfasst am: Do Mai 15, 2008 19:40 Titel: Krankheit Mensch |
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Ich bin mal so frei und zitiere das Cover:
Wo einst Tiere und Pflanzen im Einklang mit ihrer Umwelt
lebten, breitet sich seit einigen hundert Jahren eine
Krankheit aus. Sie zerstört die Welt, ihre Tiere, ihre
Pflanzen und sich selbst. Die Krankheit nennt sich Mensch
und ihre Symptome sind Gewalt, Missbrauch, Folter
und Mord.
In 6 No-Budget-Kurzfilmen bringen uns einige junge
Filmemacher die Symptome dieser Krankheit näher.
Recht nette Umschreibung dieses Projektes – wie ich finde
und die Bezeichnung Krankheit Mensch hat auch was für
sich. Sie trifft es eigentlich ziemlich genau, denn in den
seltenen Momenten in denen ich mal das Fernsehen
einschalte, bekomm ich Mord, Totschlag, Vergewaltigungen,
Krieg, Kindesmisshandlungen … zu sehen und nun stelle sich
mal vor – hierbei handelt es sich nicht um den neuesten
Terrorfilm, sondern um normale Nachrichtenund ich glaube
Viele können sich glücklich schätzen, dass wir die
Nachrichten nur gefiltert zu sehen bekommen.
Ja… das wahre Leben ist viel härter und vor allem grausamer
als ein Hostel-, Saw- oder TCM-Film! Aber das
ist erst mal ein anderes Thema. Hier soll es jetzt erst mal
um die 6 Kurzfilme gehen, also kommen hier auch erst mal 6
kurze Reviews von mir.
Ein schöner Tag (zum Amoklaufen)
Regie: Raoul Schaupp
Darsteller: Raoul Schaupp, Alexander Guth, Diana
Wagenpfeil, Manuela Schaupp, Joachim Schaupp
Story:
Die Regierung beschloss ein Verbot von allen Spielen (und
wohl auch Filmen), die Blut oder Gewalt enthalten.
Nun ist da dieser junge Mann, der genug von den ganzen
niedlichen "Knuddel"-Spielchen hat und so ruft er einen
Kollegen an, der ihm etwas besorgen soll – eine Pistole! Und
schon kann der Amoklauf begingen…
Kommentar:
… in bester Ego-Shooter-Perspektive. Arbeitete man vorher
noch mit Schnitten, bekommt man nun eine Plansequenz, die
nicht nur recht erstreckende Bilder zeigt, sondern auch den
Zuseher zwingt sich in die Situation des Amokläufers zu
versetzen. Kein Entkommen, kein Augen verschließen damit man
diese Bilder nicht mehr sehen muss.
Gut vielleicht sollte ich jetzt doch noch erwähnen, dass es
nicht zu "graphisch" wird und die SFX eher einfacher Natur
sind. Aber sie erfüllen ihren Zweck. Gorehounds werden hier
auch nicht wirklich auf ihre Kosten kommen.
Aber dem Film geht es auch nicht sonderlich darum die
übelsten Goreeffekte zu zeigen, sondern übt er Kritik an dem
Verbot von den so genannten "Killerspielen" (eins muss ich
unseren guten Politikern; war es nicht Stoiber, der
das wieder losgetreten hat?; lassen – dieses Wort wird noch
sehr lange Zeit polarisieren!).
Und wenn ich mal meine persönliche Meinung hier loswerden
darf: so ein Verbot ist der größte Schwachsinn den es gibt.
Weil gerade das Verbotene reizt doch am Meisten. Und gerade
bei den Jugendlichen/Kindern – vor allem bin ich doch auch
noch recht jung und weiß noch wie auf dem Schulhof war, wenn
man sagen konnte ich hab schon den und den Film gesehen und
wenn ich dann noch weiter zurück gehe, war man doch ein
ganz Großer, wenn man die Kopie von einer Kopie von Tanz
der Teufel hatte und heute sind es eben "Killerspiele".
Aber hier ist das Problem, dass die Politiker nicht mit
Games (um es mal allgemein halten zu wollen)
aufgewachsen sind. (Um auch mal dieses böse Wort benutzen zu
können) die YouTube-Generation kennt diese Games und
versteht die Zusammenhänge zwischen "ich drück das
Knöpfchen" und dann kommt "die" oder "die" Reaktion im Spiel
und bei diesen Reaktionen passiert den Menschen in der
realen Welt nichts! Aber das ist in den Köpfen der Politiker
nicht drin, die verabschieden lieber irgendwelche Verbote,
die nichts nützen werden.
Was nützen würde, wäre wenn man in die Schulen geht und die
Kinder/Jugendlichen über die Medien aufklärt – vor allem
heute wo man ständig von irgendwelchen Medien umgeben ist!
Aber ich glaube in diesem Zusammenhang werde ich hier in
Deutschland wohl keine Besserung mehr miterleben.
Deutschland stellt sich nur all monatlich neue
Armutszeugnisse aus...
Aber nun zurück zum Film: gegen Ende (knapp 10-min Kurzfilm)
gibt es dann noch mal eine sehr nette Wendung. Auch wenn es
hier nicht viel zu schauspielern gibt, möchte ich sagen,
dass alle Darsteller ihre Sache gut gemacht haben. Und
dieser Film regt auch auf jeden Fall zum Nachdenken an, aber
er wird wohl nie die "Richtigen" erreichen.
Der zweite Kurzfilm ist Die Schande des Zwillings
Regie: Raoul Schaupp
Darsteller: Raoul Schaupp, Dianawagenpfeil
Story:
Die Zwillingsbrüder unterhalten sich oder streiten sich viel
mehr, denn der Eine hat ein 8-jähriges Mädchen vergewaltigt
und der Andere macht ihm deswegen (zu recht) ziemlich
fertig.
Kommentar:
Schande ist ein 6-min Kurzfilm und er hat es in sich.
Nicht nur das Raoul Schaupp hier eine Doppelrolle spielt
und das auch gar nicht mal so schlecht, sondern eher die
Thematik: "Ein Film gegen Kindesmissbrauch". Ein Thema, das
jeden gesunden Menschen übel ausstoßen sollte.
Aber leider gibt es doch immer wieder irgendwelche kranken
Individuen… ich will nicht sagen, dass jeden Kinderschänder
das Selbe widerfahren sollte wie im Film – denn dies wäre
ja Gewaltverherrlichung und das wollen wir ja nicht.
Aber es müssen eindeutig härtere Gesetze für solche kranken
… Menschen her. Weil es kann nicht sein, dass solche
verhaltensgestörten Personen nach 10 – 15 Jahren wieder
rauskommen und dann fröhlich weiter machen. Da hilft auch
keine Therapie mehr, vielleicht in ein oder auch zwei
Fällen, aber die Meisten werden wieder rückfällig. Und was
dann?
(Noch) Ein zerstörtes Kinderleben!?
Ich steh voll hinter diesem Film und seiner Botschaft! Aber
leider wird wohl auch dieser Film nur sehr wenige Menschen
erreichen – obwohl er verdient hätte von sehr vielen
Menschen gesehen zu werden!
Moloch wäre dann der dritte Film von Krankheit
Mensch.
Regie: Michael Valentin
Darsteller: Michael Valentin, Thorsten Hastenteufel,
Paul Ziegler, Etienne Schulz, Roxanne Schulz
Story:
Ein junger Mann sinnt auf Rache, denn sein kleiner Bruder
wurde ermordet und heute ist der Tag gekommen an dem er
seine Rache vollführen kann.
Kommentar:
Moloch ist ein 10-min Kurzfilm ist s/w-Optik. Und diese s/w
Bilder verschaffen eine bedrückend kalte Atmosphäre – ja
trotz der kurzen Laufzeit. Auch hier gibt es nur einen SFX
(in Schande gab es auch nur einen) und es ist auch
schon etwas blutiger als die beiden Vorgänger, aber man kann
hier immer noch nicht von Splatter sprechen, daher wird
wohl der geneigte Gorehound nicht wirklich auf seine Kosten
kommen.
Ganz klar ist hier das Thema "Rache" – ein, vor allem im
asiatischen Raum, sehr beliebtes Thema wie mir scheint, aber
hier gibt es eine herrliche Ironie, ja fast schon Sarkasmus
am Ende. Ich möchte hier nicht vorgreifen oder zu viel
verraten, aber am Ende weiß man nicht ob man lachend oder
lieber kopfschüttelnd da sitzen sollte.
Hat mir sehr gut gefallen – und der Film im Gesamtpaket
natürlich auch. Aber wie bei jeder "Geschichtensammlung" ist
immer mindestens eine Schlechte mit dabei und die wäre hier
Anarchie
Regie: Andreas Eisele
Darsteller: René Schumann, Andreas Eisele, Ellen
Koch, Hassan Oubara
Story:
Zwei Männer, der eine im Bademantel und der andere mit
Partyhütchen auf (er kommt soeben von einer
Geburtstagsfeier) sitzen auf einer Parkbank bei einem
"Trimm-Dich-Pfad", auf dem ab und zu eine Joggerin
vorbeikommt, und unterhalten sich...
Kommentar:
10 Minuten Langeweile – pure Langeweile. Ich meine, wenn ich
zwei betrunkene Freaks auf einer Parkbank sitzend sich über
"Anarchie", "Freie Liebe" und was weiß ich unterhalten
sehen will, muss ich mir nicht extra einen Film dazu
ansehen. So was kann ich auch im echten Leben haben – muss
ich aber nicht!
Ich weiß auch nicht was dieser Film hier soll. Irgendwie
passt er nicht mit ins Gesamtbild. Ist schon eine kleine
Enttäuschung und von den Darstellern will ich erst gar nicht
anfangen – teilweise sehr lächerlich!
Um hier schnell wegzukommen, widme ich mich lieber den
besseren Beitrag
Es gab Keinen
Regie: Christian Jegl, Matthias Wissmann
Darsteller: Matthias Wissmann, Niklas Drewlo, Natalie
Garcia
Story:
Ein junger Mann wacht blutverschmiert mitten im Wald auf. Er
steht auf und geht scheinbar ziellos davon. Doch dann kommt
er auf einen Waldweg wo auch sein Auto steht und bei diesem
findet er seine Freundin tot vor.
Kommentar:
Der geduldige Gorehound wird in diesem 6-min Kurzfilm
belohnt, denn hier gibt es kleinere "Splatter/Goreeinlagen".
Bitte kein Splatterfest erwarten!
Sonst ein recht unauffälliger Film. Es wird eine Geschichte
vom Totschlag erzählt, d. h. also nicht viel zu
schauspielern, nur 'ne hübsche Leiche abgeben, aber um ernst
zu bleiben, würde ich die darstellerische Leistung als gut
bezeichnen.
Es bewahrheitet sich: "Das Beste kommt zum Schluß!" ...
353,9 Sekunden
… ist nicht nur der letzte Beitrag, sondern auch mein
persönlicher Favorit.
Regie: Christian Jegl
Darsteller: Natalie Garcia, Matthias Wissmann, Kevin
Hartfiel, Katharina Leber
Story:
Eine junge Frau fährt mit ihrem Auto durch die Gegend und
raucht genüsslich nebenbei eine Zigarette. Aber dann macht
sie Halt (auf einen Rastplatz?) und öffnet den Kofferraum
indem sich zwei Männer befinden… und mit den Beiden hat sich
noch etwas vor… und das ist nichts Gutes!
Kommentar:
Knapper 12-min Kurzfilm, der vom graphisch Dargestellten
wohl der Härteste ist. Hier sind wirklich gut gemachte SFX
und beim ersten Mal ansehen, war ich doch etwas erschrocken.
Aber erwartet jetzt auch hier kein Splatterfestival.
Ich glaube hier hat man sich auch ein wenig durch Hostel
& Co. inspirieren lassen, denn geht man hier in eine
ähnliche Richtung. Aber auch hier möchte ich nicht zu viel
verraten.
Lasst euch einfach überraschen, denn wie ein paar der
anderen Filme hier auch, gibt es eine nette Wendung am Ende
des Films.
Bevor ich hier selbst zum Ende komme, möchte ich noch etwas
loswerden.
Vielen kommt es bei Amateur/Independent-Produktionen nur auf
Härte/Splatter/Gore an – eine recht besch… bescheidene
Einstellung wie ich finde, aber naja… Jedem das Seine, denn
Krankheit Mensch liefert auch hier einen kleinen
Beweis, dass Gore nicht alles ist! Manchmal geht es einfach
nur darum eine Botschaft zu vermitteln und da ist Gore
manchmal nur ein Hilfsmittel – immer mal wieder hinterfragen
was man da sieht und mal schauen ob da nicht doch noch mehr
ist.
Außer vielleicht Violent Shit ist das höchste Maß der
Dinge für Einen!
Was bleibt zu Krankheit Mensch zu sagen?
Auf jeden Fall eine schöne Sammlung von Kurzfilmen, die mal
mehr und mal weniger zum Nachdenken anregen. Ein bisschen
mehr Abwechslung der Themen hätte ich mir gewünscht, denn
oft lässt es sich auf "Rache" reduzieren.
Wenn ich jetzt nicht total daneben liege, ist auch eine
Krankheit Mensch 2 DVD geplant, aber ich bin mir eben
nicht sicher ob dies offiziell ist. Wenn ja, dann bitte so
wie hier mit vielleicht etwas mehr Abwechslung der Themen,
denn es gibt noch viel mehr krankes Zeug dort draußen...
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