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Little Children

 
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Crenshaw
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BeitragVerfasst am: Fr Okt 12, 2007 23:06    Titel: Little Children

Little Children




Regie : Todd Field
Buch : Tood Field, Tom Perrotta

Eigentlich ist alles bestens.
Sarah (Kate Winslet, „Titanic“, „Das Leben des David Gale“) ist eine glücklich verheiratete Frau mit einer niedlichen kleinen Tochter, und einem fürsorglichen Ehemann (Gregg Edelman), der es zum Abteilungsleiter eines Großkonzerns geschafft hat. Der ebenso smarte wie attraktive Brad ( Patrick Wilson, „Hard Candy“), der mit der wunderschönen und erfolgreichen Kathy (Jennifer Connelly, „Das Haus aus Sand und Nebel“, „ A Beautiful Mind“) verheiratet ist und den Großteil seiner Freizeit liebevoll seinem kleinen Sohn widmet, steht kurz vor dem Abschluß seines Jurastudiums.



Weniger in dieses Bilderbuch einer korrekten US-Vorstadt passt eigentlich nur der wegen Pädophilie vorbestrafte Ronnie ( Jackie Earle Haley), der in seiner alten Mutter (Phylis Somerville) den einzigen Menschen findet, der fest an ihn glaubt und ihn zur Rückkehr in die Gesellschaft animieren will. Erschwert wird dies durch den ehemaligen Polizisten Larry ( Noah Emmerich), der eine Hasskampagne gegen den verzweifelten Außenseiter einleitet.



Während das Getuschel um Vergewaltiger und Kinderschänder in der Stadt die Runde macht, kommen sich Brad und Sarah auf dem Spielplatz ihrer Kinder näher : Brad setzt Kathy’s hohe Arbeitsauslastung genauso zu wie ihre selbsternannte Busybody-Vorreiterrolle in ihrer kleinen Familie. Sarahs Welt liegt in Trümmern, seit sie entdeckt hat, daß ihr Gatte anderen Belangen, seine Obsession für Internet-Pornographie vorzieht. Beinander Zuflucht vor ihrer Umgebung suchend, entwickeln Brad und Sarah eine enge freundschaftliche Bindung – bis sie erkennen, das sie dem verhängnisvollen Sog der Leidenschaft nicht mehr entrinnen können...




Genau wie der „American Beauty“-Erschaffer Sam Mendes zeichnet der Regisseur Todd Field ein äußerst facettenreiches und feinfühliges Bild einer friedlichen US-Nachbarschaft, in der alles seinen alteingedienten Platz hat : die Spielplatz-Frauen-Tratsch-und Lästerrunde, die Männer-Football-Amateurmannschaft, die Skateboard-Kids vor der Highschool, die gemeinsamen Familiendinner unter Freunden, etc.



Die Fassade einer stillen, sorglosen Umgebung vermag jedoch nicht über die weitgehenden Unzulänglichkeiten im menschlichen Miteinander zu täuschen. Stille Wasser sind tief – hinter der brav-biederen Gesellschaft verbirgt sich zuweilen ein Abgrund aus Vorurteilen, destruktiven Emotionen, unerfüllten Hoffnungen, und sexueller Verzweiflung.



„Little Children“ stellt die Untiefen des menschlichen Seelenlebens, die die blumige Legende der US-Idylle von innen zerfressen und nur das schöne Äußere wahren, in aller Deutlichkeit dar.

In einer die Werte von Freiheit und Toleranz gebetsmühlenartig beteuernden Gesellschaft stellen die Protagonisten fest, daß ein Entkommen aus den eingangs verteilten, unumstößlich festen Rollen als Hausfrau, Businessman oder Gesetzesbrecher nicht möglich ist.

Ein Ausbruch aus einer erstarrten Welt, bei dem sich die Hauptfigur für eine besseres Leben entscheidet, ist hier nicht gegeben. Die Frage, ob es für alle Beteiligten den erhofften Segen überhaupt geben kann, muß der anspruchsvolle Kinogänger für sich selbst entscheiden.



„Little Children“ ist schwere Kost und dürfte so manchen jungen Eltern durch das Tangieren eines sehr wohlvertrauten Problemkreises unter Umständen schwerer im Magen liegen, als es ihnen vielleicht lieb wäre.

Der Film hat ein überaus starkes Darstellerensemble auf seiner Seite. Kate Winslet’s sensible, leidende Sarah und Patrick Wilson’s selbstbewusster und intelligent- verletzlicher Schönling Brad harmonieren überragend miteinander. Etwas kleiner fällt die Rolle der –wie sonst auch- herrlichen Jennifer Connelly aus, die ihre Fähigkeiten dennoch in einem angemessenen Umfang ausspielen kann.


Sehr beeindruckend zeigt sich Jackie Earle Haley in seiner Rolle des kranken Kinderschänders Ronnie : zwar kann er den inneren Kampf gegen seine pathologisch bedingten Triebe gewinnen, droht aber letzten Endes durch das unnachgiebige gesellschaftliche Labeling in seinen Urzustand zurückbefördert zu werden.


Der Film, obgleich als Drama ausgelegt, spart an tragikomischen Momenten genausowenig wie an so manch thriller-artig spannenden Ereignissen, die jedoch niemals den ruhigen, fast romantischen Erzählfluß unterbrechen. Die stille, angenehm-begleitende Musik kommt von Thomas Newman.

Eine separate Erwähnung wert ist die souveräne Kameraarbeit, die bei näherem Hinschauen eine Fülle an versteckten Symbolen in der Welt von Brad, Sarah, Kathy und Ronnie offenbart. Die Masse von Allegorien und Foreshadowing-Effekten, die das Drehbuch aus der Synergie mit geschickter Einflechtung von Kulissen und Umgebung erschafft, bietet viel Raum für eigene Interpretationen. Die erzählerische Stimme aus dem Off hat einen eigenen, teils spöttischen, teils dramatisierenden Ton; sie besitzt einen eigenwilligen Charakter, was die Kommentierungen angeht, der Zuschauer darf sich nie auf sie als stützende, unauffällige Konstante verlassen.

„Little Children“, obgleich sehr leise gelaufen, ohne viel Aufsehen erregt zu haben, ist einer der besten Dramafilme der letzten Jahre. Seit „American Beauty“ habe ich eine solch herausragende Verbindung zwischen einer gefühlvollen Optik, erzählerischer Tiefe und einer passenden Kameraführung vermisst.

Ein sehr subtiler und anspruchsvoller Mix aus Romanze, Drama, Tragikomödie und Thriller, der nachdenklich stimmt.


5 Punkte von 5.

Shocked Shocked Shocked Shocked Shocked


ermn...dvd-muster lagen zum zeitpukt dem verfasser der review nicht vor, sorry.

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jade.day
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BeitragVerfasst am: Do März 27, 2008 08:10    Titel:

Ich hab mir den Film angeschaut und war total enttäuscht. Auf der DVD stehen nur gute Kritiken aber ehrlich gesagt frag ich mich wer die verfasst hat. Ich konnte mit diesem Film absolut nichts anfangen. Anschauen lohnt sich, meiner Meinung nach, echt nicht.
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Auda
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BeitragVerfasst am: Do März 27, 2008 17:56    Titel:

.
Was hast Du denn erwartet?
Was hat dir nicht gefallen?
.
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Nomak
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BeitragVerfasst am: Do März 27, 2008 18:34    Titel:

würd mich auch interessieren jade!
schliesslich sind deine und crenshaws meinung total unterschiedlich. verrätst du uns ein paar details? hatte nämlich vor mir den demnächst mal auszuborgen. (was ich wahrscheinlich sowieso machen werde denn die eigene meinung ist die wichtigste)
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jade.day
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BeitragVerfasst am: Do März 27, 2008 19:12    Titel:

Die Schauspieler sind Klasse. Keine Frage. Aber die Story erinnert mich an Hautnah. Da hab ich auch gedacht, dass der Film wegen so vielen guten Schauspielern gut sein muss. Aber mir springt der Film zu sehr hin und her. Kaum wird es bei einer Szene interessant fängt es im nächsten Handlungsstrang an. Auch bei diesem Ronnie. Am Anfang kommt er kaum im Film vor und später ist er öfter zu sehen als andere. Mir springt der gesamte Film zwischen zu vielen Handlungssträngen hin und her.

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Crenshaw
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BeitragVerfasst am: Fr März 28, 2008 00:10    Titel:

ähem, dass ein film mehrere handlungsstränge hat, dürfte man ihm aber eigentlich schlecht ankreiden, oder ? hier bei LC ist das alles eigentlich noch sehr übersichtlich und es geht bei der kleinstadt-story auch nicht gerade um Bondarchuks "Krieg und Frieden" Wink

wenn dich die story an Hautnah erinnert (Hautnah beschreibt 4 personen, deren partner sich auf den jeweils anderen geschlechtsvertreter "umstellen", hier sind es lediglich Sarah und Brad, die zueinanderkommen) und du allein auf die güte der schauspieler abstellst, dann verstehe ich deine assoziation nicht - warst du einfach enttäuscht, weil der film anders war, als du es gedacht hast ? Rolling Eyes

ich habe aber meinen senf im übrigen schon zu genüge in der review abgegeben, mögen die anderen sich nu ein eigenes bild verschaffen.
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jade.day
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BeitragVerfasst am: Fr März 28, 2008 07:54    Titel:

Stimmt, ich war enttäuscht von dem Film, weil die Kritiken auf der DVD-Hülle meiner Meinung nach besser waren als der Film.

Aber es sollte sich jeder selbst ein Bild machen. Wenn er anderen Leuten gefällt freu ich mich.

Ich will jetzt nicht groß Werbung machen aber wenn Jemand den Film haben möchte, ich habe ihn auf ebay zum Verkauf eingestellt.

Hier ist mein Link: http://myworld.ebay.de/jade_day
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FrEaKnoT
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BeitragVerfasst am: Di Apr 01, 2008 14:18    Titel:

Habe den neulich auch bekommen und finde den Vergleich zu American Beauty ziemlich passend und doch i-wie unfair ^^

Darsteller: Ich sag mal so: Ich mag Winslet nicht, ich mag Connolly nicht, und bei Patrick Wilson will ich immer ganz schnell ein 5-Kilo-Paket Taschentücher losschicken...der sieht in jeder Szene aus als hätte er nen Stock im Arsch, entschuldigt die Ausdrucksweise. Und ausgerechnet Noah Emmerich, der einzige Sympathieträger, spielt nen dämlich-übereifrigen Trottel.
Also beste Vorraussetzungen, aber das wusste ich ja schließlich vorher.
Nach der Sichtung muss ich nun sagen dass mir die erstgenannten immer noch nicht gefallen. Aber sie haben alle überzeugend gespielt, keiner fiel mir negativ auf. Am besten gefiel mir der Darsteller von Ronnie, der war klasse.

Story: Da hinkt der Vergleich zu American Beauty. Mendes' Film war weitaus vielschichtiger und inteligenter gemacht. Little Children ist solide, aber mehr auch nicht.

Machart: Hier ist Little Children echt klasse, die Sets und Kulissen, die Dialoge, die meistens ruhige Kameraarbeit, die gute Musik...nach 20 Minuten ist man mittendrin im Kleinstadtleben. Tolle Atmosphäre. Einige Dialoge sind mir negativ ins Ohr gesaust, aber da ich mich nicht mehr an den genauen Wortlaut erinnere können die ja nicht soo schlimm gewesen sein ^^

FAZIT: Ein guter Film, Darsteller okay, tolle Atmo, ganz starkes Ende, vor allem die Figur des Ronnie hebt den Film über das Liebeskomödien-einerlei hinaus. Aber unterm Strich kein Messias des Genres, 6,5 vom 10 Punkten.

@ jade: von kritiken auf der packung würde ich mich nicht blenden lassen...da kannst du gleich Bild lesen ^^
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