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Michael Clayton - Filmkritik

 
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Cons
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Anmeldedatum: 05.03.2008
Beiträge: 11


BeitragVerfasst am: So März 16, 2008 20:04    Titel: Michael Clayton - Filmkritik

George Clooneys Portfolio als Schauspieler ist bunt und variantenreich. Bekannt geworden durch „Emergency Room“, Kultfigur in „From Dusk Till Dawn“, Frauenschwarm in Komödien wie „One Fine Day“ oder „Intolerable Cruelty“. Hinzu komme natürlich Blockbusterauftritte in „The Perfect Storm“ und der „Oceans“ Reihe und noch ein Autorenfilme wie „O Brother, Where Art Though“ und „Solaris“.
In jüngerer Vergangenheit machte sich der Hollywood Gentlemen und Sunnyboy dann an etwas ernstere Projekte, teilweise selbst Regie- und Federführend(„Good Night & Good Luck“ und „Syriana“).

Clooney ist erwachsener geworden sagen viele. Wie auch immer diese neue Rollenauswahl zu begründen ist, ich begrüße sie sehr. Clooney spielt nun in Tony Gilroys Film Michael Clayton wieder eine ernstere Rolle. Es handelt sich um Gilroys Regiedebüt. Er zeichnete sich bisher als Autor der Bourne Filme verantwortlich und liefert mit seinem erstem Kinospielfilm als Regisseur eine ausgezeichnete Arbeit ab.

Inhalt:

Michael Clayton(Clooney) ist Mitarbeiter eine der weltweit größten Kanzleien. Kein gewöhnlicher allerdings, Clayton ist ein Cleaner, jemand der die Dreckigen kleinen Probleme der Großklienten beseitigt. Er scheint für diesen Job auch die ideale Besetzung. Er ist ein zynischer Spielsüchtiger Mann, Geschieden und mit seinen beiden Brüdern hat er ein eher zerstrittenes Verhältnis. Sein Sohn ist bemüht mit seinem eher Gefühlskalten Vater nahe zu bleiben, dennoch hat man das Gefühl, dass Clayton kaum einen richtigen Bezug zu seinem Sohn aufbauen kann. Darüber hinaus ist er kürzlich im Aufbauen eines zweiten Standbeins gescheitert und verschuldet. Als sein Kollege Arthur Edens (Tom Wilkinson), der für die Kanzlei einen gossen Chemiekonzern vertritt, droht den Verstand zu verlieren und damit den Prozess gefährdet, wird Clayton eingeschaltet um seinen ehemaligen zur Raison zu rufen. Desto weiter Clayton in den Fall um den Chemiekonzern U/North eindringt, desto mehr versinkt er im Sumpf von Schuld, Gerechtigkeit und die Möglichkeit diese zu Manipulieren.

Kritik:

Michael Clayton ist ein Film, der in den Details seine Wirkung entfaltet. Wunderschön fotografiert und geschnitten wartet er mit einer Reihe toller Schauspielerleistungen auf. George Clooney darf auch in diesem Film einen Anzug tragen, seine selbstsichere Art, die er auch in dieser Rolle wieder zeigen darf, ist allerdings nur oberflächlich, denn darunter hat Clayton eine Menge persönlicher Probleme, die seinen Alltag erschweren. Das Portrait eines beruflich erfolgreichen, aber persönlich gescheiterten Mannes gelingt Clooney und Gilroy in ganz besonderer Weise. Gekonnt werden die gängigen Klischees umschifft, denn auch wenn wir das Gefühl einer Gut/Böse Zeichnung bekommen (Böser Chemiekonzern unterstützt von einer mächtigen Kanzlei gegen Gute aber arme Bauernfamilie), so dient diese nur als Rahmen um die Menschen darzustellen, welche am Umgang mit der Macht zerbrechen. Dies ist in eine schicke Thrillerhandlung eingewoben, welche die Spannung bis zum Schluss hält, welches einen kurzen Moment wie ein Hollywood Happy End anmutet, einen dann aber in der grandiosen Schlusseinstellung eines besseren belehrt.

Tony Gilroy ist ohne Frage ein ausgezeichneter Autor. Manche mögen sagen, Clooney ist ihnen zu Aalglatt, Swinton hat den Oscar nicht verdient, Wilkonson zu spielen ist nicht besonder anspruchsvoll und Gilroy versucht in seiner Bildsprache ein paar Register zu ziehen, welche jeder Regisseur auf der Hochschule lernt. All dies mag in dem einen oder anderen Fall zutreffen, aber das Script von Michael Clayton ist ein absolutes Meisterwerk. Es macht Spaß jeden der Dialoge genau zu verfolgen, so viele Metaphern und Allegorien sind dort versteckt oder springen einem manchmal ins Gesicht(Ich denke da vor allem an die Dialoge mit seinem Sohn und natürlich den fantastischen Monolog von Arthur Eden).

Michael Clayton Untertitel „The Truth can be Adjusted“ ist ein Hinweis auf die Welt, die er beleuchtet. Große Anwaltskanzleien gewinnen Fälle gegen kleine Kläger nicht weil sie im Recht sind, sondern mehr Ressourcen und Manpower haben die Fälle zu bearbeiten. Doch die eigentliche Tragödie in Michael Clayton spielt in den Leben der Menschen, die auf der dunklen Seite der Macht(das ist jetzt keine SW Referenz Wink) stehen. Clayton selber, der reuige Wilkinson und die innerlich zerrissene Karrierefrau Swinton zerbrechen an der Macht und der damit verbundenen Verantwortung gegenüber ihrer Firma. Gerade im Fall Swinton hervorragend in immer wieder auftretenden Parallelmontagen illustriert.

An dieser stelle eine Entschuldigung meinerseits. Dies ist eine meiner ersten Kritiken, daher noch ziemlich wild und unsortiert. Dies sollte mit etwas Übung besser werden.

Eindeutige 9 von 10 Punkten.
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nuazo
CineMaster
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Anmeldedatum: 30.09.2006
Beiträge: 492
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: Mo März 17, 2008 18:35    Titel: Re: Michael Clayton - Filmkritik

Michael Clayton steht auch noch auf meiner "to watch" Liste. Danke für die Kritik, nach deinem lobenden Review freue ich mich umso mehr auf den Film!

Übrigens:

Cons hat Folgendes geschrieben:

An dieser stelle eine Entschuldigung meinerseits. Dies ist eine meiner ersten Kritiken, daher noch ziemlich wild und unsortiert. Dies sollte mit etwas Übung besser werden.


Nur keine falsche Bescheidenheit, das ist eine gut geschriebene Kritik und kann sich ohne Zweifel sehen lassen. Ich hoffe, es wird noch mehr davon geben Wink
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Ich hab mal einem Mann ausgeredet den Sears Tower zu sprengen, aber ich schaffs nicht, dass meine Frau aus dem Bad kommt und meine Tochter aufhört zu telefonieren. - Verhandlungssache
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Tribun
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Beiträge: 2177
Wohnort: Nickenich

BeitragVerfasst am: Di März 18, 2008 10:22    Titel:

Cons da gibt es wirklich gar nichts zu entschuldigen.
Eine sehr tolle Vorstellung dieses Films. Daumen oben


Habe ihn mir angesehen und bin etwas hin und her gerissen.
George spielt sehr überzeugend und der Film ist seht schön in Szene gesetzt worden.
Ich finde die Story nur ein wenig flach um wirklich zu glänzen.
Auch das Ende war nicht ganz nach meinem Geschmack und kam mir etwas zu halbherzig vor. Da hätte man sicher etwas mehr rausholen können. War mir am Ende zu still.

Ansonsten ein Film mit Tiefgang.


Aber alles in allem trüben diese Kritikpunkte den Gesamteindruck kaum.
Clooney entwickelt sich immer mehr zu einem richtigen Charakterdarsteller ala Pacino, DeNiro und Co. Aber bis dahin dauerts noch etwas und ich hoffe seine Rollenauswahl geht weiter in diese Richtung.




8 von 10 Punkten.
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