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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Di März 06, 2007 15:23 Titel: Secret Sunshine |
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Milyang
밀양
aka Secret Sunshine
Südkorea 2007
Regie: LEE Chang-dong
Kamera: JO Yong-gyu
Drehbuch: LEE Chang-dong
Musik: Christian Basso
DarstellerInnen: JEON Do-yeon, SONG Gang-ho, JO Yeong-jin, KIM Yeong-jae, SEON Jeong-yeop
Genre: Drama
"Milyang ist... wie sonst überall."
Shin-ae zieht mit ihrem Sohn Jun nach Milyang, in den Heimatort ihres verstorbenen Gatten. Milyang, dessen Name so viel bedeutet wie „Geheimer Sonnenstrahl“ birgt für Shin-ae die Hoffnung auf einen Neuanfang. Ihre Versuche, sich in der Kleinstadt eine neue Existenz aufzubauen, werden jedoch grausam zerstört, als Jun entführt und ermordert wird.
In ihrer Verzweiflung wendet sich Shin-ae einer der örtlichen Kirchengemeinden zu.
Lee Chang-dong, Schriftsteller und ehemaliger Kultur- und Koreas, hat sich im In-und Ausland mit seinen Filmen Green Fish, Peppermint Candy und Oasis einen Ruf als realistischer Regisseur und sehr genauer Darsteller historischer und gesellschaftlicher Zustände erworben.
Auch „Milyang“, sein erster Film nach fünf Jahren, portraitiert und kritisiert ein Stück südkoreanischer Gesellschaft, nämlich die dortigen christlichen Gemeinden. Im Gegensatz zu den Nachbarländern China und Japan hat sich das Christentum in Korea recht gut verbreitet. Es muß für Koreaner eine attraktive Religion gewesen sein, denn es gab dort sogar schon Christen, bevor westliche Missionare Koreas Boden betraten. Trotzdem sind die dortigen Gemeinden in Struktur und Glaubensausübung etwas anders als unsere. Es kann daher sein, daß Lee Chang-dongs Darstellung für Europäer etwas irritierend oder übertrieben wirkt. Ich war selbst nie in Korea, aber aus meiner Erfahrung mit koreanischen Kommilitonen während meines Theologiestudiums, würde ich vermuten, daß Lee Chang-dong das eigentlich sehr gut getroffen ist. Vielleicht hilft es einem, sich die Kirchen in Korea eher wie die Kirchen in den Vereinigten Staaten oder wie manche unserer Freikirchen vorzustellen.
Ein bisschen problematisch wird das Ganze, wenn es zur Kritik kommt. Diese setzt nämlich bei theologischen Inhalten an: Seine Kernpunkte sind die Theodizeefrage und die Sündenvergebung. Letzteres ist sehr hart dargestellt und durchaus ein interessanter Punkt. Aber bei Ersterem macht er es sich extrem leicht und stellt das Ganze vereinfacht dar. Die Theodizeefrage, also die Frage danach, warum Gott die „bösen“ Dinge in unserer Welt geschehen läßt, ist eine der grundlegendsten Fragen und existiert wahrscheinlich schon so lange wie der Monotheismus selbst. Sie beschäftigte in der zwsichenzeit Tausende gelehrter Menschen und es gibt daher durchaus theologische Antworten darauf, die Lee Chang-dong aber unterschlägt oder mit denen zu beschäftigen, er sich einfach nicht die Mühe gemacht hat. Als einzige Antwort/Gegenargument ein „das ist eben Gottes Willen“ anzubieten, erscheint mir fast schon ein wenig demagogisch.
Mich stört es wenig, wenn Lee Chang-dong das Christentum kritisiert, da ich selbst Agnostiker bin, aber ich hätte ihm hier doch etwas mehr Objektivität zugetraut.
Interessant ist dafür wieder, wie die Phasen, in denen Shin-ae ihr Trauma bewältigt, gezeigt werden. Leere, Realitätsflucht, Wut, Trauer, Resignation und Akkzeptanz, alles hat seinen eigenen, logischen Platz in „Milyang“. Der Filmszenen wurden chronologisch abgedreht, um der Hauptdarstellerin Jeon Do-yeon (Untold Scandal, The Harmonium in My Memory, No Blood No Tears) ein realistisches Hineinwachsen in ihre Rolle zu ermöglichen. Der Dreh muß eine harte Zeit für die Schauspielerin gewesen sein, aber für den Zuschauer lohnt es sich. Ihre Performance ist realistisch und mitreißend und die Koreanerin wurde völlig zu Recht für diese Rolle in Cannes als „beste weibliche Hauptdarstellerin“ ausgezeichnet.
Song Gang-ho (JSA, Sympathy for Mr. Vengeance The Host), der die männliche Hauptrolle spielt und einer der ganz großen, koreanischen Darsteller ist, spielt gewohnt souverän. Seine Rolle ist vergleichsweise klein und er hält sich auch sehr zurück, was sehr gut ist, da sich Jeon Do-yeons Rolle so besser abheben kann.
Im Vergleich zu Lee Chang-dongs anderen Filmen, die sehr minimalistisch sind, ist „Milyang“ übrigens schon fast mainstreamig oder zumindest mehr angepasst an gewohnte Kinokonventionen. Es gibt überraschend viel Konversationen, eine richtige Filmmusik, ausgeprägte Dialoge und sogar ein, zwei leichtherzige Stellen.
Den Worten des Regisseurs, bei „Milyang“ würde es sich um einen „ganz normalen Film“ handeln, sollte man trotzdem nicht im Sinne von „durchschnittlich“ oder „inhaltlich leer“ auffassen!
Trotz der etwas fragwürdigen Religionskritik alleine schon wegen des realistisch anmutenden Problemverarbeitungsprozesses und Jeon Do-yeons Darstellung desselbigen sehenswert.
Peppermint Candy wird für mich trotzdem Lee Chang-songs Glanzstück bleiben, auch wenn er wesentlich schwieriger anzusehen ist.
Korea 2-Disc Limited Edition
Art Service
R3 / NTSC
Digipack aus Schaumstoff in stabilem Pappschuber
Laufzeit: ca. 142 min
Bild: 2,35:1 anamorphic widescreen
Ton: Koreanische DD 5.1 + DD 2.0
Untertitel: Koreanisch, Englisch
Extras: Audiokommentar, Making Of, Trailer, Milyangs Menschen, Mini-Doku, Fotobuch, Karte mit Motiv des Films
Weitere Filme von Lee Chang-dong bei cineglobe:
Peppermint Candy
Zuletzt bearbeitet von Namu am Fr März 28, 2008 11:39, insgesamt 10-mal bearbeitet |
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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Do Mai 03, 2007 18:44 Titel: |
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| Ich hab bei obigem Post Homepage mit Trailer, Poster und eine neue Inhaltsangabe eingefügt. |
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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Fr Mai 25, 2007 07:56 Titel: |
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So, nachdem jetzt die ersten internationalen Reviews rausgekommen sind, kann man sagen, daß der Film (zumindest bei Kritikern) ziemlich gut ankommt.
Neben dem unkonventionellen Filmaufbau (Genrewechsel, wußte nicht, daß das in Korea "unkonventionell" ist, kommt dort ja ziemlich oft vor, aber naja... hab den Film ja auch noch nicht gesehen... Oder die Kritker haben einfach noch nicht so viele koreanische Filme gesehen. ... oder unkonventionell bezieht sich auf die Filmundustrie der gesamten Filmwelt...) wurde vor allem auch die Ausdrucksstärke der Hauptdarstellerin Jeon Do-yeon gepriesen. |
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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: So Mai 27, 2007 15:40 Titel: |
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| Scheint so, als wäre Jeon Do-yeon auch ganz heiße Anwärterin darauf in Cannes den Preis für die beste Schauspielerin verliehen zu bekommen. Würde mich sehr für sie freuen. |
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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Mo Mai 28, 2007 08:01 Titel: |
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Jajaja, sie hat ihn bekommen! Herzlichen Glückwunsch, Jeon Do-yeon!
Zuletzt bearbeitet von Namu am Fr Aug 10, 2007 08:28, insgesamt 2-mal bearbeitet |
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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Fr Aug 10, 2007 08:18 Titel: |
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| Die Korea-DVD (2-Discs) wird vorraussichtlich Mitte/Ende September erscheinen. |
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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Do Sep 13, 2007 00:11 Titel: |
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Secret Sunshine wurde jetzt als Koreanischer Kandidat für die Verleihung des Oscars für den besten fremdsprachigen Film gewählt. Zur Auswahl standen noch "Breath" von Kim Ki-duk und May 18 von Kim Ji-hoon.
Bisher hat es noch kein koreanischer Film geschafft, unter die Nominierungen für den Oscar zu kommen. Wäre schön, wenn es dieses Mal klappen würde. |
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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Di Nov 27, 2007 10:35 Titel: |
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| So, endlich habe ich mal oben im ersten Post meine Filmvorstellung und Meinung dazu fertig geschrieben. |
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