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Crenshaw CineMaster


Anmeldedatum: 08.01.2007 Beiträge: 784
Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Sa März 15, 2008 12:52 Titel: No Country for Old Men |
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No Country for Old Men
Texas, USA in den 80ern. der alternde sheriff Bell (grossartig : Tommy Lee Jones) bewegt sich im fahrwasser des wahnsinnigen killers Chigurh (beängstigend :Xavier Bardem), der einem koffer mit 2 mio dollar hinterherjagt.letzterer wurde von dem vietnam-veteranen Llewelyn (Josh Brolin) entwendet, der ihn nicht herzugeben gedenkt.
ruhig, spannend, realistisch, deprämierend und nebenher noch absurd komisch - und absolut einzigartig - ein beinahe typischer Coen-film, der aber weniger nach einem spassigen kultfilm wie Fargo und Big Lebowski anmutet, sondern vielmehr mit seinem bitteren, zynischen ernst besticht.
hier sind menschenleben austauschbar, der rechtsstaat, vertreten durch Tommy Lee Jones, sieht machtlos zu, wie wahnsinnige kriminelle die strassen unsicher machen - die gesetzeshüter zeigen sich ohne probate mittel gegen die aufkeimenden brutalität und grausamkeit eines neuen zeitalters, in dem sie sich fremd und verlassen vorkommen - und sie haben recht.
der film ist still, anspruchsvoll und regt zum nachdenken an; hinter ihm steht der umbruch in eine neue zeit an, in dem rücksichtslosigkeit, hass und apathie die oberhand gewonnen haben - und kommt in etwa wie eine independent-produktion daher, so etwas kann mainstream-Hollywood einfach nicht. er wiedersetzt sich dem grossteil aller aktuellen, bunten und schnellen filme und zitiert ausgiebig bei grossen genrevorbildern der 60er und 70er aus der kargen texanischen einöde.hier haben die meisten schon verloren, noch bevor sie den kampf aufgenommen haben.
5,0 bittere punkte.
bilder kommen nach.
_________________ FSK 6 = Der Held ist ein Mädchen.
FSK 12 = Der Held bekommt das Mädchen.
FSK 16 = Der Bösewicht bekommt das Mädchen.
FSK 18 = Jeder bekommt das Mädchen. |
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plam CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 676
Wohnort: Jena
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Verfasst am: Sa März 15, 2008 15:06 Titel: |
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Da kann ich meinem Vorredner nur beipflichten und im Grunde kaum mehr etwas hinzufügen. Dieser Film ist grandios, und zurecht der große Gewinner der OSCARS. Ich kenne zwar die Konkurrenten zu diesem Film nicht, aber besser kanns ja kaum werden.
Der typische Coen-Humor scheint hier und da durch, ist aber keineswegs dominierend. Dieser Film ist einerseits genauso grandios, wie auch Fargo und The Big Lebowski, im Gegensatz zu den Genannten jedoch ungemein böse. Derart böse, dass der Film völlig ohne musikalische Begleitung auskommen muss, denn so abgrundtief düster kann man die Geschichte der Coens sowieso nicht instrumental unterstützen.
Bei aller Drostlosigkeit wird mittels der völlig übeforderten Polizei auch noch offenkundig gemacht, dass es auch keine Hoffnung zu erwarten gibt. Tommy Lee Jones, ein engagierter "Dorf"-Polizist, scheint nach eigener Aussage mit all den Geschehnissen schlichtweg überfordert zu sein. Grundsätzlich kommt die Polizei immer drei Tage zu spät.
Auch die Coens kommen irgendwie immer zu spät. Das große Schlachtfeld des geplatzten Drogendeals am Beginn sehen wir erst deutlich später. Man kann aber dennoch abschätzen, was sich hier zugetragen haben muss: die faustgroßen Einschusslöcher in den Autos sind ein deutliches Zeichen. Einen weiteren Showdown hören wir, gemeinsam mit Tommy Lee Jones und kommen, genau wie dieser, erneut zu spät.
Doch auch neben diesen zwei Schauplätzen, die wir, wie gesagt, erst "danach" erleben, gibt es in diesem Film Blut, eine Menge Blut sogar. Dies geht auch nicht anders, Javier Bardem ist einfach kompromisslos in seiner Rolle als Killer. Einer jener Menschen, mit denen man nicht verhandeln kann. Wenn man ihn nur gesehen hat, ist dies schon eine falsche Aktion zuviel gewesen.
Auch wenn der Film das große Massaker ausblendet, so nimmt er sich im Gegensatz zur Massenware aber die Zeit für andere Dinge, nicht minder blutig im Übrigen. Denn in No Country for Old Men ist jeder verwundbar, auch die Bösen. Es gibt keine unnahbaren Helden und Antihelden. Jeder ist sich selbst am Nähsten. Bardem wird verletzt, doch anstatt dieses Aufeinandertreffen der zwei Gegner ausgiebig in endlos sinnfreiem Geballere auszukosten, wie dies in einer Bruckheimer/Bay-Produktion zweifelsfrei der Fall gewesen wäre, nehmen sich die Coens die Zeit und zeigen dagegen lieber, wie sich der Killer selbst verarzten muss. Dies machen andere Filme auch schonmal: da reißt man sich schnell ein Stück vom T-Shirt ab, piebelt die Kugel aus der Wunde und bindet den Arm mit reichlich Alkohol ab. Die Coens gehen da deutlich weiter. Dies ist eine jener Szenen, die wirklich hart an der Grenze sind, allein schon der unüblichen Dauer, die man dafür in Kauf nehmen muss.
Da wir gerade in einem anderen Thread hier im Forum sehr eindringlich darauf hingewiesen wurden, dass Filme wie SAW die Wahrheit darstellen, muss man an dieser Stelle nun festhalten, dass No Country for Old Men wohl die Wahrheit+++ mit Sternchen und Auszeichnung sein muss.
Absolut fasznierend ist die Szene, als Bardem in einer Tankstelle ist: eine typische Coen-Dialogszene, die mich ein wenig an den "Dude" und seinen bekackten Teppich erinnert hat. Doch hier nicht nur absurd komisch, sondern bedrohlich in jedem Augenblick. Bardem sucht förmlich nach einer Äußerung des Tankwarts, die er als Vorwand für Weiteres nutzen könnte. Weiteres bleibt aus, und es obliegt dem Zuschauer die Sache als erledigt abzutun oder vom Schlimmsten auszugehen. Der Film rät jedem doch dazu, eher vom Schlimmsten auszugehen.
Thematisiert wird also das "Schlimmste", ein Platz, an dem nur Hass, Profit und Gewalt regieren und die Polizei machtlos wird. Hier ist kein Platz für alte Männer. Die bitterböse Kritik der Coens wird dabei aber zugleich zum Besten, was es derzeit und seit langem sowieso auf der Leinwand zu sehen gab: Langweilig, drostlos, trist, brutal, blutig, realistisch, absurd, komisch, überwältigend, traurig, hoffnungslos...
die Liste kann man noch fortsetzen, doch es steckt doch immer noch weit mehr in diesem Film, als dies hier Worte ausdrücken könnten. Daher besser rein ins Kino und mal erleben, wie gut Filme sein können. _________________ plams DVD-Sammlung
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Tribun Der Cineglobe Gladiator

Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 2177
Wohnort: Nickenich
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Verfasst am: Fr März 21, 2008 13:55 Titel: |
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Plam...also ehrlich Deine Kritiken immer...die hauen mich von den Socken
Danke Crenshaw für die tolle Vorstellung.
Einer der Besten Filme die ich in den letzten 3 Monaten gesehen habe.
Da stimmte so gut wie alles. Darsteller, Story, Umsetzung, Tiefe...man fühlte sich richtig in die Charakter ein.
Der Schluss fand ich etwas zu unausgereift, aber nicht so das es den guten Gesamteindruck trübt.
8,5 von 10 Punkten und ein Highlight für mich dieses Jahr. _________________ :.Tribun.:
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