Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Fr Feb 12, 2010 02:06 Titel: No puedo vivir sin ti |
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Bu neng mei you ni
不能沒有你
aka No puedo vivir sin ti
Taiwan 2008
Regie: Leon Dai 戴立忍
Drehbuch: Leon Dai 戴立忍, CHEN Wen-Pin 陳文彬
DarstellerInnen: CHEN Wen-Pin 陳文彬, CHAO Yo-Hsuan 趙祐萱, LIN Zhi-Ru 林志儒
Trailer:
Story:
Ein Mann steht auf einer Taipeier Brücke mit einem kleinen Mädchen auf dem Arm und droht zu springen, während er immer wieder die Worte: ”Dies ist eine unfaire Gesellschaft” herausbrüllt.
Es handelt sich dabei um den Tagelöhner Wu-Hsiung und seine siebenjährige Tochter Mei, die noch vor kurzem in Kaohsiung ein zwar nicht einfaches, aber dennoch glückliches Leben geführt hatten. Bis zu dem Tag, an dem Wu-Hsiung Mei zur Schule anmelden wollte…
Kommentar:
”No puedo vivir sin ti” (= ohne Dich kann ich nicht leben) ist das zweite Regiewerk des taiwanesischen Schauspielers Leon Dai. Er arbeitet hierin einen Vorfall auf, der in Taiwan vor einigen Jahren einen kurzen, aber heftigen Medienrummel verursachte, und beschreibt, was den Mann in eine solch verzweifelte Lage gebracht hatte.
Da den Geschehenissen ein bürokratisches Problem zugrunde liegt (und man den Film wohl auch eher zu den Independent Filmen rechnen würde), wäre anzunehmen, ”no puedo vivir sin ti” wäre ein stark sozialkritisch ausgelegtes Werk und das ist es zum Teil auch. Andererseits - und manchmal den sozialkritschen Aspekt überlagernd - ist aber auch eine Geschichte von zwei Menschen und ihrer Beziehung zueinander.
Das führt dazu, daß man als Zuschauer gut Zugang zum Film findet, da man schnell eine Bindung zu den Figuren aufbaut. Es sorgt außerdem dafür, daß man den Film trotz seiner ernsten Thematik nicht als völlig niederschmetternd empfindet, da er nicht am kritischen Tiefpunkt endet, sondern an dem Punkt, der einen Abschluß für die Geschichte der zwei Hauptfiguren bietet. Der Film entläßt den Zuschauer mit einem Funken Hoffnung.
Was mir persönlich an der Geschichte gut gefallen hat, auch wenn es eigentlich kein Anliegen des Films war, ist die Sichtweise, die die Macher wohl von der Entwicklung eines Kindes hatten. In den meisten ostasiatischen Filmen mit Kindern, die ich gesehen hatte, schwang immer ein wenig die Vorstellung mit, man solle den Kindern lieber eine Zukunft mit vielen Möglichkeiten bieten und sich notfalls dafür auch von ihnen trennen. In ”No puedo vivir sin ti” spielt hingegen der Gedanke eine Rolle, daß für ein Kind die Geborgenheit und Sicherheit, die ihr eine Bezugsperson vermittelt ist, wichtiger ist, als die finanzielle Absicherung (auch wenn man sich trotz aller Mühe beim Charakterisieren des glücklichen Zusammenlebens der Beiden nicht ganz der Versuchung wehren konnte, ihr Leben ein klein wenig zu idyllisieren).
”No puedo vivir sin ti” ist in schwarz-weiß gefilmt und man ist klar darauf aus, dem Zuschauer einige schöne Bilder zu bieten, für die man sich auch Zeit nimmt (hehe, "no puedo..." funktioniert eigentlich besser als Kaohsiung Werbefilm als Sumimasen Love ). Der Film hat dadurch einen Effekt, von dem ich nicht sicher bin, ob dieser beabsichtig war: er wirkt leicht poetisch, vielleicht auch nicht zu real und läßt den Zuschauer so die Dinge mit Abstand erleben. Persönlich kam mir das entgegen, da es einem erlaubt, sich nicht zu sehr emotional in den Geschehenissen zu verlieren und diese auf langsame Weise zu verarbeiten.
Schauspielerisch kann man sich auch nicht über den Film beklagen. Die Hauptarbeit liegt bei Chen Wen-Pin, der Wu-Hsiung spielt und bei der charmanten kleinen Darstellerin von Mei, Lin Zhi-Ru. Beide leisten eine profihafte Performance, obwohl sie keine gelernten Schauspieler sind. Bei Chen Wen-Pin, der gleichzeitig auch Produzent und Drehbuchautor des Films ist, hätte ich nie vermutet, daß dies seine allererste Rolle war! Es erstaunt mich nicht, daß er bei den Golden Horse Awards 2009 für den besten Hauptdarsteller (und den besten Newcomer) nominiert worden war.
Gewonnen hat ”No puedo vivir sin ti” bei selbiger Preisverleihung dann übrigens ”Best Director”, ”Best Feature Film”, ”Best Original Screenplay” und ”Outstanding Taiwanese Film of the Year”.
Aus meiner Sicht eine durchaus nicht völlig unberechtigte Preisausschüttung.
Der Film wurde dann später noch als Taiwans Bewerbung für den nicht-englishsprachigen-beste-Film-Oscar der Academy Awards eingereicht, wurde aber nicht nominiert.

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