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Nobody Knows

 
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Namu
Die CineGLobe Perle


Anmeldedatum: 21.09.2006
Beiträge: 4981
Wohnort: Oferdingen

BeitragVerfasst am: So Jan 21, 2007 20:19    Titel: Nobody Knows

Daremo shiranai
誰も知らない
aka Nobody knows
Japan 2004





Regie: KORE-EDA Hirokazu
Kamera: YAMASAKI Yutaka
Musik: Gontiti
DarstellerInnen: YAGIRA Yûya, KITAURA Ayu, KIMURA Hiei, SHIMIZU Momoko, KAN Hanae, You


"Eines der bleibenden humanistischen Zeugnisse des Kinos überhaupt"
- Frankfurter Rundschau


"Wahrscheinlich ist nur das japanische Kino in der Lage, eine Geschichte von so sanfter Grausamkeit zu erzählen..."
- Die Zeit



Akira, Kyoko, Shigeru und Yuki sind Geschwister, haben jedoch alle verschiedene Väter. Zusammen mit ihrer Mutter Keiko leben sie in einem kleinen Appartement in Tokyo. Da die Mutter den Vermietern nur von ihrem ältesten Sohn Akira berichtet hat, dürfen die drei Jüngeren die Wohnung nicht verlassen. Die Kinder sind es gewohnt sich selbst und den Haushalt zu versorgen, da die Mutter manchmal mehrere Tage von zu Hause fort bleibt.
Als Keiko eines Tages gar nicht mehr heimzukommen scheint und das Geld knapp wird, bahnt sich eine Trgödie an...





Die Handlung von „Nobody Knows“ beruht lose auf einer wahren Begebenheit, die vor einigen Jahren Japan erschütterte und nicht das erste Mal Thema eines Films war.
Die tatsächliche Geschichte der vier „verwaisten“ Kinder wurde für „Nobody Knows“ abgeschwächt und der Inhalt des Films thematisch mit dem Aufwachsen der Kinder verknüpft. Dies war wahrscheinlich eine sehr kluge Entscheidung Kore-edas, denn das Leben schreibt nicht nur die wunderlichsten, sondern auch die schlimmsten Geschichten und in Filmen wirken diese oft unrealistisch oder gar reißerisch.

Beim Filmen wurde darauf geachtet, daß der Betrachter die Dinge aus kindgerechter Perspektive wahrnimmt. Die Kamera steht also in vielen Fällen tiefer, als man das sonst gewohnt ist. Weiterhin gibt es viele Standbildaufnahmen.
Die Bilder des Films sind ästhetisch und bilden einen Gegensatz zum erschütternden Inhalt des Films.

Die Handlung ist eher dokumentarisch geschildert (soweit ich weiß, hat Kore-eda zuvor auch Dokumentarfilme gedreht), daher gibt es wenig Dialoge und keine Figuren, die das Geschehen kommentieren. Auch die Frage, die man sich in Japaner stellte „wie so etwas in einem fortschrittlichen Land überhaupt vorkommen kann?“ wird dadurch natürlich nicht beantwortet. Das Suchen nach Antworten bleibt dem Betrachter selbst überlassen. Auch das ist wahrscheinlich richtig ist so, denn so gewinnt die Geschichte etwas exemplarisches und man ist nicht so sehr dazu geneigt, sie als traurigen Einzelfall abzutun.

Was mich besonders beeindruckt hat, ist ,wie sehr in „Nobody Knows“ auf die Charaktere der Kinder eingegangen wurde. Alle vier sind ganz unterschiedlich und reagieren auch, je nach Alter und Veranlagung, völlig anders auf die Situation. So muß der erst 11-oder 12-jährige Akira (gespielt von Yagira Yûya) von heute auf morgen erwachsen werden und die Verantwortung für seine jüngeren Geschwister übernehmen, was ihm nicht immer gelingt. Schließlich ist er trotz allem ein Kind. Die Zweitälteste, Kyoko (Kitaura Ayu), die eigentlich ein starkes Verantwortungbewußtsein besitzt, fühlt sich für das Verschwinden der Mutter schuldig und versinkt schließlich in Depressionen und Lethargie. Der kleine, zapplige Shigeru (Kimura Hiei) und das Nesthäckchen Yuki (Shimizu Momoko) sind noch zu klein, um tatsächlich zu verstehen, was eigentlich vor sich geht.

Es ist immer ein Risiko einen Film ausschließlich mit Kindern in den Hauptrollen zu drehen. Nicht, weil diese schlechter schauspielen würden (wahrscheinlich ist eher das Gegenteil der Fall), sondern weil Kinder oft mit den starren Vorgaben des Regisseurs und des Drehbuches nicht zurecht kommen.
Kore-eda hat in diesem Fall auf das Drehbuch verzichtet, sondern zu Beginn jeden Drehtages mit den Kindern abgesprochen, was er gerne drehen würde. Auch wurde der Film in chronologischer Abfolge gedreht.
Das Ergebnis ist ganz erstaunlich: Die Kinder scheinen förmlich in ihre Rollen hineinzuwachsen!
Als Folge wurde der zwölfjährige Yagira Yûya in Cannes mit dem Preis für den besten Schaupieler geehrt.





Nobody knows“ ist ein humanistischer, tief bewegender und vor allem sehr trauriger Film. Anschauen ist im Grunde genommen allen zu empfehlen, jedoch vielleicht nicht, wenn man sowieso schon in deprimierter Stimmung ist!


DVD 2-Disc Collector’s Edition:
Sunfilm Entertainment
Ecol-Box
Laufzeit: 141 min
Bild: 1.85:1
Audio: Deutsch DD 5.1; Japanisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Extras: Interview, Behind the Scenes, Produktionsnotizen, Anmerkungen des Regisseurs, Fotogalerie, Bio- und Filmographien, Trailer, Booklet mit Infos zu den HauptdarstellerInnen und Kapitelübersicht


Weitere Filme von Kore-Eda Hirokazu bei Cineglobe:
Hana
Even If You Walk And Walk
Air Doll




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Zuletzt bearbeitet von Namu am Sa Jun 20, 2009 14:49, insgesamt 6-mal bearbeitet
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Don Dom
Bin neu hier
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BeitragVerfasst am: Mo Jan 22, 2007 00:45    Titel:

Hatte den Film schon 2x in der Hand gehabt als ich beim Müller auf DVD Jagd gewesen bin!! Die Story hört sich sehr bewegend und auch interessant an!! Vielleicht sind die 14,99€ ja gut investiert...
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Tribun
Der Cineglobe Gladiator


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Beiträge: 2177
Wohnort: Nickenich

BeitragVerfasst am: Mo Jan 22, 2007 08:18    Titel:

Gibt es hier 50 cent günstiger, wenn man einen BEstellwert von 20 Euro hat Wink


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Namu
Die CineGLobe Perle


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Beiträge: 4981
Wohnort: Oferdingen

BeitragVerfasst am: Mo Jan 22, 2007 12:57    Titel:

Don Dom hat Folgendes geschrieben:
Hatte den Film schon 2x in der Hand gehabt als ich beim Müller auf DVD Jagd gewesen bin!! Die Story hört sich sehr bewegend und auch interessant an!! Vielleicht sind die 14,99€ ja gut investiert...


Bewegend ist der Film auf jeden Fall!
Und wenn Dich die Thematik interessiert, würde ich Dir das Ansehen des Films sehr ans Herz legen.

Nur sind die Geschmäcker leider sehr unterschiedlich.
Das heisst, auch wenn der Film eine interessante Thematik hat, wüsste ich nicht, ob jeder mit der Machart des Films zurechtkommt.
Wie die meisten japanischen Dramen, ist er eben sehr ruhig und sehr lang.
Und gerade, weil er einem ziemlich nahe geht, wird man sich ihn wahrscheinlich nicht so oft ansehen.
Sollte man beim DVD-Kauf im Hinterkopf behalten.

Preislich günstiger als um die 15 Euro habe ich die DVD übrigens bisher nirgends gesehen.
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