Kittie CineMaster


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Wohnort: Gegenerde
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Verfasst am: Mi Mai 30, 2007 16:48 Titel: Oi!WARNING |
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Regie: Ben und Dominik Reding
Darsteller: Hedi Kriegeskotte, Horst Mendroch, Charles Müller, Eike Schmidt
Story:
Janosch (ich werde nachher die Abkürzung "Jan" benutzen) haut von zu Hause (Bodensee) ab und macht sich mit seinem Roller (nicht den aus Holz, sondern die mit Motor ) auf nach Dortmund. Dort will er seinen alten Freund Koma treffen, welcher in einer Bierabfüllanlage arbeitet. Dort angekommen ist Koma, aber nicht da und Jan will wieder zurückkehren, aber am Bahnhof wird er von einem älteren Herrn angequatscht, was ihn ziemlich nervt und so geht er zum nahe liegende Kiosk um seine Ruhe zu haben und um etwas zu essen.
Hier trifft Jan auch zufällig auf Koma, welcher den älteren Herrn zusammenschlägt und noch etwas Anderes mit ihm anstellt. Nach einer kurzen Begrüßung zwischen Jan und Koma geht es in Komas Wohnung und hier treffen wir auf Komas schwangere Freundin Sandra. Und da Koma ein netter Mensch ist, bietet er Jan vorläufig das zukünftige Kinderzimmer zum schlafen an.
Am nächsten Tag geht es dann abends in ein Wirthaus wo ein kleines Skinheadkonzert statt findet. Es gibt viel Bier, Pogo und Jan wird langsam in die Skinheadszene eingeführt - also ordentlich Bier trinken, Lieder singen, ... Aber damit ist die Einführung noch nicht ganz abgeschlossen, denn wieder am nächsten Tag nimmt Koma Jan mit zu einem stillgelegten Steinbruch, der mal als geheimer Skinheadtreffpunkt gedient haben muss. Hier zeigt Koma Jan was sie früher so getrieben haben und da Koma Kickboxer ist, gibt er natürlich mit seinen gewonnenen Pokale an - und Jan rutscht noch ein bisschen mehr in die Szene rein. Abends bedient sich Jan auch an Komas Kleiderschrank und kleidet sich eben skinheadtypisch. Als Koma dann nach Hause kommt und das sieht ist er erfreut, aber eins fehlt noch: Jans Haare sind noch zu lang - aber sehr schnell ist die Haarschneidemaschine da und schon wird Jans Schädel glatt rasiert.
Jan hat auch vor in Dortmund zur Schule zu gehen und um sein Abi zu machen, aber er macht dem Lehrer auch recht deutlich, dass er auf Schule gar keinen Bock hat. Aber hier in der Schule lernen wir Blanca kennen - sie wird auch später Jans Freundin und sie wird auch versuchen ihn von Koma wegzuholen. Sie ist zwar die (beste) Freundin von Sandra, aber von Koma hat sie keine hohe Meinung.
Wieder ein neuer Tag und Jan hat vor sich tätowieren zu lassen und als er beim Tätowierer rumsitzt, trifft er auf den Punk Zottel (wir haben ihn schon ab und zu gesehen, aber immer war irgendwie die Polizei da und es gab es kleinere Auseinandersetzungen mit denen). Zottel und Jan freunden sich später auch noch an und tun Dinge, die etwas über eine normale Freundschaft hinausgehen.
Meinung:
Als erstes sollte ich den Begriff "Oi! Skin" erklären. Oi! Skins sind unpolitische Skinheads - also weder links- oder rechtsradikal oder -extrem. Oi!s geht es hautsächlich ums Saufen, Sex und Fussball oder um sie selbst, was sich auch in ihrer Musik wiederspiegelt. Viele denken immer Oi!s seien Neo-Nazis, das stimmt aber nicht und im direkten Vergleich müsste ich sagen, dass die Oi!s die "Guten" sind. Klar bauen die auch Mist (Schlägereien - auch manchmal unterhalb der verschiedenen Skinkulturen), aber sie sind noch lange nicht so extrem drauf wie diese Neo-Nazis (soweit meine Erfahrung). Es ist auch nicht verwunderlich, dass man manchmal Oi!s mit Punks zusammen sieht, denn Punks können auch Oi!s sein.
Ich hoffe ich konnte das etwas verständlich erklären und nicht vergessen Skinheads sind nicht immer gleich Neo-Nazis! Und nicht alle die Springerstiefel tragen, haben die Neigung zur Agressivtät.
Was ist nun Oi! WARNING für ein Film? Ein Film über, für oder gegen Skinheads? Wenn ich mich entscheiden müsste, dann würde ich sagen über Skinheads, aber handelt eher über die Schicksale junger Menschen, die im Zusammenhang stehen und es geht um das Erwachsenwerden - die jugendliche Unsicherheit, das Entdecken der eigenen Sexualität, Probleme in der Familie, ...
Oi! WARNING ist auch vorurteilsfrei, denn die Skinheads und Punks werden nicht als diese Idioten dargestellt wie man es oft in den Medien findet. Klar gibt es in den Szenen immer mal wieder ein paar Kaputte, die wirklich nur Mist bauen, aber das hat man ja überall. Die Hauptcharaktere wirken natürlich - menschlich - was wohl auch darin liegen mag, dass viele in ihrem richtigen Leben auch aus den jeweiligen Szenen kommen. Und was die Schauspieler hier darbieten, hat mir wirklich gut gefallen - vielleciht auch, weil sie sich so geben wie sie wirklich sind.
Was auch auffällt ist, dass der Film komplett in schwarz-weiß gedreht wurde. Ich kann mir diesen Film auch gar nicht in Farbe vorstellen. Ich glaube das würde einiges an Ästhetik rauben, denn so bekommt man einige schöne Bilder zu sehen.
Ich muss auch mal die Kamaraarbeit und die Regiearbeit der Gebrüder Reding loben. Denn beide Arbeiten sind gut gelungen. Der Film hat zwar ein paar Schwächen, aber im Gesamtpaket kann man darüber hinweg sehen.
Fazit:
Oi! WARNING ist ein deutscher Film und würde es mehr von dieser Art geben, dann würde sich vielleicht auch mein Interesse an deutschen Filmen steigern. Ich kann diesen Film auch den Leuten empfehlen, die ein gesundes Interesse an diesen Kulturen haben oder Denjenigen, denen schon "Engel + Joe" gefallen hat, aber mal die andere Seite sehen wollen.
Oi! WARNING behandelt das Skinhead Thema fair und man bekommt ein packendes Drama geboten, welches zum Nachdenken anregt.
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