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Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4981
Wohnort: Oferdingen
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Verfasst am: Do Mai 15, 2008 17:08 Titel: Once Upon a Time in China |
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Wong Fei Hung
黃飛鴻
aka Once Upon a Time in China
Hong Kong 1991
Crew:
Regie: TSUI Hark
Kamera: LAM Kwok-wah, WONG Chung-biu, Arthur WONG Ngok-tai, David CHUNG Chi-man, u.w.
Drehbuch: TSUI Hark, LEUNG Yiu-ming, TANG Pik-yin, YUN Kai-chi
Musik: James WONG (Neuinterpretation des Titelsongs), Romeo Diaz
Actionchoreographie: LAU Kar-wing, YUEN Woo-ping
Cast:
Jet LI Lianjie .............................. Wong Fei-hung
Rosamund KWAN Chi-lam ......... 13th Aunt
YUEN Biao ................................. Leung Foon
YAM Sai-kwoon ......................... „Iron Robe“ Yim
Jacky CHEUNG Hok-yau ............ „Buckteeth“ So
Kent CHENG Juk-si .................... „Porky“ Wing
YUEN Kam-fai ............................. Kai
Genre: Historienfilm, Martial Arts
Jackie Chan singt das Wong Fei Hung Thema in Mandarin:
Zu Beginn des letzten Jahrhunderts werden viele Gegenden Chinas von fremden Kolonialmächten kontrolliert, was auch einen Bruch mit Traditionen mit sich bringt. Arzt und Hung Gar Meister Wong Fei-hung sieht diesen Veränderungen mit Sorge entgegen, muß sich aber damit auseinandersetzen, als er die Tochter eines Freundes seines Großvaters, durch diese Verbindung seine 13. Tante und eine moderne junge Frau, bei sich aufnehmen soll.
Als ein junger Arbeiter einer Theatergruppe, Leung Foon, in Schwierigkeiten mit örtlichen Gangstern gerät, wird Wong Fei-hung zufällig mit in diese hineingerissen. In Folge gerät er nicht nur in das Zielvisier dieser üblen Burschen, sondern auch in das der Mandschuregierung, sowie das der Westerner. Ganz zu schweigen davon, daß ihn auch noch ein verzweifelter Kampfkunstmeister zu einem Duell herausfordert...
Wong Fei Hung und 13th Aunt geraten in einen Hinterhalt...
Tsui Harks „Once Upon a Time in China“... Eigentlich wollte ich ja nie etwas zu diesem Film schreiben. Er hat so viele Plus und Minus, besteht aus so vielen geschmacksabhängigen Einzelheiten, daß es schwierig ist, ihn wirklich einzuschätzen...
Das einzige, was mit Sicherheit feststeht: er hat eines der beliebtesten und schönsten Openings (visuell sehr ansprechend), das jemals für einen Martial Arts Film gedreht wurde und der Film machte den Titelsong auch außerhalb Chinas bei Freunden des Genres zur Hymne! Man bekommt ihn immer mal wieder bei mit Chinesischer Kultur verbundenen Gelegenheiten zu hören.
Im Film wurde es natürlich original auf Kantonesisch gesungen, nämlich von George LAM Chi-cheung. Jackie Chan, der in Drunken Master übrigens selbst Wong Fei Hung spielte, singt den Song in der Mandarin-Synchronisation.
Was man natürlich auch nicht bezweifeln kann, ist die Tatsache, daß Tsui Hark in dieser Zeit die historischen Martial Arts Filme auf ein neues Level gebracht hat. Cinematographischen Aspekten kommt viel mehr Bedeutung zu als in früheren Filmen, das Budget war wahrscheinlich auch höher, es wurde ein Riesenaufwand an zeitlich akkuraten Probs und Kostümen betrieben etc. mit der Folge, daß die Filme optisch einiges hermachen.
Ein weiterer Pluspunkt des Films ist die Hervorhebung der Figuren. Es geht in „Once Upon A Time“ nicht nur um die Kampfkünste der Charaktere, sondern um die Figuren selbst, die mit ihren eigenen inneren Konflikten zu kämpfen haben. Jet Lis Charakter mit der beginnenden Liebe zu seiner 13. Tante, trotz der nicht vorhandendenen Blutsverwandschaft eigentlich ein Unding für einen traditionsbewußten Chinesen. Auch muß er sich darüber klar werden, wie er mit den Fremdmächten umzugehen hat, etc..
Jet Lis Charakter wird in diesem Film eine Veränderung mit sich durchmachen und am Ende des Films nicht der Gleiche sein, wie am Anfang.
Das gilt auch für einige der anderen Figuren. Buckteeth So, ein amerikanischer Chinese und Schüler Wong Fei Hungs wird sich mit seiner Identität auseinandersetzen müssen, Leung Foon - dessen Figur übrigens eine recht große Zeit des Films gewidmet ist - mit der Frage, um welchen Preis er eigentlich die Kampfkunst erlernen möchte...
Die tiefere Zeichnung der Figuren, erlaubt den Darstellern natürlich ihre schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Und hier muß man sagen, daß Once Upon a Time in China eventuell der Film ist, in dem man merken kann, daß Jet Li auch auf diesem Gebiet Talent hat. Er hat eine starke Ausstrahlung als Wong Fei Hung und drückt allein durch seine Körpersprache die widerstreitenden Gefühle der Figur aus. Er spielt außerdem sehr schön mit der bezaubernden Rosamund Kwan zusammen (ihr Interagieren ist auch das, was die Fortsetzung, trotz einiger anderer Mängel, sehenswert macht). Das Publikum hat es ihm gedankt. Once Upon a Time in China war Jet Lis eigentlicher Durchbruch in Hong Kong und machte ihn zu der zweiten Figur, die man in China mit Wong Fei Hung assoziiert.
Vielleicht sollte an dieser Stelle etwas zu Wong Fei Hung gesagt werden: Wong Fei Hung ist ein chinesischer Nationalheld. Er lebte irgendwann zwischen 1850 und 1930) und gilt als Patriot und Humanist, immer bereit Menschen in Not zu helfen - vor allem den vielen Widerständlern gegen das Mandschu-Regime... Wong Fei Hung hat in China etwas Legendenhaftes an sich, gibt es doch zahllose Geschichten und Filme über ihn. Wirkliche Fakten über sein Leben existieren jedoch nur wenig. Der bekanntest Wong Fei-hung Darsteller war Kwan Tak-hing, der diese Rolle in ca. 70 (!!!) Filmen spielte. Ich selbst habe ihn nur einmal in dieser Rolle gesehen, nämlich in „Dreadnaught“ von Yuen Woo-ping, in dem Yuen Biao eine ähnliche Rolle spielt wie hier.
Allerdings liefert Yuen Biao in Dreadnought meines Erachtens eine wesentlich überzeugendere schauspielerische Leistung. Bei Yuen Biao habe ich in „Once Upon a Time in China“ immer ein wenig das Gefühl, daß er sich in dem Film ein bißchen untefordert gefühlt hat. Er hat die Rolle dann auch für die Fortsetzungen nicht mehr angenommen...
Die Bekanntheit der Figuren, also Wong Fei Hung und seine Schüler Leung Foon, Porky Wing etc. führt dazu, daß manch eine Stelle, die als eine Anspielung an die Kwan Tak-hing Film gedacht ist, dem westlichen Zuschauer nicht das Gleiche sagen wird, wie jemanden, der mit diesen Filmen groß wurde. Das kann natürlich dazu führen, daß einem die Geschichte leicht episodenhaft erscheinen wird...
Ansonsten verfolgt die Geschichte zum einen das Thema des Nationalismus, das man auch aus anderen Martial Arts Filmen kennt, das hier aber ein klein wenig subtiler angegangen wird: es kommen einzelne Individuen vor, die sich von den gängigen Stereotypen abheben und die Rolle Chinas wird teilweise auch in kritischem Licht dargestellt.
Zum anderen spielt natürlich, wie in einigen anderen Tsui Hark Filmen die ungewisse Zukunft eine Rolle, die auf den Figuren lastet. Etwas das dem Hong Konger Publikum, das sich zu dieser Zeit fragte, was mit ihnen unter der baldigen Rückführung zu China geschehen würde, vertraut war.
Für einen Unterhlatungsfilm finde ich den Grad, in dem Once Upon A Time in China sich mit diesen Themen auseinandersetzt angemessen. Es wird nicht allzu komplex, aber Tsui Hark macht es sich andererseits auch nicht zu einfach und bringt, wie gesagt, verschiedene Seiten und Ansichten ein.
Zum Schluß möchte ich noch auf mein persönliches Problem mit Once Upon a Time in China zu sprechen kommen: die Action!
Ich weiß, daß hier viele nicht mit mir einer Meinung sein werden, gilt doch das Aufeinandertreffen von Jet Li und Yam Sai-kwoon als ein großer Höhepunkt des Films.
Leider war ich persönlich – obwohl der Kampf von der Art wie er gefilmt wurde und inszeniert ist, schon einiges her macht - davon sehr enttäuscht und zwar aus folgendem Grund: Der Film hat zwei Actionchoreographen, die nicht miteinander, sondern nacheinander an dem Film arbeiteten. Der erste war Hung Gar Spezialist Lau Kar-wing (Jia Wu Dao in Knockabout), dessen Kampfszenen etwas old-style-mäßig, erdhaftend inszeniert sind. Tsui Hark war damit nicht so ganz zufrieden. Also engagierte er, nach Jet Lis Unfall bei einem Stunt, der ihn mit einem kaputten Bein zurückließ, den bekannten Actionchoreograph Yuen Woo-ping (Kill Bill, the Matrix, Tiger & Dragon) und dessen Kampfszenen wurden dann mit viel Draht inszeniert.
Nun mag ich ja beide Sorten, das realistischere und die Wire-Fu Sachen ganz gerne, aber in „Once Upon A Time in China“ war mir einfach der Bruch zu extrem. Gerade weil man auch so viel auf Wong Fei Hungs Gefühle eingegangen ist, erschien mir diese Figur sehr real und nun folgt durch die Action ein plötzlicher Wechsel von der Darstellung des Menschen Wong Fei-hung zu der Legende Wong Fei-hung...
Wie gesagt, andere Leute mag das nicht stören, aber ich habe diesen Bruch bedauert und bis heute finde ich daher den Film auch zu einem gewissen Grad unbefriedigend.
Übrigens wurden einige der Wire-Fu Szenen von Jet Lis Stuntdouble Xiong Xin-xin übernommen, da dieser durch seine Verletzung ausgeschaltet war.
... und Leung Foon in ein moralisches Dilemma.
Wie gesagt, ich hatte mit „Once Upon a Time in China“ immer meine Probleme. Unterhaltsam ist er aber schon.
Als Jet Li Fan sollte man den Film allein schon deshalb gesehen haben, weil Jet Li Wong Fei Hung spielt (und natürlich wegen des Opening Songs...).
Leuten, die wirklich reine Kampfkunst bewundern wollen, würde ich aber im Allgemeinen keine Tsui Hark Filme ans Herz legen.
Leute, die Hong Kong Blockbuster mit Liebesgeschichte und Kostümen mögen, sollten vielleicht mal einen Blick auf die ersten beiden „Once Upon a Time in China“-Filme werfen.
Mehr weiß ich dazu nicht zu sagen.
Übrigens hat „Once Upon a Time in China“ noch einige Sequels nach sich gezogen. Unter anderem „Once Upon a Time in China I+II“, in denen auch Jet Li spielt.
Jet Li spielt außerdem noch einmal Wong Fei-Hung in „Once Upon a Time in China and America“ und in „Last Hero in China“
Die Review bezieht sich auf folgende DVD:
UK – Once Upon a Time in China Trilogy Box-Set
Hong Kong Legends
3 DVDs in aufklappbarer Pappbox mit Pappschuber
Bild: 2,35:1 anamorphic widescreen
Ton: Englisch DD 5.1, Kantonesisch DD 5.1
Untertitel: Englisch, Niederländisch
Extras 1: Audiokommentar, Biographien, Interviews, Bildergallerie, Trailer
Extras 2: Audiokommentar, Biographien, Interviews, Bildergallerie, Trailer
Extras 3: Audiokommentar, Biographien, Interviews, Bildergallerie, Trailer
Weitere Filme mit Tsui Hark Beteiligung bei cineglobe:
The Killer
A Chinese Ghost Story
Peking Opera Blues
Meister des Schwertes
Jet Li macht eine gute Figur als Wong Fei Hung 
Zuletzt bearbeitet von Namu am Mi Jun 18, 2008 20:40, insgesamt einmal bearbeitet |
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Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4981
Wohnort: Oferdingen
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Verfasst am: Do Mai 15, 2008 22:03 Titel: |
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Es gibt übrigens eine Stelle (außer Rosamund Kwans Schattenspielen, die sind natürlich absolut das Beste) in Once Upon a Time in China, die ich besonders gerne mag.
Das ist, wenn Foon gefolgt von dieser Gangstergruppe und die wiederum gefolgt von der Black Flagg Militia in dieses englische Restaurant stürzt und Jet Li, der da ißt, Foon mit der einen Hand am Kragen packt und seinen Schüler Kai mit der anderen Hand am Kragen packt und mit ihnen schimpft: "No Fighting, no Fighting", während die zwei versuchen aufeinandereinzuboxen.
Das Ganze sieht aus wie im Comic: Jet Li ist so absolut beherrscht und die anderen beiden strampeln und tun.
Es ist wirklich sehr süß. Ich finde da hat der Gute wirklich etwas Wong Fei Hung-iges...  |
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