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yun CineMaster


Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 2262
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Verfasst am: Mo Sep 14, 2009 14:24 Titel: Onibaba |
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Onibaba
(Japan 1964)
Regie und Drehbuch: Kaneto Shindo
DarstellerInnen: Nobuko Otowa, Jitsuko Yoshimura und Kei Sato
Genre: Drama
Spielfilmlänge: ca. 100 min
Japan vor 300 Jahren. Wieder einmal herrscht Krieg und das Land und seine Bevölkerung bluten aus und die Bauern verstecken sich im unzugänglichen Gelände, um von den verhassten Samurais nicht zum Kriegsdienst gepresst und von marodierenden Soldaten nicht ausgeraubt, vergewaltigt oder erschlagen zu werden.
Die Felder der Bauern werden nicht mehr bestellt und veröden und es herrscht Hunger und wer nicht verhungern will, der lässt am Ende alles menschliche hinter sich.
Ein schier endlos ausgedehntes, unübersichtliches, labyrinthisches und mannshohe Schilf bietet ein paar Frauen und Männern Schutz vor dem Schrecken und der Willkür des Krieges.
Am Randes des Schilfes kommt es immer wieder zu kleineren Scharmützel versprengter und halb verhungernder Soldaten, die nicht selten, mehr oder weniger schwer verwundet, in den Tiefen des Schilfes Schutz vor ihren Verfolgern suchen.
Und wenn sie vereinzelnd und kaum noch in der Lage sich zu wehren ihre Rettung im Schilf suchen werden sie dort auch schon von den auf sie wartenden Bauern niedergestochen, ihrer Waffen, Rüstungen und Kleider beraubt und ihre Überreste in ein tiefes Loch geworfen, welches seit Anbeginn der Zeit sich mitten im Schilf befindet und seit Anbeginn der Zeit auf sie zu warten scheint.
Waffen, Rüstungen und Kleider werden dann gegen ein paar Säcke Reis bei einem in einer Höhle lebenden Händler eingetauscht, der seinerseits die Sachen wieder an Soldaten verkauft, denn es herrscht ein großer Mangel an dieser Art von Waren.
Die Bauern, das sind hier eine alte Frau und die Frau ihres Sohnes, beide leben alleine in einer Hütte im Schilf und der einzige Mann in ihrer Familie wurde von den Samurais zum Kriegsdienst gepresst, er musste für eine Sache kämpfen, die nicht die Seine war und kam dabei ums Leben.
So beginnt der Film, und was folgt, beschreibt ihren Überlebenskampf und wer nicht verhungern will, der muss auch alles menschliche hinter sich lassen.
Menschen werden hier aufgrund der äußeren Ereignisse auf die unterste Ebene ihres Seins zurück geworfen, alles reduziert sich auf ihre Grundbedürfnisse, wie essen, schlafen, ein Dach über den Kopf zu haben … es geht auch um Sexualität, als ein Mann, ein früherer Nachbar, aus dem Krieg zurückkehrt … der genauso wie die beiden Frauen im Schilf Schutz vor den marodierenden Soldaten, die die Gegend unsicher machen, sucht …
Alles wirkt dabei so unwirklich ... das Schilf scheint ein Eigenleben zu besitzen und auf seine Weise auch lebendig zu sein … das menschliche tun zu beobachten … zu flüstern und miteinander zu tuscheln … sich zu bewegen, wenn auch nur im Wind … doch wie sicher kann man sich dessen sein? … teilt es sich doch mit, über das soeben gesehene ... Nein! … es ist nicht wirklich lebendig … doch spiegelt es für uns unser Innerstes … es kehrt unser Innerstes nach Außen …
Was macht uns zum Menschen?
Die alte Frau schreit im schrecklichsten Augenblick ihres Lebens hinaus … sie wäre doch nur ein Mensch!

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