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Pans Labyrinth - Filmkritik

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Namu
Die CineGLobe Perle


Anmeldedatum: 21.09.2006
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 26, 2007 12:42    Titel: Pans Labyrinth - Filmkritik

El Laberinto del Fauno
aka Pans Labyrinth
aka Pan's Labyrinth
Mexico 2006





Regie: Guillermo del Toro
Kamera: Guillermo Navarro
Musik: Javier Navarrete
DarstellerInnen: Ivana Baquero, Sergi López, Maribel Verdú, Doug Jones, Ariadna Gil, Alex Angulo


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„Meine Mutter hat mir geraten, mich vor einem Faun in Acht zu nehmen!“

Nach dem spanischen Bürgerkrieg zieht die kleine Ofelia mit ihrer schwangeren Mutter aufs Land, da ihr Stiefvater dort mit der Ausschaltung der Rebellen betraut ist. In der Nähe ihrer neuen Wohnstätte gibt es ein altes Labyrinth, in dem Ofelia auf einen Faun trifft. Der Faun offenbart Ofelia, daß sie eigentlich in das unterirdische Königreich gehöre, einem Land, in dem ewiger Frieden herrscht. Um dorthin zu gelangen, müsse sie aber erst drei Aufgaben lösen...





Der Film „Pans Labyrinth“ verbindet die Schrecken des spanischen Bürgerkriegs und des Francoregimes mit den Fantasien und Wünschen eines Kindes. Dabei ist die Fantasiewelt nicht Flucht in eine heile Welt, sondern sie ist genauso erschreckend wie die Realität, jedoch mit dem gravierenden Unterschied daß sie die Hoffnung auf etwas Besseres in sich trägt.
Bei der Darstellung des Francoregimes ist der Film ziemlich universell, denn die politischen Geschehenisse, die geschildert werden, könnten auch für jeden anderen totalitären Staat stehen.
Besonders lobenwert bei der Erzählung von Pans Labyrinth ist, meiner Meinung nach, daß der Film nicht auflöst, inwieweit die fantastischen Eriegnisse „echt“ sind und wie weit sie vielleicht nur in Ofelias Fantasie exsitieren. Das zu entscheiden bleibt dem Zuschauer vorbehalten und es gibt dem Film, trotz der Grausamkeit die geschildert wird, eine hoffnungsvolle Note.

Pans Labyrinth ist visuell sehr ansprechend, was nicht nur an dem interessanten Wechsel zwischen fast ausschliesslich grau-blauen Aufnahmen und hellen Aufnahmen liegt, sondern in erster Linie der exzellenten Kameraarbeit zu verdanken ist (Ich wollte das übrigens schon schreiben, bevor der Film einen Oscar dafür bekommen hat Wink ). Dabei finden sich auch einige recht seltene Aufnahmen, wie zum Beispiel eine Szene, in der der ganzen Raum benutzt wurde, (Man nennt das glaube ich eine 360°Grad Aufnahme, oder so ähnlich?) was eigentlich nicht typisch für westliche Filme ist, sondern eher mit dem japanischen Kino in Zusammnehang gebracht wird.

Auch die Zeit, die der Film sich läßt, damit sich die einzelnen Szenen und die damit verbundenen Emotionen entfalten können, erinnert ein wenig an japanisches Kino.

Zu den SchauspielerInnen ist zu sagen, daß ich sie in diesem Film eigentlich alle glaubwürdig fand. Besonders zu erwähnen sind natürlich die Darstellerin der Ophelia, Ivana Baquero, und der Darsteller von Ophelias Stiefvater, Sergi López die den Film über weite Strecken tragen. Wobei ich zugeben muß, daß ich den Charakter des Stiefvaters, der ein wenig überspitzt dargestellt wird, eher als Sinnbild für das gesamte Regime verstanden habe.
Besonders gut gefallen hat mir auch noch sowohl die Figur als auch die Darstellerin der Mercedes, einer Magd mit der Ofelia Freundschaft schließt und die für mich so etwas wie die Tapferkeit des Individuums verkörperte. Diese Rolle wurde von Maribel Verdú gespielt.

Der Soundtrack ist sehr, sehr melancholisch und besteht überwiegend aus Klavier-und Streichmusik. (Und da ich mir den Film heute morgen noch einmal angesehen habe, um ja nichts falsches zu schreiben, habe ich ihn jetzt die ganze Zeit im Ohr. Wink )





Pans Labyrinth war einer der schönsten und traurigsten Filme, die ich dieses Jahr gesehen habe und er war fesselnd von der ersten bis zur letzten Minute. Ich kann mir aber schon vorstellen, daß Leute, die langsame Filme nicht mehr gewohnt sind, den Film an wenigen Stellen etwas zu lang finden werden. Trotzdem sollte man sich diesen Film nicht entgehen lassen!
Ein Fehler wäre es auch, anzunehmen, man könne sich diesen Film mit Kindern ansehen, da er Fantasyelemente enthält: der Film ist stellenweise grausam und verstörend, und zwar auch die Fantasyszenen!

Übrigens, wenn jemand von Euch Spanisch lernt oder einer anderen romanischen Sprache mächtig ist, sollte er/sie sich nicht davor scheuen, den Film in OV anzusehen. Er ist sehr leicht verständlich. Ich hätte die Untertitel fast nicht gebraucht, meine wenigen Italienischkenntnisse haben gereicht, um einen Großteil des Filmes zu verstehen. (Und ich bin kein großes Sprachtalent!)

Pans Labyrinth hat gestern einen Oscar für Kamera, Art Directing, und Make Up verliehen bekommen.

Soweit ich das mitbekommen habe, hat Guillermo del Toro für die Zukunft einen weiteren Film mit Verbindung zum spanischen Bürgerkrieg geplant, der auf den Tittel 3993 (evtl. da im Film eine Verbindung zwischen 1939 und 1993 bestehen wird???) hören soll.





Korea 2-Disc Special Edition
R3 / NTSC
Taewon Entertainment
Bild: 1.85:1 anamorphic widescreen
Ton: Spanisch DD 5.1 + DTS 5.1
Untertitel: Koreanisch, Englisch
Extras: Trailer, Making Of, Interviews, Special Effects, Behind the Scenes, Set Design, Art-Book, Buchzeiger (in Form eines Schlüssels)

Die DVD ist wirklich schön verpackt in einer Box, die einem alten Buch nachempfunden ist. Sie ist ausserdem von guter Bild- und Tonqualität und die englischen Untertiteln sind bis auf das Weglassen einiger Schimpfwörter sehr gut übersetzt.





Weitere Filme von Guillermo del Toro bei cineglobe:
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 26, 2007 12:44    Titel:

Werde mal diese Woche rein gehen...
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Und was sind ihre Hobbys, Mr. Spengler?
Ich sammle Sporen, Keime und Schimmelpilze.

Mitleid gibt es umsonst, Neid musst du dir erarbeiten.
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plam
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 26, 2007 13:14    Titel:



Pans Labyrinth

Zum Inhalt:

Der Film setzt zum Ende des spanischen Bürgerkriegs 1944 ein. Die kleine Ophelia ist mit ihrer schwangeren Mutter auf dem Weg zu ihrem Stiefvater, der als Hauptmann der Armee auf einem entlegenen Aussenposten die in den Bergen verschanzten Partisanen vernichten soll.

Dabei sieht sich Ophelia zunehmend mit der unbändigen Gewalt des Stiefvaters konfrontiert, welche alsbald auch nicht mehr vor ihr und der Mutter halt macht. Der einzige Ausweg für das kleine Mädchen sind ihre Märchenbücher, deren Inhalt jedoch immer mehr in die reale Welt Einzug hält....


Kritik:

Guillermo del Toros "Pans Labyrinth" ist der zweite Teil seiner Spanientriologie. Bereits 2001 schenkte er der Filmwelt mit "The Devils Backbone" einen raffinierten Horrorfilm, welcher, angesiedelt im Jahre 1939 - also zur Endphase des spanischen Bürgerkriegs - einmal mehr einen kritischen Blick auf die spanische Geschichte riskierte. Aktuell arbeitet der mexikanische Regisseur bereits am dritten Teil dieser Triologie, welcher den Titel "3993" trägt.

Doch zurück zu "Pans Labyrinth": Den Film könnte man zunächst ganz allgemein als ein Märchen für Erwachsene umschreiben. Tatsächlich bietet "Pans..." vor allem eine Bilderwelt, wie man sie so im Kino nur äußerst selten zu sehen bekommt. All die Fabelwesen, die Feen und natürlich der Pan selbst, zeugen von einem Ideenreichtum, der allein schon den Gang ins Kino Wert ist.

Doch "Pans..." ist weit mehr, als ein bildgewaltiger Film. Denn vor allem die Geschichte erweist sich hier als das wohl Tiefgründigste, was es in den vergangenen Jahren diesbezüglich zu sehen gab. Del Toro lässt Ophelia nicht einfach nachts in ihren Träumen in die imaginierten Welten entfliehen. Vielmehr lässt er beide Welten, die raue Welt des Kriegs und die phanastische Welt, parallel nebeneinander existieren. Die Übergänge sind absolut fließend, es gibt keinen Bruch in den Bildern, keine Grenze, welche überquert werden müsse.

Dadurch wird Ophelias Welt natürlich zum Teil der Realität. Oder ist es doch der Krieg in all seiner Grausamkeit, der damit zum Unfassbaren, Irrealen gerät? Beide Welten stehen in einer Beziehung zu einander, soviel ist klar. Es ist jedoch keine allegorische, als vielmehr eine phantasmagorische Beziehung. Die Bilder des Krieges tauchen in Ophelias Märchen als Schein wieder auf und kündigen die phantastischen Momente teilweise bereits an. Ebenso lassen sich aus Ophelias Welt Zeichen erkennen, welche die Ereignisse des Krieges bereits erahnen lassen.

Doch neben den märchenhaft schönen Bildern und der komplexen Narration kann der Film auf einer weiteren Ebene überzeugen: Die Schauspieler bieten durchweg eine beeindruckende Leistung. Dabei muss vor allem auf die gerade mal 10-jährige Ivana Baquero in der Rolle der Ophelia verwiesen werden, welche den Charakter des kleinen Mädchen mit der erforderlichen Ernsthaftigkeit und Überzeugung darbietet. Doch auch der Stiefvater und Hauptmann, gespielt von Sergi Lopéz, zeigt perfekte Schauspielkunst und ist in seiner Rolle der personifizierte Faschismus überhaupt. Seine Kälte und Härte gegenüber der Menschheit schafft es sogar, die düster-beklemmende Atmospähre des gesamten Films entscheidend mit zu tragen.

Wirklich meisterlich ist jedoch die Tatsache, dass der Film zwar selbst "nur" Spanien zur Zeit des zweiten Weltkrieges und des Francoregimes zum Thema hat, dieses Thema jedoch so referenzlos wie nur irgendwie möglich behandelt. Dadurch erlangt der Film eine derart zeitlose Qualität, dass sich die gezeigte Welt durchaus bis in unserer Zeit verlängern lässt. "Pans Labyrinth" wird somit zu einer absolut ernstzunehmenden Kritik, die aktuell ebenso von Bedeutung ist, wie sie es zur Zeit des zweiten Weltkriegs war.
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Zuletzt bearbeitet von plam am Mo Feb 26, 2007 17:35, insgesamt einmal bearbeitet
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Namu
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 26, 2007 14:02    Titel:

Plam, Deine Review ist einfach Klasse und brint es genau auf den Punkt! Danke für diesen gelungen, gut formulierten Beitrag! Beifall Very Happy
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plam
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 26, 2007 17:37    Titel:

Danke für die Blumen. Embarassed

Deine Review steht dem jedoch in absolut nichts nach. Faszinierenderweise sind unsere beiden Eindrücke und Deutungsversuche sogar erstaunlich dicht bei einander, um nicht zu sagen: deckungsgleich!

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mannen
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 26, 2007 17:50    Titel:

Ihr habt beide sehr schöne Reviews geschrieben Wink

Mir hat der Film sehr gut gefallen (war meiner Meinung nach der Beste Film 2006).
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阿弥陀佛
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pelznase
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BeitragVerfasst am: Mi Feb 28, 2007 00:09    Titel:

Ich werde ihn mir voraussichtlich kommende Woche ansehen und freue mich schon sehr darauf.
Werde dann meine Meinung hier kund tun Smile
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Namu
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BeitragVerfasst am: Mi Feb 28, 2007 09:00    Titel:

pelznase hat Folgendes geschrieben:

Werde dann meine Meinung hier kund tun Smile


Je mehr Meinungen, desto besser! Very Happy

Und herzlich willkommen auf cineglobe!

Möchtest Du Dich nicht vorstellen? Wäre schön!

Den Thread dazu gibts hier:

http://www.cineglobe.de/forum/stellt-euch-doch-mal-vor-die-menschen-bei-cineglobe-t21.html


Liebe Grüsse,
Mimi
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pelznase
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BeitragVerfasst am: Mi Feb 28, 2007 09:54    Titel:

Oh klasse.
So ein Thema hatte ich schon gesucht, aber so spät abends irgendwie übersehen Wink
Werde das gleich mal nachholen.
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John Nash
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Beiträge: 369
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BeitragVerfasst am: Do März 01, 2007 17:10    Titel:

Wollte grad Karten für Hamburg Dammtor Cinemaxx bestellten und musste doch leider feststellen, dass er dort nicht läuft! Ich dachte doch eben glatt, dass der Typ mich verarschen wollte als er meinte, das liegt wohl daran, dass der Film ab 16 ist und Filme mit einer höheren Altersfreigabe liefen in letzter Zeit nicht so gut...

FU Ironie
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