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Kittie CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 932
Wohnort: Gegenerde
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Verfasst am: Fr Feb 22, 2008 21:12 Titel: [REC] |
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KInostarttermin: 08.05.2008
Regie: Jaume Balagueró, Paco Plaza
Darsteller: Manuela Velasco, Ferran Terraza, Vicente Gil, Jorge Serrano,
Manuel Bronchud
Story:
Eine Reporterin und ihr Kamaramann sind zu Besuch bei einer
Feuerwehrstation und wollen dort eine Dokumentation über die
Feuerwehrleute drehen.
Dann kommt es zu einem Einsatz und die Reporterin und der Kamaramann
sind natürlich mit dabei und erleben hautnah einen Alptraum - Schreie,
Dunkelheit und wahrscheinlich ein unbekannter Virus, der die Menschen
mutieren lässt.
Kommentar:
Von den Spaniern bekommt man in letzter Zeit einiges zu sehen. Erst "Pan's
Labyrinth", aktuell "Das Waisenhaus" und nun auch noch [REC]. Mich
persönlich freut dies, denn das spanische Kino war mir bisher eher
verschlossen.
Auch wenn dies kein Anwärter für einen Kinobesuch ist, werde ich mir [REC]
sicherlich auf DVD ansehen, denn die Story klingt so schon mal nicht
schlecht und der Trailer *klick* macht auch schon mal einen guten Eindruck.
Aber ich glaube dieser Film wird die "Nation" mal wieder ein wenig spalten,
denn der Trailer lässt vermuten, dass der komplette Film im Blair-Witch-Art
gedreht wurde, d. h. man bekommt größtenteils verwackelte Bilder zu
sehen. Sowas stört mich weniger, denn diese Handkamaraaufnahmen
vermitteln fast immer das Gefühl als sei man selber mit dabei und wenn
dazu noch die Schreie, Dunkelheit und die Einengung durch das Gebäude
dazu kommen, verspreche ich mir eine sehr spannende Atmosphäre.
Allerdings gibt es etwas ärgerliches jetzt schon zu berichten. Zu [REC]
gibt es jetzt schon ein US-Remake, welches bei uns ab den 27.11.2008
unter dem Titel "Quarantine" in den Kinos laufen soll.
Das finde ich jetzt doch schon wieder zum Kotzen, denn warum brauch
dieser Film jetzt schon ein US-Remake? Oder besser gefragt: braucht dieser
Film überhaupt ein Remake?
Wenn ich das Original gesehen hab, bin ich mal gespannt was die Amis
meinen hier besser machen zu können.
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plam CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 676
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Verfasst am: Sa Feb 23, 2008 12:54 Titel: |
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Danke für die Vorstellung dieses Films; hat mein Interesse auf jeden Fall schonmal auf Anhieb geweckt. Das Remake ist natürlich erwartungsgemäß hinfällig, wie ich finde. Und ich schließe mich Dir an, dass dieser Film wohl einmal mehr die Menschheit spalten wird. Die Einen sind begeistert von der Authenzität der Handkameraeinstellungen, die Anderen abgrundtief genervt von den verwackelten Bildern.
Dennoch hoffe ich mal, dass dieser Stil, den wir ja aktuell noch mit "Cloverfield" im Kino sehen können, jetzt nicht wieder 1000 Nachahmungen mitsich bringt. Denn so könnte aus der im Grunde originellen Idee der Augenzeugenvideos rasent schnell plumper Abklatsch-Wahn werden. Trotz der grundsätzlichen Ähnlichkeit zu "Cloverfield" würde ich [rec] aber dennoch Potential anerkennen. Denn das spanische (und mexikanische) Kino scheinen derzeit tatsächlich der Nabel der Filmwelt zu sein. Hollywood kommt da zumindest schon lang nicht mehr mit. _________________ plams DVD-Sammlung
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Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4981
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Verfasst am: Sa Feb 23, 2008 20:51 Titel: |
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| plam hat Folgendes geschrieben: |
Die Einen sind begeistert von der Authenzität der Handkameraeinstellungen, die Anderen abgrundtief genervt von den verwackelten Bildern.
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Für Leute, denen das nichts ausmacht, ist das vielleicht etwas schwer zu verstehen, aber die meisten Leute, die sich über Handkamera beschweren, sind davon nicht "genervt", sondern es wird ihnen schlicht und ergreifend übel davon.
Da ich auch zu diesen Leuten gehöre, muß ich sagen, daß mir das dann auch nicht mehr "so wunderbar realistisch" vorkommt, weil mein Hirn eben normalerweise so funktioniert, daß es die verwackelten Bilder, die es gesendet bekommt, ausgleicht und ich mich auf jeden Fall im richtigen Leben nicht ständig, wenn ich mich bewege oder geblinzelt habe, übergeben muß.
Tut mir leid, fürs wieder mal Off-Topic, aber ich wollte wenigstens den Versuch machen, zu erklären, warum es eben Leute gibt, die nicht "Hurra Handkamera, authentisch, bravo" schreien...
Ich habe manchmal nämlich den Eindruck, ihr würdet unbewußt meinen, das wäre einfach die Faulheit des Betrachters und das finde ich ein wenig unfair.
Es macht wirklich keinen Spaß wegen eines Films die halbe Nacht über der Kloschüssel zu hängen und dann läßt man diese Filme eben lieber sein.
P.S.: Es gibt übrigens auch Handkamera und Handkamera... Also ich mein, es gibt auch Handkamerafilme, die weniger hektisch sind. Die kann ich sogar auch ansehen und hab dann meine Freude daran.
Hm, bei der Handkamera sollte man sich vielleicht auch nicht zu sehr von der vermeintlichen Realität blenden lassen. Im wirklichen Leben fällt man zum Beispiel nicht mit offenen Augen hin. Man schließt diese aus Reflex... etc...
Auch mit Handkamera wird Film also ein Medium bleiben, das Realität nur bedingt wiedergeben kann. |
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Nomak CineMaster


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Verfasst am: So Feb 24, 2008 09:49 Titel: |
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ich werd mir diesen film diesmal sparen. zumindest im kino auf dvd vielleicht. hab bei cloverfield jedenfalls festgestellt das ich doch gerne durchdachte story und ausgeklügelte charaktere mag, obwohl ich den trailer schon wieder spannend fand Bei mir ist der grund jedenfalls nicht der, das mir schlecht wurde bei den "kamerafahrten". _________________ Homecinema:
AV-Receiver: Denon AVR-1911, DVD-Blu-Ray-Player: Playstation 3 (250GB), Projektor: Sanyo PLV-Z4000, Boxen: Elac Linie 120 5.1 Set, Sat-Receiver: Kathrein UFS 910, Leinwand: WS-Spalluto Elastic Frame |
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plam CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 676
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Verfasst am: So Feb 24, 2008 11:15 Titel: |
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@Namu:
Da muss ich dann doch noch etwas entgegen setzen. Auch in meiner täglichen Wahrnehmung wackelt nichts. Zumindest erlebe ich, beim Gang durch die Welt einen durchaus entspannten Bilderfluss. Der Punkt, auf den ich mit dem "Realitätsbezug" bei einer Wackelkamera hinaus will, ist ein völlig anderer. Wenn ich sage, diese Filme erwecken einen realistischer Eindruck, als andere, dann heißt dies ja nicht, dass in der Realität als ruckelt und unscharf ist...
Es geht aber um das Ereignis selbst: Wenn etwas dramatisches geschieht, dann hat der Amateurfilmer, der zufällig Augenzeuge wird (und darum geht es in diesen Filmen ja), eben nicht die Zeit, wie sie ein Regisseur normalerweise hat. Im Film wartet das Ereignis üblicherweise darauf, dass alle fertig sind und jemand "Und Action" ruft. Was uns Filme wie [REC] propagieren wollen, ist eben, dass es diesen konstruierten, filmischen Raum nicht gibt. Der Laie hat keinen Kamerakran, kann keine aufwändigen Fahrten ins oder aus dem Bild machen und das Ereignis mediengerecht einfangen. Er muss nehmen, was er spontanerweise - eben zufällig - vor die Linse bekommt. Und zudem muss er als Kameramann, da er ja selbst von dem Ereignis betroffen ist, ganz im Gegensatz zu all den anderen Kameramännern, auch noch selbst auf eben dieses Ereignis reagieren, ist eben betroffen, schockiert, zittert, weil er Teil dessen ist, was er gerade einfängt....
...dabei können schließlich - realistischerweise - nur verwackelte Bilder entstehen. Wenn man dies aufwändig inszenieren würde, dann wäre es für mich, im Sinne der Geschichte, nicht mehr realistisch - der Film würde seine zentrale Motivation verlieren. Ich kann mir zumindest niemanden vorstellen, der Szenen, wie sie im Trailer zu [REC] zu sehen sind, ganz lässig und cool in tollen Bildern einfangen kann, während er dies sozusagen "live" miterleben muss.
_________________ plams DVD-Sammlung
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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: So Feb 24, 2008 14:38 Titel: |
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Ja, deshalb hatte ich mich auch fürs off-topic entschuldigt, weil ich das eben nicht auf den Film bezogen habe, auch gar nicht alles direkt auf Dich.
Und außerdem habe ich einen Unterschied zwischen realistisch und der von Dir angesprochenen Authentizität gemacht (zumindest sollte da ein Unterschied sein).
Mir ging es einzig und allein, um zwei Punkte: A Für viele Leute ist das Handkamerading einfach keine Frage, um Vor-oder Nachteile, sonderen es gibt da bielogische Probleme, warum sie diese Filme nicht sehen können. Das ist dann in keinster Weise eine negative Wertung. (Und das sind sehr viele Leute. Ist nicht so, daß ich da eine Ausnahme wäre).
Ich finde, da kann man dann nicht von Nation spalten reden, was für mich implizieren würde, daß es um ein Problem geht, bei dem entgegengesetzte Meinungen diskutiert werden würden.
Das andere Problem wäre das mit der Realität. Damit habe ich nicht das gemeint, was Du mit authentisch beschrieben hast.
Mir ging es um die weit verbreitete Ansicht, daß Handkamera einen Film realitischer machen würde (ohne den in diesem Film vorliegenden thematischen Bezug..). Ich würde das sogar nicht mal anzweifeln, sondern wollte nur allgemein dazu bemerken, daß ein Film (und ein Buch) niemals die Realität wiedergeben kann. Es gibt nämlich Leute, und gerade solche, die sich viel mit Film beschäftigen, die manchmal aus den Augen verlieren, daß die Realität doch recht wenig mit filmischer Realität gemeinsam hat.
Das war aber wirklich nicht auf Dich gemünzt. Ich denke schon, daß Du Dir des Unterschiedes bewußt bist. Ich nehme sogar sehr stark an, daß Du Dich damit schon öfter beschäftigt hast...
Ich verstehe übrigens auch, daß Du es toll findest, daß der Film authentischer ist. Mir ist das in dem Fall lieber, wenn ein Film (oder auch nur Sequenzen) weniger authentisch wären, weil ich ihn mir dann nämlich ansehen könnte (oder bei Sequenzen nicht die Augen zumachen müßte)...
Aber, wie gesagt, das wäre dann nicht wirklich ein Diskussionspunkt über gelungene/weniger gelungene Umsetzung des Films... |
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plam CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 676
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Verfasst am: Mo Feb 25, 2008 11:47 Titel: |
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Also: das wird jetzt nochmal sehr OFF-Topic, aber ich würde es trotzdem gern hier loswerden:
Namu, ich so gesehen hast Du natürlich Recht. Allerdings finde ich es dann immernoch schade - und Du bist damit nicht gemeint - wenn die breite Masse dann nur allzu schnell dazu neigt, den Film als schlecht zu bewerten, allein auf Grund von biologischen Problemen. Denn wenn ich Filme dieser Art nicht sehen kann, weil ich sie einfach mal aus körperlichen Gründen nicht wirklich wahrnehmen kann, dann sagt dies doch am Ende - zumindest aus meiner Sicht - nichts über den Film selbst aus. Diesen kleinen, feinen Unterschied sind jedoch die Wenigsten bereit zu unternehmen.
Sehr passend finde ich mal wieder Deinen kleinen Mini-Exkurs zur Realität vs. Authentizität, denn gerade habe ich eine Studie abgeschlossen, die sich ganz explizit um den Raum des Films bemüht und untersucht hat, ob es Realität im Film überhaupt geben kann.
Und die Antwort darauf lautet ganz philosphisch mal wiede: Jein. Generell gibt es natürlich keine Realität im Film. Wann immer irgendwo eine Kamera auftaucht, verändert sie die Realität. Wenn Ihr heute nachmittag in der Fussgängerzone eurer Heimatstadt eine Kamera entdeckt, werdet Ihr euch anders verhalten, als wäre die Kamera nicht da. So gesehen sind auch Dokumentarfilme niemals 100% Abbilder der Realität, und der Film noch viel weniger. Er konstruiert sich einen Raum, der an die Realität erinnert, diese aber nie ohne Einschränkungen - quasi ungefiltert - wiedergeben kann.
Und doch glaube ich, exemplarisch im Falle von Werner Herzogs "Fitzcarraldo" einen filmischen Raum entdeckt zu haben, in dem es die "Realität" schafft, die filmische Konstruktion zu überdecken. Der reale, natürliche Raum in diesem Film hat teilweise eine höhere Handlungsautorität, als der von Herzog intendierte filmische Raum. Ganz plump gesagt, ist hier die Natur stärker als der Film und Herzog muss im Zweifelsfall nehmen, was er vor die Kamera bekommt. Er konnte unzählige Szenen nicht nocheinmal drehen. Ich habe diesbezüglich einige interessante Szenen gefunden, die dies belegen, doch würde deren Besprechung hier den Rahmen sprengen. Wer die Studie mal lesen will, PN an mich.
Fazit: Es gibt meiner Meinung nach Realität im Film, zwar nicht als alleinige bildbeherrschendes Element, wohl aber in Wechselwirkung zum filmischen, konstruierten Raum, wobei die Realität hierbei durchaus einen höheren Stellenwert einnehmen kann. Die große Frage ist nur: traut sich ein Regisseur soetwas, wie es Herzog es 1979-82 im peruanischen Dschungel gewagt hat, heute noch zu, oder bekommt zumindest die Finanzierung für solch ein Projekt?
Über [REC] lässt sich sowas natürlich nicht sagen. Dieser Film ist demnach völlig frei von Realität, versucht aber den Eindruck zu vermitteln, es wäre die Realität. Und dann kann man sich natürlich darüber streiten, ob der Film im Grunde gut ist, der Regisseur sich vielleicht nur für den falschen Weg der Umsetzung entschieden hat... _________________ plams DVD-Sammlung
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Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4981
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Verfasst am: Di Feb 26, 2008 09:44 Titel: |
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| plam hat Folgendes geschrieben: |
Namu, ich so gesehen hast Du natürlich Recht. Allerdings finde ich es dann immernoch schade - und Du bist damit nicht gemeint - wenn die breite Masse dann nur allzu schnell dazu neigt, den Film als schlecht zu bewerten, allein auf Grund von biologischen Problemen. |
Ja, das ist auch schade. Aber leider gibt es wohl wirklich Menschen, die da nicht differenzieren können und eigene Mängel oder Geschmacksvorstellungen als Meßlatte für einen Film nehmen...
(Und fairerwiese muß man wohl auch zugeben, daß es sehr schwer ist, sich von so etwas frei zu machen...)
Ich wollte mich noch bei Dir, plam, für die ausführlichen Antworten bedanken, die ich sehr interessant fand.
Und an Kittie wollte ich auch Danke sagen, für die Geduld, daß er es so gnädig hingenommen hat, daß seine Filmvorstellung etwas zu einem anderen Thema gewandert ist.
Ich weiß selbst, wie ettäuschend das ist, wenn man einen Film vorstellt und dann antwortet jemand und man freut sich schon, nur um festzustellen, daß das Geschriebene relativ wenig mit dem Film an sich zu tun hat. Hoffentlich fandest Du es nicht so schlimm!
Der Ausflug ist jetzt auch beendet und alles Kommende wird wohl wieder direkt zum Film sein!
LG, Mimi |
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Kittie CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 932
Wohnort: Gegenerde
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Verfasst am: Di Feb 26, 2008 17:02 Titel: |
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Ach kein Problem Namu.
Lieber so etwas - was auch interessant ist, als gar nichts - das ist viel schlimmer und ärgerlich. |
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plam CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 676
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Verfasst am: Mo Mai 19, 2008 11:15 Titel: |
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Hier nun also meine Kritik zum Film [rec], der im Vergleich zu den Horrorfilmen der vergangenen Jahre vor allen Dingen Eines ist: genial.
Wirklich präzise versucht der Film zunächst, die Massenmedien zeitgemäß zu inszenieren. Demgemäß muss es langweilig losgehen als Pseudo-Reality-Doku, wie sie auch hierzulande nahezu tagtäglich unsere Bildschirme mit Langeweile überziehen.
Doch die Langeweile kippt, unerwartet und hart ins totale Chaos. Einmal mehr bleibt das Fernsehen sich treu: Während Menschen sterben, verbluten, mehrere Stockwerke tief stürzen und aufklatschen hat die Moderatorin des Fernsehteams nur eine Sorge: "Hast du auch alles drauf?", fragt sie unentwegt ihren Kameramann, in Vorausahnung der großen Story, die sich hieraus verwerten lässt. Menschliches Leid weicht dem Profit.
Aber auch draussen, vor der Tür, reagiert der Rest der Welt auf diese virale Bedrohung im Haus ganz ordnungsgemäß und unserer Zeit entsprechend. Statt zu helfen, riegelt man lieber alles ab. Die Eingeschlossenen im Haus werden zu Ausgeschlossenen aus der Gesellschaft.
Wundervoll kann man dann beobachten, was passiert, wenn eine Gruppe Menschen, völlig auf sich allein gestellt klarkommen muss. Allmählich schwinden die einstigen Kontrollinstanzen, der Polizist, der anfänglich noch das Sagen hat, ist alsbald auch nur noch ein potentielles nächstes Opfer, nicht mehr und nicht weniger. Die Hierarchie ist verschwunden.
Die hier bereits besprochene Realitätsnähe durch die Handkamera ist dabei in vielerlei Hinsicht dienlich, um dem Film tatsächlich sowas wie Authentizität zu verleihen. Sicherlich nerven die Bilder teilweise, wackeln und sind verschwommen. Doch was mit dem Betreten des Wohnhauses beginnt, ist eine nahezu ungeschnittene Live-Übertragung des Horrors.
Als Zuschauer bekommt man nicht nur einen sehr guten Überblick über das Haus, den Raum also, sondern auch über die Zeit die vergeht, denn alles Gezeigte hat weitgehend Echtzeitcharakter, jenes Merkmal, was vermeintlichen Echtzeitsendungen, wie "24" schlichtweg fehlt.
Dabei vermischen sich Horror und Suspense gleichsam zu einer gefährlichen Liason: Hitchcock hat einst beschrieben, worin der Unterschied dabei liegt. Beim Horror passiert etwas Unerwartetes, der Zuschauer weiß ebensowenig wie die Protagonisten im Film, wann was passieren wird und wird überrascht, geschockt. Beim Suspense weiß der Zuschauer durchaus mehr, als die Protagonisten. Ein Beispiel: Zwei Männer treffen sich in einem Büro. Einer von ihnen hat eine Bombe im Koffer, was der andere nicht weiß, wohl aber der Zuschauer, der sich fortan nägelkauend fragt, wann und ob überhaupt die Bombe detonieren wird. Das ist Suspense.
Hier nun wird Beides auf die Spitze getrieben. Stets wissen wir doch, dass Etwas passieren kann und auch wird. Suspense macht sich breit und doch wissen wir im Grunde stets nie, was und ob dann tatsächlich Etwas passiert. Jedenfalls funktionieren die wenigen, aber extrem guten Schockmomente bis zum Schluss perfekt, ja sie werden am Ende sogar in einem großartigen Höhepunkt landen, der seinerseits Schockvergleiche zum "Exorzist" durchaus zulässig macht.
Überhaupt gehört das Ende des Films, etwa die letzten 20 Minuten zum Besten, was ich seit Langem gesehen habe. Den verbliebenen Überlebenden im Haus wird systematisch der Raum verkleinert. Man zieht sich immerweiter zurück. Schockierend ist in dem Zusammenhang, dass der Weg dabei immer weiter nach oben, bis ins Dachgeschoss führt, wo man den einzigen Ausweg doch im Keller vermutet.
Und ebenso, wie sich der Überlebensraum der Protagonisten verkleinert, so verkleinert sich auch das sichtbare Bild des Zuschauers im Kino. Am Ende, nach dem die Beleuchtung der Kamera auch noch ausfällt, sind mehr als 2/3 der Leinwand in tiefes Schwarz gehüllt. Der Zuschauer muss blinzelnd, ebenso wie das Fernsehteam sich in nahezu völliger Dunkelheit das drohende Unheil erahnen. Eine kleine Kreisblende, gibt die grün gerfärbte Nachsicht der Kamera auf die Wohnung des Teufels frei und offenbart ein umso schockierenderes Geheimnis. Die letzten Bilder wirken noch einen Moment nach, bevor man sich allmählich aus dem Kinosessel erheben kann und über das Gezeigte nachdenken kann.
Irgendwie ist dies ja schon ein Zombiefilm, aber irgendwie auch viel zu nah am Leben, viel zu nah an unserer Gesellschaft. Hier geht es nicht um Zukunftsvisionen, wie in "28 Days Later", oder um das Entstehen einer neuen Gesellschaftsordnung, wie bei Romero. [Rec] findet hier und jetzt statt. Und die Übertragung des Schreckens von der Leinwand auf den Zuschauer funktioniert, dank der gewählten Darstellungsvarianten in Form einer Reality-Doku grandios. _________________ plams DVD-Sammlung
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