Du hast noch keinen Cineglobe-Account? Unsere Mitglieder lesen alle werbefrei! Klicke hier um Dich jetzt kostenlos zu registrieren!
 
    Login
 Registrieren  DVD-SHOP     KarteKarte    FAQ   Suchen   Mitgliederliste   Benutzergruppen   Profil   Nachrichten

Rules of Attraction -Filmkritik

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Forum -> DVD Filmkritik
Vorheriges Thema: Meine Frau, die Spartaner und ich
Nächstes Thema: Oh mein Gott... deutsche Filme?  
Autor Nachricht
Crenshaw
CineMaster
CineMaster


Anmeldedatum: 08.01.2007
Beiträge: 784
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: Mi März 05, 2008 14:23    Titel: Rules of Attraction -Filmkritik

Rules of Attraction - Die Regeln des Spiels



USA, 2002

Regie & Drehbuch : Roger Avary* nach der Buchvorlage von
Bret Easton Ellis (American Psycho)

(*ja, der von Pulp Fiction und Killing Zoe)

Der smarte Sean (James van der Beek, Varsity Blues), die laszive Lara (Jessica Biel, Texas Chainsaw Massacre) ), die schüchterne Lauren (Shannyn Sossamon, Ritter aus Leidenschaft) und der homosexuelle Paul ( Ian Somerhalder, Lost, Smallville)sind Teenies am renommierten Camden Kollege.



Alle sehen gut aus, stammen aus reichem Elternhause und sind verwöhnt bis zum Gehtnichtmehr. In ihrer Freizeit langweilen sie sich in Vorlesungen, vergnügen sie sich mit allerlei Drogen, sexuellen Exzessen und verkehren mit ihren Professoren, um ihren Notenspiegel anzuheben.



Man nehme alle herkömmlichen US-Kollegefilme, in denen sich am Ende immerzu ein glückliches Pärchen findet, in denen Geek-Loser über sich hinauswachsen und bei denen dem Zuschauer keine peinlichen Sexualkalauer erspart bleiben. Nun spiegele man jenes Heitere und Unbeschwerte in zynische, schon fast menschenverachtende Dimensionen, preise das ganze mit reichlich sardonischem Humor und serviere das Ganze mit vielen wenig verbrauchten Ideen der filmischen Erzählkunst.



RoA ist ein ebenso unangenehmer wie unterhaltsamer und am Ende traurig stimmender Film. Zwar gibt es etliche Protagonisten, mit denen man sich identifizieren könnte, aber der Schein trügt, sie alle sind nur Pappkameraden, die in einem primitiven, brutalen Welt agieren, die von Egoismus und Hedonie gekennzeichnet wird. Hier gibt es kein Happy-End, keine Liebespaare, sondern nur emotionale Kälte, Realitätsflucht und menschliches Scheitern in grossformatiger Dekadenz. Die vernichtende Abrechnung für das sündenhafte Lotterleben kommt nicht erst, sondern ist schon da – und die jungen Hauptfiguren leben nach ihr oder noch besser : in ihr weiter, ohne es zu merken.


Im Mittelpunkt stehen attraktive junge Leute, die aus purer Langeweile im Leben das Stadium des Menschlichen im wesentlichen schon hinter sich haben und nunmehr krampfhaft nach Auswegen aus ihrer eindimensionalen, schalen Existenz suchen. Der Film gewährt einen bitteren und mE realistischen Einblick in eine nach außen hin heile Welt, deren Inneres im Zeitraffermodus um Jahrzehnte altert. Waren es bei „American Psycho“ wenigstens Erwachsene, die sich zwischen Luxusmarken, Reichtum und Gleichgültigkeit verloren hatten, so sind es hier Jugendliche, die vom selben Schicksal ereilt werden. Da kann man noch dankbar sein, dass man als Zuschauer in der reinen (staunenden, jedoch nicht mitfühlenden) Beobachterposition verbleibt, ohne groß affektiert zu werden. Anzumerken ist, dass der absurde und bissige, Oscar-Wilde-ähnliche Humor in dem ganzen Trauerspiel nicht zu kurz kommt.



Der Film zählt ob der tristen Grundstimmung zu denen, die man nach dem Ansehen nicht so schnell wieder vorgehalten haben möchte.Auf der anderen Seite beinhaltet er so viele technische Spielereien, dass man sie alle beim ersten Ansehen kaum mitkriegen dürfte.
Dazu zählen zB die zahlreichen Zeitraffer, Zeitlupe, Rückwärts-Abläufe, Perspektiven, Cut-Techniken und Computereffekte genaue wie einige sehr starke Einstellungen, die man ewig betrachten könnte.

RoA kommt wie eine extravagante Mischung aus American Psycho, Trainspotting, Kids und Eiskalte Engel daher. Er hat einen zeitgemäss rasenden Puls, der jedoch im wesentlichen von äußeren Gestaltungsfaktoren und nicht der Tiefe der Figuren – die gibt es wie erwähnt, nicht – bestimmt wird. Zu diesen Faktoren zählen die sehr coole Musikuntermalung von Tomandandy, die sowohl Klassik als auch HipHop, Loveparade-Techno, Schnulziges und Hardrock beinhaltet und sie mit einer professionellen Lässigkeit ausspielt. Die Hauptdarsteller, allen voran James van der Beek (den ich eigentlich weniger mag) und Ian Somerhalder, sind als leidende Kollegeboys-Milchbubis sehr passend gewählt, Jessica Biel und Shannyn Sossamon bieten eher optische Reize – und unterstreichen gerade darin die prekäre Message der Films, vom schönen Schein zu leben – und an diesem zu zerbrechen.

4,5 von 5
Twisted Evil Twisted Evil Twisted Evil Twisted Evil

sehenswert für alle, die die nase von teenie-feelgood-filmen voll haben und sich an etwas anspruchsvolles, dunkleres halten wollen.

_________________
FSK 6 = Der Held ist ein Mädchen.
FSK 12 = Der Held bekommt das Mädchen.
FSK 16 = Der Bösewicht bekommt das Mädchen.
FSK 18 = Jeder bekommt das Mädchen.
Nach oben
jade.day
CineMOD
CineMOD


Anmeldedatum: 06.02.2008
Beiträge: 749
Wohnort: Rockenhausen

BeitragVerfasst am: Di Mai 20, 2008 08:53    Titel:

Mhhh..., ehrlich gesagt weiß ich nicht was ich zu dem Film sagen soll. Ich hab ihn mir gestern angeschaut aber irgendwie hab ich ihn nicht so ganz verstanden. Vor allem die Szene in der so schnell gesprochen wird, da ist es nicht grade einfach dem Film aufmerksam zu folgen, weil man irgendwann abschaltet und nicht mehr wirklich zuhört. Dann die Rückwärtsläufe... irgendwann hab ich aufgehört die Sprünge verstehen zu wollen und dann gings einigermaßen mit dem Verständnis.
Aber nochmal anschauen werd ich mir den Film wohl nicht.
_________________
Leben wird bedeutungslos,
wenn es seinen Sinn verloren hat.
Wenn all die Schönheit und Freude, die es in sich birgt,
für einen nicht mehr gelten kann ... dann beginnt das Sterben,
und der Tod erhält einen Stellenwert, den eigentlich das Leben verdient hätte.
Nach oben
FrEaKnoT
CineMaster
CineMaster


Anmeldedatum: 24.03.2008
Beiträge: 1166
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: Di Mai 20, 2008 10:57    Titel:

Hab ihn vorletzte Woche oder so gesehen...fand den nicht sonderlich doll und kann Crenshaws Glanzwertung ganz und gar nicht nachvollziehen ôO

Darsteller: durch die Bank weg solide, van der Beek gefiel mir sehr gut.
Story: die Motive von Ellis sind vorhanden, allerdings hätte man da viiiel mehr rausholen können. Will jetzt nicht wieder eine ewige Boch-oder-Film-Diskussion starten aber da war mehr drin.

Machart: mein großer Kritikpunkt. Das "Rückspulen" war nervig und nicht sinnvoll, beim ersten mal noch ok, aber auf die Dauer einfach nervtötend. Und alles was Crenshaw mochte (Cuts, Zeitlupe etc) war mir einfach zu viel, ohne tieferen Sinn wirkts auf mich sinnlos. "hey guckt mal was ich alles machen kann mit den Bildern" wollte der Regisseur wohl sagen.
Und der Score...hmm...ich fand ihn in einigen Szenen extrem nervig.

Fazit: Ein tolles Fundament dank des Romans, aber die Umsetzung ohne den Charme des Buches. Ein Film für die U25-Generation die ihr Leben ohne Klitschees und Gute-Laune-Atmosphäre vefilmt haben will.

Aber Crenshaw, ich gebe genau wie du 4,5 Punkte! 4,5 von 10. Very Happy
_________________
Mehr als 1200 Kurzkritiken und einige Specials zu Filmen aller Genres und Zeiten:
www.filmsucht.org
Nach oben
Crenshaw
CineMaster
CineMaster


Anmeldedatum: 08.01.2007
Beiträge: 784
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: Sa Mai 24, 2008 10:26    Titel:

Zitat:
fand den nicht sonderlich doll und kann Crenshaws Glanzwertung ganz und gar nicht nachvollziehen


...das macht nichts...ich kann auch fast keine einzige filmwertung von dir nachvollziehen nemo.gif und kann nachts trotzdem ruhig schlafen.

die vielzahl der filmtechniken, die in dem film steckten, fand ich gerade deshalb so fein, weil sie alle -wie von dir vollkommen rictig angemerkt- oberflächlich UND sinnlos waren und sich gerade deshalb "sehr kongruent" mit der für mich primären aussage des films verhielten : es ist alles scheinbar schön und zu oberflächlich, um sich mit den tiefen eines potentiellen sinngehalts auseinander zu setzen, also mixen wir alles auf hip und fertig. diese homogenität der machart mit der nihilistischen story und den pappmaché- figuren hat mich sehr beeindruckt, daher die hohe wertung.

gut, über den score kann man sich noch mehr streiten, ich fand ihn sehr passend.
_________________
FSK 6 = Der Held ist ein Mädchen.
FSK 12 = Der Held bekommt das Mädchen.
FSK 16 = Der Bösewicht bekommt das Mädchen.
FSK 18 = Jeder bekommt das Mädchen.
Nach oben
FrEaKnoT
CineMaster
CineMaster


Anmeldedatum: 24.03.2008
Beiträge: 1166
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: Sa Mai 24, 2008 12:51    Titel:

Naja um den Schlaf bringen deine Wertungen mich auch nicht, es wäre ja schlimm wenn jeder dasselbe mögen würde Smile

_________________
Mehr als 1200 Kurzkritiken und einige Specials zu Filmen aller Genres und Zeiten:
www.filmsucht.org
Nach oben
Crenshaw
CineMaster
CineMaster


Anmeldedatum: 08.01.2007
Beiträge: 784
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: Sa Mai 24, 2008 15:21    Titel:

amen to that Wink
_________________
FSK 6 = Der Held ist ein Mädchen.
FSK 12 = Der Held bekommt das Mädchen.
FSK 16 = Der Bösewicht bekommt das Mädchen.
FSK 18 = Jeder bekommt das Mädchen.
Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Forum -> DVD Filmkritik Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Ähnliche Beiträge im Kino und Film Forum
Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Love on the Rocks- Filmkritik UjaBuja Asien Filme 0 Mi Dez 30, 2009 14:40 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Der letzte Kampf-Filmkritik FrEaKnoT DVD Filmkritik 0 Di Dez 02, 2008 21:32 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Bus 174 Filmkritik plam DVD Filmkritik 0 Mo Okt 27, 2008 10:41 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge D-Day - Filmkritik Kat Asien Filme 0 Do Okt 16, 2008 22:05 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Burn After Reading Filmkritik plam DVD Filmkritik 22 Mi Okt 08, 2008 12:03 Letzten Beitrag anzeigen
 
   Copyright © Cineglobe Webdesign