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Sadisticum

 
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Kittie
CineMaster
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Anmeldedatum: 20.09.2006
Beiträge: 932
Wohnort: Gegenerde

BeitragVerfasst am: Sa Nov 14, 2009 18:21    Titel: Sadisticum

Regie: Sebastian Radtke

Darsteller: Christian Wewerka, Thomas Harbort, Katie Pfleghar,
Dominik Bliefert, Christina Gatterer

Story:

Ein junger Mann im Alter von 17 Jahren entdeckt seine Lust durch das
Verletzen und Töten von Menschen. Sein erstes Opfer ist eine
Schulkollegin. Er missbraucht sie und anschließend ermordet er sie.

Es vergehen über 30 Jahre in denen er seine Triebe unter Kontrolle hat,
aber dann wird ein Raubüberfall an ihm verübt und der Trieb und die Lust
zum Töten sind wieder da. Es geht ihm aber nicht nur ums Töten,
sondern er möchte dies auch mit anderen Gleichgesinnten teilen und
auch dafür bewundert werden.

Somit gründet er das "Folterseminar" indem gezeigt wird wie man
effektiv folter, ohne das der Proband dabei zu schnell wegstirbt.

Kommentar:

Ich habe lange auf diesen Film gewartet und ihn von der ersten
Information an verfolgt und nun war es endlich soweit - MUP brachte
diesen Film auf DVD raus und endlich konnte ich ihn mir ansehen.

Auch wenn mir der Inhalt des Film durch die Informationen, die man
vorher schon auf der offizielle Website finden kann, bekannt war, war ich
dennoch sehr gespannt was mich in den nächsten 57 Minuten erwarten
wird.

Oberflächlich betrachtet könnte man meinen, dass man hier mit auf die
Torture-Porn-Welle mit aufspringen wollte, die Filme wie Hostel ausgelöst
hatte. Aber ich wurde durch etwas viel Groteskeres überrascht.

Man taucht in die erschreckende Psyche dieses Mannes ein und man wird
in eine Welt geführt wo Schmerz und Pein erst der Anfang sind. Daher
vergesst Hostel und all die Ableger bzw. Kopien. Sadisticum geht
viel intelligenter und geschickter – und somit auch umso erschreckender
- an die Sache ran. Von Anfang an herrscht eine kalte und sterile
Atmosphäre, die sich über den Film aufrecht erhalten kann und somit
auch der Spannung zu gute kommt. Genauso etwas vermisse ich auch in
vielen aktuellen Horrorfilmen, aber traurigerweise zählt bei denen nur
noch die Härte und welcher Film denn nun ein neues Tabu bricht.

Sadisticum enthält zwar auch erschreckende Szenen, aber hier ist
die Gewalt nicht selbstzweckhaft oder gar verherrlichend. Bei der wirklich
grausamen Folter leidet man selbst nur als Zuschauer mit. Angedeutet sei
hier nur mal die Fingernagel- bis Fingeramputation – und dies ist grade
mal der Anfang. So was lässt selbst einen Gorehound wie ich es einer bin
nicht kalt. Sollte dem doch so sein sollte man sich ernsthaft mal
Gedanken machen.

Weiterhin erschreckend ist die Vorstellung von so einem "Folterseminar".
So abwegig ist dies nicht einmal. Gefoltert wurde schon immer. Das lehrt
uns sogar die Geschichte. Aber das ist nur die eine Seite, denn ein
Seminar wird doch immer von lernwilligen Zuschauern besucht und steckt
nicht in jeden von uns diese perverse triebhafte Neugierde? Nehmen wir
mal die ach so seriösen Nachrichten. Hier wird gezeigt wie sich Menschen
bestialisch abschlachten und mit Interesse wird das verfolgt. Wir leben in
einer kranken Welt und irgendwo wird es auch solche oder ähnliche
Folterseminare geben und das, meine Damen und Herren, ist der
wirkliche Horror.

Soviel erstmal dazu. Dann möchte ich noch ein paar Worte zu Sebastian
Radtke verlieren. Bisher hatte ich nur die Gelegenheit seine Laufbahn ab
der zweiten Hälfte (Wenn es Nacht wird) zu verfolgen, aber mit
Freude konnte ich auch wieder bei diesem Film feststellen, dass er sich
kontinuierlich zum Positiven weiterentwickelt hat. Manche Filmemacher
fallen zurück und drehen nur noch Mist oder halten sich überall ihre Filme
auf einem gleichen Niveau – wie gut oder schlecht dies auch sein mag,
bleibt mal dahin gestellt. Radtkes Entwicklung ist wirklich zu loben und
mit Sadisticum hat er endlich den Amateurbereich verlassen. Aber
ich denke, dass er sein volles maß noch nicht ausgeschöpft hat und dies
dürfte uns noch einige interessante Werke von ihm versprechen.

Es sind aber nicht nur die Leute hinter der Kamera zu loben, sondern
auch die, die vor der Kamera zu tun hatten. Besonders erwähnt sei hier
Christian Wewerka, welcher den sadistischen Triebtäter mimt. Das er
einiges an Erfahrung schon sammeln konnte, spiegelt sich in seiner
Filmographie wieder, aber ich muss ehrlich sagen ich kenne ihn nur aus
diesem Film hier, aber hier konnte er mich auch vollends überzeugen.
Die Anderen stehen ihm ein wenig nach, aber da es sich dort doch um
mehr kleinere Rollen handelt, fällt dies nicht negativ ins Gewicht.

Da es auch auf dem DVD-Cover steht, ist es wohl erwähnungswürdig. Es
gibt einen Special Guest und zwar nach dem Wortlaut des Covers
"Underground Kultrapper Taktloss". Es ist nicht meine Musikrichtung und
würde nicht so drauf hingewiesen, wäre mir dies gar nicht aufgefallen.
Ich hab wirklich keine Ahnung davon, aber vielleicht ist die Information
für den ein oder anderen von Interesse.

Dann muss ich doch noch einmal hinter die Kamera gehen, denn die
SFX-Abteilung hat ganze Arbeit geleistet. Im Film gibt es schöne
handgemachte SFX. Grafisch sind die erschreckend, aber wenn man das
ausblendet, sind die handwerklich super gemacht.

So viel von mir zu Sadisticum. Lange und mit viel Vorfreude habe
ich diesen Film erwartet und ich wurde nicht enttäuscht. Meine
Erwartungen wurden sogar übertroffen und bis jetzt ist es noch ein
Geheimtipp also lasst ihn euch nicht entgehen.
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