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Die Todesfaust des kleinen Drachen

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Namu
Die CineGLobe Perle


Anmeldedatum: 21.09.2006
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 19, 2008 20:56    Titel: Die Todesfaust des kleinen Drachen

Bai ga jai
敗家仔
aka Die Todesfaust des kleinen Drachen
aka The Prodigal Son
Hong Kong 1982


Crew:
Regie: Sammo HUNG Kam-bo
Kamera: Ricky LAU Koon-wai
Drehbuch: Sammo HUNG Kam-bo, WONG Jing, Barry WONG Ping-yiu
Actionchoreographie: Sammo HUNG Kam-bo, YUEN Biao, LAM Ching-ying
Wing Chun Berater: Guy Lai
Musik: Frankie CHAN Fan-kei, Phil Chen

Cast:
YUEN Biao .................................. Leung Jan
LAM Ching-ying .......................... Leung Yee-tai
Frankie CHAN Fan-kei ................ Ngai Fai
Sammo HUNG Kam-bo ............... Wong Wah-bo
CHAN Lung ................................. Yee Tong-choi
Dick Wei ..................................... Ngai Fais Bodyguard 1
CHUNG Fat ................................. Ngai Fais Bodyguard 2
James TIEN Chun ....................... Ngai Fais Herausforderer
WU Ma, WEI Pei, CHEUNG Ging-boh

Genre: Martial Arts


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Leung Jan ist das einzige Kind eines reichen Mannes in Fut Shan. In 200 Kämpfen unbesiegt, meint er, er sei der geborene Kämpfer, nichts davon ahnend, daß seine Eltern all seine Gegener für ihre „Niderlage“ vorderhand bezahlt hatten. Aus seinen Träumen gerissen wird er, als er in einen Streit mit einer Peking Opern Truppe gerät und von deren Sänger Leung Yee-tai ziemlich verprügelt wird. Leung Jan bittet Leung Yee-tai ihn zu unterrichten und als dieser ablehnt, begleitet er ihn als Hilfsjunge.
Als die beiden nach einem Anschlag auf Leung Yee-tais Leben aufs Land fliehen müssen und Leung Jan einen tieferen Einblick in das Wesen der Kampfkunst erhält, wird er schließlich von Leung Yee-tai und dessem exzentrischen Martial Arts Bruder Wong Wah-bo als Schüler akzeptiert.
Doch dann zwingt der sich verschlechternde Gesundheitszustand des asthmakranken Leung Yee-tai Lehrer und Schüler dazu, ihr Versteck aufzugeben...



“Du kannst jetzt aufhören das Holz zu schlagen. Es ist schon tot...“


Theoretisch könnte ich meine Review zu diesem Film kurz und bündig formulieren: „The Prodigal Son“ ist der beste Martial Arts Film, den ich in meinem Leben gesehen habe, nicht nur, was die Kampfkunstdarbietung angeht, sondern auch, was das Filmische und den Inhalt betrifft.
Ich denke aber, solch ein Kommentar hilft denen, die den Film nicht gesehen haben, sehr wenig weiter. Darum folgen doch ein paar ausführlichere Erklärungen und Hintergrundinfos. Wink

The Prodigal Son ist ein Film von Sammo Hung Kam-bo, den die meisten höchstwahrscheinlich als den kleinen, dicken, agilen Kerl aus Jackie Chan Filmen kennen. Um genau zu sein, ist Sammo Hung eigentlich Jackie Chans Seniormitschüler aus der Peking Opern Schule, ein Action- und Martial Arts Darsteller und einer der ganz großen Hong Kong Actionchoreographen und Regisseure. The Prodigal Son, den Sammo Hung selbst einmal als seinen besten Martial Arts Film bezeichnet hat, war eigentlich ein Risikoprojekt des Regisseurs, den das Projekt sollte ausschließlich dem Wing Chun Stil gewidmet sein. Nun ist Wing Chun aber nicht unbedingt screentauglich, denn es besteht überwiegend aus Armbewegungen mit kleinem Radius, was von fern betrachtet nach nichts aussieht.
Sammo Hung muß sehr viel Gedanken und Zeit in die Actionchoreographie gesteckt haben, um die Formen auszuwählen, die sich am Besten für die Leinwand taugen. Außerdem integrierte er in das Wing Chun noch einige Beinbewegungen aus dem Shaolin Kung Fu, aus dem Wing Chun ursprünglich einmal entstanden ist. Dadurch, daß er sozusagen zu den Quellen zurück ist, birgt diese Kombination keinen Widerspruch, trägt aber entschieden zur Unterhaltung des Zuschauers bei. (Anmerkung: haha, hört sich jetzt an, als wäre ich sehr gebildet, oder? Ist nicht so: ich muß darauf hinweisen, daß der Wing Chun-Shaolin-Teil aus dem Bey Logan Audiokommentar der HK DVD stammt. Wie schon öfter betont, kenne ich mich mit Kampfsportarten nicht sehr detailiert aus. Der Rest der Review stammt aber von mir, auch wenn Bey Logan in vielem mit mir einer Meinung ist. Vor allem in dem Punkt, daß es auch sein Lieblings Martial Arts Film ist. Very Happy)
Sammos Mühe wurde im übrigen belohnt. Die Actionchoreographen, als Sammo Hung, Lam Ching-ying und Yuen Biao wurden im Jahr nachdem der Film in den Kinos lief, bei der Verleihung der Hong Kong Film Awards mit einem Preis für die beste Actionchoreographie ausgezeichnet.
Der Film war übrigens auch als bester Film nominiert. Doch davon später...

Als Darsteller wählte Sammo Hung seinen kleinen Mitschüler-Bruder Yuen Biao, von dem er annahm, daß dieser in der Lage wäre, Wing Chun ordentlich zu adaptieren (haha, oder wie Bey Logan meint: Yuen Biao anzustellen ist minimaler Input, maximaler Output. Wie oft gibt’s das sonst, daß der Hauptdarsteller alle seine Stunts macht und auch noch seine Schauspielkollegen Stuntdoubelt... Wink), sowie seinen ebenfalls von der Peking Oper kommenden Freund und Actiondarsteller Lam Ching-ying. Beide nahmen zuvor Unterricht bei Wing Chun Meister Guy Lai, der auch als Berater am Set war.
Meines Erachtens hat Sammo Hung hierbei ein glückliches Händchen bewiesen. Die Geschichte von „The Prodigal Son“ ist eine freie Interpretation der realen Person Leung Chan, ein berühmter Wing Chun Meister und Herbatologe. Auch seine Lehrer Leung Yee-tai und Wong Wah-bo sind historische Persönlichkeiten. Leung Yee-tai war ein Peking Opernsänger und viele Szenen in „The Prodigal Son“ spielen in der Oper. Sowohl Yuen Biao, als auch Lam Ching-ying fällt es natürlich aufgrund ihrer eigenen Biographie nicht schwer, sowohl die Martial Arts Szenen, als auch die Opernszenen zu tragen. Es gibt da auch eine sehr kurze Szene, in der die beiden auf der Bühne miteinander in Opernsingsang diskutieren, bevor sie gegeneinander kämpfen. Leider wurde diese für das amerikanische Publikum, dem man keinen Operngesang zumuten wollte, geschnitten. Das finde ich sehr schade, denn wenn man um die Hintergründe weiß, ist das eine sehr lustige Stelle. Very Happy
Der perfektionistische Lam Ching-ying ist außerdem auch ein begnadeter Schauspieler (zumindest hier), der einigen Stellen noch durch seine starke Ausstrahlung zusätzliches Gewicht verleiht. Er ist leider sehr früh an Krebs gestorben... Crying or Very sad
Eine kleine Anmerkung noch zum Antagonisten des Films - Frankie Chan. Ich selbst habe ihn leider nur in dieser Rolle gesehen. Er soll aber ein sehr ordentlicher Martial Artist sein. Ich kann das leider wenig beurteilen. Aber sein Kampf mit Lam Ching-ying wirkt sehr beeindruckend. Sein Kampf mit Yuen Biao ist auch beeindrucken, aber es ist fast ein wenig schwierig zu sagen, wann da eigentlich Frankie Chan kämpft, wann Lam Ching-ying ihn doubelt und wann Yuen Biao ihn doubelt und sich also selbst verhaut. Wink
An dieser Stelle sollte man dem Editor wohl ein Lob aussprechen: Wenn man es nicht weiß, bemerkt man die Doubles nicht! Die Stellen, in denen Yuen Biao Sammo Hung doubelt, kann man wegen ihrer unterschiedlichen Statur noch erkennen, wenn man darauf achtet. Aber bei der Yuen Biao-Frankie Chan Konfrantation müßte man schon sehr, sehr, sehr genau hinsehen.
Eigentlich wollte ich zu Frankie Chan noch etwas ganz anderes sagen: er ist ein schönes Beispiel dafür, wie Hong Kong Darsteller in einem Film gleich mehrere Jobs haben: Frankie Chan war zum Beispiel hier nicht nur als Schauspieler und Martial Artist tätig, sondern hat sich gleichzeitig noch um die Filmmusik gekümmert – hm, wie war das noch einmal mit dem minimalen Input, maximalen Output?

So, nachdem ich jetzt über alle Punkte etwas gesagt habe, die für den normalen Betrachter solcher Filme wahrscheinlich am Interessantesten sind, komme ich jetzt zu den Punkten, durch die sich der Film meines Erachtens weit über die anderen Filme dieser Zeit erhebt: Erzählung, Inhalt und Machart.
The Prodigal Son hat die komödienhafte Elemente des typischen Martial Arts Filmes seiner Zeit. Ungleich diesen machen sie aber nur einen Teil einer im Grunde genommen ernsteren, teilweise tragischen Coming of Age Geschichte aus. Das Heranwachsen Leung Jans vom verzogenen Bengel zum verantwortungsbewußten jungen Mann ist der rote Faden, an dem sich der Film orientiert ohne sich in Seitenplots zu verlieren. Die komischen Elemente fügen sich in die Geschichte ein, ohne zu aneinandergereihten Episoden zu verkommen und sie tragen sogar dazu bei, daß die Figuren mehr Tiefe bekommen.
Unterschwellig folgt der Film auch noch einer anderen Linie. Er versucht das Wesen der Kampfkunst zu ergründen und geht dabei erstaunlich tiefgründig vor. Hier wird nichts schön geredet und ganz klar gesagt, was viele Leute gerne mal unter den Tisch fallen lassen: der Zweck der Kampfkunst ist das Kämpfen!
Das, woran Leung Jan in diesem Film reifen wird, ist die Erkenntnis, daß Kampfkunst kein Spielzeug ist und der Umgang damit eine große Verantwortung mit sich bringt. Es sind in diesem Fall keine leeren Worte, denn die Ausmaße werden einem durchaus bewußt gemacht und auch die Frage, warum man dann überhaupt Kampfsort lernen sollte, wird nicht übergangen. Allerdings ist hier die Antwort sehr chinesisch. Dem ein oder anderen Westler wird sie eventuell nicht so einleuchten...
Übrigens sind die Antagonisten in „The Prodigal Son“ auch keine Bösewichter, sondern unterscheiden sich nur sehr wenig von den Protagonisten.
Zur Cinematographie möchte ich nicht so viel schreiben, sondern lieber auf den Trailer verweisen, der deutlich zeigt, daß dieser Film die Statik seiner „Artgenossen“ und deren Zweidimensionalität durchbricht und dem Film Tiefe bzw. Raum verleiht. Er hat außerdem eine sehr schöne Mise en Scene und befriedigt so auch den ästhetischen Aspekt.
Wie gesagt wurde ja dann auch das Gesamtwerk als Bester Film nominiert.

Der einzige bedauerliche Punkte an „The Prodigal Son“ ist, daß er einige Wortspielereien enthält, die sich nicht übersetzen ließen und diese Stellen jetzt leider für Leute, die des Kantonesischen nicht mächtig sind, etwas sinnlos wirken. Das sind besonders die Stellen, in denen Frankie Chans Charakter Leung Yee-tai für sein „Kung Fu“ beglückwünscht und Leung Jan die Spannung der Situation verkennt, weil er natürlich an Leung Yee-tais Opernkünste denkt („Kung Fu“ nach seiner eigentlich Bedeutung, so etwas wie „Fertigkeit“ interpretierend) oder als Wong Wah-bo seiner Tochter sagt „Erst stehlen sie das Huhn und später das Schwein“ (er meint eigentlich ihre Jungfräulichkeit) und sie in aller Unschuld etwas antwortet wie „Aber das Schwein ist doch für Dich zum nehmen da...“ – In dem Fall ziemlich derber Humor, aber nur mit der Übersetzung „Schwein“ geht er eben ganz verloren... Crying or Very sad



Leung Jans Meister Leung Yee-tai auf der Bühne


Eine Resümee zu „The Prodigal Son“ zu verfassen ist wirklich einfach: der Film ist völlig zu recht ein Klassiker und gehört in jede Sammlung eines bekennenden Fans von Martial Arts Filmen.
Und das Beste daran ist: dank der Tatsache, daß dieser Film eine wirkliche Geschichte erzählt, lebendige Chrakter hat und einen hohen Unterhaltungswert kann man es auch riskieren, ihn mal zusammen mit weniger Begeisterten anzuschauen. Very Happy

Welchen Eindruck der Film hinterlassen hat, kann man übrigens auch daran sehen, daß die Rolle des Leung Jan an Yuen Biao hängengeblieben ist. 25 Jahre später hat man sie ihm wieder für die Hong Kong TV-Serie Real Kung Fu angetragen, obwohl er da schon fast 50 Jahre alt war und es eigentlich um einen noch recht jungen Leung Jan geht – was jetzt natürlich für Leute, die um Prodigal Son nicht wissen, ein wenig seltsam wirkt Wink; und kurze Zeit später wurde er auch für die Hong Kong/China Coproduktion Wing Chun engagiert, dieses Mal aber einen älteren Leung Jan darstellend.
Leung Jan ist sozusagen für Yuen Biao das, was Wong Fei Hung für Kwan Tak-hing und Jet Li ist. Wink


UK-DVD
Hong Kong Legends
R2 / PAL
Keep Case
Bild: 1,35:1 anamorphic widescreen
Ton: Kantonesisch DD 2.0, Englisch DD 2.0
Untertitel: Englisch, Niederländisch
Extras: Interviews, Audiokommentar, Trailer, Biographie von Lam Ching-ying

Die UK DVD enthält auch die Singszene!!!
In der Zwwischenzeit gibt es den Film auch auf deutsch. Link siehe unten!



Showdown. Man beachte besonders den Hintergrund: Es handelt sich gar nicht um die übliche Klippe oder Hügel mit Meerblick!




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Zuletzt bearbeitet von Namu am Sa Nov 15, 2008 23:56, insgesamt 6-mal bearbeitet
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Namu
Die CineGLobe Perle


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BeitragVerfasst am: Mi Mai 21, 2008 21:32    Titel:

Ich habe vergessen in der Review zu erwähnen, daß das dicke Mädchen, das Sammos Tochter spielt, wirklich süß ist, bzw. die Rolle ist sehr schön. Leider habe ich nie ihren Namen herausgefunden...

Und die Musik in der Meuchelmörderszene stammt wohl aus "Psycho". Wink
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Masako
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BeitragVerfasst am: Mo Jun 23, 2008 10:11    Titel:

@ Namu
Danke, dass du mich auf den Film "gestubst" hast!


Der junge Leung Chang führt ein behütetes Leben als Sohn reicher Eltern und vorgeblich bester Kung Fu Kämpfer seiner Stadt. Freunde von ihm belästigen einen Schauspieler namens Leung Yee-tai (den sie in voller Theatermontur mit einer Frau verwechseln) und müssen ziemlich von der vermeintlichen Frau einstecken. Am nächsten Tag möchte Leung Chang seine Freunde "rächen" und bekommt eine schmerzhafte Einschätzung seiner Kampfkünste durch Leung Yee-tai. Leung Chan heftet sich nun hochmotiviert an die Fersen Leung Yee-tais und ist fest entschlossen, dessen Schüler zu werden...

Meiner Meinung nach sind zwei Dinge besonders schön bei Prodigal Son:

Zunächst die bunt gezeichneten Charaktere. Besonders gut gefallen hat mir der vielschichtige Leung Yee-tai. Er ist ein Schauspieler, der mühelos zwischen seiner weiblichen Rolle und dem selbstbewussten männlichen Kämpfer wechselt, was imho auch eine beachtliche Leistung des Schauspielers des Schauspielers ist. Außerdem habe ich noch nicht viele Filme gesehen, in denen die "Helden" mit normalmenschlichen Krankheiten wie Asthma zu kämpfen hatten. Das macht ihn für mich noch beeindruckender. Ganz toll auch der andere Schüler seines Meisters: Wong Wah-bo. Wie kann man gleichzeitig so uncool, so goldig und so (fast schon versehentlich) fähig sein? Absolut göttlich: die Beziehung zwischen den Beiden Very Happy

Was mich (kleiner Exkurs) zum Humor bringt: Eigentlich hasse ich "witzige" Filmszenen. Sie sind so selten wirklich komisch. Besonders leide ich, wenn es chinesische witzige Filmszenen sind - aber hier sind sie einfach süß gemacht. Ich bin öfter grinsend dagesessen als ich normalerweise öffentlich zugeben würde. Irgendetwas haben sie hier richtig gemacht Smile

Nummer zwei (selbstredend) die Kampfszenen: Mein Favorit: Wie Leung Chang die brennende Fahne schwenkt und Leung Yee-tai mit Salto darüber springt. Wow - was für eine Szene, wunderschönes Bild! Auch toll: die Szene auf der Brücke zwischen Leung Yee-tai und den beiden Dienern von Ngai Fai - seeeehr elegant. Überhaupt hat Wing Chun etwas sehr elegantes und schönes. Es ist spannend anzusehen wie die Kämpfer jeweils reagieren und agieren. Und natürlich noch die Schlussszene, obwohl ich die irgendwie traurig fand - hat es doch mit Ngai Fai eigentlich den Falschen getroffen.

Verwundert hat mich die "realistische" Kampfethik, die vermittelt wird. In der Regel geht es ja immer darum zum Frieden zu finden und das Ganze ist höchst philosophisch. Leung Chang bekommt beigebracht zu gewinnen - Punkt.

Ganz schrecklich fand ich, dass alle "Bösen" des Films durch Muttermale, Warzen und Haarbüschel im Gesicht verunstaltet wurden - so häßlich sind die "Guten" doch nicht?!?

nochmal: @ Namu
Du hast recht. Ich musste mich erst ein bisschn an die Optik des Films gewöhnen (nicht nur der Personen). Aber man ist schnell drin und ich finde, man hat auch recht schnell eine Beziehung zu den handelnden Figuren. Ich habe sie (vor allem Leung Chang, Leung Yee-tai, Wong Wah-bo und dessen Tochter - supersüß, wie sie heimlich das Huhn über den Zaun wirft) schnell gemocht und mit ihnen gezittert.
Dann muss es kein Hochglanzfilm der letzten zwei Jahre sein. The Prodigal Son hat eindeutig andere Qualitäten.
_________________
Normalerweise sind dem Krieger die Wege des Konfuzianismus, des Buddhismus, der Teezeremonie und des Nô gleichgültig. Wenn aber jemand wirklich einem Weg folgt, wird er Gemeinsamkeiten mit Menschen feststellen, die anderen Wegen folgen. Dabei ist wichtig, dass jeder sich ernsthaft und sorgfältig auf dem Weg seiner Wahl übt.
Miyamoto Musashi (Das Buch der fünf Ringe, Erde)
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Namu
Die CineGLobe Perle


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BeitragVerfasst am: Di Jun 24, 2008 09:29    Titel:

Ganz ehrlich: ich bin so froh, daß Dir der Film gefallen hat!
Ich hatte hinterher doch ein schlechtes Gewissen...
Zwar liebe ich diese Sorte Martial Arts Filme (späte 70er Jahre und erste Hälfte der 80er), aber das ist wirklich nicht jedermanns Sache!

Persönlich mag ich daran - hm - ich formuliere das Mal, wie der Trailer zu Dreadnaught sagt: "Solid in Chinese Culture".
Ich mag diese Verbindung zwischen Martial Arts und chinesischer Kultur, die auch oft augenzwinkernd auf die Schippe genommen wird.
(Beim auf dee Schippe nehmen geht es halt aus europäischer Sicht manchmal ein Stück zu weit, wie Du auch angesprochen hast. Vor allem bei HK Filmen, in denen Wong Jin das Drehbuch geschrieben hat).
Und dann mag ich es eben, daß die Kämpfe mit nur sehr wenigen Schnitten gedreht wurden und die Darsteller diese Riesenfolge Bewegungsabläufe ausführen mußten. Die haben damals Wochen an einer einzigen kleinen Kampfszene gefilmt. Heutzutage dreht man einen Kampf an einem Tag oder weniger. Weil man eh alle dreißig Sekunden einen Schnitt hat. Das sind fast nur noch einzelne Bewegungen, die hinterher zusammengeschnitten werden...

Man hat auch den Eindruck, daß diese Filme eigentlich alle irgendwie zusammen gehören: Erstens sind meistens die gleichen Personen beteiligt, zweitens geht es meistens um die gleichen Personen, mit denen man bestimmte Charaktereigenschaften verbindet, so daß die Figuren eigentlich nicht mehr eingeführt werden müssen: Wong Fei Hung (weise und humanistisch, sein Auftretten wird zumeist von dem Musikstück "A Man of Determination" begleitet, das ganz berühmt ist), Leung Foon - Wong Fei Hungs Schüler - dickschädelig und meist irgendwelchen Unfug treibend, Wong Fei Hungs Schüler Metzger Wing - ein starker, meist korpulenterer Typ - Leung Jan kommt auch öfter Mal vor, z.B. in Warriors Two, aber die Figur ist wohl eher jetzt in. Mit dem Wing Chun ist es so, daß es eigentlich nicht die beste Kampfsportart für die Leinwand ist, da die Gegner zu nah beieinander stehen, um das beeindruckend aussehen zu lassen. Sammo Hung hatte aber wohl eine Vorliebe für Wing Chun und hat da Mühe und Arbeit investiert, diese "Nahkampf"kampfsportart filmfähig zu machen.
Die Sache mit den Muttermalen ist auch so ein Running Gag, der filmeübergreifend auftaucht. Stammt sogar auch aus der Kultur. In China ist das nicht so üblich an seinem Körper rumzupuschen und es gibt tatsächlich einige Leute die diese Muttermale mit Haaren im Gesicht haben (und eben da lassen) und in der Literatur eben diese Stellen, in dem sich die Menschen diese Muttermale beim Denken um die Finger wickeln.
Aber speziell diesen Punkt finde ich auch immer sehr irritierend...

Übrigens mag ich auch die Stelle mit der brennenden Bühne am Liebsten. Da hat Sammo wieder seine Stuntman und Darsteller gefordert. Denen hat der Rauch nicht so gut getan und das ganze Ding ist viel schneller abgefackelt als es sollte...
Die Stelle, in der Lam Ching-Ying (Leung Yee-tai) gegen Frankie Chan (Ngai Fai) kämpft, gilt als einer der besten Old School Martial Arts Kämpfe. Der ist leider nur sehr kurz.
Lam Ching-Ying ist auch so einer, der viel weniger bekannt ist als er eigentlich verdient hätte. Er war nicht nur ein hervorragender Martial Artist, sondern auch wirklich ein guter Schauspieler. Leider ist er sehr jung gestorben... Crying or Very sad
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Namu
Die CineGLobe Perle


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BeitragVerfasst am: Mi Jul 23, 2008 13:53    Titel:

Nun, wer sagts denn, kaum haben wir davon geradet, da erscheint der Film auch schon auf deutsch.

Allerdings unter einem neuen Namen, nämlich: "Die Todesfaust des kleinen Drachen" Shocked
Ich wette jetzt liest niemand mehr diesen Thread, weil jeder denkt, es sei ein alter Shawfilm oder sonstwie abgeschreckt wird...

Der Originaltitel wäre übesetzt so etwas wie "Die Familie ruinierender Sohn"... Ich weiß auch nicht, warum die Namen im deutschen immer so klangvoll werden... Wink

Naja, Hauptsache der Film kommt hier überhaupt raus!!! Very Happy
Er ist dann ab September erhältlich!

Hurra! Weihnachtsmann


Leider ist der Film ab 18 und ich habe deshalb oben dann auch mal lieber den UK-Trailer entfernt...


Also ich erwarte dann von Euch, daß ihr im September alle in den nächsten DVD-Laden stürzt... Wink




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Zuletzt bearbeitet von Namu am Mi Jul 23, 2008 16:34, insgesamt einmal bearbeitet
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Nomak
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BeitragVerfasst am: Mi Jul 23, 2008 14:38    Titel:

Namu hat Folgendes geschrieben:

Ich wette jetzt liest niemand mehr diesen Thread, weil jeder denkt, es sei ein alter Shawfilm oder sonstwie abgeschreckt wird...


sowas würd mich nicht abschrecken da freu ich mich drüber Wink

nei noch mal in kurzform
The Prodigal Son = Die Todesfaust des kleinen Drachen

richtig?
_________________
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Namu
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BeitragVerfasst am: Mi Jul 23, 2008 14:54    Titel:

Nomak hat Folgendes geschrieben:

The Prodigal Son = Die Todesfaust des kleinen Drachen

richtig?


Stimmt ganz genau.
Ich hab den Thread nach dem Titel der deutschen DVD umbenannt.

Ich dachte, das sei vielleicht sinnvoller, wenn der Film jetzt schon einen eigenen deutschen Titel bekommen hat. (Auch wenn der sich natürlich wie immer ziemlich... naja... anhört... Wink)
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Nomak
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BeitragVerfasst am: Mi Jul 23, 2008 15:04    Titel:

na sehr gut hab ich den richtigen film in die vorbestellung genommen Wink
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yun
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BeitragVerfasst am: Mi Jul 23, 2008 16:19    Titel:

The Prodigal Son ... der verlorene sohn ... Die Todesfaust des kleinen Drachen


deutscher filmtitel eben ... *sigh*










werde dann rechtzeitig einen laden meines vertrauens unsicher machen ^^
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Namu
Die CineGLobe Perle


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BeitragVerfasst am: Mi Jul 23, 2008 16:52    Titel:

Ja, ich hatte mir auch überlegt, daß sie ihn doch zumindest "Der verlorene Sohn" hätten nennen können.
Aber im Endeffekt sind wir Deutschen dermaßen religionsängstlich, daß alleine eine Anspielung auf eine biblische Figur wahrscheinlich die Käufer abgeschreckt hätte, selbst wenn der Film offensichtlich nichts mit Religion zu tun hat... Crying or Very sad
Die Figur ist eben der des verlorenen Sohnes in dem Sinn ähnlich, daß sie auch erst in der Fremde und Not heranreift...
Ich fand den englischen Titel immer ganz gut getroffen...

Aber - "Die Todesfaust des kleinen Drachen"...
Das hört sich doch an wie ein vollkommen hirnloser Film... Nicht, daß jetzt The Prodigal Son die totale Offenbarung ist und uns die Antwort auf den Sinn des Lebens gibt, aber er ist auch nicht vollkommen bedeutungsleer. Evil or Very Mad Crying or Very sad

Ich versteh ja noch, wie man dazu kommt, Yuen Biao kleinen Drachen zu nennen, das liegt daran, daß sowohl Sammo, als auch Jackie schon als Drache durchgingen und er eben der kleine Bruder ist und man da wohl eine Verknüpfungen machen wollte. Aber wo da jetzt die Todesfaust herkommt... Obwohl ich natürlich auch keinen Schlag von ihm abbekommen wollte... Aiya...!
Außerdem kann man ruhig die Filme auch mal nach ihrem Originatitel und Inhalt benennen, muß ja nicht alles nach den Darstellern nennen...


Aber ich hab vorhin auch einen Fehler gemacht: Das ist dieses Mal gar nicht Splendid, die den Titel verkorkst haben, sondern der Film wird erstaunlicherweise von Sunfilm rausgebracht. Wollte das nur noch mal sagen... Überrascht mich aber...

Wenn Euch der Film später nicht gefällt, dann kaufe ich Euch die DVDs ab. Ist ja dann schließlich wirklich meine Schuld...

@Yun: Sammo Hungs Rolle in diesem Film ist zwar nur sehr klein, aber ich finde sie gehört auch zu seinen besonders lustigen! Very Happy
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