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yun CineMaster


Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 2262
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Verfasst am: Mo Sep 21, 2009 12:58 Titel: Scandal |
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Scandal
(Japan 1950)
Regie: Akira Kurosawa
Drehbuch: Akira Kurosawa und Ryuzo Kikushima
Musik: Fumio Hayasaka
DarstellerInnen: Toshiro Mifune, Takashi Shimura und Shirley Yamaguchi
Genre: Drama
Spielfilmlänge: 104 min
Von einer bekannten Sängerin (Shirley Yamaguchi) und einem erfolglosen Kunstmaler (Toshiro Mifune), die sich zufällig in den Bergen treffen, wird ein Bild geschossen. Die Photographie scheint sie in einer eindeutigen Situation zu zeigen und ist schon wenig später auf nahezu allen großen und kleinen Werbeflächen der nächsten Stadt zu sehen. Geworben wird für eine Illustrierte, die als Aufmacher ein Verhältnis zwischen der Sängerin und dem Kunstmaler vorgibt und in einer reißerischen Story über mehrere Seiten ausschlachtet.
Die Illustrierte findet reißenden Absatz und die Auflage muss wegen der großen Nachfrage mehrfach neu aufgelegt werden.
Währenddessen ahnen die Sängerin und der Kunstmaler nichts von dem, was um sie herum geschieht.
Die Macher der Illustrierten gehen davon aus, dass Prominente sich nicht zu wehren wagen.
Doch der Kunstmaler ist nicht prominent.
Schließlich taucht ein wütender Kunstmaler in der Redaktion der Illustrierten auf und schlägt den Verantwortlichen nieder. An einer Gegendarstellung ist nicht mehr zu denken. Beide Parteien liefern sich ein Rededuell vor der übrigen Presse. Schließlich kommt es zu einem Prozess.
Der Kunstmaler wird eines Abends von einem Anwalt (Takashi Shimura) angesprochen, der seinen Fall gerne übernehmen möchte. Der Kunstmaler vertraut ihm und sagt zu.
Doch der Anwalt lässt sich von der Gegenseite bestechen und der Prozess gegen den Herausgeber der Illustrierten droht zu scheitern.
Kurosawas Kritik an der Regenbogenpresse gerät im Laufe der Handlung immer mehr in den Hintergrund, stattdessen entwickelt sich die Nebenfigur des Anwalts zum heimlichen Hauptcharakter des Filmes. Der Anwalt ist im Grunde kein schlechter, dafür aber ein sehr schwacher Mensch ohne jedes Rückgrat. Seine Existenz ist gescheitert, die Anwaltskanzlei geht schlecht, er trinkt und er gehört zu den Menschen, die man auf der Straße gar nicht wahrnehmen würde, selbst, wenn sie direkt vor einem stünden und einen ansprechen sollten.
Auf der anderen Seite hat er eine an Tuberkulose erkrankte Tochter, der seine ganze Liebe und Aufmerksamkeit gehört. Medikamente musste man zu dieser Zeit noch selbst bezahlen und das macht den Anwalt anfällig für Geld, auch wenn es in Form einer Bestechung kommt.
Dieser Niemand von einem Anwalt und liebende Vater wird zum eigentlichen Hauptdarsteller des Filmes. Es ist das Porträt eines Menschen, der sich in seinem Leben ganz unten befindet und der seiner Tochter zuliebe gerne über sich hinauswachsen möchte, dafür aber zu schwach ist.

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