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Session 9 - Regie: Brad Anderson

 
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plam
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 27, 2006 15:27    Titel: Session 9 - Regie: Brad Anderson

Session 9

Regie: Brad Anderson

Darsteller: David Caruso, Stephen Gevedon, Paul Guilfoyle, Josh Lucas, Peter Mullan, Brendan Sexton III

Land: USA

Laufzeit: ca. 100 min.

Jahr: 2001

Auf DVD erhältlich

Zum Inhalt:

Gordon, Chef einer spezialisierten Baufirma, erhält den Auftrag, eine ehemalige Nervenklinik von Asbest zu befreien. Doch kaum macht er sich, gemeinsam mit vier Kollegen in den gigantischen Gemäuern der alten Klinik an die Arbeit, beginnt die klaustrophobische Atmosphäre der langen, dunklen Gänge, die Männer immer mehr in ihren Bann zu ziehen. Trotz enormen Termindrucks entsteht dabei fast eine Art Sucht, die alten Räume der Psychiatrie auf eigen Faust zu erkunden. Als einer der Männer schließlich alte Tonbandaufnahmen findet, auf denen die Behandlung einer schizophrenen Patientin aufgezeichnet wurden, kann er nicht anders und lauscht gebannt einer Session nach der Anderen.

Scheinbar unmerklich verlieren sich die Arbeiter immer mehr in den Geschichten, die das beängstigend, bedrohlich wirkende Krankenhaus offenbar "erzählt", bis sie schließlich tatsächlich ihren Verstand verlieren. Die Lösung für das Problem kündigt sich jedoch bereits an: Die letzte Tonbandaufnahme - Session 9 - kann vielleicht Licht ins Dunkel bringen.


Kritik:

Brad Anderson, in Genre-Kreisen inzwischen dank "The Machinist" als Kultregisseur hoch geachtet, muss sich mit diesem kleinen, feinen und leisen Meisterwerk keineswegs verstecken. Er präsentiert einen psychologischen Horrorfilm, der nahezu komplett auf Blut und derbe Effekte verzichten kann. Der wahre Horror findet eben doch noch in den Köpfen des Zuschauers statt. Dieser braucht im Falle von "Session 9" jedoch zunächst vor allem Geduld. Denn Anderson verlangt seinem Publikum erst einmal Einiges ab, wenn er sich die Freiheit nimmt, in aller Ruhe seine Charaktere, und deren Konflikte untereinander, zu entfalten.

Was dabei am Anfang des Filmes durchaus als etwas zu langatmig wirkt, entpuppt sich am Ende jedoch als notwendiges Erzähltempo, will man alle Hinweise des Filmes erkennen und deuten können. Zweifelsfrei ist hierbei auch ein gutes Stück Konzentration gefragt, will man den Film nicht mit großen Fragezeichen im Kopf beenden.

Doch trotz aller Langsamkeit: Andersons Bilder beeindrucken schließlich von der ersten Minute an. Das bedrohliche Szenario, in dem sich die Arbeiter befinden, schafft es ohne große Mühe, sich auch in die Wohnzimmer des Publikums hinein zu verlagern. Sorgsam ausgewählte düstere Musik untermalt die beklemmende Atmosphäre. Meisterlich geht Regisseur Anderson mit dem Aufbau der Spannung um, die nicht einfach mittels billiger Schockmomente provoziert wird. Vielmehr genießt es der Film offensichtlich, kaum merklich die Spannungsschraube immer weiter anzuziehen. So ist man über weite Passagen des Filmes kaum in der Lage, wirklich zu begreifen, was mit den Männern in der Klinik tatsächlich passiert. Achronologische Zwischensequenzen verstärken den Aufbau dieses scheinbar unlösbaren Rätsels. Doch der Film bleibt nicht unlösbar, er läuft konsequent auf sein großes, grandioses Finale hinaus und schafft es dabei, wie nun deutlich wurde, tatsächlich bis zum Ende die Spannung zu halten, indem er nichts verrät.

Brad Andersons Meisterwerk kann somit nur jedem empfohlen werden, der auf diese Form des psychologischen Horrors steht. Besonders bemerkenswert ist in diesem Falle die Tatsache, dass der Zuschauer wahrlich auf sich allein gestellt ist, wenn es darum geht, das Rätsel zu lösen. Und immer wieder muss man dabei auch feststellen, wie man die Zeichen des Filmes falsch gedeutet hat und sich auf eine falsche Fährte begeben hat.
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Kittie
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 27, 2006 15:38    Titel:

Ich hab nichts gegen Psycho-Filme, aber der ist mal sowas von lahm, aber von Anfang bis Ende. Ich weiß was ihr jetzt denkt, dass Kittie ein Gemetzelfest erwartet - hab ich aber bei diesem Film nicht.

Bei der Atmosphäre wollte sich einfach nichts regen bei mir - trotz Psychatrie und der Geschichte drum herum.

Ich hab mir den Film bei einem Videoabend mit Freunden angesehen und wir alle waren uns einig das der Film Schrott ist. Und das kam zum ersten Mal vor. Sonst finde ich den Film super und die Anderen nicht oder eben anders rum, aber hier waren wir uns einig und ich denke mal das soll schon was heißen.
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plam
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 27, 2006 15:46    Titel:

Kittie hat Folgendes geschrieben:

Ich hab mir den Film bei einem Videoabend mit Freunden angesehen


Sorry, aber gerade bei so einem Film ist dies schon der größte Fehler den man begehen kann. Ich war allein und hatte meine Ruhe und trotzdem bin ich kaum hinterher gekommen, beim richtigen "Lesen" und "Deuten" aller Zeichen, die der Film präsentiert. Allein diese komplexe Struktur und Präsenz der Zeichen hebt diesen Film derart aus der Masse heraus....alles ist perfekt konstruiert, zu keinem Zeitpunkt wird zuviel verraten. Das ist (zumindest in diesem Genre) nur allzu oft mein Problem: die Filme sind zu schnell vorhersehbar und daher meißt nach der Hälfte bereits langweilig. "Session 9" begeht diesen Fehler eben nicht.

Aber keine Bange: ich halte dich jetzt nicht für den rohen Splatter-Fan; und gerade dieser Film ist tatsächlich ein kleiner Genre-Film für einen kleinen Genre-Fan-Kreis. Nicht umsonst habe ich auf die Langatmigkeit zu Beginn verwiesen. Und nicht umsonst habe ich den Film hier in der "Independet-Ecke" vorgestellt und nicht im "normalen" DVD-Bereich!
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Kittie
CineMaster
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 27, 2006 15:52    Titel:

Mag sein, ich will auch Keinem den Film vermiesen - ist eben Geschmackssache und die ist bekanntlich verschieden.

Aber um mich und meine Freunde zu verteidigen, wenn wir uns Filme ansehen, dann halten auch alle die Klappe und Pinkel- und/oder Raucherpausen gibt es auch nicht. Ich hab sie mir alle gut erzogen. Wink
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plam
CineMaster
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 27, 2006 15:56    Titel:

Kittie hat Folgendes geschrieben:

Aber um mich und meine Freunde zu verteidigen, wenn wir uns Filme ansehen, dann halten auch alle die Klappe und Pinkel- und/oder Raucherpausen gibt es auch nicht. Ich hab sie mir alle gut erzogen. Wink


Was machst du anders als ich?? Laughing out loud

Ausserdem: Ich finde es völlig richtig und notwendig, dass du Deine Meinung zum Film kund tust. Ich will ja morgen keine Beschwerden im Postkasten haben, weil ich diesen Film empfohlen habe. Verschiedene Meinungen sind gesund fürs Forum und helfen, glaube ich, auch mehr, seinen eigenen Standpunkt zu diesem oder anderen Filmen zu finden.
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Kittie
CineMaster
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 27, 2006 16:09    Titel:

plam hat Folgendes geschrieben:
Was machst du anders als ich?? Laughing out loud


Keine Ahnung - hab sie aber noch nicht soweit, dass sie mich "Großmeister" nennen. Smile

Aber mir hat gefallen, dass David Caruso (CSI: Miami) mitgespielt hat. War auch mal schön ihn ausserhalb von CSI zu sehen.
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Tribun
Der Cineglobe Gladiator


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BeitragVerfasst am: Mi Dez 06, 2006 07:37    Titel:

Kittie schlepp Deine Crew doch hier mal ins Forum an Wink

Plam: Wiedermal eine SUPER Filmkritik von Dir! Ich finde Deinen Schreibstil höchst Angenehm und liest sich richtig Klasse. Das mal nebenbei gesagt. Schön das DU hier bist!!!


Dein Review macht mich sehr neugierig und als David Caruso Fan ist er der nächste Film auf meiner Liste den ich mir ansehen werde.

Bin sehr gespannt und habe jetzt richtig Lust bekommen mir dieses Erlebnis anzutun.

Werde dann hier meine Meinung kund tun um darüber zu diskutieren.
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scarlet diva
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BeitragVerfasst am: Sa Jan 19, 2008 01:00    Titel:

Das Beste an Session 9 ist eindeutig die Verpackung ... das schicke Steelbook ! Der Film selber kann nur als bestenfalls mäßig bezeichnet werden. Die Zusammenhänge werden nur recht undeutlich beschrieben, das Ende ist absolut vorhersehbar, die psychologische Spannungsebene verläuft nahe der Null-Linie. Das einzig wirklich Interessante ist das Aufeinandertreffen von zwei alten CSI-Hasen ... David Caruso (CSI Miami) und Paul Guilfoyle (CSI Las Vegas), wobei zumindest Caruso weit unter seinen schauspielerischen Möglichkeiten bleibt. Fazit : Story okay, Atmosphäre okay ... alles andere nur Mittelmaß.

ganz knappe 6 / 10
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