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Sin City

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Commander
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BeitragVerfasst am: Di Feb 20, 2007 14:57    Titel: Sin City

Review:

Robert Rodriguez hat es geschafft einige von Hollywoods Topstars für seinen und Frank Millers Film "Sin City" zu buchen. Das gab natürlich auch eine Menge Publicity. So langsam dachte jeder, dass der Film einfach was besonderes sein muss. Er bricht mit alten Traditionen und sollte etwas Neues bieten. Das tut er auch. Aber muss das immer gut sein?
Falls man es noch nicht wissen sollte: Der Film basiert auf 3 verschiedenen Ausgaben der Sin City Comics von Frank Miller, und Rodriguez tat sich mit Frank Miller zusammen um diese Comicvorlagen 1 zu 1 zu verfilmen. Die Bilder der Comics wurden quasi identisch übernommen um den Comic authentisch zu verfilmen. Doch leider haben die beiden dabei eine ganz wichtige Sache übersehen. Sin City ist ein Comic. Ein Comic ist im Prinzip eine recht statische Sache. Die Dramaturgie entwickelt sich auf dem Papier anders als auf der Leinwand. Und genau da liegt der Haken bei Sin City. Der Film will einfach keine Dynamik entwickeln. Die durchaus sehr stylisch übernommenen Bilder sehen wirklich gut aus. Keine Frage. Auch wenn man sich erstmal an den eigensinnigen Stil gewöhnen muß (was mir ehrlich gesagt auch den ganzen Film über schwer gefallen ist). Doch es sind eben nur Aufnahmen. Im Comic hat das einen Sinn. Aber sobald man versucht einen Comic wirklich 1 zu 1 zu übernehmen mangelt es an Dramatik, Dynamik und, im Falle von Sin City, einer guten Inszenierung. Die schwarz/weiß Bilder wirkten einfach sehr leblos, trotz der sehr rabiaten Gewaltdarstellungen. Man möge jetzt vielleicht mit dem Argument kommen, dass auch der Film Noir im Prinzip sehr leblos wirkt, aber der hat den Vorteil, dass er eine Dramaturgie entwickeln kann und sich nicht an ein Comic halten muss. Zudem soll ein Film Noir ja eben trostlos wirken. Ok, das mag Sin City vielleicht auch versuchen zu vermitteln, aber das gelingt einfach nicht.
Man muss hier einfach trennen zwischen visueller Umsetzung, die teilweise wirklich gut war, und der Intention was diese Umsetzung versucht zu vermitteln. Bei Sin City ist es einfach nur ein toller Gag alles in schwarz/weiss zu tauchen, ein paar Sachen besonders hervorzuheben und ab und zu auch mal ein wenig Farbe einzustreuen. Hat sicherlich alles seinen Sinn, aber leider bewirkt das einfach nichts.
An die comicartige Überzeichnung der Actionszenen kann und muss man sich natürlich gewöhnen, ist ja immerhin eine Comicverfilmung.
Doch der Film hat natürlich nicht nur seine visuelle Seite. Der moderne Film soll ja auch akustisch etwas bieten. Und auch hier versagt Sin City bis auf einige Momente kläglich. Nichts bleibt im Ohr hängen und dort wo man wenigstens die Möglichkeit hatte die trostlose Optik durch depressive Klänge zu unterstützen wurde nichts getan. Sehr schade.
Auch die Idee gleich 3 Storys in einen Film zu packen hat Sin City mehr geschadet als genutzt. Eine Story über eine Laufzeit von 90 Minuten hätte wohl mehr gewirkt. So erhält man drei eigentlich total zusammenhangslose Storys die vor allem unter den stinklangweiligen Monologen aus dem Off leiden. Auch hier gilt: Im Comic eine tolle Art der Erzählung. Für das Medium Film in dieser Art allerdings absolut nicht brauchbar.
Die Dialoge im Film sind eher ein zweischneidiges Schwert. Manche haben echt das Potenzial zum Kult zu werden, aber die Masse ist leider total daneben und hirnlos. Das wirkte nicht cool, sondern einfach nur peinlich.
Doch natürlich hat der Film auch seine positiven Seiten.
Allen voran natürlich die Garde der Schauspieler und vor allem die Charaktere im Film. Besonders schön war, dass keiner der Charaktere wirklich ein guter Mensch war. Alle haben ihre böse Seite. DAS war dann doch mal eine recht trostlose und negative Charakterzeichnung. Die Jungs und Mädels im Film sind böse und die, die wenigstens noch ein Stück Gutes in sich haben wollen sich an den Bösen rächen, wo wir mal wieder bei der Selbstjustiz sind, also auch wieder Böse. Böse gegen Böse. Interessant.
An und für sich sollte man auch positiv bewerten, dass Rodriguez mit Sin City wenigstens den Versuch gemacht hat das Kino neu zu erfinden. Die Optik die dieser Film hat, sollte man versuchen auszubauen. Auch wenn sie mir nicht gefällt so verdient er jedoch den Respekt dafür, die Ästhetik eines Comics visuell eingefangen zu haben. Rodriguez sollte versuchen nochmals einen Film in diesem Stil zu machen, allerdings losgelöst von einer Comicvorlage. Denn das hat dem Film absolut geschadet.
Was hat mir der Film gebracht? Ich saß fast 2 Stunden im Kino, habe mich ehrlich gesagt gelangweilt aufgrund der viel zu statischen Bilder. Er hat mich einfach nicht richtig unterhalten. Für Freunde visueller Experimente sicherlich auf jeden Fall einen Versuch wert, für mich als Freund der guten alten guten Erzählkunst eines Leone, Coppola, DePalma allerdings absolut langweilig. Leider wieder ein Film von Rodriguez der im Vorfeld sehr stark gehypt wurde und der mich enttäuscht hat. Dabei bin ich mit halbwegs niedrigen Erwartungen in den Film reingegangen und wurde trotzdem noch enttäuscht.

Fazit:

4 von 10 Punkten (Einen Comic 1 zu 1 zu verfilmen ist aufgrund der Unterschiede in der Erzählweise der verschiedenen Medien einfach nicht machbar. Visuell vielleicht mal was neues, aber dramaturgisch absolut unterirdisch)

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Namu
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BeitragVerfasst am: Di Feb 20, 2007 15:32    Titel:

Lustig, mir hat an Sin City genau das gefallen, was Dir daran mißfallen hat, nämlich daß er nicht versucht hat, dass comichafte mit irgendeiner dramatischen Handlung zu verbinden.

Aber das ist wohl einfach Geschmackssache.
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Crenshaw
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BeitragVerfasst am: Di Feb 20, 2007 17:19    Titel:

@Commander :

das sind einige interessante ansatzpunkte.und ICH dachte, bei dem film würden leute die nase eher ob der überzogenen gewalt rümpfen.
dabei ist dein ansatzpunkt, Commander, der einer stilistischen darstellung.allein das verdient in meinen augen eine gehörige portion anerkennung. Gott, ich liebe dieses forum Razz
kurzum : ich finde deine review super, bin damit jedoch nicht ganz einverstanden Very Happy


ich persönlich stufe comics absolut nicht als ein statisches medium ein.
es handelt sich um eine bilderabfolge, die in der regel entweder eher langsam oder normal oder blitzschnell ablaufen soll. dass man sagt, nun, ich hänge bei jedem bild so lange herum, bis jede bewegung oder fortschritt im keim erstickt wird - bittesehr. für mich ist es jedenfalls
eine art, dinge sehr dynamisch zu erzählen.

ich verweise hier mal einfach spontan auf gängige animes wie Akira und Ghost in the Shell (deren comicmanga-form, wohlgemerkt !!!), insbesondere, wenn dort die post in den actionparts abgeht.

wenn nun Sin City sich der besagten technik bedient und dazwischen einige filmübergänge einschiebt ist es zumindest ein versuch von etwas neuem.das finde ich cineastisch nihct verkehrt, da die meisten regisseure immerhin ihre filme entschärfen und dem massengeschmack des publikums anpassen. Rodriguez tat dies nicht. er nahm alle klischees aus dor vorlage und blieb den intellektuell nihct sehr hellen comics treu.

ich halte es auch für verkehrt, ständig auf namen wie Coppola und Leone zu verweisen. gottseidank ist wenigstens kein zitat von Friedkin erfolgt, dessen einige filme sich mitunter jeglichen fortschritts selbst berauben und sich ohne unterlass in der endlosschleife drehen.

unsere sehgewohnheiten verändern sich (low attention span, gell?)
ich mag die eher langsamen, sich genüsslich aufbauenden Leone-und Coppola-filme eher als eine art anerkennung einer vergangenen ära. diese war gut, super, fabelhaft, whatsoever aber sie ist nun vorbei. solche filme werden nicht mehr gemacht. es gibt etliche neuerungen und diese müssen sich nicht permanent an etlichen richtlinien von anno dazu mal entlanghangeln, um anklang beim publikum zu finden.

ich vergleiche hier weder "Der Pate" noch "Es war einmal..." mit Sin City.
auch will ich nicht sagen, dass Rodriguez ein tollerer künstler als die beiden götterregisseure ist, das ist er natürlich nicht. wer "The Faculty" gemacht hat, hat sich damit quasi selbst das recht dazu abgesprochen Very Happy

ich gebe dem film lediglich eine höhere wertung als du, weil ich ihm durch seine interessante darstellungsweise nihct das existenzrecht als eine wagemutigen versuch, mal was neues auf der leinwand auszuprobieren, abspreche. der versuch, die statik von comics (ist dem so ?!)von einzelnen bildern einzufangen, ist mE gelungen, ohne den zuschauer anzuöden.

ich mag den film eher wegen seiner cheesigen, überzogenen actionszenen, den stellenweise leicht dümmlichen pulp-dialogen (sogar mit einigen guten sprüchen) und den bösen, beinharten stechern und sexy frauen (auch böse Cool ) - sowas von klischeehaft.der film suhlt sich jedoch in all diesen sachen aber mit einer gehörigen portion style und coolness, bedingt durch die ganzen akteure. dramaturgisch ist es sicher kein höhenflug - aber das sind ego-shooter, comics, und Shadowrun-bücher meistens auch nicht. sie nehmen alteingessesene szenarien, mechanismen und protagonisten und verquirlen das ganze zu etwas, was deftig unterhält. das schafft Sin City in meinen augen locker.
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Commander
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BeitragVerfasst am: Di Feb 20, 2007 17:54    Titel:

Ich mach das einfach mal ein bissel der Reihe nach. Im Fließtext geht da doch einigermaßen die Übersicht verloren.

Crenshaw hat Folgendes geschrieben:
@Commander :

das sind einige interessante ansatzpunkte.und ICH dachte, bei dem film würden leute die nase eher ob der überzogenen gewalt rümpfen.
dabei ist dein ansatzpunkt, Commander, der einer stilistischen darstellung.allein das verdient in meinen augen eine gehörige portion anerkennung. Gott, ich liebe dieses forum Razz
kurzum : ich finde deine review super, bin damit jedoch nicht ganz einverstanden Very Happy


Vielen Dank erstmal. Ich habe das Review bereits in einigen anderen Foren gepostet und die positiven Reaktionen waren äußerst selten Wink


Crenshaw hat Folgendes geschrieben:

ich persönlich stufe comics absolut nicht als ein statisches medium ein.
es handelt sich um eine bilderabfolge, die in der regel entweder eher langsam oder normal oder blitzschnell ablaufen soll. dass man sagt, nun, ich hänge bei jedem bild so lange herum, bis jede bewegung oder fortschritt im keim erstickt wird - bittesehr. für mich ist es jedenfalls
eine art, dinge sehr dynamisch zu erzählen.


Bitte nicht mißverstehen. Ich finde Comics sind statisch, aber aus dem Grund, dass es eben keine bewegten Bilder sind und die Darstellung somit per se schonmal nicht wirklich dynamisch ist. Es sind einzelne Bilder, die erst in ihrer geschickten Kombination das Gefühl einer dynamischen Erzählung aufkeimen lassen. Auf dem Papier funktioniert das (wenn gekonnt) sehr gut.
Aber nun stell dir mal vor, du würdest eine Seite mit meinetwegen 10 Frames aus einem Sin City Comic nehmen. Sagen wir mal die erzählte Zeit in diesen 10 Frames beträgt ungefähr 10 Sekunden (einfach mal so als Anhaltspunkt. Also wird es sich wohl kaum um eine Actionszene handeln Wink ). So eine Episode würde filmisch vermutlich in Echtzeit ablaufen. Also 10 Sekunden erzählte Zeit = 10 Sekunden Erzählzeit.
Für 10 Sekunden Film im Kino benötige ich aber 240 Bilder. Es gibt also eine Menge aufzufüllen.
Vielleicht wird jetzt schon deutlich was ich mit der mangelnden Dynamik meine. Das Medium "Comic" kann so funktionieren. Es ist nicht so sehr an die Erzählzeit gebunden. Der Leser kann sich Zeit nehmen. Die wenigen Bilder wie Gemälde aufsaugen.
Nehme ich jedoch einen Film, dann habe ich diese Zeit nicht. Eben genau darum muss man sich anderer Mittel bedienen, als einfach nur die Bilder eines Comics auf das Medium zu transportieren und mit Füllmasse aufzufüllen. So funktioniert das nunmal nicht. Sicherlich sind die Bilder auch im Film noch schön. Ich glaube absolut, dass man ein Standbild des Films nehmen könnte und ein Frame aus dem Comic und dann sagen könnte, dass die Bilder identisch sind.
Es fällt mir grad irgendwie schwer mich auszudrücken. Ich hoffe es ist deutlich geworden wie ich ungefähr denke, auch wenn ich die Quintessence irgendwo in den obigen Sätzen noch versteckt habe Wink

Crenshaw hat Folgendes geschrieben:

wenn nun Sin City sich der besagten technik bedient und dazwischen einige filmübergänge einschiebt ist es zumindest ein versuch von etwas neuem.das finde ich cineastisch nihct verkehrt, da die meisten regisseure immerhin ihre filme entschärfen und dem massengeschmack des publikums anpassen. Rodriguez tat dies nicht. er nahm alle klischees aus dor vorlage und blieb den intellektuell nihct sehr hellen comics treu.


Aber genau diese Klischees und das Antiintellektuelle ist doch eben genau der Massengeschmack. Schau dir doch mal die aktuellen Blockbuster an. Bis auf wenige Ausnahmen bieten die doch auf der Subtextebene absolut nichts mehr an. Hauptsache es knallt und rumms. Blood, Gore & Violence (achja, Titten müssen auch noch rein).

Crenshaw hat Folgendes geschrieben:

ich halte es auch für verkehrt, ständig auf namen wie Coppola und Leone zu verweisen. gottseidank ist wenigstens kein zitat von Friedkin erfolgt, dessen einige filme sich mitunter jeglichen fortschritts selbst berauben und sich ohne unterlass in der endlosschleife drehen.


Sicher, würden Coppola und Leone jetzt noch einen Film drehen (naja, Leone geht ja leider schlecht), dann würden die wohl inszenatorisch keine großartige Weiterentwicklung zu ihren alten Filmen darstellen. Das nennt man dann eben Stil. Mir gefällts, wenigen nicht.
Ich gebe dir auch insofern absolut recht, als dass es durchaus der Verdienst von Sin City ist, mal wieder etwas frischen Wind in die angestaubte Traumfabrik mit all ihren Remakes und Fortsetzungen zu hauchen. Der Film war wirklich innovativ. Aber wie ich oben in der Review schon sagte: Es muss einem nicht gefallen Wink
Coppola und Leone verstehen es eben mit stilistischen Mitteln des Films wunderbare Filme zu zaubern. Rodriguez eher weniger...

Crenshaw hat Folgendes geschrieben:

unsere sehgewohnheiten verändern sich (low attention span, gell?)
ich mag die eher langsamen, sich genüsslich aufbauenden Leone-und Coppola-filme eher als eine art anerkennung einer vergangenen ära. diese war gut, super, fabelhaft, whatsoever aber sie ist nun vorbei. solche filme werden nicht mehr gemacht.


Ja verdammt...wenn es doch jeder gut findet (und das tun die Leute immernoch!), wieso wird sowas denn dann nicht mehr gedreht? Vielleicht wird sowas ja auch gedreht. Nur leider bekommt man vermutlich von solchen Filmen zwischen all den Explosionen und schaukelnden Ärschen im großen Saal nebenan nicht mehr viel mit.

Crenshaw hat Folgendes geschrieben:

es gibt etliche neuerungen und diese müssen sich nicht permanent an etlichen richtlinien von anno dazu mal entlanghangeln, um anklang beim publikum zu finden.


Sicherlich nicht. Aber sie müssen sich trotzdem gewissen Gesetzen unterwerfen. In diesem Fall sind es wohl die Gesetze der Filmtheorie.
Ich habe absolut nichts gegen Modernisierung im Film, aber wenn schon, dann auch bitte sinnvoll. Wenn ich ein Comic lesen will, dann lese ich den Comic. Wenn ich einen Film sehen möchte, dann sehe ich einen Film. Aber ich möchte keinen Film schauen, wenn ich ein Comic lesen will.


Crenshaw hat Folgendes geschrieben:

wer "The Faculty" gemacht hat, hat sich damit quasi selbst das recht dazu abgesprochen Very Happy

Mr. Green Mr. Green


Crenshaw hat Folgendes geschrieben:

ich gebe dem film lediglich eine höhere wertung als du, weil ich ihm durch seine interessante darstellungsweise nihct das existenzrecht als eine wagemutigen versuch, mal was neues auf der leinwand auszuprobieren, abspreche.


Das spreche ich ihm ja auch nicht ab. Er hat auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung und sicherlich auch einen Platz in der "Hall of einflussreiche Filme", aber deswegen muss es mir trotzdem nicht gefallen Wink


P.S. Endlich eine gute Diskussion Wink
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Crenshaw
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BeitragVerfasst am: Mi Feb 21, 2007 13:50    Titel:

halten wir mal fest :

ich denke ich kann im wesentlichen deine gesichtspunkte bei dem transfer film-comic verstehen. point taken.

auf subtextebene hat Sin City rein gar nihcts zu vermelden, ebensowenig wie im audio-bereich [dieser punktet höchstens durch die OV-Rourke-"Marv"-stimme Cool ]
gezeigt werden haufenweise überzogene szenen mit blood'n gore & nackten weibern, das ist richtig. die gewaltdarstellung aktiviert bei etlichen zuschauern glückshormone oder sowas und sie empfehlen den film weiter.ich habe mir den film damals in der examensvorbereitung 3-4 mal im kino gesehen.falls ich ehrlichs ein soll...uU war es lediglich eine reaktion zum abschalten.

ich muss nach etlicher reflexion gestehen, dass der film kaum einen nachgeschmack ausser den von massenhaft gewalt und coolen leuten in langen schwarzen mänteln mit knarren hinterlässt.
auch das versinken in "EweiA" und "Pate" hat mir deutlich gemacht, dass Sin City keine längeren punkte für sich verbuchen kann.es ist sehr smooth gemacht, hat aber nicht mehr charaktertiefe als jemand, der in sonnebrille+anzug cool aussieht aber an sich eher simpel gestrickt ist.

der film unterhält, fraglos.ich sehe aber ein, dass da gewisse transfer-dynamikaspekte durcheinander kommen können (erzählfluss)und der comic-flair (knarren, autos & sexy bitches) an sich keinen tiefgang vortäuschen kann.

von daher meine wertung :
4 von 5
Cool Cool Cool Cool metzel-schnetzel-ballerpunkte.

(der film erhält von mir einen persönlichen 4,5 bonus, aber der gilt nur für mich, weil ich Bruce Willis als Cop Hartigan und Mickey Rourke als Marv vollkommen endgeil fand)

da kann man mal sehen, was du, Commander, angerichtet hast-mich zum nachdenken gebracht...ob das gut ist...vor allem---ist es gut für meine einstellung zu Jerry Bruckheimer-filmen....? Wink

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Commander
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BeitragVerfasst am: Mi Feb 21, 2007 14:07    Titel:

Crenshaw hat Folgendes geschrieben:


da kann man mal sehen, was du, Commander, angerichtet hast-mich zum nachdenken gebracht...ob das gut ist...vor allem---ist es gut für meine einstellung zu Jerry Bruckheimer-filmen....? Wink


Ach was. Was meinst du wie ich auf Michael Bay Filme stehe! Aber die sind wenigstens ehrlich und verschleiern nicht, dass sie einfach nur Boom Boom machen wollen. Halt Boom-Boom-Bay. Very Happy
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Crenshaw
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BeitragVerfasst am: Mi Feb 21, 2007 14:16    Titel:

vielleicht wollte es Rodriguez ja genauso machen.einfach nur was straightes, bloss in s/w.

uU kann er ja nix dafür, dass alle leute dann im quadrat umhergesprungen sind und meinten, das sei ein genialer film, der alles dagewesene auf den kopf stelle
(in seiner gewalttätigen klischeedarstellung, hooray).



..dann bin ich ja beruhigt und warte auf "Transformers".
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BeitragVerfasst am: Mi Feb 21, 2007 14:20    Titel:

hrhr, da warte ich auch schon wie ein verrückter drauf! Am Wochenende habe ich angefangen die Serie zu schauen...das wird ein Fest^3.
Die jährliche Ladung Bay braucht der Mensch einfach.

Ich denke Sin City hätte auch durchaus ein guter "No-Brainer" werden können, wenn er einfach mal diesen ganzen Optik Kram vernünftig aufs Medium Film transportiert hätte. So bleibt es in meinen Augen halt nur der gescheiterte Versuch eine durchaus tolle Optik zu erproben
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Nomak
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BeitragVerfasst am: Mi Feb 21, 2007 15:44    Titel:

tja wenn es darum geht ob mir Sin City gefällt bin ich gerne ein No-Brainer Wink
Für mich erfüllt er alles was ich mir unter einem Filmhighlight vorstelle daher 10/10 Punkten.
Hab mir zwar all eure Argumente (ein paar sind nicht schlecht und ich hätte beinah einen Punkt abgezogen) gelesen, aber für
mich bleibt dieser Film ein Highlight des Vorjahres und so wirds auch bleiben.
Lese übrigens auch sehr gern Comics egal welcher Art.
Wollt hier nur mal meinen Standpunkt hinterlegen und euch nicht bei der recht intressanten Diskussion unterbrechen.

PS: möge der 2. Teil genauso genial werden!
PPS: Transformers *lechz* auch wenns eigentlich nichts mit dem thema zu tun hat.
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plam
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BeitragVerfasst am: Mi Feb 21, 2007 16:08    Titel:

Jetzt habe ich mir auch mal die ganze Argumentation in Ruhe zu Gemüte geführt. Zweifelsfrei begrüße ich diese sachliche, ausgereifte Diskussion. Dennoch möchte auch ich zum Ausdruck bringen, dass ich mit Commanders Argumenten nicht so ganz umzugehen weiß. Für mich jedenfalls stand von Beginn an eine Comicverfilmung fest. Da ich nun weiß, wie Comics aufgebaut sind und funktionieren, hat der Film meine Erwartungen durchaus erfüllt.

Ohne Commander hier zu Nahe treten zu wollen, scheinen mir seine Ansprüche an eine Comicverfilmung ganz anders geartet zu sein - wie und warum auch immer. Ich wills mal plakativ formulieren: Wenn Jerry Bruckheimer morgen ein Remake von Jean-Luc Godards "WEEK-END" dreht, dann darf ich, obwohl die Vorlage ein experimentelles, surreales Meisterwerk ist, bei Bruckheimer eben keinen Tiefgang erwarten. Insofern will es sich mir einfach nicht erschließen, was man in "Sin City" noch großartig erwarten sollte. Das es bei Rodriguez ordentlich rummst und Hollywood mal wieder zeigt, was die Programmierer gerade so auf ihren Rechnern spielen war doch klar. Insofern kann ich persönlich dem Film keine Vorwürfe machen.

Es war, ist und bleibt doch stets "nur" eine Comicverfilmung, noch dazu aus Hollywood.
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